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Lehrlingsmangel: Warum so viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben

WorldSkills Germany Tische abräumen, Schweinehälften verwursten - dazu haben immer weniger Jugendliche Lust. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Schuld haben auch die Betriebe selbst.
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#1 - 08.01.2018, 14:54 von danduin

Betriebe suchen oft zu speziell

Ich hatte einige Bewerbungen früher durchlaufen, und mir ist oftmals aufgefallen, dass die Betriebe oftmals nur einstellen, wenn die Person den Chefs paßt. Oftmals hat es auch nicht viel mit Qualifikation zu tun, sondern eher Social Skills oder ob der Chef einen ansprechend findet.

#2 - 08.01.2018, 14:56 von AlexZatelli

Später anständige Löhne zahlen. Und man kann das sogar von den Steuern absetzen! Vielleicht macht z.B. Dobrindt später mal den Busfahrer. Fürs Ministerdings ist er ja eher unterqualifiziert.

#3 - 08.01.2018, 14:56 von ford_mustang

Es sind mehr als 3 Passungsprobleme.

Miese Bezahlung, halbherzige bis garkeine qualifizierte Ausbildung, usw. Wer nur billge Helferlein sucht, bekommt halt auch niemanden. Hier kristallisiert sich mal wieder eine Stammtischmeinung heraus. Die Jugendlichen haben keine Lust. Niemand würde Kunden die Schuld geben, wenn ein Laden schlechte Ware zu einem hohen Preis verkaufen würde und keinen Umsatz macht.

#4 - 08.01.2018, 14:57 von kenterziege

Es gibt 400 Berufsprofile in Deutschland mit unendlichen

.. Chancen für gute Leute! Wer heute ein Haus baut, weiß um den Wert guter Handwerker. Man bekommt sie nicht mehr! Alle wollen billig wohnen, aber keiner will Maurer werden. Das wird sich bitter rächen. Nur noch richtig wohlhabende Menschen werden sich Dienstleistung leisten können.
Mängel in technischer Ausführung sind die Folge. Da nützen keine Juristen. Irgendwann weiß man wer schuld war, aber niemand kann es richten.
Inzwischen studiert fast jeder zweite. Alle wollen BWL machen. Das sind die Arbeitslosen von Morgen! Aber die nimmt kein Handwerksbetrieb. Denn was Hänschen nicht lernt - lernt Hans (in ABM-Umschulung) nimmer mehr!

#5 - 08.01.2018, 14:57 von wasistlosnix

Ausbildung oder Ausnutzung?

"Meist ist er deshalb allein bei der Arbeit."
Das klingt eher nach Umgehung des Mindestlohns als nach Ausbildung und nach der Ausbildung kommt der nächste Lehrling.

#6 - 08.01.2018, 14:58 von Newspeak

...

"Der Armenier macht eine Ausbildung zum Fachverkäufer Lebensmittelhandwerk in einer Bäckerei in einem Hamburger Supermarkt. Er backt Rohlinge auf, schenkt Kaffee aus. Die Filiale ist winzig, er ist der einzige Angestellte. Meist ist er deshalb allein bei der Arbeit. "

Und wo ist da die Ausbildung? Wenn man alleine ist, wer bringt einem dann etwas bei? Andersherum gesagt heisst das, der Auszubildende macht die Arbeit eines ausgelernten Angestellten, nur, vermutlich, zu einem deutlich geringeren Lohn.
Und diesen Fall gibt es gerade in diesen Berufen oefter. Ein Kochlehrling, der z.B. nur "lernt", wie man Tuetensuppen und Convenienceprodukte zubereitet. Die Berufschule, die alles auffangen darf, damit die Leute ueberhaupt durch die Pruefung kommen. DAS ist der eigentliche Skandal.

#7 - 08.01.2018, 14:59 von Spiegelleserin57

jammern nutzt nichts!

"Sahakyan hat eine 38-Stunden-Woche und verdient 530 Euro im Monat. Ohne die Hilfe vom Sozialamt käme er gar nicht über die Runden. Allein für seine Wohnung muss er jeden Monat 500 Euro zahlen, dazu kommt noch die Monatsfahrkarte."
Wenn dann noch die ausgelernten Kräfte etwas über 1000€ netto erhalten können sie immer noch nicht in einer Stadt existieren. Wer soll dann noch eine Familie gründen können.
Mit so schlechten Löhnen ist es kein Wunder dass die Leute eher das Abi machen wollen anstatt Lehrstellen anzunehmen. Das Problem ist hausgemacht!

#8 - 08.01.2018, 15:01 von Bürger Icks

Wenn hier jeder denkt

er könne nichts mehr werden ohne jahrelang zu studieren, dann werden solche Plätze auch nicht mehr besetzt.
Bloss nicht körperlich arbeiten, schon gar nicht die Hände schmutzig machen. Und am besten immer im Anzug rumlaufen, auf ganz wichtig machen ist heute die Devise. Wer nicht, wie Millionen andere, mindestens BWL studiert hat, der ist doch schon gar nichts mehr wert in Deutschland. Dessen Arbeit wird gar nicht mehr wertgeschätzt, als Arbeit zweiter Klasse angesehen.

Aber dann wundern das man keinen Handwerker bekommt, wenn dieser einem einen Nagel gerade in die Wand hauen muss, weil, naja, sie wissen schon.

#9 - 08.01.2018, 15:06 von chronoc

Der wahre Grund wird (natürlich) nur am Rande erwähnt

Es ist eigentlich ganz einfach: Ein Lehrling ist ein Lehrling. Dies galt mal als schlichte Tatsache. Ein junger Mensch, der von dem zu erlernenden Beruf oft keine oder nur wenig Ahnung hat. Daher macht er diese Ausbildung.

Diese Zeiten sind längst vorbei und die Unternehmen rechnen den Lehrling zum festen Inventar. Er hat Gewinn zu erwirtschaften und er hat gefälligst stets für das Unternehmen da zu sein. Der Lehrling ist also längst zu einer spottbilligen Vollwertkraft mutiert. Ein kleines Beispiel aus dem Leben: In Supermärkten arbeiten immer öfter auch minderjährige Azubis in illegaler Vollzeit und werden gezwungen, sich weniger Stunden aufzuschreiben, damit der illegale Umstand nicht ans Tageslicht kommt. Die Kombination aus mieser Bezahlung, unrechtmässig langer Arbeitszeit und hohem Leistungsdruck ist tödlich für jede Ausbildung. Das darauf immer weniger Jugendliche Lust haben, ist völlig verständlich.

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