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"#Nazis raus": Die deutscheste Debatte überhaupt

DPA Der Tweet einer TV-Journalistin hat Anfang des Jahres einen teils abstrusen Streit ausgelöst. Vor allem aber hat er gezeigt, wie man in einer solchen Debatte falsch abbiegen kann.
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#10 - 15.01.2019, 18:20 von christoph_schlobies

Ich habe für die primitiven NAZI-Massenmörder keinen Hauch von Sympathie- aber ich finde die Hysterie absurd-man erhebt die NAZIs in den Rang ,einer satanischen Macht -nicht relativierbar - und feiert jeden Tag Nazi-Gedenktag.Und das soll gesund sein? -.

Und dann noch die angeblich zwangsläufige Wiederkehr bei jeder nationalen Partei- dabei hat Karl Popper den Elend des Historismus
völlig aus der politischen Philosophie vertrieben.-

Wie kann man als denkender,gebildeter Mensch diesen himmelschreienden Blödsinn von der zwangsläufigen Wiederkehr glauben. "Wehret den Anfängen!? " Welchen Anfängen denn ? Die Gewalt gegen Anderssdenkende war ein Anfang,der viel signifikanter für die NAZIs war als Nationalismus,den es vorher und bei allen umliegenden Völkern auch gab-ebenso Antisemitimus.

Angefangen hat der NAZI-Terror damit,dass man Andersdenkenden Knüppel über den Kopf schlug.Dass man Geschäften die Scheiben einschlug oder mit Farbbeuteln beschmitzte.
Mit der Aufforderung,nicht mehr bei gewissen Leuten zu kaufen.-
Passt vielen hier nicht... weiß ich.

#11 - 15.01.2019, 18:20 von freemind2010

Sorry

aber Spruch ist doch ein Synonym für „Rechte raus“ etc. Der Vorteil der Nazikeule ist, dass man sich nicht mit Ansichten anderer auseinander setzen muss. Und ich meine nicht rassistische Ansichten sondern konversativere Weltbilder.

#12 - 15.01.2019, 18:21 von allesbesser

Hauptsache raus

Ich fand, es war ein guter Tweet. Öffentlich-Rechtliche Journalistin schafft mit zwei Worten hohe Erregungskurve. Darum ging es doch wohl. Ziel erreicht. Warum hätte man es mit #Deppenraus nicht geschafft? Genau, dass ist rassistisch. Für mich bleibt nur eine ernstgemeinte Frage übrig: Achtet jemand in den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten darauf, dass die verehrten Kollegen ganz bestimmt nicht während der Arbeitszeit twittern? Denn es wird schließlich immer wieder betont, es handelt sich um deren Privatmeinung. Immerhin bin ich beeindruckt, wieviel Intelligenz zur Analyse des Tweets aufgewendet wird. Ich sollte es doch mal mit #Deppenraus probieren. Im schlimmsten Fall wird mir dann mit einigen semantischen hirnakrobatischen Verrenkungen dumpfer Rassismus vorgeworfen.

#13 - 15.01.2019, 18:23 von uwe.strebel

Nazis raus ist genau so dumm wie Ausländer raus!

