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Manager mit Burnout: Wenn der schlechte Chef stresskrank macht

Corbis Deutsche Manager schuften buchstäblich bis zum Umfallen, in den Unternehmen nehmen die Burnout-Fälle zu. Für viele ist der Stressabsturz immer noch ein Tabuthema. Jetzt zeigt eine Umfrage: Die Leistungsträger fühlen sich bei der Vorsorge von ihren Vorgesetzten im Stich gelassen.
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#1 - 31.05.2012, 16:13 von alangasi

Zunahme von Burnout ist eine Folge von....

medialer Präsenz dieser "Krankheit".

#2 - 31.05.2012, 16:16 von uezegei

Zitat von sysop
Deutsche Manager schuften buchstäblich bis zum Umfallen, in den Unternehmen nehmen die Burnout-Fälle zu. Für viele ist der Stressabsturz immer noch ein Tabuthema. Jetzt zeigt eine Umfrage: Die Leistungsträger fühlen sich bei der Vorsorge von ihren Vorgesetzten im Stich gelassen.
Eine "Vorsorge" könnte doch nur darin bestehen, eine humane Arbeitswelt zu schaffen. Da solch ein Ansinnen Dank der neoliberalen Brut seit einigen Jahren vollkommen abwegig ist, werden noch viele Menschen dem Mammon zum Opfer fallen und nachdem sie ausgesaugt worden sind, entlassen. Das Motto ist "Entsorgen" statt "Vorsorgen".

#3 - 31.05.2012, 16:37 von derflieger

Ich war früher auf unterer Managementebene beschäftigt und hatte irgendwann zwei Chefs (einen für Projektinhalt, einen fürs "Business"), die sehr unterschiedlicher Meinung waren, an zwei verschiedenen Orten sassen und nicht miteinander redeten. Wenn der eine "Grün" sagte, sagte der andere "rot" und umgekehrt. Wenn ich die Anweisungen des Einen befolgte, bekam ich vom anderen eins auf den Deckel, und vice versa. Eine schlimme Situation, die mich irgendwann krank gemacht hat. Einen sinnvollen, wirtschaftlich gegenüber meiner Familie vertretbaren Ausweg gab es zu der Zeit aber nicht. Ein Jahr nach der inzwischen halbwegs erträglichen Erkrankung wurde ich unter der üblichen Ausflucht "Umstrukturierung" entlassen, und ein Jahr später flog auch einer der Chefs, der zweite fiel die Treppe ganz nach oben. Die Folgen des Kampfes zweier A.... um ihr Ego werden mich mein Leben lang begleiten.

#4 - 31.05.2012, 16:40 von miss.moon

Mehr Menschlichkeit

Wenn ich das schon lese: "Wertschätzender Führungsstil". Wie wäre es, wenn man die ganzen BWLer zum Spielen auf den Mond schießt und wieder normal denkende Leute einsetzt, die sich für Firma und Mitarbeiter auch interessieren und nicht nur am Mammon interessiert sind. Dann klappt es auch wieder mit den Mitarbeitern.

Aber laut diesem Bericht unterliegt auch wieder der Umgang miteinander dem reinen Nutzdenken statt den sozialen Miteinander: Wenn ich meine Mitarbeiter gut führe, dann brechen die nicht so schnell zusammen. Was ist denn das bitte für eine ethische, bzw. soziale Einstellung?
Kein Wunder, dass die Welt den Bach runtergeht.

#5 - 31.05.2012, 17:06 von Ganz Rom?

Generation Brikett

Ich weiß nicht, wie das bei dem zitierten Thomas F. ausschaut. Mir zumindest, als "verbranntem Kind", darf man schon eine gehörige Portion Naivität attestieren.
Ich bin im Wunderglauben an die soziale Marktwirtschaft der siebziger Jahre aufgezogen worden, in dem Fleiß und Bildung allen braven Bürgern den Weg in Wohlstand und Glück ebnen, blablabla. Nach knapp 15 Jahren Ausbildung und 20 Jahren Berufserfahrung muss ich selbst lachen über so viel Blödheit. Nein, die Karten sind gemischt und verteilt, seit Jahrhunderten schon - und ich hab mich jubelnd selbst verheizt für Leute, die Experten darin sind, Arbeitnehmer in den Ofen hopsen zu lassen. Für deren Dritthäuser, Viertwagen, was weiß ich. Plus ça change...

