Forum
Leben und Lernen

Ein Teenager berichtet: "Meine Helikoptereltern machten mich zum Therapiefall"

Getty Images/Canopy Er durfte nicht mit auf Klassenfahrt, nicht ausgehen, seine Freunde kaum treffen: Hier berichtet ein 19-Jähriger, wie seine Eltern ihn überbehüten - und welche Folgen das für sein Leben hat.
zum Artikel
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!
    Seite 1/7    
#1 - 20.02.2017, 10:53 von cor

Gibt es mehr Helikopter-Eltern als früher?

Das ist nicht der erste Artikel über Helikopter-Eltern diesen Monat. Dadurch drängt sich der Eindruck auf, als ob das Thema akut wäre oder, dass es mehr Helikopter-Eltern als früher.

Ist das denn wirklich so?

#2 - 20.02.2017, 10:54 von Phil2302

Keine Helikoptereltern

Gibt es eigentlich eine Definition des Begriffs? Für mich sind das keine Helikoptereltern mehr. Finde es auch doof, den Begriff zu verwenden. Unter dem Begriff wird meiner Meinung nach ein bisschen gegen fürsorgliche Eltern gehetzt, woran an sich erstmal nichts schlimmes ist. Meine Eltern haben mich auch zum Sportverein gefahren und darauf geachtet, dass ich gute Noten habe. Für manche fällt das ja schon unter den Begriff.

#3 - 20.02.2017, 11:08 von denn76

Zitat von Phil2302
Gibt es eigentlich eine Definition des Begriffs? Für mich sind das keine Helikoptereltern mehr. Finde es auch doof, den Begriff zu verwenden. Unter dem Begriff wird meiner Meinung nach ein bisschen gegen fürsorgliche Eltern gehetzt, woran an sich erstmal nichts .....
Fürsorge ist etwas anderes als das, was in diesem Artikel beschrieben wird. Und seit wann ist es denn sofort Hetze, wenn über etwas/jemand auch nur ein wenig kritisch berichtet wird?

#4 - 20.02.2017, 11:14 von EvaLutz

Eltern machen es so gut, wie sie es eben können

Setzt Dich hin und schreib zwei Listen. Was Du an Deiner Mutter schätzt. Was Du an Deinem Vater schätzt. Dann pack das alles in einen Umschlag, in einen Koffer, hör auf zu heulen, denn was Du schreibst wird Dich zu Tränen rühren, wisch Dir die Nase ab und zieh aus. Mach es als Vater dann so gut, wie Du es eben kannst. Dein Artikel zeigt doch, dass Du genau weißt, was Du in Deinem Leben willst und was für ein Mensch Du sein willst. Dann mal los! Viel Glück und gute Begegnungen in Deinem Leben. @SPON - was bringt es Euch eigentlich mit solchen Artikeln Eltern und Kinder auseinander zu bringen? Wäre es nicht viel schöner, Familien wert zu schätzen und sie zu ermutigen?

#5 - 20.02.2017, 11:15 von cossy

Ist hier der Begriff Helikopter-Eltern angebracht?

Natürlich behüten im Falle des genannten Jugendlichen die Eltern auch ihren Sohn über alle Maßen, aber hier spielt noch der kulturelle Hintergrund eine Rolle, wo die Eltern scheinbar nicht möchten, dass ihr Sohn "seine" Kultur, eigentlich die Kultur der Eltern, verliert, um sich hier zu assimilieren.
Das kann dann aber auch nach hinten losgehen, wenn sich diese Jugendlichen dann komplett aus dieser Kultur zurückziehen, wenn die Möglichkeit besteht.
Aber es gibt mehr Helikoptgereltern als früher. Ich bin Mitte der 80er-Jahre mit Anfang 20 Vater geworden, da hat man die Dinge meist easy genommen, ohne das Kind zu vernachlässigen. Mit 40 bin ich dann des dritte Mal Vater geworden und mit 43 das vierte Mal. Aber ich bin nicht der älteste Vater im Umkreis bei dem Kleinen, nur haben die anderen keine weiteren Kinder meist. Und diese Eltern, Ü35, beruflich erfolgreich, meinen, sie müssten ihre Kinder überbeschützen und damit die ganze Umwelt nerven. Meiner Meinung nach besteht ein Zusammenhang aus dem höher werdenen Alter der neuen Eltern und der daraus erfolgenden Helikoptertätigkeit. Vielleicht sollte man das mal in die Überlegungen mit hineinbringen.

#6 - 20.02.2017, 11:16 von acusticusneurinom

Zitat von cor
Das ist nicht der erste Artikel über Helikopter-Eltern diesen Monat. Dadurch drängt sich der Eindruck auf, als ob das Thema akut wäre oder, dass es mehr Helikopter-Eltern als früher. Ist das denn wirklich so?
...fragen Sie am besten die Erzieherinnen in den Kindertagesstätten oder die Lehrerinnen und Lehrer in allen Schulformen.

