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Warnung vor Lehrermangel: "Eine ganze Schülergeneration nimmt Schaden"

Caroline Seidel/dpa Zum Schuljahresanfang rufen Verbände und Gewerkschaften den "Bildungsnotstand" aus - sie beklagen fehlende Lehrer und Unterrichtsausfall. Zu Recht?
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#1 - 20.08.2018, 19:03 von Objectives

Lücke entsteht nicht von heute auf morgen

Die Länder befinden sich bildungspolitisch schon seit Jahren im Dornröschenschlaf. Da haben sich die Verantwortlichen wohl zu sehr auf die demographische Entwicklung verlassen, und Personalkosten eingespart. Jetzt wird an allen Ecken und Enden notdürftig geflickt. Ich kann es aber auch niemandem versenken, der nicht Lehrer werden will. Die Zahl der Brennpunktschulen ist in den vergangenen Jahren exploditiert, da helfen auch keine Risikozuschläge mehr. Lehrer werden offenkundig nur noch die, die keine bessere Alternative haben. Das sagt alles über den Zustand Deutschlands und seiner Bildungspolitik aus. Was uns droht, ist eine von Bildungsarmut gezeichnete Generation.

#2 - 20.08.2018, 19:03 von Bearhawk

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland herumexperimentiert!

Mikaetzchen, Kurzschuljahre, Oberstufenreform usw. Jedes Bundesland versucht sich da einmal zu profilieren. Deutschland braucht ein einheitliches Bildungssystem. Der Foederalismus, in anderen Belangen durhaus zu begruessen, ist hier eher kontraproduktiv. Die Geburtsraten sind doch ein eindeutiger Indikator fuer die Anzahl der Lehrer die ich in sechs Jahren benoetige. Jedes Unternehmen waere heute froh, so eine Vorlauf fuer Planungen zu haben.

#3 - 20.08.2018, 19:03 von dwg

Die physische Existenz eines zukünftigen Schülers ist nach grober Schätzung sechs Jahre vor der Einschulung bekannt. Die Regelstudienzeit für Lehramt liegt deutlich darunter. Man hat also in Kenntnis der Geburten alle nötige Zeit, um Lehrer in passender Zahl auszubilden. Für höhere Grundschulklassen und weiterführende Schulen ist die "Vorwarnzeit" entsprechend länger. Wozu haben wir all die Statistikämter und Kultusministerien, wenn diese erkennbar nötige und grundsätzlich erfüllbare Leistung nicht erbracht wird?

#4 - 20.08.2018, 19:08 von brut67

Das ist ein spezielles GroKo-Problem

alle vier Jahre nach den Landtags-und Bundestagswahlen wird eine neue Sau durchs Dorf gejagt.
Alle Fachleute aus den Parteien ( kleiner Witz ) dürfen dann als Kultusminister genannte Laien ihr Pädagogisches Geseire vom Stapel lassen . . . und schwupps gibt es neue Schulbücher, neue Lehrpläne, aber nur nicht
ausreichend Lehrpersonal.
Denn dieses "belastet" den Etat, der von der Kanzlerin und ihren Landtagsfürsten versprochen wurde, aber nie wirklich ausreichend erstellt wurde. Halt, die Sozen kommen hier zu gut weg . . . aber die CDU/ CSU reichen aber völlig.
Wozu gibt es denn Studien, wenn sich niemand an sie erinnern möchte ? Und nun mit "SKALP-Prämien" untereinander das Lehrpersonal abwerben, ist typisch für dieses Land.
Oder "Wera nderen in der Furch pickt, hat selber keine Würmer!"
So begegnet man hier ja auch dem Pflegenotstand . . . Jahrzehnte nutzlos verstreichen lassen und sich nun über Notstände aufregen.

#5 - 20.08.2018, 19:10 von vliege

verlorene Generation 2.0

Die katastrophale Bildungsmisere ist seit mindestens 20 Jahren bekannt und wurde immer schlimmer. Das Bildungsniveau für eine Industrienation und Exportfetischisten ist erschreckend. Statt in die eigene Bildung zu investieren werden Fachkräfte von ausserhalb abgeworben. Diese fehlen dann dem einheimischen Markt. Ich erkläre es mir scherzhaft mittlerweile damit, das die Bevölkerung mit voller Absicht verdummt werden soll. Dumme Menschen lassen sich einfacher Kontrollieren, hieß es mal in einem Film. Der Lehrermangel ist das Ergebniss jahrelangem kaputt sparens an der falschen Stelle. Ganz marktkonform können die mittlerweile vielen Privatschulen das für diejenigen auffangen die es sich leisten können. Der Rest hat eben Pech gehabt und wird mituntet von Quereinsteiger unterrichtet.

#6 - 20.08.2018, 19:10 von liwe

Also ich habe mein Referendariat für Lehramt am Gymnasium in BaWü abgeschlossen und bin jetzt arbeitslos... Genauso wie nahezu alle meiner Kollegen.
Und leider kann eben nicht jeder nach Berlin ziehen!

#7 - 20.08.2018, 19:10 von kr-invest

Ganz einfach

Quereinsteiger verbeamten anstatt immer hinzuhalten, dann bleiben sie auch und bereichern mit ihren zusätzlichen Fähigkeiten den Schulbetrieb auf Dauer. Dieses geschlossene Ökosystem Schule ist nicht mehr zeitgemäß, mit motivierten Quereinsteigern hätte der Umstieg auf G8 in Bayern geklappt, statt dessen ist er an der trägen Beamtenmasse gescheitert. Schade für die Kinder, denen jetzt auch die Diskussion um ein Dienstjahr als weiteres Damoklesschwert über ihrem Lebenslauf hängt.

#8 - 20.08.2018, 19:16 von wasistlosnix

Lehrermangel

gab es auch zu meiner Schulzeit. Hat es meiner Generation geschadet, ich denke nicht.
Heute sieht es etwas anders aus in Zeiten wo die Passgenauigkeit zwischen wirtschaftlichem Bedarf und Ausbildung scheinbar oft fehlt, Politiker laut Bildung fordern, sollte Lehrermangel nicht existent sein. Zumindest ein Plan der Abhilfe schafft sollte vorhanden sein.
Parteien dürfen sich nicht wundern wenn sie dies in Wahlergebnissen spüren.

#9 - 20.08.2018, 19:16 von mag_gus

Traumberuf?

Seltsam ist das ja schon!? Während der Sommerferien haben sich noch jede Menge Leute gefunden die es unerhört finden, dass Lehrer so viel "Urlaub" haben und dabei auch noch "Traumgehälter" kassieren. Jetzt stellt sich mir doch die Frage, warum all diese Menschen nicht Lehrer geworden sind und wir diesen Mangel an qualifizierten Fachkräften haben. Vielleicht ist Lehrer sein ja doch nicht das Schlaraffenland aller Berufe? Vielleicht sollten all die meckernden Menschen einmal etwas kürzer treten und dann haben vielleicht auch wieder mehr Menschen Lust sich diesem tollen Beruf zu stellen.

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