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Rat vom Karrierecoach: Gefrustet im Job? So kommen Sie da raus

Getty Images In diesem Jahr suche ich mir eine neue Stelle, sagt man sich. Und dann wird doch wieder nichts draus - wegen mangelndem Elan, aus Angst. So überwinden Sie Ihren inneren Schweinehund.
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#1 - 21.02.2019, 11:45 von Sibylle1969

Wer zu lange nicht den Absprung schafft, dem droht irgendwann das sog. Boiled-Frog-Syndrom: der Frosch sitzt im Wasserglas, das Wasser wird immer heißer, irgendwann ist es so heiss, dass der Frosch nicht mehr herausspringen kann.
Für die Jobsuche sollte man als erstes ein Top-Xing- und LinkedIn-Profil anlegen, dazu vorher ein professionelles Bewerbungsfoto beim Fotografen machen lassen. Die Einstellungen, dass man offen für Jobangebote ist, setzen, diese ist nur für Headhunter sichtbar. Danach CV auf Vordermann bringen. Wer 12 Jahre bei derselben Firma war, sollte unbedingt die persönliche Entwicklung und die Erfolge in dieser Zeit herausarbeiten. Idealerweise melden sich dann Headhunter bei einem, die wollen meist kein Anschreiben, sondern nur den CV. Man sollte sich über verschiedene Dinge über den gesuchten Job Gedanken machen: Wie soll die neue Aufgabe aussehen, Gehaltsvorstellung, Umzugsbereitschaft, akzeptable Pendelentfernung usw. Denn ein Wechsel soll ja eine Verbesserung sein.

#2 - 21.02.2019, 11:50 von Nordstadtbewohner

Vollste Zustimmung für den Autor

"Je länger Sie bei einem Unternehmen beschäftigt sind, desto mehr sind Sie von diesem abhängig - und verlieren Ihre Attraktivität für andere Arbeitgeber."

Wer auf beruflicher Ebene voran kommen möchte, der darf sich nicht zu fest an seinen aktuellen Arbeitgeber binden, sondern muss alle paar Jahre wechseln. So steigt man schneller auf und das Einkommen steigt deutlich. Was mir auffällt, ist, dass vor allem ältere Arbeitnehmer sich vor einem Arbeitgeberwechsel scheuen und stattdessen an ihrem Arbeitsplatz regelrecht "kleben". Gerade in Zeiten des akuten Fachkräftemangels kann man sich als AN den Arbeitgeber regelrecht aussuchen. Schade, dass so viele davon keinen Gebrauch machen.

#3 - 21.02.2019, 11:58 von haralddemokrat

Ab 40

sollte man es sich gut überlegen, ob man nochmal den Arbeitsplatz wechselt. Wer nicht gerade einen gefragten Beruf und die Ausbildung dazu hat, sollte es sein lassen und sich seinem beruflichen Schicksal ergeben.

#4 - 21.02.2019, 12:17 von almeo

Ich muss zugeben, ich gehöre auch zu den Menschen, die sich mit schlechten Jobs durchaus arrangieren können. Dachte ich selbst nicht von mir, muss mir aber eingestehen, dass der Job, den ich als "Sprungbrett" nutzen wollte von mir nun doch schon wieder seit drei Jahren gemacht wird, obwohl ich mich seit zwei Jahren immer mal wieder nach etwas anderem umschaue. Denn mehr erreichen werde ich bei meinem aktuellen Arbeitgeber sicher nicht mehr.

Die im Artikel angesprochene Ausrede, dass man "nur noch dieses Projekt" fertigstellen will, kenne ich von mir leider auch, wobei das bei vielen (ich hoffe auch bei mir!) keine schlichter Selbstbetrug ist, sondern eher echte Herzensangelegenheit. Gerade wenn der Arbeitgeber immer mehr die Grätsche macht und alles anfängt wegzubrechen, will man ja umso mehr wissen, dass man die Projekte die einem anvertraut wurden "in Trockene gebracht" hat, bevor man das Unternehmen verlässt. Das ist irgendwie ja auch der Anspruch an einen selbst. Ich habe zumindest ziemlich lange gebraucht zu akzeptieren, dass - wenn ich das Unternehmen verlasse - vermutlich meine Projekte wie Kartenhäuser zusammenstürzen werden und mir das zu diesem Zeitpunkt aber auch egal sein kann.

#5 - 21.02.2019, 12:25 von almeo

Zitat von Nordstadtbewohner
[...] Gerade in Zeiten des akuten Fachkräftemangels kann man sich als AN den Arbeitgeber regelrecht aussuchen. Schade, dass so viele davon keinen Gebrauch machen.
Weil das so halt leider auch schlicht nicht stimmt. Gerade ältere Arbeitnehmer sind meistens ziemlich "raus", was die Entwicklung ihres Fachbereiches angeht. Sind wir mal ehrlich, wie viele Arbeitnehmer gehen jedes Jahr auf große Fortbildungen? Wie viele Arbeitgeber "investieren" auf diese Weise in ihre Arbeitnehmer? Und selbst wenn, wird vermutlich der junge, dynamische Kollege aus dem mittleren Management geschickt (Business Development; Social Media Marketing, ec.) und eher weniger der Inbound-Vertriebler 50+ Jahre.

