Forum
Karriere

Titelstreit: Ich bin irgendwas mit Psychologie

Corbis Muss ein Wirtschaftspsychologe auch Psychologie studiert haben? Manche Hochschulen verzichten auf diese Voraussetzung - das ist gut für ihr Geschäft. Absolventen könnten aber wegen der Berufsbezeichnung vor Gericht landen.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/3    
#1 - 21.12.2015, 12:45 von scxy

Mit Sicherheit ist es nicht

falsch und wettbewerbswidrig, wenn man statt "ich bin Wirtschaftspsychologe" erklärt " ich habe einen Abschluss als Wirtschaftspsychologe", einen solchen Abschluss vorausgesetzt.

#2 - 21.12.2015, 12:54 von wardawer?

Private Hochschulen - Fluch und Segen

Jüngst wurden neuste Zahlen veröffentlicht, nach denen sich wiedermal eine neue Rekordzahl von neuen Erstsemestlern an deutschen Hochschulen und Unis eingeschrieben hat.
Das liegt aber sicher nicht daran, dass die öffentlichen Hochschulen, die sowieso gnadenlos unterfinanziert sind, plötzlich mehr Studienplätze zur Verfügung gestellt haben.

Private Hochschulen decken einen großen Bedarf an Studienplätzen ab, der durch die öffentliche Hand nicht mehr gedeckt werden kann. Hierdurch entstehen zwangsweise auch Studiengänge, die einigen Verbänden unliebsam erscheinen. Besonders Bologna hat allen (öffentlich, als auch privat) Unis und HS Tür und Tor geöffnet, eigene Studiengänge aufzusetzen.

Fakt ist doch: Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht. Sondern vielmehr eine Unzufriedenheit der Verbände. Die können sich leider heute nur darüber beschweren, dass jemand am guten Ruf ihres Berufstitels nagt. Anstatt ordentlich auf die Kacke zu hauen, dass der Staat für mehr Studienplätze im Fachgebiet der Psychologie sorgt, damit auch Schüler mit einer Abschlussnote jenseits der 1,0 eine Chance auf ein psychologisches Studium haben, ohne ins europäische Ausland flüchten zu müssen. Haben die Verbände jahrzehnte lang nicht hinbekommen - aber heute meckern ist sicher einfacher.
Was mich mitunter am meisten stört an diesem Artikel selbst, ist wiedermal das Hauptaugenmerk auf die privaten Hochschulen zu richten. Hier werden lediglich Negativbeispiele angeführt, obwohl es durchaus auch private Hochschulen gibt, die korrekt und sehr offen mit dieser Thematik umgehen und ihr Curriculum entsprechend den Vorgaben des Verbands aufgesetzt haben, Beispiel Hochschule Fresenius.

Hingegen gibt es durchaus auch an öffentlichen Hochschulen die hier umstritten dargestellten Studiengänge.

Die Welt ist nur nur schwarz und weiß....

#3 - 21.12.2015, 12:56 von spon_2545532

Statistik? Bei Psychologens?

"... DGP-Präsidentin Abele-Brehm kritisiert Masterstudiengänge, die keinen Bachelor in Psychologie voraussetzen. Der Bachelor decke die Grundlagenfächer wie Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie, Psychodiagnostik sowie umfassendes Statistikwissen ab. Im Master spezialisiere man sich dann, zum Beispiel auf Wirtschaftspsychologie. ..."

Kann ich mich noch an meine damalige Zeit in den 80ern an der WWU in Münster erinnern. Da war der Fachbereich Psychologie im Dauerstreik, weil ein Schein in Statistik gefordert wurde. Und bei Statistik nützt halt kein Rumgeblubbere und kryptisches Dahergerede, da braucht man halt Fakten und muss was verstanden haben.

Psychologie ist keine exakte Wissenschaft. Heutzutage machen sie whrscheinlich in Gender ...

#4 - 21.12.2015, 12:58 von catcargerry

Etikettenschwindel

Die Argumente der Psychologenverbände sind sehr gut nachvollziehbar und schwerwiegend. Hier soll eine Branche, in der sich sowieso schon viele Scharlatane tummeln, jetzt noch mit Master-Scharlatanen beglückt werden - zum Schaden derjenigen, die dies Fach seriös bedienen, als Ausbilder oder Ausübender. In zwei Jahren/vier Semestern kann man ja Einiges lernen - in technischen Fächern vielleicht sogar so viel, dass man als "staatlich geprüfter Techniker" durchgeht - mit einschlägiger fachlicher Vorbildung. Hier soll es für einen Schnell-F-Lehrgang den Master Degree geben. Es ist eine ergänzende Fortbildung, ein Aufbaustudium zu irgendwas, aber keine Ausbildung zum Psychologen. Der "Master" wird langsam wirklich lächerlich, wenn man sieht, für was für Drolligkeiten es den inzwischen gibt.

