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Schikane am Arbeitsplatz: Wie Sie Ihren Chef verklagen

Corbis Was tun, wenn der Vorgesetzte einem Mitarbeiter den Job zur Hölle macht? Ständige Beleidigungen und Schikanen muss niemand ohnmächtig hinnehmen. Es gibt Auswege aus dem Dilemma: Mit Strategien von der Anti-Mobbing-Allianz bis zur Klage können Sie sich wehren.
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#1 - 30.05.2012, 11:31 von honschi

Sehr interessanter Artikel, leider existiert bei uns im Unternehmen weder ein Betriebsrat noch eine Personalabteilung an die ich mich wenden könnte. Diese Konstellation ist bei den großen Discountern üblich.

#2 - 30.05.2012, 12:15 von Asirdahan

ohne

Zitat von sysop
Was tun, wenn der Vorgesetzte einem Mitarbeiter den Job zur Hölle macht? Ständige Beleidigungen und Schikanen muss niemand ohnmächtig hinnehmen. Es gibt Auswege aus dem Dilemma: Mit Strategien von der Anti-Mobbing-Allianz bis zur Klage können Sie sich wehren.
Was heißt, ständige Schikanen und Beleidigungen? Schon eine einzige Beleidigung muss ich nicht hinnehmen. Am Ende läuft doch alles darauf hinaus, ob und wie ich mich wehre. Dann kann ich das auch gleich nach der ersten Beleidigung tun. Jeder muss wissen, welchen Druck er aushält. Ich persönlich bin immer dafür, auch dem Chef auf Augenhöhe zu begegnen. Wer mich beleidigt, der bekommt auch von mir scharfe Worte zu hören. Anders kann es zwischen erwachsenen Menschen nicht ablaufen. Das allererste Schlucken einer Demütigung ist der fatale Abstieg in die Unterwürfigkeit. Der Chef hat in Grenzen das Recht, mir meine Arbeit vorzuschreiben. In Grenzen, damit meine ich, wenn ich ein Spezialgebiet bearbeite, von dem er keine Ahnung hat, dann sollte auch er sich in Bescheidenheit üben. Im Umgang zwischen Mensch zu Mensch hat er sich mir gegenüber höflich zu verhalten, auch wenn er mich kritisiert. Etwas anderes muss ich mir nicht gefallen lassen.

Leider ist die Situation auf dem Arbeitsmarkt in manchen Branchen derart, dass die Arbeitnehmer sich ins duldende ohnmächtige Schweigen verkriechen müssen, bis sie platzen. Dann ist es meistens zu spät für eine vernünftige Regelung.

#3 - 30.05.2012, 12:26 von talackova

Warum gleich verklagen

Zitat von sysop
Was tun, wenn der Vorgesetzte einem Mitarbeiter den Job zur Hölle macht? Ständige Beleidigungen und Schikanen muss niemand ohnmächtig hinnehmen. Es gibt Auswege aus dem Dilemma: Mit Strategien von der Anti-Mobbing-Allianz bis zur Klage können Sie sich wehren.
Abmahnunen an den Arbeitgeber sind ein wunderbaren Mittel, um aus der dreimonatigen Sperre für Arbeitslosengeld bei eigener Kündigung herauszukommen.

#4 - 30.05.2012, 12:27 von ernstmoritzarndt

Artikel sehr problematisch

a.) Mobbing stellt eine drastische Missachtung der Arbeitnehmerrechte dar und gehört geahndet.
b.) Wenn ein Chef denn verurteilt wird zur Unterlassung (das ist im Artikel falsch dargestellt) wird verurteilt zur Unterlassung bei Meidung von Ordnungsgeld bis zu € 250.000,-- ersatzweise ordnungshaft oder Ordnungshaft.
c.) Das ist zu kurz gekommen: Es muß Material gesammelt werden, auf die gründlichste Art und Weise, das hat extrem substantiell zu geschehen, Zusammenhänge zwischen einzelnen Vorgängen herstellen. Immer wieder: substantielles Material. Es gibt bisher kaum erfolgreiche Mobbingprozesse. Diese bleiben meistens wegen unvollständiger Materialsammlungen stecken. Am besten ist es, wenn ich eine "Linie" des Fehlverhaltens darstellen kann, wie im Falle des bekannten Leiturteils des Thüringischen LAG. Ohne die Entscheidung läuft nichts.
d.) Unterstützung von Kolleginnen/Kollegen meistens sehr problematisch. Die haben Angst, selbst in die Schußlinie zu geraten.

#5 - 30.05.2012, 12:33 von john789

gekündigt, arbeitslos und dann?

Was wird wohl der zuständige Bearbeiter der Arge sagen?
Man habe selbst gekündigt, also erstmal 3-monatige Streichung der Arbeitslosenhilfe!! Etwaige "Beweise", die man über den Chef gesammelt hat, werden nicht anerkannt, also muss man doch wieder klagen, diesmal gegen die Arge, um an sein Recht zu kommen.
Da kann man auch gleich gegen den eigenen Chef klagen.
So oder so, es geht an die Substanz, finanziell wie psychisch.

