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TV-Serie und Realität: Was wir aus "Chernobyl" über die Gegenwart lernen können

HBO/ Sky Der jüngste Atomunfall in Russland löste einen Flashback ins Jahr 1986 aus. Von der damaligen Reaktorexplosion handelt die meisterliche HBO-Produktion "Chernobyl" - und zugleich von den Erschütterungen unserer Epoche.
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#1 - 16.08.2019, 22:39 von froghunter

Ein Meisterwerk???

Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie es zur Katastrophe kommen konnte und wie systematisch das überforderte und duckmäuserische Bürokratensystem eine rechtzeitige und bessere Hilfe verhindert hat. Ob es im Westen besser gelaufen wäre? Wenn nicht sein darf, was der Chef nicht vorgibt.........
Die Serie gehört zum Besten, was es seit Jahren zu sehen gibt: Atmosphärisch, realistisch, traurig, bedrückend, vor allem, wenn man bedenkt, dass man das Ende schon kennt.

#2 - 17.08.2019, 00:27 von mima84_84

Zitat von froghunter
Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie es zur Katastrophe kommen konnte und wie systematisch das überforderte und duckmäuserische Bürokratensystem eine rechtzeitige und bessere Hilfe verhindert hat. Ob es im Westen besser gelaufen wäre? Wenn nicht sein darf, was der Chef nicht vorgibt......... Die Serie gehört zum Besten, was es seit Jahren zu sehen gibt: Atmosphärisch, realistisch, traurig, bedrückend, vor allem, wenn man bedenkt, dass man das Ende schon kennt.
Was vor allem erschüttert ist, dass die Atomkraft Fans die Anzahl der Toten ernsthaft aus den Sovjet Statististiken übernehmen und bis heute behaupten, es hätte in Tschernobyl ca. 30 Tote gegeben.

#3 - 17.08.2019, 00:49 von clkr

@froghunter #1: Schauen Sie einfach nach Fukushima.

Zitat von froghunter
Die Serie zeigt eindrucksvoll, wie es zur Katastrophe kommen konnte und wie systematisch das überforderte und duckmäuserische Bürokratensystem eine rechtzeitige und bessere Hilfe verhindert hat. Ob es im Westen besser gelaufen wäre? Wenn nicht sein darf, was der Chef nicht vorgibt......... Die Serie gehört zum Besten, was es seit Jahren zu sehen gibt: Atmosphärisch, realistisch, traurig, bedrückend, vor allem, wenn man bedenkt, dass man das Ende schon kennt.
Japan gehört zur westlichen "Wertegemeinschaft".
Gut, die haben nicht am Reaktor in instabilen Betriebszuständen beim Herunterfahren herumgespielt, sondern einfach nur die Folgen einer armseligen Gefahrenanalyse bei Errichtung zu spüren bekommen.
Dafür ist die gesamte Weltwirtschaft zur Zeit dabei, ein erdumspannendes Experiment zur Maximierung des CO2-Ausstoßes zu unternehmen und sich mit frommen, aber umso lächerlicheren Lügen über "Flottendurchschnittstreibstoffverbrauchsminimieru ng", "Abgasbehandlung" und "Flugzeugturbineneffizienzsteigerung" im frommen Selbstbetrug zu üben. Bis die Folgen endgültig spürbar sind, wird es zwar anders als in Tschernobyl Dekaden statt Minuten dauern, aber dafür wird es global zur Wende zu spät sein. Was ist schon eine poplige kommunistische Reaktorhavarie gegen ein kapitalistisches Klimakatastrophenspektakel?

#4 - 17.08.2019, 00:53 von halverhahn

Ja, echt ne sehr gute Serie!

Im hiesigen Artikel über die Fehleranalyse zum GAU in Tschernobyl kommt mir aber ein Aspekt völlig zu kurz... Die damalige Angst der Russen, sich gegenüber dem Westen blamieren zu können. Bei allen im seinerzeitigen russischen Kommunismus herrschenden Hierarchie-Chaos stand immer im Hintergrund, dem Westen keine Schwäche zu zeigen. Schon gar nicht im Prestigeobjekt der Russen in Sachen atomare Technik. Somit lautete dort seinerzeit die Devise, Decke drüber, Augen zu und kein Wort darüber verlieren.
Und anscheinend ist das heute dort noch so...

