Forum
Leben und Lernen

Schüler klagen über Unterrichtsdefizite: Wenn die Bio-Lehrerin fehlt. Und fehlt. Und

DPA Daniel Nottle schreibt gerade sein Abitur, fühlt sich wegen des häufigen Unterrichtausfalls aber schlecht vorbereitet - und fordert: In Zukunft sollen Lehrer-Fehlstunden auch auf Zeugnissen vermerkt werden.
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/11   10  
#1 - 21.04.2018, 12:06 von RobertW

Da merkt man das der Kurze noch keine Ahnung von der Arbeitswelt hat. Ich verstehe das Problem und finde es gut das Schüler darauf aufmerksam machen wollen, aber ein solcher Eintrag im Zeugnis schadet im Endeffekt nur einem: dem Schüler.

#2 - 21.04.2018, 12:16 von Turing Maschine

Selbst aneignen nicht möglich?

Tja, den Schüler und Schülerinnen wünsche ich viel Spaß in ihrem angestrebten Studium, denn da ist selbst aneignen und Eigenrecherche der Großteil der Arbeit. Natürlich ist es gut, wenn eine Lehrkraft einem einen roten Faden durch den Unterrichtsstoff gibt. Aber einfach direkt zu sagen, dass man nichts mehr lernen kann, weil jemand einem nicht das Händchen dabei hält, ist in Zeiten von Internet und nahezu grenzenlos kostenlos verfügbaren Lernmaterial eine Weltansicht, der ich keine sonderlich erfolgreiche Zukunft prognostiziere.

#3 - 21.04.2018, 12:27 von njotha

gute Idee

Eine wirklich gute Idee, auch, um die Statistik-Tricks und -Lügen der Kultusministerien in Sachen Unterrichtsausfall aufzudecken. Im Moment wird es ja noch als "Unterricht ist nicht ausgefallen" gewertet, wenn ein Musiklehrer für den fehlenden Physiklehrer einspringt.

#4 - 21.04.2018, 12:28 von whitewisent

Die Befürworter des Vorschlags denken in der falschen Richtung. Sie glauben scheinbar, daß ein solcher Hinweis im Zeugnis wie ein Entschuldigungszettel für das künftige Leben wirkt. Denn nicht die Schüler und deren Eltern sind schuld, sondern die Schule und fehlende Lehrer.

Was soll sowas bewirken? Mitgefühl, Toleranz, oder ein Bonus wenn es um den Vergleich der Noten, zum Beispiel bei NC-Fächern geht? Soll dann eine 3 in Bio und 50 Fehlstunden gleichgesetzt werden mit einer 2 und 10 Fehlstunden? Es ist eine Alibidiskussion, und zeigt nur die Hilflosigkeit vieler.

Denn nicht die Lehrer sind Schuld, sondern Politiker und Bürger, welche die letzten Jahrzehnte systematisch die Schulen kaputtgesparrt haben. Und ja, auch die Medien waren daran kräftig beteiltigt, wenn es um die angebliche geringe Arbeitsbelastung von Lehrenden ging. Das eine Schule nur mit einem Personalbestand von 120% reibungslos funktioniert, der erst dadurch die fachliche Kompetenz besitzt, 100 verschiede Fächer und Lehrstoffe zu lehren und ggf. zu vertreten, war völlig nebensächlich. Der Abbau ging ja auch sehr reibungslos vonstatten, weil eben halt keine Stellen besetzt wurden. Das aber der Krankenstand von überalteten, überlasteten Kollegien höher ist, sagt der gesunde Menschenverstand.

Es würde als "Schulzeugnis" angebrachter sein, wo Personalausstattung und Kosten/Leistungswerte enthalten sind, um Managern beim Bewerbungsgespräch nachvollziehbar mangelhafte Noten zu erklären.

#5 - 21.04.2018, 12:36 von titoandres

@RobertW

Bitte seien Sie doch ein wenig respektvoller im Umgang mit einem jungen Menschen und der deutschen Sprache. (Rechtschreibung und Grammatik) Ich denke auch, dass er ganz im Gegenteil die Sachlage klüger einschätzt als Sie.

#6 - 21.04.2018, 12:50 von ketzer2000

Theorie

Zitat von Turing Maschine
Tja, den Schüler und Schülerinnen wünsche ich viel Spaß in ihrem angestrebten Studium, denn da ist selbst aneignen und Eigenrecherche der Großteil der Arbeit. Natürlich ist es gut, wenn eine Lehrkraft einem einen roten Faden durch den Unterrichtsstoff gibt. Aber einfach direkt zu sagen, dass man nichts mehr lernen kann, weil jemand einem nicht das Händchen dabei hält, ist in Zeiten von Internet und nahezu grenzenlos kostenlos verfügbaren Lernmaterial eine Weltansicht, der ich keine sonderlich erfolgreiche Zukunft prognostiziere.
Wenn Ihre Theorie stimmen würde, dann benötigen wir bald keine Schulen mehr, sondern nur noch virtuelle Klassenräume oder frontalunterricht im Internet. Ein virtueller Klassenraum basiert allerdings immer noch auf Vortrag und Interaktion, während das Internet lediglich autistische Wissensvermittlung vermittelt.

#7 - 21.04.2018, 12:54 von axel_roland

Die falschen Leute werden Lehrer

Ich habe den Trend zu immer weichgespülteren, Lehrern selbst noch mitbekommen in der Schule und kenne bis heute viele Leute gut, die diesem Beruf nachgehen. Auch wenn ich die persönlich sehr schätze: Ohne gehörige Portion natürlicher Autorität und mit zuviel totaaaal netter Verständnis sollte man vielleicht einfach nicht Lehrer werden. Viele sind einfach zu große Schnuffis für den Job. Ich selbst eingeschlossen - deswegen bin ich keiner.

#8 - 21.04.2018, 12:55 von m.sc.

Sparen bei der Bildung

An Universitäten wird auch viel gespart. Teilweise unterliegen Stellen nach Ausscheiden eines Angestellten einer Sperrfrist für eine Neueinstellung. Wenn mehrere Mitarbeiter im selben Zeitraum ausscheiden, können beträchtliche Probleme auftreten. Natürlich kann man so Geld sparen, aber ich bezweifle, dass das in eine vernünftige Zukunft in der Bildung führt.

#9 - 21.04.2018, 12:56 von benster

So ein Schwachsinn!!!

Dann sollte man auch einführen wie viele Tage ein Schüler im Jahr gefehlt hat.
Das wäre für den Arbeitgeber sicherlich auch interessant zu sehen wie gesundheitlich fit
der potentielle Bewerber um die Ausbildungsstelle eigentlich ist. Was? Ach das verstößt gegen Persönlichkeitsrechte und geht niemand nen feuchten Kericht an wie viele Tage ich krank bin? Tz lächerlich! Schüler klagen gegen die Eintragung von Legasthenie im Zeugnis, aber die Fehlzeit der Lehrer soll veröffentlich werden. Sich für ausfallenden Unterricht einzusetzen ist gut, aber vielleicht einfach mal nen Perspektivwechsel einlegen und die Egosicht sein lassen. Was glaubst du wie es deiner Biolehrerin jetzt geht. Sie krank und du startest wegen ihr so ne Aktion. Jedem guten Lehrer würdest du damit nebst der Krankheit noch ein richtig schlechtes Gewissen machen. Wenn im Berufsleben dein Kollege wegen Burnout krank wird oder
in Elternzeit geht, wirst du mit der zusätzlichen Arbeit auch klarkommen müssen. That’s Life!!!

    Seite 1/11   10