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Psychisch krank: Wie sag ich's dem Chef?

Corbis Wer unter ADHS leidet, wird mit einem Büro-Job oft nicht glücklich. Andreas Müllendorff sprach mit dem Vorgesetzten über seine Hyperaktivität - das half. Aber nicht mit allen psychischen Erkrankungen kann man so offen umgehen.
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#1 - 26.01.2015, 07:59 von hbm-1291214196194

was denn nun?

Überschrift "psychisch krank". dann wird seitenlang über ADHS berichtet. und dann wieder von "psychisch" gefasselt. Ihnen ist aber schon klar, dass ADHS grundsätzlich eine physische Anomalie darstellt? (von krank möchte ich hier nicht reden, ich fühle mich nämlich kerngesund!)

#2 - 26.01.2015, 09:03 von fridagold

Mit dem Begriff "psychische Krankheit" werfen Sie hier ADHS und Schizophrenie oder Borderline munter in einen Topf, ungeachtet dessen, dass Auswirkungen und Grad der Stigmatisierung völlig unterschiedlich sind. Warum belassen Sie es nicht einfach bei einem Artikel über ADHS, wo Sie doch auf andere Erkrankungen eh nicht wirklich eingehen?

#3 - 26.01.2015, 10:33 von hbm-1291214196194

@FridaGold

Das hätte dann wohl eine Auseinandersetzung mit dem Thema ADHS erfordert, die über Wikipedia hinaus geht. Dann wäre auch klar gewesen, dass bei dem beschriebenen Fall, der mit Ritalin zu "lösen" war ein "echtes ADHS" vorlag, welches seine Ursachen in einer physischen Disfunktion im Gehirn hat. Die Fälle von anerzogenem ADHS schließe ich hier mal aus - aber ansonsten hat ADHS seine Gründe vor allem in "Fehlfunktionen" (die je nach Ausprägung auch sehr sehr hilfreich sein können, wie auch schon in dem Artikel bemerkt) des Körpers begründet.

aus diesen Fehlfunktionen KÖNNEN dann natürlich auch psychische Probleme folgen - aber es würde ja auch keiner auf die Idee kommen einem Beinamputierten direkt pauschal eine psychische Erkrankung zu unterstellen oder?

#4 - 26.01.2015, 10:43 von Rumgeseier

Normale Jobs gehen gar nicht.

Bei mir war eine unerkannte ADS-Erkrankung der Grund für viele Probleme, das wurde mir nach der Diagnose klar.
Ganz besonders fiel es bei den Jobs auf, normale Arbeit wurde schnell langweilig und die Motivation ging in den Keller.
Nachdem ich über 20 verschiedene Tätigkeiten und Arbeitgeber durch hatte, verschlug es mich in die Zeitarbeit.
Dort fühle ich mich jetzt wohl, die Tätigkeiten wechseln regelmäßig und es wird nie richtig langweilig.
Meinen Chef freut es auch, denn die Abwerbeversuche unserer Kunden lehne ich ab, weil ein normales Arbeitsverhältnis mit Stempelkarte, immer gleichen Arbeitsabläufen und Gesichtern, für mich total uninteressant ist.

#5 - 26.01.2015, 11:57 von zufriedener_single

Andersrum

Die heutige Arbeitswelt ist krank, nicht der Mensch.

#6 - 26.01.2015, 12:06 von Dr. Kilad

Besser VOR Einstellung psychische Erkrankungen angeben

Denn geschieht dies nicht, kann dies zu einer fristlosen Kündigung (wenn nicht gar zu Schadensersatzforderungen) führen. Dies ist bei uns ständige Rechtsprechung (von Spezialfällen einmal abgesehen).Natürlich muss hier eine ärztliche Diagnose vorliegen (einem selbst die Erkrankung bekannt sein). Umgekehrt gilt natürlich: War dem AG die Beeinträchtigung bekannt und stellt er trotzdem ein, kann er sich später nicht mehr auf eine Täuschung berufen. Mein Tipp: Auf die Erkrankung hinweisen, sie jedoch in der mögliche Bedeutung für den Arbeitsplatz herunterspielen oder sich gleich ärztlich Arbeitsunfähigkeit bestätigen lassen.

#7 - 26.01.2015, 12:28 von doug_h.

Völliger Blödsinn Dr. kilad

Man darf es sehr wohl verschweigen, muss es auch, weil psychisch kranke kaum eingestellt werden. Es mag sicher Aunsahmen geben. Die sind aber prozentual einstellig.

#8 - 26.01.2015, 13:05 von tinaman

Manchmal frage ich mich...

wie solche Statistiken zustande kommen...
Klar, im Erwachsenenalter wird sowas deutlich zu messen sein, aber wie viele Kinder gibt es, die schlicht und ergreifend unerzogen sind und zuhause keine Aufmerksamkeit bekommen? Eine Schulkameradin und Ihre Eltern haben immer behauptet, der jüngste Sohn der Familie leide an ADHS. Er war wirklich ein anstrengedes Kind, und ist jetzt mit 18 ein anstrengender junger Erwachsener. Als ich zum ersten mal bei der Familie zuhause war, war mir gleich klar, woher das Verhalten kommt.. Aus sicherer Quelle weiß ich auch, dass der Junge niemals auf diese "Krankheit" untersucht wurde... Kann man solche Menschen wirklich psychisch krank nennen? und soll so jemand das wirklich im Bewerbungsgespräch sagen? Derjenige bekommt so doch niemals einen Job!

#9 - 26.01.2015, 13:07 von fridagold

Zitat von Dr. Kilad
Mein Tipp: Auf die Erkrankung hinweisen, sie jedoch in der mögliche Bedeutung für den Arbeitsplatz herunterspielen oder sich gleich ärztlich Arbeitsunfähigkeit bestätigen lassen.
Die meisten Leute drehen doch durch, wenn sie nur das Wort Schizophrenie hören. Depression gilt als Weichei-Krankheit. Und welcher Chef stellt einen Burnout-Patienten ein? Wer seine psychische Krankheit preisgibt, kriegt ziemlich garantiert keinen Job. Und wenn tausendmal gesagt wird, dass man sich mit der Krankheit arrangiert hat und den Job problemlos ausüben kann. Mit "Irren" will doch auch heute noch kaum jemand was zu tun haben.

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