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Leben und Lernen

Reform-Initiative: So will eine Abiturientin Deutschlands Schulen umkrempeln

Watsamon Tri-yasakda Jamila Tressel, 20, hat in der Schule zeitweise ziemlich gelitten. Nach dem Abi verfolgt sie nun ein großes Ziel: Sie will Deutschlands Schulen reformieren. Wie stellt sie sich das vor?
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#1 - 12.06.2019, 12:15 von paraibu

Vielfalt ist die Antwort

Ich persönlich hätte in der Schule ohne einen gewissen Druck durch Zensuren nicht regelmäßig gelernt und somit nach und nach den Anschluss verloren. Am besten war es für mich, wenn es regelmäßig kleine Test gab und nicht nur 2 Klausuren im Halbjahr, die dann immens wichtig waren. Entschieden anderer Meinung bin auch bezüglich Wissenserwerb und Relevanz von MINT-Kompetenzen - unser Wohlstand und Überleben hängt an unseren technischen Kompetenzen, der Rest ist 'nice to have'. Letztlich nutzt ohne eine solide Wissensbasis auch Google nicht viel. Aber das ist halt meine Sicht, andere werden gute Gründe haben, es anders zu sehen. Die Vielfalt an Schulangeboten in Deutschland sollte es erleichtern, das passende zu finden

#2 - 12.06.2019, 12:19 von schlüsselkind

Jahrgang 1988?

Wenn der Jahrgang in der Kurzbiografie stimmt, wäre sie jetzt 30 - nicht 20. Soll wohl "Jahrgang 1998" heißen?

#3 - 12.06.2019, 12:20 von Alfredo Spencer

Heiliger Gral

Und hier wird er wieder präsentiert: Der heilige Gral des Lernens. Aus der Tatsache, selbst gerade erfolgreich gelernt zu haben wird abgeleitet, dass die Art wie man selbst lernt die Richtige ist. So dachte ich auch einmal! Leider ist das nicht so einfach: Es gibt unterschiedliche Lerntypen und Interessen! Und fast jeder lernt anders.

Wie z.B. ein Student, der theoretische Physik liebt und lernen möchte dies auf einer Reise durch England lernen soll, erschliesst sich mir nicht.

Und damit sind wir bei der Krux der allgemeinbildenden Schule: Wäre das Wissen inzwischen nicht so umfangreich und spezialisiert, dann müßte sie kleine Humbolds ausbilden, da ja unklar ist was den Schüler speter interessiert.

#4 - 12.06.2019, 12:47 von graf koks

Kinder an die Macht

Bei der Unfähigkeit, die unsere Politiker fast durch die Bank an den Tag legen, stimmt es hoffnungsfroh, wenn sich nun die Jugend selbst der Probleme annimmt.

#5 - 12.06.2019, 12:51 von butzibart13

Schule im Umbruch?

Schule soll fordern und fördern, aber nicht stressen und den Faktor Spaß darf man nicht überbewerten. Reines Auswendiglernen, so wie es oft in asiatischen Staaten gemacht wird, ist fehl am Platze und Universalgenies wie vor einigen Jahrhunderten, also Humboldt, Leibniz, Galilei oder der dieses Jahr gefeierte Leonardo da Vinci gibt es nicht mehr, dafür ist einfach die Flut an Fakten und Wissen überdimensional. Was allerdings vermittelt werden muss, ist Kreativität, Umgang mit Medien, Ansätze für Problemlösungen, Praxisorientierung, aber auch das Zwischenmenschliche ist unverzichtbar. Ein gewisser sanfter Druck zum Lernen ist trotz allem nicht verkehrt, allein auf Freiwilligkeit setzen, führt dazu, dass doch der eine oder andere versucht, diesem System auszuweichen.

#6 - 12.06.2019, 12:54 von hei61

Unausgereiftes Konzept.