Darf man entsprechendes, eindeutiges Verhalten seines Chefs eigentlich heimlich filmen? Nicht zur Veröffentlichung, sondern den Film dann einem Notar oder so zur Aufbewahrung geben bis zur Gerichtsverhandlung?

#6 - 30.05.2012, 12:53 von Asirdahan

ohne

Zitat von john789
Was wird wohl der zuständige Bearbeiter der Arge sagen? Man habe selbst gekündigt, also erstmal 3-monatige Streichung der Arbeitslosenhilfe!! Etwaige "Beweise", die man über den Chef gesammelt hat, werden nicht anerkannt, also muss man doch wieder klagen, diesmal gegen die Arge, um an sein Recht zu kommen. Da kann man auch gleich gegen den eigenen Chef klagen. So oder so, es geht an die Substanz, finanziell wie psychisch.
Völlig richtig. Ich frage mich, wie ich eigentlich in einem Unternehmen mit meiner vollen Leistungsfähigkeit arbeiten kann, wenn ich damit beschäftigt bin, die Unverschämtheiten meines Chefs zu sammeln, zu katalogisieren, mich bei meinen Kollegen umzuhören, beim BR etc. Und ich frage mich, ob ich in einem solchen Betrieb, wo das nötig ist, bleiben möchte.

Nein, möchte ich nicht. Leider sind viele dazu gezwungen, das ist der eigentliche Skandal. Choleriker und ungerechte Menschen gibt es immer, nicht nur bei Chefs, aber dass ich mir deren schlechte Manieren auch noch gefallen lassen muss, ohne ausweichen zu können, d.h. einfach den Arbeitsplatz zu wechseln, das geht schon gegen die Menschenwürde.

#7 - 30.05.2012, 12:57 von Malshandir

Einiges fehlt

Der Betriebsrat kanna uch den Arbeitgeber auffordern den Chef zu entlassen.

Auf Kollegen verlassen ist aussichtslos, da die im Zweifel den Schwanz einkneifen.
Was sehr erfolgreich war, ist Dienst nach Vorschrift. Ich hatte selber einmal das Musterbeispiel eines Chefs.
Ueberstunden wurden vor seiner Zeit bereitwillig und unbegrenzt gemacht und On_Call-Service ausgezahlt.
Sein Einstand war, es darf keiner ein groesseres Auto fahren als er. Dann obwohl freie Gleitzeit war von 6-22 Uhr wies er an, dass ALLE von 9-17 Uhr dasein muessen.

Tja Reaktion war von seinen 3 Abteilungen Dienst nach Vorschrift. Punkt 17 Uhr ging JEDER auch wenn er als Chef im Buero stand und noch erzaehlte. Er kam gerne um 16:45 noch an und wollte Mehrarbeit. Da kam nur die Frage, wo die Genehmigung des Betriebsrates sei. Dann kam der Schock fuer ihn, jeder der On-Call leistete liess sich dies nicht auszahlen sondern machte dafuer frei.

Nach 8 Wochen kam der Personalchef persoenlich vorbei und fragte, wie das Problem zu loesen sei.
3 Wochen spaeter hatten wir einen neuen Chef.

#8 - 30.05.2012, 13:10 von Gerdtrader50

Wirklich ein sehr problematisches Thema

Der Mobbing-Sachverhalt ist meist kaum beweisbar. Mögliche Zeugen arbeiten alle beim selben Arbeitgeber und haben im Zweifelfalle weder etwas gesehen oder gehört. Wer will den Zeugen zu einer dem Mobbingopfer hilfreichen Aussage zwingen ? Das Gericht ? Das denkt nicht dran, Das vernimmt den Zeugen, gibt der glaubhaft kund, dass er das Geschehene nicht mitgekriegt hat, wird es das in der Regel wohl so annehmen. Das heisst also: Die meisten Mobbingprozesse scheitern an den Beweisen. Deshalb ist es wohl besser, ein so gemobbter Arbeitnehmer sucht sich in Ruhe eine neue Stelle, nimmt diese an und geht aus dem Betrieb weg. Einfach selbst kündigen, zieht eine 3 - monatige ALG-Sperre nach sich. Mobbing-Sachverhalt auch vor dieser Behörde nicht beweisbar, so wenig wie vor Gericht.

#9 - 30.05.2012, 13:23 von ernstmoritzarndt

ARGE - Probleme

Ich sehe die geschilderten Probleme bei der Arge/ALG nicht ganz so eng. Wenn ein Arbeitnehmer substantiell erläutert, daß und weshalb er gehen möchte/muss, am besten dort erörtern vor einem Kündigungsausspruch, kommt man auch mit der ARGE zurecht. Die vielbeschworenen Bemühungen der BR laufen häufig ins Leere. Betriebsräte kneifen in dieser Situation häufig. Bisweilen haben sie mit dem "Chef" auch irgendeine Leiche im bekannten Keller. Gerade im Öffentlichen Dienst findet man das häufig (BR durfte Grundstück preiswert erwerben, Urlaubsgewährungen usw.).

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