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Echo-Verleihung 2018: Politische Diskussion? Och nö, lieber Party

AFP Einsamer Campino, schweigende Helene: Die Debatte um die Hass-Texte der Rapper Kollegah und Farid Bang beherrschte eine Echo-Verleihung, die hilflos um Haltung rang. Ein frustrierend zeitgeistiges Schauspiel.
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#1 - 13.04.2018, 06:30 von Feldlärche

im Konsens...

Im Konsens gesehen, finde ich das "ansstössige Wort" nun nicht antisemitisch. Hier soll wohl hervorgehoben werden, dass der Körper des Interpreten frei von jeglichem Fett ist. Zur Last kann man ihm allenfalls legen, dass, wenn er sich nur ein klitzekleines bisschen mit zumindest dem Bildmaterial der Visualisierten auseinandergesetzt hätte, wüsste, dass diese nicht nur fett- sondern auch sozusagen fleischfrei waren. Und das passt nun wirklich als Vergleich zu einem durchgestylten Muskelbody.
Andererseits finde ich es mutig, in diesem Text an die Opfer des NS-Regimes zu erinnern. Denn wenn wir ehrlich sind, nur wenn drüber gesprochen, gesungen, diskutiert wird, bleiben sie auch in unserer Erinnerung.

#2 - 13.04.2018, 06:33 von Phil2302

Kann ich nicht nachvollziehen

Es war der Echo, das ist nun einmal nicht der Ort für einen politischen Diskurs. Es ist eine Preisverleihung für Musiker.

#3 - 13.04.2018, 06:42 von jeze

Umgekehrt macht's Sinn

Die Frage ist umgekehrt: warum muss alles politisiert werden? Winterspiele, Fußball-WM, Echo, etc.? Wenn es keine Bereiche mehr gibt, die unpolitiisch bleiben, dann werden die Menschen, die unterschiedlicher politischer Meinung sind gar nicht mehr in der Lage sein Gemeinsamkeiten zu erkennen und die Spaltung der Gesellschaft immer weiter zunehmen.

Vielleicht geht's denjenigen, die alles und jeden politiseren wollen ja aber genau darum!?

#4 - 13.04.2018, 07:06 von Tino13

Ist das bento?

Ich habe verzweifelt das bento Zeichen gesucht, denn ein solcher „Artikel“ ist dem Spiegel wirklich nicht angemessen. Sachlich war das jedenfalls nicht. Hab ich etwa nicht nur das bento Zeichen sondern auch den Hinweis „Kommentar“ übersehen? Hierbei handelt es sich eindeutig um Provokation als künstlerisches Mittel und zweifelsohne nicht um Antisemitismus. Das kann mögen oder nicht, aber wenn man es nicht mag sollte man einer Preisverleihung zum Thema Musik keine politische Diskussion aufdrängen, sondern ganz einfach die Musik nicht hören. Ich kann Rap eigentlich nicht leiden, aber nach dem „Artikel“ hör ich mir jetzt erstmal das erwähnte Album an.

#5 - 13.04.2018, 07:06 von Der Morgen

All Eyes On Us statt 0815

Im Beitrag ist genannt, die Künstler Kollegah und Farid Bang boten ihren Song “0815” zur Show. Dabei spielten sie (nach kurzem Intro mit dem Lied “Zieh den Rucksack aus”) ihr neues Werk “All Eyes On Us”, das mehr oder minder zeitgleich mit offiziellem Video auf einem ihrer Youtube Kanäle hochgeladen wurde.

#6 - 13.04.2018, 07:18 von ericstrip

Ich hätte nicht gedacht...

...in diesem Leben noch einmal mit Herrn Borcholte und Campino (!) zumindest weitgehend einer Meinung zu sein. Es bleibt aber festzuhalten, daß es offenbar immer noch einfacher ist, gegen imaginierte "Nazis" zu sein, als andere faschistoide Tendenzen anzusprechen. Andererseits - in einem Diskursklima, in dem ständig unreflektiert geschichtsklitternde und damit die Verbrechen des Dritten Reichs verharmlosende Nazivergleiche gebracht werden, muß man sich auch nicht wundern, wenn auch andere Abscheulichkeiten wieder salonfähig werden. Dieser Diskurs steht auch noch aus. Und da müssen sich dann auch die "Guten" an ihre eigene Nase packen. Das macht auch die Haltung einer Helene Fischer, sich einfach überhaupt nie politisch zu äußern, sehr verständlich. Die meisten Menschen schweigen inzwischen. Egal, was man sagt, die Meute fällt über einen her - und dies macht ironischerweise gerade solchen bösen Buben den Weg frei.

#7 - 13.04.2018, 07:19 von eurusiii

Danke !

Danke Campino für diese klaren Worte ! Schade, dass dies nicht auch anderen Künstlern an diesem Abend gelang. U.a. eine Helene Fischer, die stets selbstverliebt schaut, ob denn ihr Kleidchen und Körper gut zur Geltung kommen. Schönheit vergeht, klare Worte bleiben !

#8 - 13.04.2018, 07:20 von Bolligru

Helene Fischer wird doch

ihre Klientel nicht mit politischen Statements vergraulen... in welche Richtung eine Vielzahl von Schlagerfans politisch tendiert, kann man nur vermuten, aber weit links wird es nicht sein..

#9 - 13.04.2018, 07:20 von Steffen Gerlach

Moralhysterie

Die beiden Rapper mögen ja geschmacklos, provokant, unanständig und trollig sein. Aber warum muss das schon wieder zur schwerwiegenden Moralfrage aufgebauscht werden? Wenn "Haltung" bedeutet, jede Spinnerei in einen großen Kampf zwischen Gut und Böse einzuordnen, dann kann ich auf Haltung gut verzichten. Ich glaube, wenn Frau Fischer über diese Trolle kein Wort verloren hat, dann war das das beste, das sie tun konnte.

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