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Heynckes als Vorbild: Warum Unternehmen auf die Alten setzen sollten

Getty Images Jupp Heynckes kam aus der Rente zurück - und führt jetzt Bayern München zu neuen Erfolgen. Karriereberater Martin Wehrle fordert: Hört auf, ältere Mitarbeiter wie Alteisen zu behandeln.
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#1 - 16.11.2017, 10:49 von w.diverso

Was bei dem Artikel untergegangen ist,

jüngere Mitarbeiter die in leitende Position aufgestiegen sind, benutzen manchmal ihre neue Macht auch dazu, ältere Mitarbeiter die ihnen ihre Fehler, welche durch mangelnde Erfahrung schon manchmal vorkommen können, aufzeigen könnten, besser vorher abzubauen. Viele ältere Mitarbeiter werden es schon erlebt haben, dass neue junge, dynamische Mitarbeiter die in Führungspositionen aufrücken, dann das Rad neu erfinden wollen. Die haben es dann meistens gar nicht gerne, wenn ihnen ein alter Hase sagt, dass er die "neue" Idee schon ein paar Mal scheitern gesehen hat. Die wirklich guten jungen Mitarbeiter fragen die mit Erfahrung zwar vorher, aber das ist leider nicht der Standard.

#2 - 16.11.2017, 11:08 von observerlbg

Gut gebrüllt und doch unrealistisch....

Bin ja selbst Jenseits der 50 und weiß wie die Realität aussieht. Im Managment und in Führungspositionen wird das Alter geschätzt. Und Jupp Heynckes ist Führungskraft (der Bayernmanschaft). In einer Gruppe von Angestellten und Arbeitern ist Erfahrung aber nur in eng gesteckten Grenzen erlaubt und in betrieblichen Belangen eher unerwünscht. "Die Alten stehen dem Fortschritt im Wege". Und der Fortschritt ist das, was dem Managment nützt, nicht der Firma oder gar den Mitarbeitern.

#3 - 16.11.2017, 11:16 von unzensierbar

Bitte nicht

Altersdiskriminierung gegen junge Generationen gibt es schon genug. Alte Menschen sollten mehr Platz machen, ich weiß nicht in wie vielen Führungspositionen Menschen jenseits der 50 sitzen, aber es wird bestimmt noch schlimmer ausschauen als um die Überzahl der Männer noch vor einigen Jahren.

#4 - 16.11.2017, 11:18 von segelsetzer1

Erfahrung kostet Geld

Erfahrung ist leider in den Unternehmen nichts mehr Wert . Mitarbeiter die älter sind und Erfahrung haben, werden oft als zu konservativ und altbacken angesehen . Außerdem sind langjährige Mitarbeiter teurer . Die sogenannten jungen und modernen Manager beherrschen nur eins : Kosten sparen , und da sind die älteren Mitarbeiter die zuerst auf der Entlassungsliste stehen .

#5 - 16.11.2017, 11:20 von großwolke

Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich

Aus der Ausnahmeerscheinung Heynckes eine Regel ableiten zu wollen ist ein bisschen weit hergeholt. Und Erfahrung ist nicht nur gut aus Unternehmersicht. Sie macht so Manchen auch unflexibel bis zur Halsstarrigkeit, und nicht selten scheitern neue Management-Konzepte auch daran, dass "erfahrene" Kollegen, man könnte auch sagen, Besserwisser, nicht mitziehen und dem Ganzen so von Anfang an keine Chance geben. Dazu kommt, dass gerade in jungen, wachsenden Unternehmen die Erfahrungen, die Abkürzungen aus der "guten alten Zeit" ab einem bestimmten Punkt eher kontraproduktiv werden können, weil neue Prozesse aus der Sicht des Mitarbeiters zwar erstmal umständlich wirken, aber dafür an Ecken, die er gar nicht einsehen kann, viel Aufwand einsparen. Und nicht zuletzt ist es ja auch so, dass die Vorteile der Erfahrung, selbst wenn sie vorhanden sind, in manchen Tätigkeitsfeldern vielleicht einfach keinen dem Aufpreis entsprechenden Kostenvorteil einbringen. Ich will damit nicht sagen, dass an dem Loblied auf die Erfahrung der Älteren nichts dran ist. Aber die Medaille hat auch eine andere Seite, die bei dem Einen stärker ins Gewicht fallen mag als bei dem Anderen.

