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Outing im Vorstellungsgespräch: Ach übrigens, ich bin schwul

Corbis Für den Personaler war es Small-Talk, für Stefan Dowe eine heikle Frage: Waren Sie mit Ihrer Freundin da? Er hat sich geoutet - und den Job gekriegt.
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#1 - 02.05.2014, 08:48 von Udo Buschmann

optional

Ich finde es trotzdem bedauerlich, dass in der heutigen Zeit überhaupt die Frage nach eingetragener Lebenspartnerschaft, klassische Heteroehe oder ledig gestellt wird. Dies ist und sollte privat bleiben. Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Aber zu begrüßen ist doch, dass sich die Situation für Homosexuelle insgesamt verbessert hat. Die Akzeptanz ist heute eine größere als vor 20 Jahren.

#2 - 02.05.2014, 08:55 von Mimimat

Sehr gut!

Zitat von sysop
Für den Personaler war es Small-Talk, für Stefan Dowe eine heikle Frage: Waren Sie mit Ihrer Freundin da? Er hat sich geoutet - und den Job gekriegt.
Ich finde, wer mit seiner Homosexualität so umgeht, wie der Autor, der hat auch kein Problem mit dem Umfeld, dafür aber Respekt verdient.
Ich sehe es ähnlich: Es sollte für das Umfeld zweitrangig sein, ob man nun hetero- oder homosexuell ist. Schlimm sind nur diejenigen, die ab dem Zeitpunkt ihres Outings herumstolzieren und es allen ständig zeigen müssen: "Sehr her, ich bin homosexuell!". Denn das nervt dann gewaltig.
Ich kenne beide Varianten aus dem Berufsleben: ein Kollege lud eines Tages zur Hochzeit mit seinem Freund ein. Leichte Überraschung allenthalben, weil er keinem seine Ausrichtung auf die Nase gebunden hat. Ansonsten war das Thema durch und es war ne hübsche Feier.
Der andere machte ein riesen Trara um sein Outing. Und er bewegte und sprach ab da völlig anders. Und DAS nervte dann.

#3 - 02.05.2014, 08:59 von Nr43587

Immer schön bei der Wahrheit bleiben.

Homosexualität ist offiziell seit 1969 nicht mehr verboten, also seit 45 Jahren und nicht wie im Artikel fälschlich behauptet erst seit 20 Jahren.

#4 - 02.05.2014, 09:02 von zzyzzx

Familienstand

Sollten Sie verpartnert sein, wird Sie der Familienstand auf dem Lebenslauf automatisch outen. Wäre mal spannend zu erfahren, ob hier "verheiratet" als falsche Angabe zu werten ist.

#5 - 02.05.2014, 09:08 von schmusel

Zitat von kopp
... solche Ereignisse immer noch einen Artikel wert sind.
Es ist nur normal für Menschen mit einem gesunden Menschenverstand. Leider gibt es von der anderen Sorte noch viel zu viele. Die scheinen auch nicht aussterben zu wollen. Es ist aber durchaus heilbar engstirnig und vorurteilsbeladen zu sein. Deshalb sind solche "Ereignisse" Artikel wert.

