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Homöopathie: Staatlich gefördertes magisches Denken

DPA Natürlich dürfen Menschen versuchen, ihre Leiden mit Globuli zu lindern, obwohl die nicht besser wirken als Placebos - klar ist aber auch: Sie helfen damit vor allem denen, die an homöopathischen Mitteln verdienen.
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#1 - 10.09.2019, 16:13 von Legalantos

Das sind nur Peanuts

Es geht bei der Kostenerstattung der Kassen primär nicht darum, die Homöoapthie durch die Hintertür als Medizin zu adeln, sondern um etwas ganz anderes. Frau Stokowski, sie sind eine einfühlsame Autorin...sie hätten selbst darauf kommen müssen...Man will diese Patienten nicht komplett an die Scharlatane verlieren, sondern sie sollen wenigstens ab und zu mal bei einem richtigen Arzt vorbeischauen, der ihnen dann...seis doch drum...die Zuckerkugeln verschreibt...Wenn sie solche Zusammenhänge nicht sehen könne, dann halten sie sich bitte als letzte Isntanz wenigstens vom Gesundheitssektor fern...Das mit der Luxussteuer auf Tampons kann man auch regeln, wenn Ihnen die 2,90 im Monat so existenziell wichtig sind, das dafür sogar in Berlin Autos und Apotheken abgefackelt werden können um die notwenige Aufmerksamkeit zu erzeugen

#2 - 10.09.2019, 16:17 von weissblau

Ach Frau Stokowski

ich finde es erbaulich wie sich der Spiegel unermüdlich um die Abschaffung der Homöopathie bemüht, Leitartikel, Experten, jetzt noch Frau Stokowski - das muss doch helfen. Da muss man nur feste dran glauben, dann wird das schon....
Das gleiche Eiferertum das Sie den "Gläubigen" unterstellen, bringen Sie selbst ans Licht. Wer der hier immer wieder auftauchenden Kommentar-Experten, die erst bei Dr. Google nachschlagen und sich die Zweitmeinung bei Mr. Yahoo einholen, hat denn Erfahrung mit der Homöopathie? Keiner? Na, dann mal los, erfahrungsfrei argumentieren ist ja wunderbar möglich......

#3 - 10.09.2019, 16:17 von sucher533

Überdosis unmöglich

Es wird hier wohl gleich wieder von Anhängern der Homöopathie wimmeln, die von positiven Bespielen berichten. Homöopathie gleicht heute das aus, was früher in der Regel das ausführliche Arztgespräch war - Vertrauen in die Behandlung und das Mittel - wie im Artikel schon beschrieben ein Placeboeffekt. Das es kein Ersatz für Medikamente mit einem klinisch erprobten Wirkstoff ist, läßt sich wohl auch daran erkennen, dass es in der Homöopathie kein Überdosis gibt.

#4 - 10.09.2019, 16:22 von claudiusk

Ist ja toll ...

... Frau Stokowski recycelt die üblichen Argumente der Homöopathie-Gegner! War die Deadline so knapp, dass gar kein eigenständiger Gedanke gebildet werden konnte? Dabei gibt es ja Experimente, die auf spezifische physikalisch-chemische Eigenschaften potenzierter Präparate hindeuten, https://www.liebertpub.com/doi/pdf/10.1089/acm.2019.0064 und Studien, die angeblich die Unwirksamkeit der Homöopathie belegen, tun das auf den zweiten Blick doch nicht: https://www.bph-online.de/hintergruende-zur-veroeffentlichung-der-australischen-studie/ Es lässt sich auch einiges zu dem Vorgehen der sogenannten Skeptiker sagen, die seit einiger Zeit eine Kampagne gegen die Homöopathie betreiben: https://www.bph-online.de/brief-an-gesundheitsminister-spahn/ Und so weiter. Aber wir wollen ja nicht zu viel von Frau Stokowski verlangen.

#5 - 10.09.2019, 16:24 von stadtmöwe

Wieso ist Homöopathie wohl so beliebt?

