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Helene Fischer zu #Wirsindmehr: "Immer ist es Liebe, die gewinnt"

DPA Helene Fischer äußert sich nur selten zu politischen Themen. Nach dem Protestkonzert in Chemnitz meldet sich die Sängerin nun jedoch mit dem Hashtag #Wirsindmehr: "Lasst uns für ein paar Stunden den Alltag vergessen."
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#1 - 05.09.2018, 01:48 von mens

Pillepalle

Ist Deutschland auf einer musikalischen Kulturreise gegen Verfassungsfeinde? Müssen Künstler jetzt die Drecksarbeit machen? Es ist ja schön mehr Bewusstsein für ein Problem zu schaffen. Ich möchte aber, dass die Organe des demokratischen Rechtsstaates Deutschland Neonazis bekämpfen und nicht betreuen und von linken Bands und Frau Fischer wegsingen lassen. Eine Kostprobe für angemessene Polizeiarbeit gegen Feinde der Demokratie liefern Aufnahmen eines Polizeieinsatzes gegen deutsche Neonazis in Luxemburg in den 90ern. Ohne Helm aber mit Hund verteidigt sich dieses Land konsequent. Warum geht das bei uns nicht? Warum stehen 2018 martialisch ausgerüstete Beamte in Chemnitz neben Hitlergrüßenden und machen nichts? Schande kommt auch ohne Melodie aus.

#2 - 05.09.2018, 02:12 von pecos

Ich mag ...

... die Fischerin und ihre Lieder gar nicht, aber darum geht es nicht: ich unterstelle ihr erst einmal, dass sie genauso eine Demokratin ist wie die von Barbara als Gegenbild markierten "Punkrocker". Die Frau ist kein Fuzzi, sondern eine super Sängerin - das sage ich als Jemand, der ihre Sachen nicht mag. Also: verzichtet bitte auf diskreditierende Fuzzi-Begrifflichkeiten, sondern begreift Schlagersängerinnen und ihre -hörer erst einmal als genauso natürliche Verbündete im Kampf gegen rechts. Ich meine jetzt, als Kollektiv. Es gibt auch rechtsradikale PunkrockerInnen bzw. -Hörerinnen. Also kommt mal runter von eurem hohen Ross: Frau Fischer und der Schlager sind genau wie LiebhaberInnen anderer Musikgenres erstmal (bis zum Beweis des Gegenteils) keine Gegner, der Feind steht nämlich rechts.

#3 - 05.09.2018, 02:37 von radioactiveman80

Es ist scheinheilig

Das grosse Hashtagrennen ist eröffnet. Wer äussert sich zuerst, wer am tollsten, wer am Buntesten? Tweet absetzen, Gewissen beruhigt, wieder hinlegen. Klicks zählen, besser fühlen. Wer nicht twittert, macht sich verdächtig. Wie wäre es zur Abwechslung mal damit: „Auf einer angemeldeten Demo ist es zu vereinzelten Straftaten gekommen. Diese werden polizeilich verfolgt. Alle anderen Teilnehmer blieben freidlich. Ich (man setze hier beliebige Künstler ein) teile die Demo, die Parolen und Ansichten dieser Leute nicht, ich lehne sie zutiefst als rechtsnational und intolerant ab - akzeptiere als aufrechter Demokrat jedoch dass dort ein Grundrecht wahrgenommen wurde. Mein Beitrag besteht darin dieses Grundrecht zu verteigen, auch und gerade gegen mir politisch weit entfernt gegenüberstehenden Personen. Um die dort verübten Straftaten kümmert sich der Staat. Dankeschön, kauft mein Album. Ende.“

#4 - 05.09.2018, 07:33 von tulu01

irgendwie mutig

aber bei diesem doch schon leicht kryptischen Post wird es auch bleiben. Bei zuviel Engagement gegen Rechts wird sie die Hälfte ihrer Fanbase verlieren und ich glaube das weiß sie auch.

#5 - 05.09.2018, 08:59 von Himbeertony

Warum sollte sich Helene Fischer politisch zu Wort melden? Sie ist eine Erfindung der Musikindustrie, ein reines Konsumprodukt. Konsumprodukte äußern sich im Regelfall selten in dieser Richtung. Von Nutella oder Persil habe ich auch noch nichts zu Chemnitz gehört...

#6 - 05.09.2018, 09:09 von vaikl

"Angemessene Polizeiarbeit"

Zitat von mens
Ist Deutschland auf einer musikalischen Kulturreise gegen Verfassungsfeinde? Müssen Künstler jetzt die Drecksarbeit machen? Es ist ja schön mehr Bewusstsein für ein Problem zu schaffen. Ich möchte aber, dass die Organe des demokratischen Rechtsstaates Deutschland Neonazis bekämpfen und nicht betreuen und von linken Bands und Frau Fischer wegsingen lassen. Eine Kostprobe für angemessene Polizeiarbeit gegen Feinde der Demokratie liefern Aufnahmen eines Polizeieinsatzes gegen deutsche Neonazis in Luxemburg in den 90ern. Ohne Helm aber mit Hund verteidigt sich dieses Land konsequent. Warum geht das bei uns nicht? Warum stehen 2018 martialisch ausgerüstete Beamte in Chemnitz neben Hitlergrüßenden und machen nichts? Schande kommt auch ohne Melodie aus.
Auf die Verlagerung der ideologischen Schlammschlachten, der Hetze und Pöbeleien von Nazis auf die Straße, damit dort Gewalt auch "gelebt" und mit Gewalt gedroht werden kann, warten diese Nazis seit Jahrzehnten. Und Sie finden diese Kapitulation des *Rechts*staats (nicht Polizeistaat) auch noch klasse?

#7 - 05.09.2018, 09:33 von freddykruger

Fischer Rechts?

Warum sollte sich das personifizierte Grauen "Helene Fischer" zu Chemnitz äußern? Vieleicht steht sie ja auch, aufgrund ihrer Herkunft, der AFD nahe. Falls es so ist, würde das ihre Fans wohl kaum interessieren. Aber das ist reine Spekulation von mir, wenn auch keine unwahrscheinliche.

#8 - 05.09.2018, 09:40 von Europa!

Souverän

Helene Fischer hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Die Liebe ist es, die gewinnt - nicht der Hass von links oder rechts. Statt des auftrumpfenden (und im Grunde ängstlichen): "Wir sind mehr" ist das eine sehr gute Botschaft.

#9 - 05.09.2018, 09:48 von troy_mcclure

Autsch

Zitat von freddykruger
Warum sollte sich das personifizierte Grauen "Helene Fischer" zu Chemnitz äußern? Vieleicht steht sie ja auch, aufgrund ihrer Herkunft, der AFD nahe. Falls es so ist, würde das ihre Fans wohl kaum interessieren. Aber das ist reine Spekulation von mir, wenn auch keine unwahrscheinliche.
Helene Fischer ist absolut nicht mein Fall, aber ihr eine Nähe zur AfD zu unterstellen ist ziemlich daneben.
Nicht jeder Russlanddeutsche ist ein AfD-Sympathisant.

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