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Erste Hilfe Karriere: Wie ist der bloß Chef geworden?

Corbis Mäßige Mitarbeiter werden so lange befördert, bis es nicht mehr weitergeht: also ins Management. Darunter leiden Kollegen, Kunden und die frischgebackenen Führungskräfte selbst. Oft starten sie selbst als Fachmann. Auf dem Chefsessel verkommen sie zum Schwachmann.
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#1 - 02.04.2012, 10:18 von rolfbrunner@live.de

Das Glück, andere erfolgreich zu machen

Zitat von sysop
Mäßige Mitarbeiter werden so lange befördert, bis es nicht mehr weitergeht: also ins Management. Darunter leiden Kollegen, Kunden und die frischgebackenen Führungskräfte selbst. Oft starten sie selbst als Fachmann. Auf dem Chefsessel verkommen sie zum Schwachmann.
Es ist nur natürlich, dass man sich erst mal als Fachmann im Unternehmen profiliert.
Aber schon mein erster Vorgesetzter hat die Aufgabe mich auch als potentielle Führungskraft zu checken.
Dafür braucht er ein Anforderungsprofil für meine Führungsqualitäten.
Also z.B. Bin ich der Meinung, dass unsichere Mitarbeiter sich leichter führen lassen? Muss ich als Vorgesetzter alles besser wissen und können? Arbeite ich lieber selber oder kann ich andere zum arbeiten motivieren? Bin ich glücklich wenn andere erfolgreich sind? Habe ich Führungsgrundsätze, also eine Vorstellung von dieser Aufgabe als etwas Eigenständigem?
Es erstaunt mich als ehemaligem Führungstrainer schon ein wenig, dass -nach diesem Artikel zu urteilen- Delegation von Verantwortung in manchen Unternehmen immer noch ein Fremdwort sein soll.

Ich jedenfalls bin mit 36 "ausgestiegen" nachdem ich erleben durfte wie z.B. Eigentümerunternehmer "in den Sielen" oder nachdem sie mühselig "entmachtet" wurden, starben. Und in gewisser Weise waren sie selbst schuld.

Sich rechtzeitig eine Lebensaufgabe suchen die auch im Alter Nachhaltigkeit und Erfolgserlebnisse bringt, das wird immer Wichtiger.

#2 - 02.04.2012, 10:27 von Käfer63

Vitamin B

Zitat: "Beliebteste Frage: "Wie ist ausgerechnet der bloß Chef geworden?..."

Die Antwort: Vitamin B.
Anders und einfacher kann man es in vielen Fällen einfach nicht beschreiben.
Ein Beispiel: Einer meiner besten Freunde ist Lehrer. Der dortige Schulleiter gilt im gesamten Kollegium als Niete. Wie er diesen Job bekommen hat? Ganz einfach. Der Schulleiter ist ein Jagdkumpan eines in Deutschland amtierenden Ministerpräsidenten. Noch Fragen?
Anderes Beispiel, Opel. Auch hier arbeitet seit einigen Jahrzehnten ein guter Freund von mir. Wer dort alles in den vergangenen Jahren in seiner oder den angegliederten Abteilungen in die Position des Abteilungsleiters gehoben wurde, das läßt sich ebenfalls nicht mit fachlicher Kompetenz erklären. Wo man sich früher intern "hochgearbeitet" hat, werden heutzutage Studienabgänger auf solche Posten gesetzt, die von Tuten und Blasen, sprich in dem Fall der Produktion, keine Ahnung haben, aber ganz toll mit Zahlen, Flipcharts und Powerpoint-Präsentationen umgehen können. Daher läßt sich auch erklären warum in Deutschland so viele Menschen innerlich gekündigt haben und reinen Dienst nach Vorschrift machen, bei solchen Chefs...... :-(

#3 - 02.04.2012, 11:33 von Aquifex

Zitat von sysop
Mäßige Mitarbeiter werden so lange befördert, bis es nicht mehr weitergeht: also ins Management. Darunter leiden Kollegen, Kunden und die frischgebackenen Führungskräfte selbst. Oft starten sie selbst als Fachmann. Auf dem Chefsessel verkommen sie zum Schwachmann.
Ohohohoho...ist es wirklich so einfach, die hier im Beispiel entstehenden probleme auf die Inkompetenz des neuen Chefs zu schieben?
Ist die Interpretation, daß es sich die Mitarbeiter auf einem zu niedrigen leistungsniveau bequem gemacht haben und jetzt mit echten Anforderungen nicht klar kommen nicht mindestens ebenso valide?
Natürlich ist Mitarbeiterführung etwas, das man nicht in die Wiege gelegt bekommt, aber ist immer der neue Chef der Verbrecher und der Mitarbeiter, der so arbeitet "wie es schon immer war", weil die alten Chefs alle inkompetent waren und "Mitarbeiterführung" mit "Kuscheln" verwechelt haben, der Arme, dem die Hirarchie böse mitspielt?

Der Text ist doch arg einseitig...

#4 - 02.04.2012, 11:44 von lanas

Wenn ich

Zitat von Aquifex
Ohohohoho...ist es wirklich so einfach, die hier im Beispiel entstehenden probleme auf die Inkompetenz des neuen Chefs zu schieben? Ist die Interpretation, daß es sich die Mitarbeiter auf einem zu niedrigen leistungsniveau bequem gemacht haben und jetzt mit echten Anforderungen nicht ......
in einem Unternehmen arbeite, wo immer nur Pfeifen auf den Chefsessel gehoben werden, dann würde ich ja wohl wechseln, vorausgesetzt ich bin noch unter 45.
Insofern machen es sich viele Angestellte wirklich bequem: Begründen Ihre Einstellung mit unfähigen Chefs oder wer auch immer sonst die Schuld an Ihrer Misere hat, ausser man selber.
Aber natürlich gibt es auch Fälle, wo dieser Artikel zutrifft...keine Frage.