#6 - 16.11.2017, 11:20 von Oihme

Heynckes

Heynckes ist für die Problematik ein untaugliches Beispiel.
Er wurde beim FC Bayer nicht wegen seiner Erfahrung geholt, sondern als verzweigelter Versuch, die vergangenen, erfolgreichen Zeiten zurückzuholen und um den längst notwendigen Umbruch im Team nochmal verschieben zu können.
Reine Nostalgie und Realitätsverdrängung.

#7 - 16.11.2017, 11:21 von jumanito31

Genau einen wunden Punkt getroffen

Besser kann man es nicht beschreiben. Leider herrscht in der deutschen Unternehmenskultur nur noch Arroganz und Spar Wahnsinn. Der Boss meint er ist der größte und Beste und die Mitarbeiter sind das Letzte, was ab einem Gewissen Alter entsorgt gehört. Zu sehen an den ganzen Skandalen in der jüngeren Geschichte. Beim Auffliegen von Manipulation sind es die Mitarbeiter die Schuld an Allem sind. Ist es aber Erfolg, gönnen sich die Bosse Bonus, das einem schwindelig wird. Geht es dann um die Verteilung von Erfolgsprämien für die Mitarbeiter, heißt es lapidar, die Kosten sind zu hoch und die Prämie fällt dementsprechend niedrig aus.
Wo wir dann bei den Kosten der älteren Belegschaft wären.
Es muss ein Umdenken stattfinden. Ansonsten fahren wir an die Wand.
Junge Menschen können nur gut werden, wenn sie von den Erfahrenen und Älteren lernen.

#8 - 16.11.2017, 11:22 von Forist2

In der Realität läuft das heute bei Großbetrieben anders.

Bei uns, DAX-Konzern, gibt es schon lange keine greisen Führungskräfte mehr.
Mein vorletzter Abteilungsleiter ist mit 50 in die Abfindungs-Rente gegangen.
Der letzte Abteilungsleiter mit 52.
Mein letzter Teamleiter ist mit 53 in die Abfindungsrente gegangen.
Mein derzeitiger ist nächstes Jahr auch weg, da ist er dann 55.
Also bei uns im Management hält das keiner viel länger durch.
Ich bin auch nächstes Jahr dann mit Abfindungs-Rente weg, mit 56 Jahren.
Ich hab mit dem Alter dann relativ lange bei uns in der IT durchgehalten.
Ehrlich gesagt, länger wollte ich auch gar nicht mehr machen, habe viele Pläne für die Zukunft, Weltreisen, Auswandern usw.

#9 - 16.11.2017, 11:30 von zeisig

Früher gehen? Gerne.

Ich habe das Angebot für einen Auflösungsvertrag dankend angenommen. Wenn ich sehe wie die jungen Leute um mich herum mit neuen Computeranwendungen zurecht kommen, während es mir immer schwerer fällt, mich ständig umstellen zu müssen, nur weil alle Jahre wieder irgendjemand meint, schon wieder ein neues Programm einführen zu müssen - nein danke. Ich genieße meine freie Zeit und bin der Firma dankbar dafür, daß man mich ehrenhaft entlassen hat. Eine angemessene Abfindung, eine gute Ausgangspostion beim Arbeitsamt zur Überbrückung bis zum tatsächlichen Renteneintritt, was will man mehr.
Ich gebe zu, das funktioniert allerdings nur, wenn man so gerade die sechzig Jahre erreicht hat. Dann erwartet niemand mehr von Ihnen, daß Sie noch eine neue Stelle finden. Mit fünfzig wird das natürlich schwierig, da muß man nochmal ran.

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