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Studie: Über was sich Chirurgen im OP unterhalten - und zoffen

DPA Wetter, Weltpolitik, Wochenendausflug: Im OP wird während der Arbeit über alles möglich gesprochen - und manchmal auch gestritten. Eine neue Studie zeigt, von wem der Streit meistens ausgeht.
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#1 - 03.07.2018, 15:01 von bafibo

Streits?

Einen Plural von Streit kenne ich nicht. Im Zweifelsfall gibt es doch das hübsche Wort "Streitigkeiten".

#2 - 03.07.2018, 16:24 von angst frisst denken

Logisch,

dass das Gespräch vom Operateur ausgeht, der/die weiß, wann die OP ein Gespräch überhaupt zuläßt.
Logisch, dass die Konflikte vom Operateur ausgeht, der/die hat nämlich die Verantwortung fürs Ganze.

Nicht logisch ist, dass Anästhesisten beim Vene punktieren helfen (müssen) :-)

#3 - 03.07.2018, 16:28 von Oberleerer

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dereinst von Maschinen operiert zu werden.

Vor 30 Jahren gab es auch den Irrglauben, nur ein Mensch hätte es im Gefühl ein Auto sicher zu bremsen. Dann wurde ABS und später ESP erfunden. Die Autos haben nunmal nur ein Bremspedal, aber 4 Räder anzusteuern.

Im Op stehen offenbar 4 Leute herum, und der Chirirg hat auch nur 2 Hände. Ein Roboter kann viel mehr Hände haben, die nicht zittern und mit passendem Werkzeug bestückt sind. Bei einem Roboter können diese Werkzeuge beliebig klein sein, wohingegen beim Chirirg of ein riesiger Schlatz vorhanden sein muß, damit er mit seinen Pratzen hinengelangen kann.

#4 - 03.07.2018, 16:38 von le.toubib

Hä?!

Zitat von angst frisst denken
[...] Nicht logisch ist, dass Anästhesisten beim Vene punktieren helfen (müssen) :-)
Welcher Chirurg legt denn im OP eine Venüle? Das ist doch die originäre Aufgabe der Anaesthesie ...

#5 - 03.07.2018, 17:00 von le.toubib

Zitat von Oberleerer
[...] Im Op stehen offenbar 4 Leute herum, und der Chirirg hat auch nur 2 Hände. Ein Roboter kann viel mehr Hände haben, die nicht zittern und mit passendem Werkzeug bestückt sind. Bei einem Roboter können diese Werkzeuge beliebig klein sein, wohingegen beim Chirirg of ein riesiger Schlatz vorhanden sein muß, damit er mit seinen Pratzen hinengelangen kann.
Erstens: Im OP gibt es den Operateur, den ersten Assistenten, falls erforderlich ein zweiter Assistent, die Instrumentierschwester, ein Springer und ein bis zwei Leute der Anaesthesie, also 5 bis 7 Personen.

Zweitens: Wir schneiden kaum noch gross auf, die Allgemeinchirurgen arbeiten laparskopisch, die Gynäkologen pelviskopisch und wir Orthopäden arthroskopisch. Das sind 3 kleine Einstiche, keinen ganzen Zentimeter gross. In sofern muss ich auch nicht mit meinen in der Tat grossen "Pratzen" irgendwo hingelangen. Und auch wenn man nicht endoskopisch arbeiten kann, gibt es noch immer andere Varianten der minimalinvasiven Chirurgie. Eine dislozierte Claviculafraktur kann man beispielsweide mit einer einzigen Stellschraube versorgen. Auch ein nur ein 1 cm Schnitt.

Drittens: Als Assistent hätte ich oft gerne mal 3 Hände gehabt, als Operateur reichten mir meine 2 völlig aus.

Zu Ihrem Roboter: Kennt der den Ausdruck "wurmen" und weiss er, wie sowie wofür man das wohl durchführen muss?

Übrigens, zumindest meine Hände zittern nicht ...

#6 - 03.07.2018, 17:21 von le.toubib

Nicht unbedingt:

Zitat von angst frisst denken
[...] Logisch, dass die Konflikte vom Operateur ausgeht, der/die hat nämlich die Verantwortung fürs Ganze [...]
Die Instrumentierschwester meines Chefarztes hatte sich krank gemeldet, so bot ich ihm meine an (im OP bilden sich fast immer "Pärchen", die ohne viel zu sprechen Hand in Hand arbeiten können).