it's the flip side of the coin... würden Engländer sagen. Jeder der schreibt oder sagt: "Nazis raus" stellt sich mit denen auf eine Stufe die sagen: "Ausländer raus"
Liebe Frau Stokowski, ch freue mich immer - wenn ich erhellende Artikel von ihnen lesen darf. Dennoch möchte ich sie fragen - ob es Ihnen nicht möglich ist, Artikel zu schreiben - die sich NICHT durch Ideologie und "moralische Selbstüberhöhung" auszeichnen?
So schreiben sie beispielsweise - Zitat aus ihrem Artikel: "als auch in Bezug auf die weit verbreitete Bereitschaft, Menschenfeindlichkeit zu tolerieren und sich im Zweifel lieber doch nicht mit Antifaschistinnen zu solidarisieren." Bleiben wir bei der Menschenfeindlichkeit - die nach ihrer Meinung NICHT toleriert werden darf. Wer entscheidet was "Menscheinfeindlichkeit" ist und was nicht - zu Ihrer Information Menschenfeindlichkeit ist KEIN operationalisierbarer und intersubjektiv überprüfbarer Begriff. Frau Stokowski lassen sie mich bitte versuchen ihnen das zu erläutern. Sicher haben sie schon einmal von James Watson gehört? James Watson ist Nobelpreisträger - mit dem Nobelpreis wurde er für die Entdeckung der Molekularstruktur der DNA ausgezeichnet (Watson und Crick erkannten, dass die DNA als eine Doppelhelix vorliegen muss, bei der zwei DNA-Stränge umeinander gewunden sind.) Was macht nun dieser Watson - oder besser gesagt, dieser "Menschenfeind" Watson? Er läßt ungeheuerliches verlauten - und zwar: "dass Schwarze wegen ihrer Gene weniger intelligent seien als Weisse" Watson sagt es gebe Rassenunterschiede hinsichtlich der Intelligenz aufgrund von vererbten Genen (Wichtig - er sagt Rasse ist KEIN soziales Konstrukt!) Frau Stokowski meiine Aussage können Sie intersubjektiv überprüfen - sie können sie in NZZ oder der BBC nachlesen. Viele Nobelpreisträger äußerten sich ähnlich - beispielsweise: Albert Einstein, Konrad Lorenz, Albert Schweitzer etc.
Das sind nach Ihrer Meinung sicher alles Rassisten? Aber Sie Frau Stokowski wissen das bestimmt viel besser als ein Herr Watson. Hier der Link: https://www.nzz.ch/wissenschaft/james-watson-nobelpreistraeger-wiederholt-rassistische-aussagen-ld.1451209

#14 - 15.01.2019, 18:25 von shotaro_kaneda

Ja, ich bin auch für #Nazis raus. Dies gilt allerdings nur für echte Nazis. Der Satz, dass alle, die nicht Grün wählen, Nazis seien, bringt das Problem auf den Punkt. Der Satz mag vielleicht ironisch gemeint gewesen sein, ich vermag da aber keine Ironie zu erkennen. Entweder will man damit sagen, dass in Wirklichkeit Grüne die wahren Nazis seien (was wahrscheinlich nicht der Fall ist) oder im Sinne der doppelten Ironie eben doch alle Nicht-Grünen-Wähler Nazis sind. Ich vermute eher einen freudschen Versprecher bei so einer Aussage, ähnlich der Aussage Habecks, der Thüringen die Demokratie bringen möchte. Heutzutage gilt man ja schon gemeinhin als Nazi, wenn man möchte, dass nicht jeder der will auch in unser Land kommt, egal mit welchen Absichten. Das Sozialsystem, Rechtsstaatlichkeit und eigene Gesetzgebung nur innerhalb eines Systems mit Grenzen funktionieren kann, ist wahrscheinlich auch schon eine rechte These.

#15 - 15.01.2019, 18:28 von dadubmix

Konsistenz?

"Die deutscheste Debatte ever - sowohl in Bezug auf die Pingeligkeit, mit der gefragt wird, was genau denn jeweils die zwei Wörter im Einzelnen und in Kombination bedeuten"
Eine solche Pingeligkeit legt die Autorin aber gerne an den Tag, wenn es um gendergerechte Sprache etc. geht.
Was denn nun?