Natürlich soll mit dem Leistungsdruck nicht übertrieben werden. Und Kindern, die nicht so leistungsstark sind, darf nicht das Gefühl vermittelt werden, sie seien nichts wert. Ein guter Mensch zu sein hat nichts mit formalen schulischen Leistungen zu tun. Aber: Natürlich gehört ein bisschen Druck zum Lernen. Es geht nicht immer nur mit Spass. Kinder sollen auch lernen "Quäl Dich, Du Sau", um ein Ziel zu erreichen. Und um bestimmte Fertigkeiten auf gutem oder hohem Niveau zu erlernen, bedarf es manchmal einfach eines Drills. Und Drill macht nur selten richtig Spass. Spass hat man dann, wenn man das Gelernte anwenden kann. Außerdem: Es geht nicht nur um Medien Kompetenz sondern natürlich auch darum, möglichst viel Wissen in die kleinen Köpfchen zu bekommen. Denn nur dann könnte neue Verknüpfungen und Assoziationen zustande kommen. Manchmal erkennt man erst nach Jahren, wofür man das Gelernte gebrauchen kann. Also: Ich wünsche mir ganz viel Wertschätzung, Respekt und Liebe für unsere Kinder, maßvoll Druck und Drill sollen aber nicht fehlen.

#7 - 12.06.2019, 12:56 von Lesenkönner

Nein...

... ohne Wissen und Kenntnis von Zusammenhängen wird es auch mit KI nicht gehen. Sonst schreibt uns eines Tages ein Algorithmus vor, wie wir uns zu verhalten haben. Wer nicht weiß, wonach er suchen soll, wird auch mit den besten Suchmaschinen nichts brauchbares finden. Und Lernen aus der Vergangenheit ist ebenfalls wichtig. Sonst wiederholt sich die Geschichte unweigerlich. Dieser Absolutismus mancher junger Menschen ist schon verstörend.

#8 - 12.06.2019, 13:16 von Paul-Merlin

Eine Schule für alle ist die falsche Antwort ....

die "selbstlernende" Schulform die von der 20jährigen Tressel gefordert wird dürfte für einen Großteil der Schüler nicht passen und dort zu katastrophalen Ergebnissen führen. Was not tut ist möglichst auf den einzelnen Schüler einzugehen und das zu ihm passende Lernkonzept anzuwenden. Der oft gescholtene Frontalunterricht durch einen Lehrer kann durchaus eine sinnvolle Lernform sein, wenn es darum geht möglichst schnell einen Lernstoff zu vermitteln. Aber es muss halt zum Lerntyp des Schülers passen.

#9 - 12.06.2019, 13:21 von e-matt

Sehr gut Initiative ... weiter so!

Als mein Sohn vor 10 Jahren in die Schule kam, habe ich ihn beneidet, da er es besser als sein Vater haben wird. Meine eigene Schulzeit war geprägt vom klassischen Frontalunterricht. Ein Thema auswendig lernen, dann Arbeit schreiben und den Stoff wieder vergessen. Kaum einen Bezug zur Realität und zu einer praktischen Anwendung ... immer nur irgendwas auswendig lernen. Immer die unbeantwortete Frage "Wozu brauche ich das für mein Leben?". Bald macht mein Sohn Abitur und ich musste erkennen ... es hat sich leider nichts verändert. 40 Jahre nach meiner eigenen Schulzeit, immer noch das gleiche Muster, die gleichen Lernmethodiken, Inhalte und die Frage "Wozu brauche ich das?". Die Gesellschaft und das Arbeitsumfeld in dem wir Leben, hat sich in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Unser Bildungssystem leider nicht. Es müssen GRUNDLEGENDE und mutige Reformen angestossen werden. Leider hängt dies von alten und erzkonservativen Menschen ab, die Angst vor Veränderungen haben. Vielleicht muss auch hier die junge Generation erst auf die Straße gehen, bevor etwas passiert.

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