Dummerweise klappte es zwischen meiner Maria und meinem Chef nicht so gut, er schnauzte sie immer wieder an, bis es mir endgültig reichte und ich in sehr scharfen Ton meinte: "Herr XY, ich habe Ihnen meine Schwester Maria nur ausgeliehen, also benehmen Sie sich auch so!"

Kam nie wieder aufs Tapet - ich schrieb ja schon einmal, mein Chef war recht streng, aber nie nachtragend.

Noch eine nette Streitanekdote, ich war durch irgendetwas aufgehalten worden und mein Chef stand schon steril im OP - eigentlich ein absolutes no-no, seinen Chef warten zu lassen - , während ich gerade dabei war, mich steril zu waschen. Dann kam aus dem OP ein immenses Gebrüll "Wo bleibt denn dieser lahmarschige AB?!". Währendessen betrat ich den OP und meinte nur ganz ruhig: "Was ist denn los, Ede? Schaffst Du's ohne mich mal wieder nicht?" Kurzes Auflachen der Anwesenden, aber dann war's auch wieder gut ... ;-)

#7 - 03.07.2018, 18:31 von paps

Usa

US-amerikanische Verhältnisse kann man nicht auf Deutschland übertragen. Einen unerträglichen Chef wird man heute eher entlassen, da er keine Ärzte halten kann.
In den USA sitzt häufig ein speziell ausgebildeter Pfleger am Anaesthesiearbeitsplatz. Das ist hier nicht so. Der Chirurg ist dem Anaesthesisten nicht vorgesetzt.
Sucht der Chirurg die V. subclavia zwecks Einführen eines Herzschrittmachers, so hilft der Anaesthesist gelegentlich mal aus, weil er dieses Verfahren besser beherrschen sollte.
Ich möchte nicht von einem Roboter komplett operiert werden. Jeder Mensch stellt sich beim Aufschneiden doch etwas anders dar und zwar meist anders als das Anatomiebuch.

#8 - 03.07.2018, 19:55 von le.toubib

Zitat von paps
[...] In den USA sitzt häufig ein speziell ausgebildeter Pfleger am Anaesthesiearbeitsplatz. Das ist hier nicht so [...]
Doch, das ist sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland durchaus üblich - schon seit meiner zwei Famulaturen in der Anaesthesie in den späten 1980ern.

Zitat von
[...] Ich möchte nicht von einem Roboter komplett operiert werden. Jeder Mensch stellt sich beim Aufschneiden doch etwas anders dar und zwar meist anders als das Anatomiebuch
Ich auch nicht! Unsere Leiche in der Anatomie war so speziell, dass wir sie irgendwann unseren Alien nannten! Btw, selbst ich verfüge über einige anatomische Variationen. Darum brachte ich meinen Auszubildenden auch immer bei, es gebe einfach keine Routineoperationen, denn es gebe ja auch keinen Routinepatienten ...

#9 - 03.07.2018, 20:37 von cosmose

Zitat von Oberleerer
Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dereinst von Maschinen operiert zu werden. Vor 30 Jahren gab es auch den Irrglauben, nur ein Mensch hätte es im Gefühl ein Auto sicher zu bremsen. Dann wurde ABS und später ESP erfunden. Die Autos haben nunmal nur ein Bremspedal, aber 4 Räder anzusteuern. Im Op stehen offenbar 4 Leute herum, und der Chirirg hat auch nur 2 Hände. Ein Roboter kann viel mehr Hände haben, die nicht zittern und mit passendem Werkzeug bestückt sind. Bei einem Roboter können diese Werkzeuge beliebig klein sein, wohingegen beim Chirirg of ein riesiger Schlatz vorhanden sein muß, damit er mit seinen Pratzen hinengelangen kann.
In der Augenheilkunde klappt das schon ziemlich gut.
Meine Lasik-OP in 2009 hat jedenfalls so gut wie komplett der Computer gemacht. Der Professor hat lediglich den "Flap" umgeklappt und mir gut zugeredet.
Das eigentliche Lasern hat wieder der Computer gemacht...
Hat mich seinerzeit 1000 Euro mehr gekostet als die "Billigvariante", wo der erste Schnitt noch vom Menschen gemacht wird, aber das war es mir definitiv wert.

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