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Leben und Lernen

Neuer Pisa-Test: Wie sozial benachteiligte Schüler erfolgreich werden

DPA Noch immer entscheidet vor allem die soziale Herkunft darüber, wie gut Kinder in der Schule klarkommen. Forscher haben nun anhand der Pisa-Daten analysiert, was Schülern aus bildungsfernen Familien hilft.
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#1 - 29.01.2018, 10:45 von michbo

„Schüler aus benachteiligten Elternhäusern“

Ich gebe zu, in meiner Erziehung wurde viel Wert auf Eigenverantwortung gelegt, weshalb ich heute noch ein Freund derselben. Ich verstehe ja, dass nicht alle Eltern und auch nicht alle Kinder dieser Verantwortung gerecht werden (können). Warum man die Eltern allerdings im vorauseilenden Gehorsam aus ihrer Verpflichtung gegenüber ihren Kindern entlässt und von „benachteiligten Elternhäusern“ spricht, das verstehe ich nicht. Wer benachteiligt denn diese Elternhäuser wodurch?

#2 - 29.01.2018, 10:47 von Paddel2

Falsch interpretiert

Die sozial benachteiligten Schüler sind nur relativ besser geworden. Es wird nämlich übersehenen, dass die deutschen Schüler insgesamt schlechter abgeschnitten haben. Der Preis für mehr Chancengleichheit ist ein Absenken der Förderung bildungsstarker Schüler. Diese Form der Gleichmacherei ist nicht zielführend, da dies zu einer Stärkung von Privatschulen führt und damit den Weg in die Zweiklassenbildung forciert. Bildung ist nur dann sozial, wenn es alle Schüler optimal fördert. Maßnahmen, die nur einseitig eine bestimmte Gruppe im Fokus hat, sind zu hinterfragen. Das deutsche Bildungssystem befindet sich in einem grundlegend schlechtem Zustand.

#3 - 29.01.2018, 10:48 von e40

Ok nennen wir es beim Namen

"Benachteiligte Schüler profitieren vom gemeinsamen Unterricht mit bessergestellten Schülern", heißt es in der Untersuchung - ein klarer Hinweis in Richtung eines längeren gemeinsamen Unterrichts."

Gute Schüler aus dem verachteten Bürgertum sollen kostenlose Integrationsarbeit leisten und das Einwanderungsprojekt doch noch retten.

Hoffentlich bleibt der Widerstand der Eltern so entschlossen wie in Hamburg.

#4 - 29.01.2018, 10:49 von xilraf

Schlüsselfaktor - Schlüsselwort

"Als weiterer 'Schlüsselfaktor' kommt das Schul- und Unterrichtsklima hinzu: 'Schulen, an denen Schüler den Unterricht als geordnet wahrnehmen, haben einen höheren Anteil resistenter Schüler', so die Wissenschaftler." Das soll bestimmt "resilient" heißen und nicht "resistent" ...? :)

#5 - 29.01.2018, 10:50 von kpdsu

Man müsste auch erwähnen, dass Optimierung des Unterrichts um in Pisa-Tests gut dazustehen im Wesentlichen die Fähigkeit "Pisa-Test" stärkt und nicht generell die Bildung. Was Massen an Pisa-Gestählten Jungstudenten im Bereich Mathematik tatsächlich zu leisten Vermögen werden die Lehrenden an Universitäten sicherlich gern berichten. In anderen Bereichen kenne ich mich nicht aus, glaube aber an Parallelen.

#6 - 29.01.2018, 10:51 von Phil2302

Längerer Unterricht

Ist natürlich besser für schwache Schüler! Daran gibt es keinen Zweifel! Ich bin nicht dagegen, weil es nicht gut für die schlechteren Schüler ist, sondern weil es schlecht für die guten Schüler ist! Mit besten Grüßen von einem Lehrer, der am Gymnasium unterrichtet.

#7 - 29.01.2018, 10:53 von fredadrett

Zusammensetzung der Klassen

Wenn die bessergestellten Schüler untereinander bleiben steigen dadurch nicht auch ihre Chancen. Ist es fair auf ihren Rücken die Chancenungleichheit auszutragen. Warum sollen diese Kinder auf Kosten ihrer Zukunft bildungsferne Kinder mitschleifen? Im Zweifel bezahlen ja ihre Eltern schon wesentlich mehr Steuern die der Unterstützung bildungsferner Schichten zu Gute kommen.
Elitenförderung hat im internationalen Wettbewerb auch seine Berechtigung.

#8 - 29.01.2018, 10:54 von imo27

Wann ist ein Kind sozial benachteiligt? Meine Eltern waren beide Arbeiter, ich habe mich deswegen nie benachteiligt gefühlt und locker meinen Uniabschluss gemacht.
Es werden hier mal endlich auch andere Faktoren genannt. Sozial benachteiligt sind für mich Kinder, die Schulen besuchen müssen, an denen die Lehrer mit den Problemen im Umfeld nicht fertig werden und scheitern. Benachteiligt sind Schüler, die in Klassen müssen, in den Deutsch eine Fremdsprache für die Schüler ist. Sozial benachteiligt sind auch Schüler, deren Eltern sich nicht um sie kümmern. Das habe ich nicht erlebt, war deshalb auch nicht sozial benachteiligt

#9 - 29.01.2018, 10:55 von jozu2

mehr Personal!

In den sozial schwächeren Schichten haben wir ja mittlerweile das Problem, dass die Menschen dort teilweise in 2. oder 3. Generation arbeitslos sind. Die haben nie gelernt zu arbeiten und daher können sie es auch ihren Kindern (fast) nicht vermitteln, geschweige denn vorleben. Das darf man diesen Menschen auch nicht übel nehmen, weil das staatliche Sozialsystem die Menschen zwar mit Essen, Wohnung und Fernseher ausstattet aber N I C H T S dafür tut, dass sie eine Aufgabe bekommen und nicht in geistigen Siechtum verfallen. Die Kinder aus solchen Familien kann man m.E. nur "rausholen", indem sie ganztags und sehr eng betreut werden. Es wäre nicht nur wirtschaftlich sinnvoll (zukünftig ein Sozialhilfeempfänger weniger und stattdessen einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten), sondern dass das eigentlich die Pflicht eines Sozialsystems ist. Und die Kinder sollten nicht nur "Chancen" bekommen. "Chancen" kann man nutzen, oder, wenn man keine Lust hat, eben nicht. Hier muss der Staat auch ein wenig erziehend eingreifen und "nichts tun" darf gar keine Alternative sein. Da darf auch gerne ein wenig mehr Druck gemacht werden als es heute üblich ist. Das hat nichts mit "böse Nazis schickanieren Menschen mit Gehirnwäsche zu Zwangsarbeit" zu tun. Wenn eine Gemeinschaft von Menschen fordert sich zu engagieren, ist das auch immer das Signal "wir brauchen Dich und Deine Leistung" - ein wesentlich glücklicheres Leben als nach mehrmaligem Sitzenbleiben alles vom Staat gestellt zu bekommen. Und der Königsweg wären gute Pädagogen, denen es gelingt, dass den Kindern das Lernen Spaß macht - das ist aber unabhängig von der Herkunft.

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