Forum
Kultur

Serien-Remake von Fritz Langs "M": Österreich frisst seine Kinder

TVNOW "M - eine Stadt sucht einen Mörder" ist die Neuauflage des Fritz-Lang-Klassikers. Ein Staraufgebot deutschsprachiger Schauspieler arbeitet sich in dieser Serie an der Wiener Wut ab. Absolut sehenswert.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/3    
#1 - 13.02.2019, 11:32 von #9vegalta

‘m‘

lebt aber vor Allem vom weglassen der Brutalität und Gewalt, während der moderne Film häufig zu viel zeigt. Es muss nicht immer die Bluttat im Detail dargestellt werden, Spannung entsteht auch anders. Das Original ist spannend durch gute Erzählung und Minimalismus. Nicht mehr. Oder doch - einen überzeugenden Peter Lorre. Schafft die Serie das auch? Oder werden die Nebenfiguren zu wichtig?

#2 - 13.02.2019, 11:59 von manfred_klimek

Das große Publikum wird sie in Österreich finden..

..wo sie im öffentlich-rechtlichen Programm läuft. Zu bester Sendezeit..

#3 - 13.02.2019, 12:05 von Suffiminis splendor

Eventuell depraviert zum Inspirat

M ist ein in sich geschlossenes Kunstwerk. Jede Einstellung, jeder Gegenstand ist von Bedeutung. Nichts ist zufällig. Ein vollkommener Spiegel dessen, was da ist und dessen, was da noch kommt. Ich weiß nicht, wie man es aus seiner Zeit holen kann, ohne es zu verletzen. Mir erscheint es depraviert zum Inspirat. Also beliebig, was bei einem weniger strengen Werk möglich ist, kann hier eigentlich nicht gelingen.

#4 - 13.02.2019, 12:20 von Pierre30

Fritz Langs Meisterwerk

läßt sich nicht kopieren und schon gar nicht überbieten.

#5 - 13.02.2019, 12:36 von spon-facebook-10000253305

@#9vegalta

Da würde ich mir bei Schalko keine Sorgen machen. seine bisherigen (absolut sehenswerten) Serien zeichnen sich durch ihre komplexe Charaktere und wenig Blut/Brutalität aus. Ich bin gespannt, weil er normalerweise auch ordentlich Übertreibt (als Stilmittel) und Geschichte/Charaktere so oft ins Absurde treibt...kann ich mir hier irgendwie nicht vortellen...

#6 - 13.02.2019, 12:37 von graetz777

Für das netzaffne Publikum auch in Deutschland

Zitat von manfred_klimek
..wo sie im öffentlich-rechtlichen Programm läuft. Zu bester Sendezeit..
... da es zum Glück Dienste gibt, die Online TV aufzeichnen und das auch mit ORF-Sendungen funktioniert.

#7 - 13.02.2019, 12:47 von .patou

Klingt deutlich besser als ich befürchtet hatte. Auch dass David Schalko für Buch und Regie verantwortlich zeichnet, der seine Begabung für Bizarres und Abgründiges bereits bei "Braunschlag" und "Altes Geld" unter Beweis gestellt hat, lässt fast Hoffnung aufkommen, dass aus deutschsprachiger Produktion mal wieder eine sehenswerte Serie hervorgeht. Allerdings hatte ich das auch beim letztlich enttäuschenden "Babylon Berlin" gehofft.

#8 - 13.02.2019, 13:00 von ColynCF

Also ich weiß ja nicht, aber die Charaktere der Serienmörder werden mir zunehmend langweilig. Sowohl die von rein fiktiven (Hannibal Lecter) als auch die ganzen realen. Mittlerweile ist das Thema doch durch. Für Profiler sind die Studien sicher wichtig, um künftige Täter schneller ausmachen zu können, aber für den Leser / Zuschauer... wenig neues.

Fritz Langs M war vor allem dadurch interessant, dass er dem Täter eine wirkliche menschliche Seite gegeben hat, mit der man mitfühlen kann. Für die damalige Zeit sicher auch gesellschaftlich revolutionär. Ich glaube nicht, dass die Neuverfilmung da auch nur im Ansatz dran kommt.

Aus M lernt man vor allem, dass man Menschen, die solche Zwänge in sich tragen, psychologische Hilfe anbieten muss, bevor sie aktiv werden. Das ist der beste Opferschutz.

#9 - 13.02.2019, 13:07 von beatrock63

Je eigenständiger um so besser.

meinen VorrednerInnern möchte ich in sofern zustimmen, dass Langs M perfekt ist und jede Kopie nur Abklatsch werden kann. Aber wir haben es nicht mit Gus Van Sants Psycho zu tun, sondern einer Geschichte, die sich im vielen Details vom Original löst (jedenfalls wird das hier so beschrieben). Vielleicht hätte Schalko einen anderen Titel geben sollen, um den Vergleich nicht so aufzudrängen. Ich hoffe auf eine Serie, die mit Ausstattung, guten Charakteren (und SchauspielerInnen) und logischer Handlung unterhält und werde versuchen, sie unabhängig vom "Original" zu betrachten und zu bewerten. Fragt sich nur, wann ich in Deutschland Gelegenheit dazu haben werde - TVnow kommt mir jedenfalls nicht ins Haus.

    Seite 1/3