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Gelber Schein: Krank am Brückentag - was, wenn der Chef das nicht glaubt?

Getty Images Na klar, am Brückentag vergrippt - das glaubt Ihnen im Büro kein Mensch, oder? Das sind die Regeln, die Sie im Krankheitsfall beachten sollten.
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#1 - 09.05.2018, 13:52 von vexierspiegel

Weltfremd!

Ha ha! Wie weltfremd ist das denn: " Das könnte helfen: Ist auf den ersten Blick banal, aber: ein Attest. Sicher, für einen Tag mit Schnupfen brauchen Sie normalerweise keins". Jeder gute Hausarzt schreibt Ihnen ein Attest aus. Einzige reale Chance, wenn man nicht im Koma liegt: Hingehen und alle anstecken. Sonst wird man seinen schechten Ruf (besonders durch die dämliche Bemerkung) nie wieder los!

#2 - 09.05.2018, 14:05 von Sibylle1969

Reichlich hypothetisch das Ganze. Also wer in der Firma ankündigt, krankfeiern zu wollen, wenn der Brückentag nicht als Urlaubstag genehmigt wird, der ist selbst schuld. In diesem Fall sollte man sich zur Arbeit schleppen...

#3 - 09.05.2018, 14:06 von ksail

Heikle Geschichte.....

Was ich überhaupt nicht verstehe, ist, warum man sich in einer Diskussion um einen Urlaubstag (!) zu solchen Drohungen hinreißen lässt. Solche Mitarbeiter loswerden zu versuchen, ist ja dann fast schon die Pflicht für einen Abteilungsleiter, schon aus Fürsorge den anderen gegenüber und für das Betriebsklima

#4 - 09.05.2018, 15:21 von ohjeee

krank mit Ansage

Wunderbar. Krank mit Ansage im Büro, und zig Kollegen hören mit.
Fristloser Kündigungsgrund und jedes Arbeitsgericht gibt dem AG dafür recht. Da reicht die "Drohung" aus und man muss an besagtem Tag noch nicht mal tatsächlich fehlen.

#5 - 09.05.2018, 16:28 von Contra07

Nicht nur weltfremd

Wie bereits die vorangegangenen Kommentatoren zu Recht ausführen, führt der Ratschlag regelmäßig nach der sicherlich vorliegenden verhaltensbedingten Kündigung direkt zur Bundesagentur für Arbeit, welche naturgemäß über eine Sperrzeit nachzudenken hat. Schließlich ist auch der Hinweis darauf, dass ein Arzt an einem Montag keine Arbeitsunfähigkeit für den vorangegangenen Freitag bescheinigen kann, schlicht unzutreffend. Nach § 5 der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinien gilt eine Ausnahme:" Eine Rückdatierung des Beginns der Arbeitsunfähigkeit auf einen vor dem Behandlungsbeginn liegenden Tag ist ebenso wie eine rückwirkende Bescheinigung über das Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit nur ausnahmsweise und nur nach gewissenhafter Prüfung und in der Regel nur bis zu drei Tagen zulässig".

#6 - 09.05.2018, 16:53 von womo88

Witzige Idee!

"Gehen Sie noch am Brückentag zum Arzt." Bei uns haben an den Brückentagen alle Ärzte zu und verweisen auf den Notgalldienst im 25 km entfernten Krankenhaus.

#7 - 09.05.2018, 17:00 von stephan7485

Rund um jeden Brückentag die selbe Mär...

Regelmäßig wird man ja (pseudo-)rechtlich mit im Einzelfall gefährlichem Halbwissen rund ums Krankfeiern beglückt.

Aber mal ehrlich, auch wenn die 3-Tage-Regelung weit verbreitet ist, ist sie nicht Gesetz.

Unabhängig davon, wo kommt eigentlich das Anspruchsdenken her an einem Brückentag müsse man freihaben? Urlaub muss zwar gewährt, kann aber auch abgelehnt werden. Stichwort betriebliche Notwendigkeit. So what?

Übrigens sagt der Gesetzgeber auch, dass Urlaub möglichst am Stück zu nehmen ist, zwecks Erholungseffekt. Meinen Urlaub für mich effektiv (auf Einzeltage) zu verteilen ist also nicht Sinn der Sache.