#6 - 02.05.2014, 09:08 von Teami

Die Zeiten haben sich geändert. Hieß es zu meiner Schulzeit im Biologiebuch, dass Homosexuelle bei Berührungsängsten mit dem anderen Geschlecht professionelle Hilfe bekommen können... oder das gleichgeschlechtliche Beziehungen inzwischen straffrei seien, so geht man heute liberaler mit dem Thema um.
Den meisten Menschen – von ein paar Hinterwäldlern einmal abgesehen - ist inzwischen klar geworden, dass man nicht schwul wird, sondern ist.
Dennoch sollte man in einem Vorstellungsgespräch vorsichtig sein. Natürlich möchte man nicht die kommenden Jahre mit einem homophoben Chef verbringen, aber es gibt eben auch eine ganze Reihe von Leuten, die nicht homophob sind, sondern schlicht uninformiert und mit Vorurteilen belastet.
Einem solchen Personaler, der in dem kurzen Vorstellungsgespräch kaum Gelegenheit hat, die Person, die ihm gegenübersitzt, kennenzulernen … diesem jetzt eine Information entgegenzuschleudern, die dieser seinen Wertvorstellungen und Vorurteilen gegenüber stellen wird, halte ich für riskant. Wenn er dagegen die Person im Arbeitsalltag sieht und es kommt eine solche Information dazu, ist dies anders für ihn zu verarbeiten, da er dann die Person besser einschätzen kann.
Das ist bitter … aber eben ein menschliches Umgehen mit Vorurteilen.
Die Frage – wird ja auch im Artikel gesagt – darf ohnehin nicht gestellt werden. Persönlich denke ich, dass das man kein eigentliches „Outing“ im Vorstellungsgespräch machen sollte. Man sollte also nicht von sich aus, damit rausplatzen. Die sexuelle Orientierung ist keine Information, die in irgendeiner Weise für einen Job qualifiziert oder disqualifiziert.
Entscheidend in einem Vorstellungsgespräch ist aber ein ehrlicher Umgang. Sprich, wenn die Frage – wie in diesem Erfahrungsbericht – doch auf den Tisch kommt, sollte man darauf entsprechend ehrlich antworten. Ohne Rumgedruckse und ohne dem mehr Wert beizumessen, als es hat. Ob jemand homo oder hetero ist, ist aus meiner Sicht so wichtig, wie die Frage, was meine Lieblingsfarbe ist oder was ich gestern zum Mittag gegessen habe.
Auf eine solche Frage unehrlich zu antworten, kommt immer irgendwann heraus. Dann ist es ein Problem. Nicht unbedingt weil derjenige homophob ist, sondern weil man unehrlich geantwortet hat.

#7 - 02.05.2014, 09:08 von Mr. Agram

Mut zu Outing!

Ich habe in den letzen 15 Jahren 2 Jobs als Führungskraft angenommen und in beiden Vorstellungsgesprächen habe ich meinen Lebenspartner erwähnt. Beide Male habe ich die Stelle bekommen. Meist ergibt sich beim Gespräch ein Aspekt, wo man dies einfliessen lassen kann bzw. die Frage nach einer Freundin zu korrigieren:)
Ich rate jedem zu einem selbsbewussten Umgang mit seinem Privatleben. Das macht vieles leichter im Jobleben.
Kollegen wissen woran Sie sind, Chefs werden umgänglicher und Kolleginnen werden die besten Vertrauten.
In meiner ersten Stelle habe ich es nicht erwähnt und es hat mich viele Jahre beschäftigt. Immer Fragen auszuweichen, nie über persönliches zu sprechen, und damit Raum für Spekulationen zu schaffen...das war Mist!

#8 - 02.05.2014, 09:08 von peter-k

Das sehe ich anders, Herr Dowe

Was verdammt noch mal hat meine sexuelle Ausrichtung mit einer Arbeitsstelle zu tun?

"Waren Sie mit Ihrer Freundin da?", dann kann ich auch einfach ja sagen wenn es der Partner war egal welchen Geschlechts. Ich muss mich nicht jedem jedem erklären.
Ausserdem: Für KEINEN Personaler ist irgendein Teil im Gespräch Small Talk. Und das dürften Sie sehr gut wissen.

#9 - 02.05.2014, 09:09 von spon-facebook-10000404849

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Zitat von sysop
Für den Personaler war es Small-Talk, für Stefan Dowe eine heikle Frage: Waren Sie mit Ihrer Freundin da? Er hat sich geoutet - und den Job gekriegt.
Ich empfinde es schlichtweg als peinlich, dass wir im Jahre 2014 immer noch über die sexuelle (gesetzeskonforme) Orientierung eines Menschen sprechen/schreiben müssen. Meine Güte, es ist doch wohl völlig egal, ob Mann Frau, Frau Frau oder Mann Mann liebt: Man möchte füreinander da sein, und das zählt doch einzig und allein.

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