Dazu ist der Fachkräftemangel auch eher spezifisch. Wer im Maschinenbau oder Ingenieurs-/IT-Bereich arbeitet, profitiert davon vielleicht, wer - wie ich - z.B. im klassischen Verlagswesen arbeitet wird feststellen, dass es Print inzwischen doch so schlecht geht, dass man sich da den Arbeitgeber nicht unbedingt aussuchen kann. Außer natürlich, man möchte sich auf Trainee-; Asisstenz-; oder Juniorpositionen bewerben, die entsprechend schlecht bezahlt sind.

#6 - 21.02.2019, 15:20 von fatherted98

Stimmt...

Zitat von haralddemokrat
Ab 40.......sollte man es sich gut überlegen, ob man nochmal den Arbeitsplatz wechselt. Wer nicht gerade einen gefragten Beruf und die Ausbildung dazu hat, sollte es sein lassen und sich seinem beruflichen Schicksal ergeben.
....und ab 50 ist eh der Ofen aus. Als Quasi-Rentner...der aber noch gut 17 Jahre Arbeit vor sich hat, ist man in so gut wie jeder Firma abgeschrieben. Schon jetzt fangen Geschäftsleitung und Personaler an nachzufragen ob man schon Pläne hat wann man in Rente gehen will...oder wann das Gespräch bei der Rentenberatung geplant ist. Kein Wunder das immer mehr Kollegen innerlich kündigen und nur noch bis zur Rente vor sich ihn werkeln. Alternativen gibt es nicht....trotz "Fachkräftemangel" ist man mit über 50 schwer bis unvermittelbar....Bewerbungen kann man sich sparen....sind aber heute immerhin kostenfrei bei E-Mail zu bewältigen....nur hören tut man von den Firmen nie wieder etwas.

#7 - 21.02.2019, 18:29 von st_anja

echt jetzt ?!

Zitat von haralddemokrat
sollte man es sich gut überlegen, ob man nochmal den Arbeitsplatz wechselt. Wer nicht gerade einen gefragten Beruf und die Ausbildung dazu hat, sollte es sein lassen und sich seinem beruflichen Schicksal ergeben.
...also ich gehe ziemlich auf die Ende 40 zu und habe gerade gewechselt. Trotz internem Wechsel konnte mir meine vorige Firma nach sechs Jahren keine interessanten Aufgaben mehr bieten. Hätte ich den Job so weitergemacht, wäre ich sicher unattraktiver auf dem Arbeitsmarkt geworden. Die Technologie entwickelt sich weiter ich hatte nur noch mit der älteren zu tun. Das wäre beruflich die Endstation gewesen. Dafür bin ich mit Ende 40 definitiv zu jung.

Ich habe gewechselt und muss mich jetzt natürlich in neue Themen einarbeiten. Das kann man sich nicht auf seine gewohnten Kenntnisse (aber Erfahrungen !!!) verlassen. Das ist weit weg von der Comfort Zone, frisst Freizeit und erfordert machmal etwas Mut, macht aber Spass.

Ach ja, die Headhunter haben das auch mitbekommen, dass ich mich weiterentwickle....:). Jetzt schaue ich erst mal, was nach der Probezeit in meiner jetzigen neuen Firma kommt.

Bitte, trauen Sie sich zu wechseln (und suchen) wenn sie so gar nicht mehr glücklich in ihrem Job sind. Natürlich kann das auch schief gehen, aber es sollte sich dann wieder was finden lassen.

#8 - 21.02.2019, 18:38 von kaiosid

Zitat von haralddemokrat
sollte man es sich gut überlegen, ob man nochmal den Arbeitsplatz wechselt. Wer nicht gerade einen gefragten Beruf und die Ausbildung dazu hat, sollte es sein lassen und sich seinem beruflichen Schicksal ergeben.
Ich hoffe das ist ein Scherz, ja?
Dann muss man sich also 27 Jahre dem Schicksal bis zur Rente ergeben, da das gottgegeben oder alternativlos ist? In der Zwischenzeit probiert man dann Psychopharmaka, Drogen oder verschiedene Suizdmethoden aus, ob des doch recht schicksalhaft eingleisigem Leben...
Also echt...

#9 - 21.02.2019, 21:12 von moev

Zitat von kaiosid
Ich hoffe das ist ein Scherz, ja? Dann muss man sich also 27 Jahre dem Schicksal bis zur Rente ergeben, da das gottgegeben oder alternativlos ist? In der Zwischenzeit probiert man dann Psychopharmaka, Drogen oder verschiedene Suizdmethoden aus, ob des doch recht schicksalhaft eingleisigem Leben... Also echt...
Man arbeitet die 27 Jahren einfach um zu leben und lebt nicht mehr um zu arbeiten.

Dienst nach Vorschrift, keine extra mühen und versüßt sich das mit dem netten Plausch mit den Kollegen

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