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Medienkritik : Den Hass benennen

DPA Im Ruhgebiet rast ein Mann in Menschenmengen - aus rassistischen Motiven. In Wien schlägt ein Frauenhasser eine 25-Jährige fast tot. Viele Medien verharmlosen die Taten, den Hass blenden sie aus, die Opfer auch.
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#1 - 08.01.2019, 19:07 von Lykanthrop_

Danke Frau Stokowski, hier haben Sie wenigstens schön die Einzelfälle beschrieben und nicht die Medien angeprangert. Differenzierung scheint ihnen aber immer noch schwer zu Fallen, zumindest wenn es um weiße TätER geht. Es gibt solche, die handeln aus ideologischer Überzeugung und sind ansonsten klar bei Verstand, Sie haben sich verrannt. Es gibt solche die handeln auf Grund einer psychischen Störung und nutzen eine Ideologie lediglich als Rechtfertigung und Ventil ihrer Probleme. Es ist kompliziert, nicht für Sie. Täter darf, muss man oft psychologisieren sonst wird ihre Taten nicht verstehen, Ideologien nicht.
Und vergessen Sie nicht, Kausalketten sind keine Schuldverweise, dienen aber dem Verständnis.

#2 - 08.01.2019, 19:20 von arvenfoerster

Erklären heisst nicht Entschuldigen

Frau Stokowski, etwas erklären zu wollen, ist bitte noch lange nicht das Gleiche, wie etwas zu verharmlosen oder etwas zu entschuldigen. Unser Rechtssystem strebt danach, dass Motiv des Täters zu kennen, aus einer ganz einfachen Frage: Würde er oder sie wieder so handeln?

#3 - 08.01.2019, 19:48 von dasfred

Sehr nachvollziehbar beschrieben

Heute finden wohl weniger Foristen einen Grund, Frau Stokowski für ihre Texte als Emanze anzugreifen. Die Art, wie sie hier die Fälle noch einmal dargestellt hat, hat mir gefallen. Explizit die Psyche auszuklammern und die Taten so darzustellen, wie sie sich ereignet haben und welche Folgen das auch für die Opfer hat. Wo nicht schon der Hass eingeimpft wurde, da kann auch eine Krankheit nicht diese Folgen haben. Ein Verbrechen aus Hass muss auch so bezeichnet werden.

#4 - 08.01.2019, 20:09 von dt24535322

Es weiß doch keiner von uns wirklich was in den Köpfen der Täter wirklich vorgeht und dennoch sehe ich ständig Versuche die Deutungshoheit darüber zu erlangen, welche Motive vorlagen und was die Täter zu ihren Taten veranlasst hat. Noch dazu kann es rassistische oder frauenfeindliche Motive vermischt mit anderen Gründen geben - diese Denkweise es könne nur das eine oder das andere gewesen sein ist doch Banane.

#5 - 08.01.2019, 20:15 von Dr. Kilad

Danke. Ist sehr aktuell.

Denn nun geht es um den Angriff auf den AfD-Politiker Frank Magnitz. Wird die WAZ nun in Anlehnung an den rassistischen Mordversuch in Bottrop titeln: "Attentäter bekunden Hass auf Nazis: 'Anschlägen zuvorkommen'"? Denn letzten Oktober drohte Magnitz: „Wir werden ganz schnell andere Verhältnisse schaffen.“. Kann es nicht sein, dass es auch Menschen gibt, die Angst vor solchen Rechten haben? Dies wird hier nicht erwogen. Und es typisch. Die Angst entschuldigt in beiden Fällen nichts. Aber statt nun plötzlich großtönig Gewalt abzulehnen, sollte sich die Politik vielleicht mal fragen, was sie für die Sicherheit tut - eben auch vor solchen Drohungen, wie die von Magnitz.

#6 - 08.01.2019, 20:16 von Sueme

Nein eine Krankheit die gezielt Syrer als Opfer aussucht sicher nicht, eine psychische Erkrankung die die Realität des Kranken verzehrt und ihn wunderliche Sachen machen lässt hingegen schon. Das genaue Krankenbild der Schizophrenie des vermutlichen Täters verschweigen Sie dann ja auch geflissentlich in ihrem Artikel. Denn sollte er tatsächlich noch an einer Schizophrenie leiden war es nämlich kein Fremdenhass sondern "nur" eine Psychose die in getrieben hat. Wäre aber natürlich total unglücklich für Sie, könnte Frau sich ja nicht so schön darüber empören.

#7 - 08.01.2019, 20:25 von marthaimschnee

zu wenig ambitionierter Ansatz

Nehmen wir mal an, das sind nicht alles nur Einzelfälle, wie es sie vor dem Internet auch schon gegeben hat und die einfach nur nicht publik genug wurden, dann bleibt die Frage, woher der Haß kommt. Niemand wird schließlich haßerfüllt geboren und auch eine genetische Veranlagung ist eher unwahrscheinlich. Und da dieser Haß - ich verweise auf meinen einleitenden Satz - vorher zumindest in der Form nicht da war, ist er folglich in jüngster Vergangenheit entstanden. Ziemlich merkwürdig, wo es uns doch heute so gut geht, wie nie zuvor, nicht? Die daraus folgende Zufriedenheit würde schließlich auch nicht wirklich Haß produzieren, oder? Also stellt doch mal den richtigen Leuten die richtigen Fragen, statt ständig nur regierungs- und wirtschaftsfreundliche Phrasen zu verbreiten und so zu tun, als wären all die Probleme, die uns so ganz plötzlich überrennen, vom Himmel gefallen!

#8 - 08.01.2019, 20:35 von robofisch

Da hat Frau Stokowski aber verschiedenste Gewaltdelikte genommen, alles schön durcheinandergemischt und eine ziemlich nichtsagende Erklärung geliefert mit "Rassismus", "Sexismus" und Mann sowieso ganz böse. Als gute Linke wollen wir nicht vergessen: Es sind alles Einzelfälle und wir dürfen nicht pauschalisieren. Insofern ist ihr Kommentar nicht progressiv, sondern reaktionär.

#9 - 08.01.2019, 21:12 von bakiri

Richtig, aber unnötig...

Zu Gewalt führender Hass ist niemals zu akzeptieren, egal aus welchem politischem Spektrum und aus welchem Motiv er entstammt. Er ist zu verurteilen, unabhängig ob er von Einzeltätern oder Gruppen, spontan oder geplant, mit oder ohne die Tat begünstigenden Erkrankungen begangen wird. Die verübenden Personen müssen immer sehr hart bestraft werden, das ist als Ächtung wichtig. Es darf wie hier beschrieben kein "Verharmlosung" stattfinden.
Gleichzeitig hat diese Kolumne aber ein Problem, dem die meisten Medien verfallen. Sie bietet den Taten und Tätern das, was diese begehren: Aufmerksamkeit für ihre Sache und für sich selber. Den größten Dienst für unsere Gesellschaft würden die Medien leisten, wenn sie zwar von einer geschehenen Tat berichten, aber nicht durch tausende Folgebeiträge solche Taten hervorheben und ihnen mehr Bedeutung zukommen lassen, als sie verdienen.

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