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Bundesweiter Vergleich: So unterschiedlich sind Azubi-Gehälter

Getty Images/Caiaimage Sie machen die gleiche Ausbildung, aber verdienen knapp 300 Euro im Monat weniger: Tariflöhne von Lehrlingen unterscheiden sich je nach Region. Eine Studie zeigt, in welchen Branchen die Unterschiede besonders groß sind.
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#1 - 25.07.2018, 09:48 von vox veritas

Kein Unternehmen wird davon abgehalten, mehr zu zahlen als der Tarifvertrag fordert. Dieser setzt lediglich Untergrenzen. Wenn die Löhne so sind, wie sie sind, dann ist der Andrang der Bewerber noch hoch genug.

#2 - 25.07.2018, 10:11 von hardy.stiefel

Gehalt oder Vergütung

Es ist nicht nur ein Wortspiel - es ist ein wichtiges Signal. Denn ein Ausbildungsvertrag ist kein Arbeitsvertrag.
Und es wundert mich nicht, dass der Bund - und etwas später auch die Länder - ganz weit oben stehen. Gerade im Handwerk ist es für uns sehr teuer, einen Ausbildungsplatz zu stellen. Der/Die Auszubildenden binden eine weitere Arbeitskraft und sind 1,5 Tage in der Berufsschule. Teilweise auch beim Blockunterricht mit Internat. Das können - leider auch wollen - sich immer weniger Betriebe leisten. Und gute Azubis bleiben dem Betrieb überproportional oft erhalten. Daher ist die Vergütung nur ein Teil der Entscheidung, den einen oder andere Ausbildung zu beginnen. Das Geld spielt schon eine Rolle in der Zeit, in der Führerschein, das erste Auto, die Kommunikation und auch die Hobbys immer mehr Geld kosten. Und ich habe kaum einen Azubi im Gespräch gehabt, der wegen der Ausbildungsvergütung einen Beruf angefangen hätte. zu 80% sind es private Gründe, häufig bestimmt aus dem familiären Umfeld. Daher sind solche Statistiken schön, aber bei der Interpretation darf eines nicht vergessen werden. Der GMF -Der Gesunde Menschenverstand. Einschließlich der Erfahrung aus der Praxis.

#3 - 25.07.2018, 10:23 von Jackpod

Macht doch alles Sinn

Ich finde Lohnunterschiede während Der Ausbildung sehr sinnvoll. In Brandenburg oder Meckpomm zahlst Du 200-300 fur eine 1-Zimmer Wohnung. In München, Bonn oder Frankfurt geht die Miete einer 1-Zimmer-Wohnung eher Richtung 500-600€. Wenn da nicht auch Mehr gezahlt wird, dann kann man doch einpacken als Azubi. Nicht jeder hat die Möglichkeit zuhause wohnen zu bleiben während Der Ausbildung. Unterschiede machen absolut Sinn,wenn sie sinnvoll gerechnet sind.

#4 - 25.07.2018, 10:25 von stef_ma

Liebe SpiegelOnline,

dass Miete, Essen und der öffentliche Nahverkehr im Osten billiger sind ist ein modernes Märchen. Ihr schreibt doch selbst dass es keine Stelle gibt, die die Preise vergleicht. Warum stellt ihr dann diese Behauptung auf? Aber dann lieber eine gefühlte Wahrheit schreiben, passt ja so schön zu dem Artikel.

#5 - 25.07.2018, 10:26 von stef_ma

Ich kann aus meiner Erfahrung berichten:

Im ländlichen Raum sind die Mieten günstiger, aber die Lebensmittel teurer. Und das hat nichts mit Himmelsrichtungen zu tun. Da es im Osten mehr ländlichen Raum gibt, ist das tendenziell nicht falsch, aber eben auch nicht richtig.

#6 - 25.07.2018, 10:32 von wi_hartmann@t-online.de

AzuBi-Gehälter

Seit wann bezieht ein Auszubildender ein Gehalt? Im Regelfall ist
ein Ausbildungsplatz in einer Firma eine Investition für die Zukunft.
Kleine Firmen können sich deshalb die hohen Kosten für einen
Ausbildungsplatz nicht leisten.
Wäre der Ausbildungsplatz mit einer Arbeitsleistung und Ertrag
für das Unternehmen verbunden, gäbe es keine Mangel an
Ausbildungsstellen insbesondere im Dienstleistungsbereich.
Heute gilt die Devise "hallo Chef wie hoch ist die monatliche
Knete und Jahresfreizeit"

#7 - 25.07.2018, 10:48 von gutmensch-mit-hirn

Ausbildungsvergütung - nicht Lohn

@1 Im Artikel geht es nicht um Löhne, sondern um die Ausbildungsvergütung!

Der „Andrang“ ist nicht zu hoch. Der „Andrang“ geeigneter (!) Bewerber ist seit Jahren zurückgehend. Wovon jedoch ausreichend Bewerbungen vorliegen, sind solche mit einem Notendurchschnitt im Schulabgangszeugnis deutlich unter 3.

Gerade in Deutsch und Mathe sind Vierer keine Seltenheit, auch Fünfer habe ich da schon gesehen. Sport, Politik oder Philosophie hingegen im guten bis sehr guten Bereich. Die sorgen dann für einen „Ausgleich“ zu den Vierern/Fünfern in Deutsch/Mathe... Nichts gegen Sport und Religion. Aber wir bilden im kaufmännischen Bereich aus. Da schauen wir lieber auf Mathematik und Deutsch.