Bestimmt nicht, weil sie nichts bringt. Sondern weil so viele Menschen erlebt haben, wie Homöopathische Behandlungen geholfen haben - und oft eben auch dann, wenn nichts anderes geholfen hat. Es scheint ein Journalist*innen-Sport geworden zu sein, sich über Homöopathie abfällig zu äußern. Die Schulmedizin wird dagegen weiterhin so hingenommen, auch wenn sie sehr Apparate-fixiert ist (wo Geld vielleicht auch eine Rolle spielt) und die meisten Mediziner einfach nur Symptom-orientiert an Krankheit herangehen, anstatt den Ursachen für Krankheit auf den Grund zu gehen. Dafür braucht es aber Heilpraktiker, Homöopathen und andere, die ganzheitlich an das komplexe Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele herangehen. Ich selbst war früher ständig krank. Dann habe ich mich ein paar Jahre lang immer wieder homöopathisch begleiten lassen und habe nun seit über 15 Jahren keine Ärzte oder Homöopathen mehr benötigt. Mit Mitte 50 bin ich kerngesund. Könnte das vielleicht mit der homöopathischen Herangehensweise zu tun haben? Meine Stieftochter hatte als kleines Kind schon 8 Lungenentzündungen, die alle mit Antibiotika behandelt wurden. Dann hat ihre Mutter sie getraut, die nächste Lungenentzündung (da war sie 6 Jahre alt) homöopathisch zu begleiten - und war dabei natürlich sehr achtsam mit allen Symptomen. Das war die letzte Lungenentzündung, die dieses Mädchen je hatte. Könnte das möglicherweise mit der homöopathischen Herangehensweise zu tun haben? Es gibt so viele Dinge zwischen Himmel und Erde, die die Naturwissenschaft noch gar nicht durchschaut - und alle seriösen Wissenschaftler werden dem zustimmen. Der wissenschaftliche Stand von gestern ist heute oft schon überholt, besonders im medizinischen Bereich. Das kann man ja auch wunderbar an den vielfältigen SPON-Artikeln zum Thema nachlesen. Wer weiß schon, wie Homöopathie in 100 Jahren gesehen wird. Und wer behauptet, das zu wissen, zeigt einfach, dass es Glaubenssystemen aufsitzt. Eine wissenschaftliche Annäherung würde mit einem offenen Verstand beginnen.

#6 - 10.09.2019, 16:24 von erichb.

"Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen"

Glauben und genesen hingen schon immer eng zusammen und das ist das Wirkprinzip der Homöopathie. Man sollte sich endlich von diesem ignoranten Begriff "Placeboeffekt" verabschieden und forschen, wie man dieses Glaubens- und Hoffnungsprinzip zielgerichtet und wirksam in die seriöse Medizin integriert.

#7 - 10.09.2019, 16:24 von Lykanthrop_

Vielen Dank Frau Stokowski,
eine gute Kolumne, auch wenn die Botschaft eigentlich schon überall angekommen sein müsste.
Bleibt zu hoffen, dass sich etwas bewegt.
Mit Ideologen zu diskutieren ist schwer, doch notwendig, auch wenn man den Kern niemals überzeugen kann gibt es immer ein großes Publikum zwischen hier und dort.

#8 - 10.09.2019, 16:25 von stadtmöwe

Übrigens

Ich bin auch Widder, also das kann es nicht sein. Die Frage ist, ob der Verstand offen ist oder nicht.

#9 - 10.09.2019, 16:28 von mr.room

Hurra!

Die erste Kolumne von Ihnen die mir gefällt und wo ich meinen Namen drunter setzen würde. Das Zeug gehört aus allen Leistungskatalogen ausgeschlossen. Man kann es ja im Supermarkt neben den Süßigkeiten anbieten. Da kann sich dann jeder der was davon hält bedienen und damit behandeln. Es ist erschreckend zu sehen wie Kinder im Kindergartenalter nach jedem allerweltssturz die Pillen in den Mund bekommt. So wird direkt die nächste Generation überzeugter Patienten herangezogen. Das Leben ist ja auch einfacher, wenn es für alles ein Mikropillchen gibt.

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