#5 - 21.12.2015, 13:08 von Caldwhyn

Wers braucht

Naja die Arbeitgeber können es sich halt aussuchen, im Zweifel wird eh der Absolvent eingestellt, der weniger kostet, als wenn da jemand nach Qualifikation fragt. Ist in der BWL doch eh 90% Optik und Selbstzerfleischungstrieb. Wenn man da noch einen Abschluss am "Institute of Executive Capabilities der Steinbeis Hochschule" (ist das eigentlich eine Satire-Uni?) dafür braucht dann bitte.

Wird der Arbeitgeber dann eben merken, wer was drauf hat und wer nicht.
Aber die genannte Hochschule bietet ja auch den (nicht akkreditierten) CSI-Studiengang an und wollte das Studium in Homöopathie anbieten... (ok das *muss* doch Satire sein oder?).

Psychologe als heilkunde-naher Begriff sollte aber durchaus einen gewissen Standard in den Inhalten voraussetzen. Ansonsten schreibe man bitte Betriebswirt (stimmt ja oft genug auch nicht) mit Schwerpunkt Wirtschaftspsychologie dran oder sowas...
...spricht der doppelt diplomierte BWLer und Psychologe :)

#6 - 21.12.2015, 13:15 von Caldwhyn

Zitat von spon_2545532
"... DGP-Präsidentin Abele-Brehm kritisiert Masterstudiengänge, die keinen Bachelor in Psychologie voraussetzen. Der Bachelor decke die Grundlagenfächer wie Entwicklungs- und Persönlichkeitspsychologie, Psychodiagnostik sowie umfassendes Statistikwissen ab. Im Master spezialisiere man sich dann, zum Beispiel auf Wirtschaftspsychologie. ..." Kann ich mich .......
Scheine in Statistik sind in der Psychologie schon seit lange vor den 80er mehr als nur Pflicht. Je nach Uni machten sie zu Diplomszeiten den Großteil des Grundstudiums aus. Teilweise war man bis zum Ende des Studiums durchgängig mit Statistik beschäftigt, zumal alle wissenschaftlichen Arbeiten statistisch auf soliden Füßen stehen mussten, selbst wenn man sich durchgeschleppt hat, hat einem das im Zweifel noch kein Diplom beschert.

Insofern können Sie ihre Mythen gerne für sich behalten.

PS: Die Leute, die Sie vermutlich meinen sind wohl die Sozialwissenschaftler - die machen tatsächlich auch in "Gender"...

#7 - 21.12.2015, 13:26 von crazy_swayze

Die Psychologie ist für mich keine Wissenschaft.

Nirgendwo sonst wird Korrelation so sehr mit Kausalität verwechselt wie in diesem Fach.

Um dies zu erkennen muss man sich nur Literatur zum Thema Intelligenz anschauen. Dort werden teilweise haarsträubende, nicht belegbare Schlussfolgerungen gezogen. Beispielweise dass Intelligenz genetisch bedingt sei weil die Korrelation intelligente Eltern -> intelligentes Kind besonders ausgeprägt sind. Das ist ausgemachter Humbug. Leider wurde das so von meinem Wirtschaftspsychologie-Professor weitererzählt.

Diesem Teil der Universitätslandschaft geht logisches Denken teilweise vollkommen ab. Da gilt ein Sigmund Freud als anerkannt, obwohl er teilweise sehr wirre Theorien aufgestellt hat.

#8 - 21.12.2015, 13:40 von nyx^^305

Vermutlich nicht der beste Vergleich...

"Wer ohne die Grundlagenkenntnisse aus dem Bachelorstudium psychologisch tätig ist, gleicht einem Mediziner, der nur den Namen eines Medikaments kennt, aber nicht weiß, wie es zusammengesetzt ist und wirkt"
Hat sie eine größere Geldsumme gegen sich gesetzt? Welcher Arzt weiß das denn bitte?

#9 - 21.12.2015, 13:48 von opalschleifer

Kleinkrieg der Journalisten?

Das sieht mir aber sehr danach aus, als wolle Frau Schwertfeger nach dem in der letzten Woche verlorenen Prozess gegen den Münchener Professor Jack Nasher (http://www.openpr.de/news/884402/Journalistin-Baerbel-Schwertfeger-wegen-falscher-Berichterstattung-verurteilt-Nasher-siegt-vor-Gericht.html) hier in erster Linie nochmal ihr persönliches Anliegen voranbringen. Ob das zur Klärung offener Fragen bei Studierenden beiträgt, scheint mir fraglich.

    Seite 1/3