Forum
Kultur

In eigener Sache: Hier ist der Abschlussbericht der Aufklärungskommission zum Fall Re

Maxim Sergienko/ SPIEGEL ONLINE Im Dezember 2018 machte der SPIEGEL die Fälschungen seines ehemaligen Redakteurs Claas Relotius öffentlich und leitete eine interne Untersuchung ein. Der Bericht über den Betrugsfall liegt jetzt vor.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/19   10  
#1 - 24.05.2019, 12:36 von nurdieruhe

Mut zur Selbstkritik

Ich ziehe meinen Hut zum Umgang mit diesem Fall - die Art der Aufarbeitung ist vorbildlich, die Selbstkritik zeigt Haltung und Stärke, auch wenn sie mir inhaltlich etwas überzogen erscheint. Individuelles Fehlverhalten wird es immer wieder geben, dieses zu entdecken und transparent zu machen, ist von einer so enormen Bedeutung für Freiheit und Rechtsstaat, die vielen gar nicht bewusst ist. Investigativer Journalismus ist einer der größten Schätze unserer Demokratie, umso wichtiger ist die intensive Aufarbeitung, die dem Schutz der Glaubwürdigkeit dient und nach meiner Wahrnehmung vom Spiegel mit der notwendigen Ernsthaftigkeit vorbildlich betrieben wird.

Wohltuend für uns alle, die wir täglich mit den lächerlichen Rechtfertigungen und abwegigen Tatsachenverdrehungen der Populisten belästigt werden, wenn sie - dank engagierter Journalisten und Whistleblower - in ihrem unehrenhaften Verhalten ertappt werden.

#2 - 24.05.2019, 12:53 von vox veritas

Seitdem werden Kolumne und Kommentare besser gekennzeichnet,

#3 - 24.05.2019, 12:54 von audaxaudax

Nabelschau von SPON und Spiegel wen juckts

#4 - 24.05.2019, 12:55 von freidenker49

Die Opferrolle übernehmen

Es könnte der Eindruck entstehen, dass der arme Spiegel von dem bösen Relotius derartig hinters Licht geführt wurde. Dass das ja von dem eine ganz schlimme Sache gewesen sei. Sie erwähnen jedoch richtigerweise, dass ihre Schutzmechanismen nicht funktioniert haben. Sie haben also Fehler gemacht. Und deshalb sind sie auch das Opfer dieser Fehler geworden. Sie sind also durchaus ein Opfer. Und können deshalb auch ihre Opferrolle durch aus so zu geben.
Sollte hier mal ausführlich erwähnt werden, da es eine bestimmte Partei gibt, die sich angeblich immer in der Opferrolle suhlt.
Aktuell wird dieser Partei und ihren Mitgliedern ein ähnlicher Charakter unterstellt wie Strache von der FPÖ. Und ein Schelm ist, wer auf den Vergleich käme, das Verhalten von Relotius als typisch für die gesamte Branche jetzt zu betonen.

#5 - 24.05.2019, 12:58 von Margaretefan

Ob es dem Spiegel hilft,...

...den entstandenen Schaden so klein wie möglich zu halten, kann nur die Zeit zeigen. Dass gerade parallel dazu ein intelligenter, junger und talentierter Mann, mit einem oberlehrerhaft wirkenden Faktencheck auf SPON vorgeführt wird, wenn auch recht milde, halte ich für extrem unklug. Dem jungen Mann, der aus meiner Sicht seine eigenen Meinungen kundgetan hat und diese Meinungen mit den für ihn geltenden Ursachen belegte, sollte der Spiegel einen Job anbieten. Ich würde drauf tippen, dass (zahlende bzw Geld einbringende) Leser unter 30 Jahren nicht in all zu großer Anzahl vorhanden sind. Herr Lobo allein wird das Problem nicht rocken können. Zudem würde ich es wagen die Wette einzugehen, dass es zu jeder einzelnen "These" von diesem Rezo mindestens einen Spiegelartikel gibt, der ziemlich exakt ins selbe Horn bläst. sowohl als Meinungsäußerung, sprich Kolumne, als auch als "Qualitätsjournalismus" recherchiert, überprüft, für gut befunden und schließlich veröffentlicht.

#6 - 24.05.2019, 13:02 von troka

ein Witz - oder?

"Abschlußbericht", "Aufklärungskommission", "Untersuchung", Leute - ihr habt einen Auftrag, dessen Auftraggeber an euren Artikeln, Meinungen und immer wieder gegeben Erklärtexten deutlich zu erkennen sind. Ob es um den westlichen Putsch in der Ukraine geht oder den Krieg gegen den souveränen Staat Syrien, ob es um die Morde westlicher Truppen im Jemen geht oder die unverhohlene Unterstützung durch den CIA gelenkten Putschisten Guaido in Venezuela - Relotius hat geschrieben, was ihr schreiben solltet und wolltet. Aufgeflogen ist nur ein Relotius und die immer wieder kehrende Leier vom Einzeltäter und Blender ist leider offensichtlich und durchschaubar.

#7 - 24.05.2019, 13:14 von itajuba

"Der Schutz der Quelle ist das höchste (sic!!!) Gut im Journalismus", sagt der SPIEGEL (Steffen Klausmann und Martin Knobbe). Aha, das ist also objektiver, neutraler und sauberer Journalismus ...

#8 - 24.05.2019, 13:30 von rauberg66

Analogien

Ich halte den Umgang mit dem Fall für gut und befürworte die Aufklärung.

Andererseits finde ich diesen Fall auch für den Spiegel für lehrreich, denn das "Pyramidenversagen", dass hier klar zum Ausdruck kommt, ist sonst das, was der Spiegel gern anderen anlastet. So wird gerade dieses "Schweigen und Hinnehmen" und "Intervention vermeiden" gern besonders Behörden, mit Vorliebe Polizeibehörden angelastet.
Gut, dass dieses Stück Empathiefähigkeit jetzt beim Spiegel selber erlernbar war / ist.

Ich hoffe, dies hilft bei der Betrachtung von Sachverhalten, bei denen der betriebsinterne soziale Druck mit zur Fallrekonstruktion gehört und bis dato kaum Beachtung fand.

#9 - 24.05.2019, 13:34 von Margaretefan

@ #7 von itajuba

Ich stehe auf dem Schlauch, bitte verraten Sie mir, was genau und warum überhaupt Sie daran auszusetzen haben? Aus meiner bescheidenen Sicht, ist ernst zu nehmender Journalismus, der die Aufgabe hat den Mächtigen auf die Finger zu schauen und über kleinere und größere Vergehen zu berichten, ohne Quellenschutz gar nicht möglich.

    Seite 1/19   10