Die werden diese Frage eindeutig mit "ja" beantworten.
Es gilt - oft genug - inzwischen der Spruch:
"Nicht die Kinder sind das Problem - sondern deren Eltern..."

Das rechtsanwaltliche Einklagen von besseren Schulnoten für den Filius/die Filia ist der - bisherige - Gipfel dieser Entwicklung.

Es gab Zeiten, da wurden die Kinder nicht zum Sportverein oder in die Schule gefahren - ganz einfach, weil es eine Zeit gab in der ein Auto noch als Luxus galt. Die packten dann ihre "sieben Zwetschgen" (also Schultasche) - und gingen zu Fuß oder hatten eine Wochenkarte für den Bus.
Heute würden viele Eltern ihre Kinder noch mit dem Auto bis vor die Klassenzimmertüre fahren, wenn das ginge.... .
Früher gehörten aufgeschürfte Knie oder - vielleicht sogar am Stacheldraht aufgerissene Finger, vom Zäuneklettern - zum Alltag.
Heute folgt häufig die Krankmeldung - an die Schule.

#7 - 20.02.2017, 11:18 von rsl1411

Sowas gab es früher natürlich auch.
Als ein Schulkamerad in den 80ern bei mir mal den letzten Bus nach Hause verpasst hat, durfte er nicht bei uns übernachten.
Argument seiner Mutter: "Der Junge ist doch erst 16!". Sie haben ihn dann abgeholt...
Das, was hier beschrieben wird, ist aber keine Überbehütung, das ist Kontrollwahn.

#8 - 20.02.2017, 11:20 von als4888

Ein Außenseiter,

der zum Schülersprecher gewählt wird .... Schwer zu glauben, da man sehr gut vernetzt sein muß, oder eine äußerst gute Präsentation und Konzeption zeigen muß, um gewählt zu werden.
Und ja, Helikoptereltern gibt es nicht selten und sie behindern die Entwicklung ihrer Kinder massiv.

#9 - 20.02.2017, 11:22 von schnabelnase

Ja, es wimmelt nur so von Helikopter-Eltern...

In der Grundschule meiner KInder sind die Schüler(innen), deren Eltern sich einen Sch... um irgendetwas kümmern in der absoluten Überzahl. Und diese Kinder bzw. deren Eltern sind ein viel größeres Problem für den Schulalltag, also für eine adäquate Unterrichtsgestaltung und auch für den Schulfrieden. Es lässt sich bloß viel einfacher darüber lästern, dass z.B. ein Elternteil, den vergessenen Turnbeutel hinterherträgt, als über die fünf anderen, die überhaupt nie Turnzeug dabei haben oder einen Zirkel oder Frühstück oder eine warme Winterjacke etc. Der Unterschied besteht in den meisten Fällen eben bloß darin, dass die Lehrkörper sich mit den sog. Helikoptereltern auseinandersetzen "müssen", weil diese in Erscheinung treten, während die Eltern, denen alles wurscht ist, gar nicht auf der Bildfläche erscheinen oder gar an Elternabenden teilnehmen, gerade weil ihnen ja alles wurscht ist. Dieses Verhalten wird meiner Erfahrung nach ja auch viel besser angenommen an den Schulen. Dann weißt man eben irgendwann nach einem halben Jahr mal telefonisch (oder wie auch immer) kurz auf die Probleme hin und dann geht es weiter im Text. Klar, das alles ist Sache der Eltern, die dafür sorgen müssen, dass das Kind beispielsweise richtig ausgestattet ist. Nur, warum geht es eigentlich immer um sog. Helikoptereltern und was soll das überhaupt sein? Mittlerweile muss dieser Begriff ja schon für alles mögliche herhalten. Neulich mussten die Kinder der Klasse meiner siebenjährigen Tochter nach dem Sportunterricht in dünnen Leggings in die Pause auf den Schulhof, weil durch irgendeine Fehlplanung keine Zeit mehr zum Umziehen gewesen sein soll. Es waren 5 Grad minus. Eine Anfrage, was es damit auf sich hat, habe ich mir gespart. Das wäre sinnlos gewesen. Das ist letztendlich auch der Zweck dieses "Helikopter"-Schwachsinns. Die Befürchtung, bei jeder Meldung so bezeichnet und damit nicht ernst genommen zu werden, soll dazu führen, dass sich der Arbeitsaufwand in den Schulen verringert, weil man schon genug mit denen zu tun hat, die sich um nichts kümmern. Das wird nur nicht nach außen kommuniziert, um den Ruf der Schule nicht zu gefährden. Der ist mithin nämlich das Wichtigste. Anstrengende Eltern, die bei jeder Kleinigkeit mit Anwälten drohen oder sonstiges gab es schon immer. Es ist auch nur natürlich und logisch, dass Eltern erst einmal ihren Kindern glauben, wenn etwas in der Schule passiert ist. Das verstehen nur die Lehrer(innen) nicht, die keine schulpflichtigen Kinder haben. Davon gibt es beispielsweise an einer Grundschule jede Menge.

    Seite 1/7