#5 - 17.08.2019, 08:13 von autocrator

1986 – 2026

Tschernobyl ... das war 1986, vor 33 Jahren. Lange her. Pripjat ist eine gesperrte Geisterstadt, die vor allem eines ist: vergessen. Wie die Opfer, deren Zahl je nach Studie von 31 bis 1.500.000 gehen. Tschernobyl taugt nur noch zu einer gruseligen Vorabend-Unterhaltungsserie, die, weil in so tristem sozialistischen linoleum-grau gehalten (trickreich gemacht von der kamera), nur etwas für Intellektuelle ist, die diese Tristesse auch aushalten.
Die Mechanismen des Versagens der Eliten gelten heute noch ; die Parallelen zur täglich im Berufsleben erlebbaren Wirklichkeit ("Ich Chef – Du niggs") sind zu offensichtlich.
Es wäre interessant, eine 'futuristische' Serie zu sehen (bitte in bunt!): 2026 – das Versagen der Eliten beim Klimawandel.

#6 - 17.08.2019, 08:24 von napoleonwilson

Gau

Wer alles hier mitredet. Jeder der es nicht miterlebt hat, sollte nicht so tun, als ob er dabei war. Jeder nach rd. 1972 geborene hat es nicht objektiv erlebt. Faszinierend war, das die Menschen sofort zur Normalität übergegangen sind. Sievert und Co bestimmten den Alltag. Kaufen nicht kaufen , als ob es normal ist. Wieso hat niemand die Udssr auf Schadenersatz verklagt ? Wieso werden unsere maximal sicheren AKWs in einem Topf mit maroden Zeitbomben aus russischer primitiv Produktion geworfen ?

#7 - 17.08.2019, 09:06 von InternetResearchAgency

3,6 Röngten. Nicht gut aber auch nicht schlecht.

Seit langem die erste Produktion, die sich wirklich lohnt.

#8 - 17.08.2019, 09:45 von cosmose

Zitat von napoleonwilson
Wer alles hier mitredet. Jeder der es nicht miterlebt hat, sollte nicht so tun, als ob er dabei war. Jeder nach rd. 1972 geborene hat es nicht objektiv erlebt. Faszinierend war, das die Menschen sofort zur Normalität übergegangen sind. Sievert und Co bestimmten den Alltag. Kaufen nicht kaufen , als ob es normal ist. Wieso hat niemand die Udssr auf Schadenersatz verklagt ? Wieso werden unsere maximal sicheren AKWs in einem Topf mit maroden Zeitbomben aus russischer primitiv Produktion geworfen ?
Ich bin Baujahr 1979.
Als der Unfall in Tschernobyl passierte, war ich gerade eingeschult worden.
Meine Erinnerungen beschränken sich also darauf, dass ich nach der Schule nicht im Sandkasten spielen durfte.
Die Serie, wenn auch nicht komplett authentisch, hat mir auf jeden Fall bewusst gemacht, wie ernst die Lage damals doch tatsächlich war.
Da hätte man ruhig noch ein paar mehr Folgen draus machen können.

Wer die Serie noch nicht gesehen hat, unbedingt ansehen!

#9 - 17.08.2019, 11:15 von helmut_s

"Wenn alles anders ist, muss man alles anders machen. Das ist die Botschaft dieses Meisterwerks."

... aber eins bleibt immer gleich beim kleinkindhaften und doch grosskotzig-überheblichen Rumstolpern unserer Spezies: die "anderen" auf diesem Planeten beissen ins Gras. Sobald Menschen finden, dass sie selbst ein Unwohlsein verspüren könnten, nochmal gesteigert gefühlt um Faktor 100. Auch das verschweigt die Serie nicht ... aber sehr bezeichnend, dem Autor des Artikels ist der beiläufige Massenmord an ungezählten Tieren, nur um das "Verbreiten" der Radioaktivität zu verhindern (komisch, tun das die Menschen nicht auch?) keine Zeile wert. Dem fallen nur irgendwelche Details im ewig gleichen Grossgruppen-Ringelpiez der Spezies Mensch auf ...

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