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Soderberghs grandioser Liberace-Film: Schwul steht ihm gut

Festival de Cannes Klingt wie ein Witz, ist aber keiner: In "Behind the Candelabra" brilliert Michael Douglas als US-Entertainer Liberace, der bei allem Exzess nie die Courage für ein Coming-out fand. Douglas gelingt die einfühlsamste Rolle seiner Karriere. Und Steven Soderbergh endlich wieder ein exzellenter Film.
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#1 - 21.05.2013, 21:06 von hape

Knallchargerie

"Aber man ist froh, dass es nicht Robin Williams geworden ist, der einst auch für die Rolle im Gespräch war: Eine auch nur ansatzweise tuntige Mrs.-Doubtfire-Knallchargerie wäre hier unangebracht gewesen." So ein Satz macht einen ganzen Artikel kaputt. Sicher ist es ein schöner Satz, wenn man gerne austeilt. Nur wenn damit demonstriert wird, wie wenig man von Schauspielerei versteht, dann geht der Knall nach hinten los. Sie können nicht wissen, wie Robin Williams diese Rolle gespielt hätte. Das ist nämlich nicht seine eigene Entscheidung, sondern letztlich die des Regisseurs. Dass er die Rolle so hätte spielen können, wie es von Michael Douglas verlangt wurde, daran habe ich keine Zweifel. Robin Williams hat nämlich schon bewiesen, dass er ein guter Schauspieler ist und nicht bloß ein überdrehter Komiker.

#2 - 21.05.2013, 21:56 von redunzel

Ich bin schon sehr gespannt auf den Film und freue mich sehr. Ich bin auch großer Michael Douglas - Fan, spätestens seit seiner Darstellung des kauzigen Literatur - Professors Grady Tripp in " Wonder Boys".

#3 - 21.05.2013, 22:03 von freesprit

100 Prozentige Zustimmung

Zitat von hape
"Aber man ist froh, dass es nicht Robin Williams geworden ist, der einst auch für die Rolle im Gespräch war: Eine auch nur ansatzweise tuntige Mrs.-Doubtfire-Knallchargerie wäre hier unangebracht gewesen." So ein Satz macht einen ganzen Artikel kaputt. Sicher ist es ein schöner Satz, wenn man gerne austeilt. Nur wenn damit demonstriert wird, wie wenig man von Schauspielerei versteht, dann geht der Knall nach hinten los. Sie können nicht wissen, wie Robin Williams diese Rolle gespielt hätte. Das ist nämlich nicht seine eigene Entscheidung, sondern letztlich die des Regisseurs. Dass er die Rolle so hätte spielen können, wie es von Michael Douglas verlangt wurde, daran habe ich keine Zweifel. Robin Williams hat nämlich schon bewiesen, dass er ein guter Schauspieler ist und nicht bloß ein überdrehter Komiker.
Es sind beide grossartige Schauspieler und Mr. Williams hätte bestimmt auch eine hervorragende Performance abgeliefert.

#4 - 21.05.2013, 22:34 von ctb

Oscar

Naja, wenn HBO clever ist, bekommen sie das mit der Oscar-Nominierfähigkeit schon hin. Die Anforderungen sind ja recht gering, der Film muss nur eine Woche lang in LA gegen Entgelt in einem Kino laufen. Da wird man einen Kinobetreiber schon zu bekommen - wenn man denn will.

#5 - 21.05.2013, 22:56 von Cole Porter

@ctb

Ja, die Anforderungen sind gering, aber HBO hat das noch nie auf die Reihe bekommen. Hier haben wir wieder die gleiche Situation wie mit "The Life and Death of Peter Sellers", der auch alle möglichen Preise in Europa abgeräumt und die Golden Globes beherrscht hat, aber durch das Nicht-Zeigen in den Kinos Geoffrey Rush seine sehr gute Oscar-Chance versaut hat. (Es sei denn Sie fanden Jamie Foxx als Ray Charles wirklich besser)

#6 - 21.05.2013, 23:02 von carolian

Keine Courage für ein Coming-out?

Von wegen. Seine merkwürdigen Fummel, seine Schrillheit und seine Gestik verrieten doch jedem, hier steht ein Schwuler vor euch. Und?
Hitler übrigens war auch schwul. Der verbarg das nur sein Leben lang. Aber sein exaltiertes Auftreten, sein Gebrüll und seine verzückte Gestik verrieten ihn.
Die Amerikaner sind tolerant. Solange er ihnen nicht an den Hintern fasste, war es denen egal. Hauptsache, er liefert eine amüsante Unterhaltung. Und das ist gut so.

Bei einem Show-Mann gehe ich immer davon aus, dass er schwul ist. Normalos prostituieren sich nur ungern in der Öffentlichkeit. Aber ab 2 Kindern und einer funktionierenden Ehe erwarte ich ebenso wenig ein Coming-Out wie von den Anderen. Mag sein, dass das für die ein Thema ist, weil sie die ganze Welt nur in Bezug auf ihr eigenes Ego sehen. Für mich ist es kein Thema, ebenso nicht, wenn er mit anderen Flaschen schläft.

Aber die schnüffelnden Journalisten brauchen eben Themen und die ziehen sie sich, indem sie Flitter und Glamour vor jedem Inhalt stellen. Der Glanz auf dem Lack interessiert: was glitzert. Das ist eben so bei den Trockennasenaffen.
Das Sexleben von Einstein -was hochinteressant war- hat nie im Boulevard Aufsehen und Anderes erregt. Dabei ist das das einzige, was Journalisten von Einstein verstehen würden. :-)

#7 - 21.05.2013, 23:10 von teufelsküche

Einspruch!

Zitat von sysop
Klingt wie ein Witz, ist aber keiner: In "Behind the Candelabra" brilliert Michael Douglas als US-Entertainer Liberace, der bei allem Exzess nie die Courage für ein Coming-out fand. Douglas gelingt die einfühlsamste Rolle seiner Karriere. Und Steven Soderbergh endlich wieder ein exzellenter Film.
Robin williams hat längst(!) bewiesen, daß er weit mehr drauf hat als den Armand aus Käfig voller Narren und Mrs Doubtfire (welcher er beide, das möchte ich anmerken, mit sehr viel Seele erfüllt hat)

#8 - 21.05.2013, 23:11 von xsxs

@ctb

Da braucht es dann ja nur zwei Vorstellungen.
Arthur Cohn hat den Oscar auch ohne das hinbekommen (1 Day in September)

#9 - 21.05.2013, 23:18 von derbochumerjunge

Coming-out

Zitat von sysop
....US-Entertainer Liberace, der bei allem Exzess nie die Courage für ein Coming-out fand.

Was hätte ein Coming-out bewirken sollen? Herrn Liberaces Karriere wäre - zumindest im Heimatland der Bigotterie - von einem auf den anderen Tag beendet gewesen.

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