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Anonymes Lehrergeständnis: Warum ich den ersten Schultag herbeisehne

Getty Images Sechs Wochen frei! Viele Menschen beneiden Lehrer um ihre langen Sommerferien. Dabei ahnen nur wenige, was mancher zu Hause durchmacht - als Vater. Hier erzählt einer anonym, wieso er dringend zur Arbeit will.
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#1 - 19.08.2019, 11:14 von gslk

Das darf ja wohl nicht wahr sein!

Ich hoffe, diese Geschichte entspringt der Feder eines Deutschlehrers, der mit seinen SchülerInnen Anfang des Jahres ironische Texte interpretieren will:
Was für Luxusprobleme!!! Ich bin auch Lehrerin und sehr froh, dass Kita-Schließzeiten für mich und meine Familie daher kein Problem der Betreuung darstellen. Tut mir ja leid, dass ausgerechnet der Vater sich um die Kinder kümmern muss, damit die Frau in der "sogenannten freien Wirtschaft" arbeiten kann. Ein Hoch auf die Gleichberechtigung!
Es macht mich wütend, wenn Kollegen mit derart hohem Gehalt (offensichtlich Gymnasialkollege mit min. A/E13) sich über die viele freie Zeit mit ihren Kindern beschweren. Ja, in den Sommerferien kann man viel vorbereiten, muss man aber nicht. Und Abiprüfungen, Klausuren, Elternkontakte, ... stehen ganz bestimmt nicht in den Sommerferien an.
Hört sich bitte endlich auf, unseren Berufsstand in Verruf zu bringen und seid einfach mal dankbar für die vielen Vorteile, die wir zumindest in den Sommerferien haben!

#2 - 19.08.2019, 11:16 von kangootom

Was läuft hier falsch?

1. Gelangweilte Kinder in der Ferienzeit können nerven. Keine Frage. Aber wenn ein Vater nicht mal Obstgärtchen spielen will frage ich mich wie sehr er sich in der Schulzeit mit seinen Kindern beschäftigt hat. Wurde die Erziehung an die Mutter abgeschoben?
2. Dass Lehrer in den Ferien was für die Schule machen müssen ist verständlicht. Im Prinzip ein Job den man die halbe Zeit im Homeoffice verbringt. Das Problem von mehr Ferienzeit als Urlaub betrifft aber alle. In Zeiten in denen beide Elternteile arbeiten müssen fehlt immer noch zu viel FerienBetreuung. Das betrifft nicht nur Lehrer.
3. Der abfällige Satz über der Job der Frau in der sogenannten freien Wirtschaft war unnötig und macht den Autoren unsympathisch.

#3 - 19.08.2019, 11:20 von godot75

Die armen Leherer

Ich habe mich nie darüber beschwert, daß Lehrer so viele Ferien haben. Gehört halt zum Beruf und den kann man sich (in Maßen) frei wählen.
Aber darüber zu klagen, daß man sich dann soo lange um die eigenen Kinder kümmern muss, finde ich schon ziemlich krass. Das betrifft überraschenderweise nämlich alle Eltern. Nur daß der Rest das auch noch irgendwo unterbringen muss. Also mal ganz entspannt durchatmen, sonst gibts noch Ferienburnout (siehe Titanic) und die guten Seiten des Lehrerberufs genießen...

#4 - 19.08.2019, 11:31 von PTerGun

Was für ein Pädagoge!

Der Text klingt so, als würde in den Sommerferien die Ehefrau, wenn sie denn von der Arbeit nach Hause kommt, noch die ganze Hausarbeit erledigen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum der Herr der Schöpfung, der den Text geschrieben hat, dieses Thema mit keinem einzigen Satz erwähnt und nicht weiß, wie er seine Kinder dazu bekommen soll, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Man kann auch daheim, einfach mal die Tür zumachen und sagen, Kinder, ich habe zu tun, und dann sollte man auch etwas zu tun haben. Man kann aber auch den Kindern sagen, Papa braucht jetzt mal Zeit für sich. Dann kann man dem Kind erklären, wenn man wieder Zeit für es hat. Wenn so ein Tag für das Kind zu langweilig ist, kann man ja immer noch sagen "Wenn dir zu langweilig so ist, dann bringen wir dich am besten morgen wieder in die Kita. Da kannst du mit anderen spielen." Dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder das Kind geht wirklich am nächsten Tag lieber wieder in die Kita oder es beschäftigt sich mit sich selbst. So schwer ist das doch nicht.
Das klingt jedenfalls so, als wenn der Herr außerhalb der Ferien sich nicht so viel mit den Kindern beschäftigt, weil er kein Verhältnis mit ihnen zu haben scheint, auf dessen Basis man solche Abmachungen mit den Kindern treffen kann.
Das sind jetzt alles Vermutungen, was ich da so rauslese. Ich kenne die Familie ja nicht. Aber das Problem, das er beschreibt, ist kein Problem der Ferien, sondern ein Problem des Lehrers mit seinen Kindern unabhängig davon.