#6 - 31.05.2012, 17:57 von hythlodaeus

Es gibt immer noch Idioten, die

meinen, ihnen könne "so etwas" nicht passieren. Sie machen jedoch heimlich ihren Mittagsschlaf, pardon, power napping. Man ist ja kein Weichei und möchte zu den Helden gehören, die angeblich den Mehrwert erarbeiten, während die anderen Luschen nicht das Salz in die Suppe verdienen.Solche Chefs sind das Gehalt nicht wert, denn sie vernichten Potenziale in Gestalt von Menschen.

#7 - 31.05.2012, 18:16 von women_1900

Wenig Mitleid

Ich habe beobachtet, daß viel zu junge Menschen in Führungspositionen kommen. Aufgrund ihrer Unfähigkeit verzetteln die sich, reißen alles mögliche an sich, nur um sich selbst darstellen zu können. Substanz ist wenig da.
Dann kommt das plötzliche jammern und der Anspruch, daß der eigene Chef nun gefälligst etwas tun müsste. Mit ihren eigenen Leuten gehen sie rabiat um.
Hallo Youngsters: dies ist die Arbeitswelt, die Ihr Euch selbst geschaffen habt und der Ihr nicht standhalten könnt. Wäre Zeit zum Nachdenken und aufhören mit dem Nachplappern.
Vergesst nicht: die Highperformer von heute, sind die LoPos von morgen.

#8 - 31.05.2012, 20:31 von rolfme

Burnout oder Selbstueberschaetzung

In dieser ganzen Diskussion ueber Burnout fehlt mir immer die einfache und reale Betrachtung, dass viele dieser Manager/innen sich doch sehr oft aus Selbstueberschaetzung in die Situation gebracht haben. Statt wirklich zu einer Reflektion ueber sich selbst zu kommen, sehen sie nur den groesseren Gehaltsscheck, den groesseren Dienstwagen etc. Da ich seit 20 Jahren selbst GF/CEO bin, habe ich Mengen dieser Selbstueberschaetzer kennengelernt. Wen man vor einer Befoerderung kritische Fragen nach Familienleben, Gesundheit und Zukunftsplanung stellt, tut die Mehrheit der moeglichen Kandidaten das locker ab. Lehnt man einen dieser Kandidaten dann ab, um ihn/sie vor sich selbst zu schuetzen, findet man sich schnell auf Platz 1 der Hassliste wieder. Es ist dringend noetig, das Thema "Mitarbeiterfuehrung" wieder intensiv zu beleben. Die Mehrheit der Topmanager in Deutschland hat davon keine Ahnung.

#9 - 31.05.2012, 21:35 von wakaba

Zitat von rolfme
In dieser ganzen Diskussion ueber Burnout fehlt mir immer die einfache und reale Betrachtung, dass viele dieser Manager/innen sich doch sehr oft aus Selbstueberschaetzung in die Situation gebracht haben. Statt wirklich zu einer Reflektion ueber sich selbst zu kommen, sehen sie nur den groesseren Gehaltsscheck, den groesseren Dienstwagen etc. Da ich seit 20 Jahren selbst GF/CEO bin, habe ich Mengen dieser Selbstueberschaetzer kennengelernt. Wen man vor einer Befoerderung kritische Fragen nach Familienleben, Gesundheit und Zukunftsplanung stellt, tut die Mehrheit der moeglichen Kandidaten das locker ab. Lehnt man einen dieser Kandidaten dann ab, um ihn/sie vor sich selbst zu schuetzen, findet man sich schnell auf Platz 1 der Hassliste wieder. Es ist dringend noetig, das Thema "Mitarbeiterfuehrung" wieder intensiv zu beleben. Die Mehrheit der Topmanager in Deutschland hat davon keine Ahnung.
Kann mich nur anschliessen. Gibt zuviele Nullen mit BW-Ausbildung und ohne Selbstreflektion. Titel und Titelchen ersetzen nun mal nicht Introspektive und Selbstbewusstsein und soziopathisches Verhalten führt nur kurzfristig zum Ziel oft aber zu Selfservice der Bande auf kosten einer Firma. Unternehmen die sich in der Networkingkralle der Manager befindet sind verloren...

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