Unabhängig davon will ich z.B. gar keinen Brückentag haben. Es ist schön an solchen Tagen ins Büro zu gehen. Die Bahnen sind leer, die Straßen auch. Kaum jemand ruft an und man kann in aller Ruhe ungestört und ohne Unterbrechungen einmal den Tisch/das liegen gebliebene abarbeiten.

Den gesparten Urlaubstag nehme ich dann mal irgendwann an einen Freitag oder Montag und gönne mir einen Kurztrip wenn mal gerade nicht alle irgendwohin unterwegs sind. Ist auch deutlich stressfreier...

#8 - 09.05.2018, 17:15 von gambalor

Ziemlich ungenaue Darstellung

Wenn der Arbeitnehmer Lohnfortzahlung haben will, also für die Krankheit werden, dann gilt:

Die Beweislast für die Krankheit liegt erst mal beim Arbeitnehmer. Ein ärztliches Attest genügt normalerweise, damit sie sich umdreht - jetzt muss der Arbeitgeber keineswegs das Gegenteil bewiesen, sondern den Beweiswert des Attests erschüttern.

Auch Arbeitsgerichte sind nicht völlig dumm und wissen: ein Attest zu bekommen ist keine große Kunst. Wenn daher Umstände hinzutreten, die ernsthafte Zweifel an der Krankheit wecken, dann fällt die Beweislast auf den Arbeitnehmer zurück. Eine "angekündigte" Krankheit reicht dafür aus. Es dürfte aber auch reichen, wenn der Arbeitgeber vehement den freien Tag eingefordert und eine gebuchte Reise angeführt hatte!

Etwas anders liegt die Sache, wenn der Arbeitgeber wegen vorgetäuschter Krankheit kündigen will. Dann muss er die Richtigkeit des Kündigungsgrundes beweisen, was die Hürde tendenziell nach oben schraubt. Dennoch kann auch hier das Attest erschüttet werden und eine Beweislastumkehr einreten. Außerdem kann der Arbeitgeber eine sog. Verdachtskündigung aussprechen - es kommt dann auf den Beweis der Krankheit nicht mehr an, sondern darauf, ob das Vertrauen des Arbeitgebers allein durch den Anschein so stark erschüttert ist, dass ihm die weitere Zusammenarbeit (wenn der Verdacht nicht ausräumbar ist) nicht mehr zugemutet werden kann.
Eine Krankheit "mit Ansage" würde dafür eine Steilvorlage. Hingegen dürfte das vorherige Beantragen von Urlaub in diesem Fall nichgt ausreichen.





er den Arzt von seiner Schweigepflicht entbindet und als Zeuge aussagen lässt. Oder indem er sich amtsärztlich untersuchen lässt, oder beim medizinischen Dienst der Krankenkassen.

#9 - 09.05.2018, 17:36 von ran.tan.plan

Regelung gut, für Leute die nicht wirklich krank sind

Ich gehöre zu jenen Leuten, die erst ab 39° überhaupt drüber nachdenke, ob sie denn so krank seien, dass Arbeit unmöglich wird. Is einfach so.
Jetzt habe ich mit der aktuellen Regelung folgende Probleme:
- nächster Arzt ca 4-5km
- Fahrradfahrer --> kein Auto, Busanbindung grauenhaft
- Arztpraxis meist völlig überfüllt, grade zur Grippesaison, bis jetzt kam ich immer kranker raus als rein, min 2-3 Stunden Wartezeit
Folge: Wenn ich denn wirklich mal krank bin, ist es für mich schon fast weniger Aufwand, einfach arbeiten zu gehen, als entweder völlig krank aufm Rad >10km rumzugurken oder insgesamt rund 6-7 Stunden damit zu verbringen, mir 'n Attest zu besorgen... Wo ist da der Mensch im Mittelpunkt? Mir scheint das System rein auf den Arbeitgeber angepasst worden zu sein, vermutlich weil andere zum Missbrauch griffen... wie oft hört man "ich hab wieder 'n Gelben" und die anderen leiden drunter. Selbst wer in der Stafdt wohnt, hat m.M.n., wenn er denn wirklich krank ist, n echtes Problem damit, häufig mehr als 2 Stunden alleine beim Arzt zu warten, wo ja bekanntlich bis auf das Personal so ziemlich alle krank sind. Ja und wer dann zw. 12 und 14 Uhr mitm Bus zurück will hat sowiso die Arschkarte... Schulkinder en Masse!

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