#16 - 15.01.2019, 18:32 von m82arcel

"So zeigt sich an den Reaktionen auf einen einfachen Tweet, wie man in einer politischen Debatte falsch abbiegen kann [...]" Meiner Meinung nach zeigen die Reaktionen eher, wie sehr sich Politik, Medien und ein paar Leute, die sich für die "Social Media Öffentlichkeit" halten, vor Langeweile im Kreis drehen. All die Twitter- und Facebook-Politiker (egal ob grün, rot, gelb, schwarz oder blau-braun) und auch Journalisten sind meilenweit von den Themen entfernt, die die Bürger interessieren. Alle, die auch außerhalb von Twitter ein Leben haben, wissen, was mit "Nazis raus" gemeint ist und stimmen dem zu oder eben nicht. Und dann fragen sie sich wieder, wie sie die nächste Mieterhöhung stemmen sollen, ob die Rente zum Leben reichen wird und warum die Schulen ihrer Kinder zerfallen. Keiner diskutiert im echten Leben über die Bedeutung von "Nazis raus" und ob es okay ist, das zu sagen oder nicht. Eine reine Social Media Diskussion, die man als das sehen sollte, was sie ist: irrelevant.

#17 - 15.01.2019, 18:32 von vera gehlkiel

Zitat von michaelmilega
ein guter teil meiner familie ist tatsächlich durch nazis getötet worden (ist schon etwas her) und es widert mich unbeschreiblich an, wie dieser begriff durch medien und hashtags fälschlich gebraucht und in seiner bedeutung entwertet wird. die nazis (fast alle) sind tot. heute gibt es bestenfalls neo-nazis, die sich die "gute alte zeit" unter ihrem führer herbeisehnen. ein paar tausend vielleicht. vielleicht etwas mehr. politisch unbedeutend. wie gesagt: die unsachgemäße benutzung dieses begriffes disqualifiziert den benutzer als ernst zu nehmenden gesprächspartner. als politische figur erst recht.
Tut mir leid, und ich weiss, meine Einlassung auf ihren Post hin ist wahrscheinlich blödsinnig, allerdings hab ich noch nie mit jemand gesprochen, dessen Angehörige von Nazis getötet wurden, und der Neonazis für unrelevant hält. Dafür diejenigen, die gegen Neonazis sind, für Menschen, die sich selbst politisch disqualifizieren?! Das nehme ich ihnen offen gestanden so nicht ab. Gerade vorhin habe ich in einem Warteraum im "Spiegel" etwas über Chemnitz gelesen, wie dort das Restaurant "Schalom" im Rahmen der bewussten und höchst bedrückenden September-Ereignisse angegriffen wurde...sie wollen also sagen, dagegen darf man nicht auch polemisieren...ich bin ehrlich sprachlos...?! Daher sag ich ihnen mal offen ins Gesicht, falls die Admins den Beitrag durchwinken, dass ich glaube, dass sie ein Troll sind. Wenn nicht, entschuldigen sie eine Millionen mal, wenn aber doch, schämen sie sich in Grund und Boden. Bitte schreiben sie dazu doch etwas Erklärendes...?!

#18 - 15.01.2019, 18:33 von schlaueralsschlau

Zuerst muss ich mich mal wie immer erklären im nicht als Nazi durchzugehen: migrationshintergrund und dunkelhaarig! Leute als Nazi zu betiteln relativiert den nationalsozialismus und dessen Opfer! Das halte ich für mehr als falsch. Neonazis wäre eher angebracht. Angebracht wäre auch eine Trennung zwischen (neo)- Nazis und rechten, zwischen rechts denken und VORURTEILEN!! Das was ich erlebe sind meist Vorurteile! Sobald man mich kennt ist der „Hintergrund“ egal. (Zumindest hier in Hamburg)

Es ist (hier) nie Rassismus, sondern Vorurteile! Lernt den Unterschied kennen! Es geht darum ähnlich zu denken, dem anderen ähnlich zu sein.

P.S. Klar gibt es Rassisten, aber die sind hier in der Minderheit.

#19 - 15.01.2019, 18:36 von astaubach

Nazi sein

Ich finde den Begriff "Nazi", so wie er angewendet wird, schon unverschämt. Wenn man AfD-Anhänger ist, weil man meint, dass seine schwer verdienten Steuern nicht für Fremde ausgegeben werden sollten, die hier auf Jahre nicht arbeiten werden, dann wird man mit denjenigen gleichgesetzt, die Millionen Menschen vergast haben. Geht's noch ? Bin mir nicht sicher, ob das mit den Grünen scherzhaft war.

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