Eine Berufsausbildung kostet unseren Betrieb pro Ausbildungsjahr zwischen 15 und 20 TEUR. Nach drei Jahren haben sie also ca. 50 bis 60 TEUR in den jungen Menschen investiert. Aber nur, wenn der Azubi auch die Ausbildung zu Ende bringt. Immer mehr brechen nach 1-2 Jahren einfach ab. „Ich hab‘ mir das anders vorgestellt“, heißt es dann oft. Die Wechseln dann zu „irgendwas mit Medien“. Dabei machen wir im Zuge der Auswahl schon Schnuppertage, damit sie wissen, auf was sie sich bewerben.

Nach der Ausbildung hauen sie dann schwups die wups ab, weil es woanders ein paar Euro mehr gibt. Loyalität wegen dreijähriger Ausbildung = Null.

Ich mache es künftig anders. Die teure Ausbildung erspare ich mir. Das Geld nutze ich lieber, um anderen Betrieben die von denen teuer ausgebildeten jungen Menschen abzuwerben. Wenn ich die oben genannten 50-60 TEUR zur Berechnung heranziehe, könnte ich vier bis fünf Jahre lang einfach 1.000 EUR mehr als Eingangsgehalt nach der Ausbildung zahlen, und käme wohl „billiger“ weg, als würde ich selbst ausbilden. Aber ich muss ja gar nicht 1.000 oben drauf legen. Die Kinder - pardon, jungen Menschen - wechseln ja wegen 200 Euro brutto mehr, ohne mich auch nur zu fragen, ob ich auch bereit wäre, etwas drauf zu legen.

Warum sollte man ich also weiterhin die Mühen und Kosten einer Ausbildung auf mich nehmen, wo Abwerben doch so viel billiger ist?

(Für die differenziert denkenden Leser: Keine Sorge, ich benutze absichtlich das Wort „billiger“. Das es sich um eine Milchmädchenrechnung handelt, weiß ich. Und meine gesellschaftliche Verantwortung ist mir auch bewusst.)

#8 - 25.07.2018, 10:53 von Zaunsfeld

Zitat von Jackpod
Ich finde Lohnunterschiede während Der Ausbildung sehr sinnvoll. In Brandenburg oder Meckpomm zahlst Du 200-300 fur eine 1-Zimmer Wohnung. In München, Bonn oder Frankfurt geht die Miete einer 1-Zimmer-Wohnung eher Richtung 500-600€. Wenn da nicht auch Mehr gezahlt wird, dann kann man doch einpacken als Azubi. Nicht jeder hat die Möglichkeit zuhause wohnen zu bleiben während Der Ausbildung. Unterschiede machen absolut Sinn,wenn sie sinnvoll gerechnet sind.
Ihr Vergleich ist völliger Quatsch.
Sie können nicht Frankfurt, München oder Köln mit irgendeinem Dorf in Brandenburg vergleichen, was die Mieten angeht.
Wenn Sie schon Ost und West vergleichen wollen, dann müssen Sie Köln und Bonn mit Dresden, Jena, Leipzig oder Berlin vergleichen. Denn in Dresden, Berlin oder Leipzig bekommen Sie auch keine vernünftige Ein-Zimmer-Wohnung unter 500 Euro.

Wenn Sie schon das Dorf in Brandenburg zum Vergleich heranziehen wollen, dann müssen Sie das bitte auch mit einem Dorf im Sauerland, in der Eifel, im Westerwald oder in der niedersächsischen Provinz vergleichen. Und da landen Sie dann auch wieder auf ziemlich ähnlichem Niveau.

Dass die Lebenshaltungskosten in Ostdeutschland deutlich geringer sind als in den alten Bundesländern, ist ein modernes Märchen, das immer wieder weiter erzählt wird, weil die Leute, die es erzählen, zu blöd sind, GESCHEITE Vergleiche anzustellen, wenn sie schon vergleichen wollen.

#9 - 25.07.2018, 11:03 von Zaunsfeld

Zitat von wi_hartmann@t-online.de
Seit wann bezieht ein Auszubildender ein Gehalt? Im Regelfall ist ein Ausbildungsplatz in einer Firma eine Investition für die Zukunft. Kleine Firmen können sich deshalb die hohen Kosten für einen Ausbildungsplatz nicht leisten. Wäre der Ausbildungsplatz mit einer Arbeitsleistung und Ertrag für das Unternehmen verbunden, gäbe es keine Mangel an Ausbildungsstellen insbesondere im Dienstleistungsbereich.
Doch, das gibt es zuhauf - GERADE im Dienstleistungsbereich.
Ich kenn ein Hotel, in dem es 7 oder 8 Festangestellte gibt. Dazu gibt es etwa 25 (!) Lehrlinge im Restaurant und für den Hotel Service. Die werden da zu einem Hungerlohn von monatlich etwa 450 Euro ausgebeutet und machen da ihre "Ausbildung". In Wirklichkeit machen die 70% der Arbeit. Den Lehrlingen muss man ja nicht mal Mindestlohn zahlen.
Und sobald ein Jahrgang von Lehrlingen die Lehre beendet hat, werden sie natürlich nicht in den Betrieb übernommen und der nächste frische Jahrgang kommt rein.
Das läuft nun schon seit fast 10 Jahren so in dem Laden. Aber glücklicherweise hat der Laden es in den letzten 2 Jahren ziemlich schwer, noch Jugendliche zu finden, die das freiwillig mit sich machen lassen. Dieses Geschäftsmodell wird deshalb wahrscheinlich bald an seine Grenzen kommen und dann geht der Laden eh den Bach runter.

Gibt aber genug Firmen und Unternehmer, die das seit Jahren so oder ähnlich betreiben.

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