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Familienpolitik: "Wir brauchen einen ganz anderen Blick"

Getty Images Katrin Menke hat untersucht, wie Männer und Frauen Arbeit und Kinder unter einen Hut bringen. Die Sozialwissenschaftlerin kritisiert, dass der deutsche Wohlfahrtsstaat durch das Elterngeld neue Ungleichheiten produziert.
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#1 - 06.08.2019, 11:07 von mariuscaesar

Wie wärs wenn der deutsche Staat mehr Netto vom Brutto übrig lässt? Heutige junge Paare werden doch von Steuern und Abgaben, Mieten und Energiekosten erdrückt. Da will dann kaum einer Kinder kriegen wenn er dann an der Armutsgrenze lebt.

#2 - 06.08.2019, 11:12 von andere Hobbys

Gleichstellung,

Diskriminierung, Ungleichheit usw.
Ich kann dieses Gejammere nicht mehr hören.
Alle sollen gleich sein. Und dies wird dann auf hunderten Seiten Gesetzestext festgeschrieben.
Jeder ist des eigenen Glückes Schmied. Es wird 1 Bio. rausgehauen um den Sozialstaat am Laufen zu halten.
Wenn alle , die " Sozial " in ihrer Berufbezeichnung bzw. bei den NGO als Ziel haben, gekündigt und geschlossen würden, hätten wir wahrscheinlich 5 Mio. mehr Arbeitslose, aber der Staat würde auf die Beine kommen. 1 Bio. in die Infrastruktur, das ist das Ziel.

#3 - 06.08.2019, 11:20 von Europa!

Elterngeld? Genau richtig!

Das Elterngeld ist genau richtig: Wer aktiv am Arbeitsleben teilnimmt, wird darin unterstützt, eine Familie zu gründen. Ich habe beobachtet, dass diese Regelung sehr positiv wirkt und viele ehrgeizige, erfolgreiche Frauen (auch jenseits der 30) auf diese Weise (auch) zu zärtlichen, klugen Müttern geworden sind, die sonst womöglich kinderlos geblieben wären, weil sie den richtigen Zeitpunkt verpasst hätten. Alle diese Frauen haben das Elterngeld (auch für ihre männlichen Partner) nicht nur als Signal, sondern auch als praktische Hilfe verstanden. Die Vorstellung, die Unterstützung der Eltern müsse sich an "Bedürfnissen" orientieren, ist kontraproduktiv. Dabei fehlt der Aspekt der "Anerkennung von Leistung", der den Kern von Elterngeld (und Mütterrente) bildet. Jede "soziale" Ausprägung des Elterngeldes wäre ein Rückschritt. Für das Soziale gibt es das Kindergeld und andere Leistungen.

#4 - 06.08.2019, 11:21 von sunnys1deup

Statt Zeit mit Kindern, lieber in den 2 Monate nach Neuseeland

Ich kenne einige Eltern, die die Elternzeit intensiv mit den Kindern daheim verbringen ... in dem Umfeld ihrer Kinder : Kinderturnen, mit Freunden spielen, Alltag gemeinsam erleben....
Aber häufig wird stattdessen Geld und Zeit ins eigene Erlebnis investiert... Kinder 23 Stunden im Flieger um die halbe Welt gekarrt, um selber sich den Wunsch einer großen Reise zu verwirklichen. Ich habe in meinen jungen Jahren die Welt auch mit Rucksack erkundet, aber die Elternzeit dazu zu verwenden, finde ich fragwürdig. Was steht im Mittelpunkt ? Die Kinder oder das Ego der Eltern zu Reisen ?
Übrigens freuen wir uns jetzt mit den Kindern (8 und 13) Europas Städte und Länder kennen zu lernen. Die Zeit kommt wieder und die Kids haben auch etwas davon.

