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Ausstellung "Nude": Die Grenzen der Emanzipation

Villa Schöningen Künstlerinnen, die auf Frauenkörper blicken: In Potsdam gibt Springer-Chef Mathias Döpfner Einblick in seine Akt-Sammlung. Ist der weibliche Blick auf weibliche Nacktheit anders als der männliche?
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#1 - 10.05.2019, 00:15 von noalk

Beauty fending off time

"Mann mit Bart" trifft's nicht ganz. Der Typ hat auch noch Engelsflügel. Was will mir dieses Bild sagen? Ich weiß es nicht. Ist mir eigentlich auch egal.

#2 - 10.05.2019, 05:07 von Hexavalentes Chrom

Schwitters

Die weibliche Nacktheit definiert sich natürlich über den männlichen Blick, wenn sie traditionell erotischen Status für sich reklamieren will. Wo sie das nicht tut, kann es schnell bemüht werden, wie immer, wenn mit Traditionen gebrochen werden soll. Es wird dann schnell physio- oder psychopathologisch. Oder eben auch sehr gut, wenn das Rollenbild zum Zerrspiegel wird, der den erotischen Status als Gefängnis demonstriert. Wie sagte schon Schwitters: "Die Kathedrale des erotischen Elends bleibt unvollendet. Und das aus Prinzip."

#3 - 10.05.2019, 08:18 von palimpalom

Hmmm..

... ich glaub ja, dass der Ansatz falsch gewählt ist.. nackt hin, nackt her.. erst, wenn Mädchen nicht mehr durch Germanys next Top Model, Frauenzeitschriften und Bloggerinnen aus dem eigenen Geschlechter Lager für den Konsum und das Geld anderer zu Zombies gemacht werden, klappt was. Wer Emanzipation will, sollte vor allem da mal aufräumen. Nackt ausziehen und im Playboy in den Kiosk legen fällt dann in der nächsten Generation klugerweise von alleine flach. Da muß man die Männer gar nicht in die Pflicht nehmen..

#4 - 10.05.2019, 08:37 von taglöhner

Macht

Zitat von palimpalom
... ich glaub ja, dass der Ansatz falsch gewählt ist.. nackt hin, nackt her.. erst, wenn Mädchen nicht mehr durch Germanys next Top Model, Frauenzeitschriften und Bloggerinnen aus dem eigenen Geschlechter Lager für den Konsum und das Geld anderer zu Zombies gemacht werden, klappt was. Wer Emanzipation will, sollte vor allem da mal aufräumen. Nackt ausziehen und im Playboy in den Kiosk legen fällt dann in der nächsten Generation klugerweise von alleine flach. Da muß man die Männer gar nicht in die Pflicht nehmen..
Das mächtigste Manipulationsinstrument für männliche Motivationslenkung fällt nicht flach. Niemals. nicht mal Mullah-Repression schafft das aus der Welt. Evolution.

#5 - 10.05.2019, 10:26 von a.vollmer

Evolution

Es ist in uns genetisch verankert Attribute als attraktiv und ästhetisch zu empfinden, die auf besondere Reproduktionstauglichkeit unserer Spezies hinweisen. Das prägt Kunst und Alltagswelt.

Dass dann visuelle Wahrnehmungen mit dem haptischen Attribut "weich" beschrieben werden ist deshalb kein Wunder. Auch wenn eine Kugel oder ein scharfkantiger Würfel aus dem gleichen Schaumstoff nicht beide als "weich" beschrieben werden würden, dann ist das ebenfalls eine Folge dieser Programmierung.

Das sollte kein Gegenstand einer Auseinandersetzung oder eines Diskurses sein, das muss man wahrnehmen, akzeptieren und sich eher überlegen wie unsere Gesellschaft es nicht überwindet, sondern erweitert. Wie die Ästhetik anderer Eigenschaften ebenfalls Wertschätzung verdient, dass es daneben noch die Individualität, die Exzentrik und die Banalität gibt, die attraktiv sein können.

Dass es Kunst gelingen kann diese Erweiterung zu transportieren, zu vermitteln und dass dies die Teile der Ausstellung sind, die Erwähnung verdienen. Nicht die selbstverständliche Mütterlichkeit eines weiblichen Körpers.

#6 - 11.05.2019, 15:39 von hoppelkaktus

Kunst kommt von Können, nicht von Korinthenkackerln

Von der Kunst weltanschauliche Anpassung zu verlangen, von ihr zu fordern, dass sie gefälligst Werke orientiert am Puls des jeweils herrschenden Zeitgeistes ausspucken soll, und überhaupt, wie selbstverständlich zu erwarten, dass Kunst nach Möglichkeit stets artig im Sklavendienst der so genannten Politischen Korrektheit verharren und liefern soll, ist seit Menschengedenken ein Ideal- und Wunschgedanke von Heerscharen kunstunfähiger und Kunst nicht verstehender stinkelangweiliger, rundrum öder Durchschnittsnörgler. Ich empfehle der Autorin die Lektüre von Charles Bukowskis Gedicht über Durchschnittsmann, Durchschnittsfrau und deren Begriff von Kunst - und was in Wirklichkeit des Durchschnittsmenschen einziges eigenes erwähnenswertes Produkt in der Kunst sei.

#7 - 13.05.2019, 11:57 von paysdoufs

Ein etwas merkwürdiger Artikel

Was der gute Courbet jetzt mit der Ausstellung zu tun hat erschließt sich nicht wirklich... Also Clickbait? Und warum es wichtig ist dass Lemaires „Manon“ (nicht „Menon“) „weisshäutig“ ist, weiß wohl auch nur die Autorin. Es wirkt allerdings so als würde versucht zu suggerieren dass diese Art der Kunst nicht nur überholt, sondern auch irgendwie rassistisch ist...