#5 - 02.04.2012, 12:14 von andy69

sehe ich aus so

Zitat von lanas
in einem Unternehmen arbeite, wo immer nur Pfeifen auf den Chefsessel gehoben werden, dann würde ich ja wohl wechseln, vorausgesetzt ich bin noch unter 45. Insofern machen es sich viele Angestellte wirklich bequem: Begründen Ihre Einstellung mit unfähigen Chefs oder wer auch immer sonst die Schuld an Ihrer Misere hat, ausser man selber. Aber natürlich gibt es auch Fälle, wo dieser Artikel zutrifft...keine Frage.
Meiner Erfahrung nach sind Chefs heute tendenziell deutlich besser als früher.
Vor 40 Jahren zählte NUR Fachwissen, auch wenn der Kandidat keinerlei Sozialkompetenz oder Motivationsfähigkeit besaß.
Diese Faktoren zählen heute deutlich mehr bei der Bewerbersuche als früher.

Dass es noch immer Pfeifen unter den Chefs gibt: keine Frage.
Aber nur weil jemand befördert wurde, ist er ja nicht plötzlich der perfekte Mensch.
Doch so dramatisch kann die Performance deutscher Führungskräfte insgesamt nicht sein, sonst wären unsere Unternehmen nicht so erfolgreich.

#6 - 02.04.2012, 12:25 von Gerdd

Das sagt sich so einfach ...

Zitat von lanas
Wenn ich in einem Unternehmen arbeite, wo immer nur Pfeifen auf den Chefsessel gehoben werden, dann würde ich ja wohl wechseln, vorausgesetzt ich bin noch unter 45. Insofern machen es sich viele Angestellte wirklich bequem: Begründen Ihre Einstellung mit unfähigen Chefs oder wer auch immer sonst die Schuld an Ihrer Misere hat, ausser man selber. Aber natürlich gibt es auch Fälle, wo dieser Artikel zutrifft...keine Frage.
Also, zum ersten: Wer in der IT-Branche arbeitet, der hat nach der Vorstellung der heutigen Personalmanager gerade mal ein Dutzend produktive Jahre. Sein Diplom (Pardon, seinen Master) macht er womöglich erst mit 28 ud dann ist die 4 im Alter schon das Schlußsymbol. Aber von 40 bis 67 sind noch viele Jahre!

Zum anderen - das ist zum Glück nicht so sehr schlimm, denn zumindest in größeren Firmen kann man sich - zumindest, wenn man sein Fach versteht - zurücklehnen in der Gewißheit: "Manager kommen, Manager gehen ..." Ganz besonders wahr wird das, wenn man in einem Land arbeitet, wo es so etwas wie "Affirmative Action" gibt. Manager werden schnell mal auf einen Lehrgang geschickt und sind dann "qualifiziert." Fachwissen muß man sich über längere Zeit erarbeiten und dann immer schön aktuell halten - da ist die Konkurrenz schon wesentlich kleiner.

Man muß allerdings aufpassen, daß man nicht doch in eine Management-Karriere abrutscht (oder abgeschoben wird.)

#7 - 02.04.2012, 12:31 von uschmezer

Da kann doch geholfen werden

Zitat von sysop
Mäßige Mitarbeiter werden so lange befördert, bis es nicht mehr weitergeht: also ins Management. Darunter leiden Kollegen, Kunden und die frischgebackenen Führungskräfte selbst. Oft starten sie selbst als Fachmann. Auf dem Chefsessel verkommen sie zum Schwachmann.
Da gibt es doch längst bewährte Grundlagen-Seminare, die sowohl der Führungskraft als auch den Mitarbeitern helfen. Die Investitionen für solch eine "Grundbetankung" von Führungskräften und Nachwuchsführungskräften sind im Verhältnis zu dem ständig enstehenden Schaden (Demotivation bis hin zu Kündigungen, Rekrutierungskosten...) minimal. Siehe
Seminar Personalführung, Teamleitung, Konfliktmanagement, Motivation, Führungsstil, Ziele nach SMART

Personalentwicklung sollte gerade bei Führungskräften anfangen. Erst dann verstehen die FK´s auch Ihre Mitarbieter zu fördern und optimal zu führen.
Komisch, dass gerade hier in vielen Unternehmen so gespart wird. Der ROI für solche Maßnahmen ist enorm und die Mitarbieter haben es auch weider "schöner". Alle sollen motiviert und engagiert sein, doch viele wissen immer noch nicht so recht wie das geht oder woher das kommt....

#8 - 02.04.2012, 12:47 von Mehrleser

Zitat von lanas
Insofern machen es sich viele Angestellte wirklich bequem: Begründen Ihre Einstellung mit unfähigen Chefs oder wer auch immer sonst die Schuld an Ihrer Misere hat, ausser man selber.
Ja, das ist heute so, Schuld haben immer die anderen - die Lehrer in der Schule, die Vorgesetzten in der Firma und die Politiker für den Rest.
Und ja, ich hatte Schwachköpfe als Vorgesetzte, aber auch als Kollegen und Mitarbeiter. Unfähigkeit ist kein Privileg der Führungsebene.

#9 - 02.04.2012, 12:59 von deltametro2

Mal wieder lesen:

Zitat von sysop
Mäßige Mitarbeiter werden so lange befördert, bis es nicht mehr weitergeht: also ins Management. Darunter leiden Kollegen, Kunden und die frischgebackenen Führungskräfte selbst. Oft starten sie selbst als Fachmann. Auf dem Chefsessel verkommen sie zum Schwachmann.
Peter Principle !

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