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Von Beruf Kunstfälscher: Und täglich grüßt die Mona Lisa

DPA Heute van Gogh, morgen Monet - drei Brüder aus Berlin kopieren die Gemälde alter Meister, ganz legal. Ein lukrativer Job: Bis zu 10.000 Euro zahlen Kunden für die Auftragsfälschungen.
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#1 - 02.05.2015, 14:48 von IntelliGenz

ist sich der SPIEGEL hier

wirklich ganz sicher, dass hinter den Bildern die Arbeit der drei Brueder steckt? Es gibt in China eine Stadt, in dieser einen Stadtteil. Dort tun HUNDERTE von Malern den ganzen Tag nichts anderes, als bekannte alte Meister und deren Werke zu "faelschen". Bei 10,000 Euro Verkaufserloes fuer ein 2x3 Bild bleiben den Bruedern jedenfalls noch ein erklecklicher Betrag fuer die eigene Muehe. Sollte mich doch der Affe in den Po beissen, wenn die Jungs da nicht schon vor langer Zeit drauf gekommen sind. Ich staune ueber so viel schwache Hintergrund-Recherche zu einem offenen Geheimnis.

#2 - 02.05.2015, 15:59 von jazzer

Bescheuert,

solche Bilder zu kaufen. Warum nicht in einen jungen Künstler investieren?

#3 - 02.05.2015, 16:24 von blueberryhh

vielleicht ...

gefallen den Käufern die Werke alter Meister einfach besser als moderne Kunst? Ist vielleicht so, wie alte Autos gut finden.... kann ich gut nachvollziehen.

#4 - 02.05.2015, 19:45 von f36md2

Kunstwerke abmalen? Die können es wenigstens!

Lasst sie doch abmalen! Jedenfälls können sie das noch. Gegenständlich malen, das können nur noch Wenige. Ich musste beispielsweise als Mitarbeiter meiner Zeitung über zwanzig Jahre regelmäßig zu Kunstausstellungen. Peinlich, was für ein verwirrtes Gekleckse da hochgejubelt wurde. Das lief immer nach dem gleichen Muster ab: Der "Kurator", meist ein Lehrer mit viel Freizeit, stellte die "junge Wilde" oder den "etablierten Künstler" und "Beuys-Schüler" (auch das noch) vor. Natürlich hatte der bereits in Mailand, Paris und London ausgestellt. Da fragte ich mich: "Warum kam er dann ausgerechnet in unser Kaff?" Dann verteilten sie einen schwer verständlichen Pressetext, in dem extreme Fremdwörter nebeneinander aufgeführt wurden. So zeigte die "junge Wilde" auf ihren Bildern ihre "empirischen Innerlichkeiten?" Aha...? Danach klatschten alle Beifall, die Besucher sind fasziniert, erzählen dann aber nach dem dritten Sekt: "Selten so einen Müll gesehen, wo ist denn da oben oder unten?" Danach bekamen die Absolventin der Düsseldorfer Kunstakademie oder "der Künstler" in unserem Blatt eine Viertel Seite. Dazu ein Bild mit dem Bürgermeister (O-Ton: Ich freue mich) und dem begeisterten Lehrer-Kurator. Ein örtlicher Bankdirektor kauft dann eines der "Werke" für das Büro. Ist ja nicht sein Geld!
Der Vorteil, die Besucher trafen dabei andere Besucher! Das war vermutlich der Hauptgrund, sich diesen gequirlten Brei anzusehen. Es gibt Bundesbürger, die müssen frühmorgens um vier Uhr aufstehen, um ihre Familie zu ernähren, die verdienen ihr Geld nicht mit peinlichem Gekleckse.

#5 - 02.05.2015, 19:52 von wll

Kein Titel

Zitat von jazzer
solche Bilder zu kaufen. Warum nicht in einen jungen Künstler investieren?
Wenn ich mir ansehe, was mittlerweile so als "Kunst" fabriziert wird, ist das für mich durchaus nachvollziebar. Und ein richtiges Gemälde ist schon rein optisch eben etwas anderes als ein Kunstdruck an der Wand...

#6 - 02.05.2015, 20:44 von janzen1

Das sind die wahren Stars der Kunstszene!

Und sie machen - zusammen mit Herrn Beltracchi - alle anderen lächerlich: Rothko, Pollock, Hirst, Koons und wie sie alle heißen. Aber zahlt weiter Eure Millionen für diesen einfältigen Mist, der nur mit Worthülsen zur Bedeutung aufgeblasen wird. (Mist, jetzt werde ich wieder zum Troll! Sorry.)

DIe Gebrüder Posin und Herr Beltracchi zeigen im Grunde genommen, was Malerei ZUERST ist: Ein solides und geniales Handwerk. Wenn dann noch zündende Ideen dazukommen: Wunderbar!

#7 - 02.05.2015, 22:28 von strombos

10000 sind guter ein guter Preis

fuer ein kopiertes Kunstwerk. Wenn Sie n paar lieder von Britney Spears oder aehnlichen Scheiss torrenten, koennen Sie aufs Vielfache verklagt werden...kopierte "Kunst"

#8 - 03.05.2015, 23:29 von alangasi

Sowas

möchte ich gerne unter der Rubrik Karriere lesen! Und nie wieder den 10000 Tip wie man natürliches Selbstmarketing betreibt. Siehe Foto weiter unten.

#9 - 03.05.2015, 08:43 von brooklyner

Also bei einem branchenüblichen Tagessatz für freie Illustratoren von 500 bis 800 € finde ich 10.000 € jetzt nicht allzu abgehoben, wenn man bedenkt, dass solch eine Kopie sicher einige Tage dauern wird. In der Kunstbranche gilt die Faustregel Höhe plus Breite in Zentimetern multipliziert mit einem Quotienten, der abhängig vom Bekanntheitsgrad/Publikationen/Ausstellungen ist, da kommt natürlich ein kleinerer Preis zustande, aber das Kopieren ist auch eher (sehr gutes) Illustratorenhandwerk.
@ #1: Diese asiatischen Kopistendörfer sind wirklich unglaublich, ein Besuch ist eine Bereicherung und erweckt Demut vor dem grossen handwerklichen Geschick einiger, die dort arbeiten. Im burmesischen Mandalay gibt es eine „Kunstakademie” wo ausschliesslich hochwertiges Kopieren gelehrt wird. Wenn dort Mal jemand auf die Idee käme, die Studenten noch im kreativen Denken zu fördern, wären die Resultate sicher interessant.

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