#5 - 06.08.2019, 11:21 von Paddel2

Ein wichtiger Punkt

Tatsächlich wird Pflegeleistung nicht honoriert. Das ist nicht gerecht und muss diskutiert werden. Dabei muss aber die ethisch problematische Frage nach der Pflegeleistung gestellt werden. Gute Arbeit wird in der Regel gut bezahlt. Konsequenterweise sollte daher auch gute Pflege stärker belohnt werden als schlechte. Populistisch ausgedrückt hat eine Gesellschaft kein Interesse daran, mangelhafte erzieherische Leistungen von Kindern, die bereits früh ein Strafregister führen und keinen Bildungsabschluss erzielen, zu belohnen, wohl aber Erziehungsleistungen späterer Leistungsträger. Ich halte es für Notwendig, diesem Aspekt zu diskutieren. Leider würden wir aus dem Lager von Grüne, SPD und Linke wieder lautstark torpediert werden, also kann man es gleich sein lassen.

#6 - 06.08.2019, 11:22 von zauberer2112

Benachteiligung wohin man nur schaut

Es ist mir immer mehr ein Rätsel, wie Deutschland nach dem Krieg wieder aufgebaut wurde und das Wirtschaftswunder möglich war. Wir verbessern immer mehr unsere Versorgung, aber es reicht vorne und hinten nicht. Erst wenn mir 100 % vom Bruttoeinkommen versteuert und mit Sozialabgaben genommen wurden, dann ist die Welt in Ordnung. Ein Grund für das "Bewerten" kann ja auch sein, dass man die Arbeit tatsächlich "bewerten" kann. Kindergeld etc. bekommt jeder, egal was er/sie/es mit den Kindern anstellt. Und sicherlich werden auch nicht alle "Alten" gleich von ihren Angehörigen gepflegt. Und wenn sie das in so großer Zahl und so qualifiziert tun, warum gibt es dann 1000e Pflegedienste etc.?

#7 - 06.08.2019, 11:40 von jonath2010

Was für eine Botschaft

"Wer sich auf seine berufliche Qualifikation beruft, untergräbt damit das Argument des anderen, der nicht so hoch qualifiziert ist", behauptet die Sozialwissenschaftlerin. Welche Botschaft steckt wohl darin? Soll man sich künftig über Abitur, Studium und berufliche Fortbildung nicht mehr qualifizieren, um all die anderen (die es während ihrer Biografie etwas lockerer angingen) nicht bloßzustellen und zu frustrieren?

#8 - 06.08.2019, 11:54 von quark2@mailinator.com

Da hab ich mich nun als Mann in dieser Familie schon um 3 Senioren hauptsächlich gekümmert und stelle frustriert fest, daß die ganze Diskussion über all die Jahre nahezu ausschließlich von Frauen, für Frauen und durch die feministische Brille betrachtet wird. Ein Kernmerkmal ist regelmäßig, daß die Leistungen der männlichen Seite in der Familie gar nicht erst erwähnt, bzw. quasi wertlos gestellt werden, während man fortwährend die Arbeiten erwähnt, die von Frauen erledigt werden. Das ist die natürliche Folge davon, daß vom Ministerium herunter alle relevanten Strukturen weiblich besetzt sind. Man fragt sich, was diese offensichtliche Diskriminierung soll. Es ist lange Zeit für einen männlichen Familienminister.

Was die Sache mit dem Elterngeld angeht - aus meiner Sicht, gleiches Geld für gleiche Leistung, also jedem Elternteil, welches für ein Kind zuhause bleibt, monatlich den gleichen Betrag aufs Konto. Ich finde es unverschämt, das irgendwie vom Einkommen abhängig zu machen. Kinder sollte man nicht wegen des Geldes bekommen oder nicht bekommen.

#9 - 06.08.2019, 11:54 von mark.muc

Leistungsdruck mit Freiheit verwechselt

Dieser Verwechslung macht sich der Feminismus auch heute noch schuldig. Man könnte auch sagen: gerade der Feminismus hat "männliche" Werte kritiklos übernommen und überhöht. Das macht den rückwärtsgewandten in Teilen sogar reaktionären Charakter des Feminismus' aus. Auch führt diese Verwechslung zu einer falschen Einschätzung Beurteilung der vermeintlich privilegierten Rolle des Mannes. Zudem hat der Feminismus nicht die Sorgearbeit nicht nur ausgeblendet, sondern sie verächtlich gemacht und damit eine ganze Generation von Müttern gedemütigt.

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