#5 - 19.08.2019, 11:34 von trolland_dump

Gleich geht das

Lehrer-Gebashe los,ich hoffe es wird wenigstens zum Teil humorvoll.Mein Senf: Unabhängig vom Lehrerberuf sollte sich doch jeder freuen (freie) Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen.Grade als Mann,da freut sich doch dann gleichzeitig die emanzipierte Bevölkerung gleich doppelt.Ansonsten kommt nun der Spruch mit dem Altersheim,das irgendwann von den Kindern ausgesucht wird.

#6 - 19.08.2019, 11:34 von MioMioMimi

Armer, armer Lehrer

Oh mein Gott, der arme Lehrer hat 6 Wochen frei und muss sich dann auch noch um seine eigenen Kinder kümmern. Das ist wirklich eine Zumutung. Es gibt Eltern, die müssen sich den Urlaub in den Sommerferien aufteilen, damit die Betreuung funktioniert und haben überhaupt keinen gemeinsamen Urlaub. Die meisten würden sich freuen, mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Wenn sich die Kinder nicht mal eine Stunde selbst beschäftigen können, ist in der Erziehung wohl etwas falsch gelaufen.

Vielleicht hätten sie keine Kinder bekommen sollen, wenn sie ihnen einfach nur lästig sind.

#7 - 19.08.2019, 11:36 von observerlbg

Was stellte noch die seelige Vera F. Birkenbihl treffend fest?

Berufstätige Männer sind mit ihrem Job auf der Flucht vor der Familie. Mutti, mach du mal. Schon paar Wochen freie Zeit sind zuviel für den Erzieher. Auch nicht schlecht: "sinkendes Budget". Ja, die Bespaßung muss Geld kosten, damit sie funktioniert, oder was? Und sich dann über den steigenden Materialismus bei den Kindern wundern. Nun denn, weiterhin viel Erfolg beim sich hinter der Arbeit verstecken.

#8 - 19.08.2019, 11:41 von frischfrosch2

Ein netter,

mit einem Augenzwinkern geschriebener Artikel, den ich ein bisschen nachvollziehen kann.
Und bevor sich jetzt alle wieder über die Lehrer echauffieren, die angeblich ihren Unterricht nur aus einer Schublade ziehen: Der Mann versucht wenigstens, seine Sommerferien zur Vorbereitung des neuen Schuljahrs zu nutzen ;-)
Lehrer machen einen echt anstrengenden Job, weil sie im Unterricht nicht einfach Däumchen drehen können (nicht mal für 1 Minute) wie all die Sesselpupser, die während der Arbeitszeit genug Zeit haben, hier Lehrerbashing in Spon-Foren zu betreiben. Danke liebe Lehrer, dass ihr euch das antut!

#9 - 19.08.2019, 11:50 von hibbihugo

Kreativ werden

Also in meiner Heimatstadt (Aachen) werden für genau diese Probleme die Ferienspiele angeboten.
Vor allem für Familien gedacht die es sich nicht leisten können in den Urlaub zu fahren, ihren Kindern aber trotzdem schöne Ferien ermöglichen wollen. Oder eben für jene die auch in den Ferien mal kinderfreie Zeit haben wollen. Dort gibt man seine Kinder morgens ab, im ideal Fall können sie dort auch schon alleine mit dem Rad hinfahren. Dann hat man genug Zeit mal alles zu erledigen was sich so angesammelt hat. Abends kommen die Kinder k.o zurück und nach dem Essen gehen dann schon die Augen zu.

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