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Klagen gegen Diskriminierung im Job: Zu alt, zu dick, zu klein - das müssen Sie wisse

DPA Eine Frau klagt, weil sie zu klein für den Pilotenjob ist - immer wieder ziehen Arbeitnehmer gegen solche Nachteile vor Gericht. Wie hat das Antidiskriminierungsgesetz die Berufswelt verändert?
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#1 - 23.02.2016, 10:26 von ruhepuls

Heucheleiförderungsgesetz

Das Antidiskriminierungsgesetz fördert vor allem eines: Heuchelei. Wenn ein Arbeitgeber für einen bestimmten Job - weil er sich davon Vorteile verspricht oder weil es zu den Erwartungen der Kunden gehört - eine blonde Frau mit Idealmaßen und in jugendlichem Alter einstellen will, dann wird er dafür keine übergewichtige Fastrentnerin einstellen. Gesetz hin Gesetz her. Und vermutlich hat er sogar Recht damit, weil beispielsweise eine Kosmetikerin eben nun mal gut aussehen sollte, sonst ist sie unglaubwürdig.Und ein Fitness-Trainer sollte auch fit aussehen. Ein Autoverkäufer sollte den Vorstellungen seiner potentiellen Kunden entsprechen usw. usf.

Wer derartige "Realitäten" per Gesetz verhindern will, der fördert nur die Kreativität der Ausreden bzw. eben Heuchelei. Der Bewerber/die Bewerberin erfahren dann nicht mehr den eigentlichen Grund der Ablehnung, sondern werden mit "gesetzeskonformen" Floskeln abgewimmelt.

Wem nützt das?

#2 - 23.02.2016, 10:44 von cor

Lachhaft

Diskriminierung scheint ein neues Hobby von einigen Deutschen zu sein. Sie existiert meistens gar nicht in ihrer gedachten Form, nämlich in der gruppenspezifischen Benachteiligung von bestimmten Personen, sondern vor allem in den Köpfen jener Personen, da ihnen Entscheid XY gerade nicht in den Kram passt.

#3 - 23.02.2016, 10:47 von stinkfisch1000

Das Gericht hat doch nur vollkommen logisch entschieden. Wenn es für einen job körperliche Mindestvorausssetzungen gibt, die auch klar kommunizuert sind, hat das doch nichts mit Diskiminierung zu tun. Sonst könnte ja auch ein Blinder klagen, weil man ihn nicht als Piloten einstellt und behaupten, man würde ihn nur wegen seiner Behinderung diskriminieren.

#4 - 23.02.2016, 10:55 von Mans Heiser

Gratulation. Nun ist Personalwesen unerträglich und jeder Mist muss vom Anwalt geprüft werden, einen Nutzen hat effektiv niemand davon, denn wenn dich einer für den Job nicht will, dann nimmt er dich nicht. Aber Hauptsache irgendwelche dauernörgelnden Grünenwähler konnten sich mal wieder über angebliche Diskriminierung beschweren und Gendersternchen einführen.

Die Welt ist nicht fair. PUNKT.
Die Dame kann ja gern mal irgendwo Kisten schleppen gehen, kann ja nicht sein, dass man dafür körperlich belastbar und kräftig gebaut sein muss. Frechheit.

#5 - 23.02.2016, 10:56 von prisma-4d

...der Lüge vorschub leisten...

Schon lange habe ich den Eindruck der wir uns alle selbst betrügen wollen... und der Selbstbetrug wird mehr.
Früher konnte man klar sagen: "keine Frau, keine Dicken, keine Raucher, keine Männer, keine Jungen..." Und heute: Der Gesetzgeber sagt dass z.B. ein Unternehmen nicht nach diesen Kriterien auswählen darf also was macht man dann? Dann sagt man eben der kleinen dicken Raucherin, sie habe nicht die nötige Berufserfahrung.

Oder die Gleichstellung: Anstatt sie als selbstverständlich anzusehen brauchen wir Quoten, Gender und was weiß ich um im gleichen Athemzug die unterschiedlichen Bedürfnisse von Frauen und Männern zu betonen.

Die Wahrheit und Offenheit wird weniger, weil der der die Wahrheit spricht immer noch eine schnelles Pferd braucht!

#6 - 23.02.2016, 11:14 von ibrahim-solmaz

Diskriminierung als Arzt

Als Assistenzarzt, der sich um eine Weiterbildungsstelle in einer Hausarztpraxis bewarb, sagte man mir, dass mein türkischer Migrationshintergrund entgegen meiner Annahme von Nachteil wäre: Ich würde viele türkischen Patienten anziehen, was das Budget überstrapazieren würde. Diese wäre ohnehin "problematisch" und meistens keine Privatpatienten. Schließlich wurde ich abgelehnt. Der Antidiskriminierungsstelle habe ich es dennoch nicht gemeldet.

#7 - 23.02.2016, 11:20 von Sundown

Wenn ich mehrere Bewerber habe, werde ich mich für einen entscheiden. Den anderen Bewerbern schreibe ich dann als Begründung: ich habe mich für jemand anderen entschieden.
Auch ein Gericht wird mich nicht zwingen können, hier Gründe zu nennen, zumal in vielen Gebieten keine absoluten/objektiven Kriterien ermittelbar sind.

Interessant ist es, wenn man "Diversity" fordert und als wichtiges Element der Team-Qualität beschreibt, dann aber verhindert, dass man ein Team nach "Diversity"-Gesichtspunkten gezielt zusammenstellt, weil man dann ja individuell "diskriminiert"?! Aber Gesetze mussten wohl noch nie Sinn machen, die gute Intention reicht da sicher aus...

#8 - 23.02.2016, 11:28 von olewahr

Diskriminierung

Gefährlich und unsozial wird es, wenn bestimmte Gruppen der Bevölkerung auf Grund vermeintlicher Diskriminierung bevorzugt eingestellt und gefördert werden. Merke: auch positive Diskriminierung bleibt Diskriminierung.

#9 - 23.02.2016, 11:28 von bekkawei

Zitat von ibrahim-solmaz
Als Assistenzarzt, der sich um eine Weiterbildungsstelle in einer Hausarztpraxis bewarb, sagte man mir, dass mein türkischer Migrationshintergrund entgegen meiner Annahme von Nachteil wäre: Ich würde viele türkischen Patienten anziehen, was das Budget überstrapazieren würde. Diese wäre ohnehin "problematisch" und meistens keine Privatpatienten. Schließlich wurde ich abgelehnt. Der Antidiskriminierungsstelle habe ich es dennoch nicht gemeldet.
Das ist sehr bedauerlich, die Argumentation ist sogar nachzuvollziehen.
Geholfen hätte in dem Fall, dass Ihr türkischer Hintergrund nicht mehr erkennbar gewesen wäre.
Ich gehe mal davon aus, dass Sie hier geboren und aufgewachsen sind und ein deutscher Vorname hätte Ihnen das Leben da durchaus, sicher auch in manch anderer Situation, sehr erleichtern können.

So wie viele andere Migranten das tun, die ihren Kindern in der zweiten Generation das Anpassen einfacher machen.

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