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Leben und Lernen

Wohnungsmarkt: In diesen Uni-Städten sind WG-Zimmer am teuersten

Moses-Mendelssohn-Institut und WG-gesucht.de 600 Euro im Monat für ein kleines Zimmer? Viele Studenten kommen um solche Mietpreise nicht herum. Vor allem in beliebten Uni-Städten werden WG-Zimmer immer teurer.
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#1 - 01.09.2018, 12:32 von janfred

Internetzeitalter

Es gibt ja bereits Fernunis. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass man viel mehr übers Internet studieren könnte. Was spricht dagegen, an einer Vorlesung übers Internet zu verfolgen? Alle drei Monate für Klausuren 3 Wochen an die Uni und dann in Studentenwohnheimen wohnen. Dafür bräuchte man natürlich flexible Anfangszeiten der Semester, damit die Wohnheime ausgelastet wären.
Das Problem wäre somit eigentlich gelöst. Natürlich würden es einige Studenten sehr vermissen, die ganze Studienzeit in einer hippen Stadt wie Berlin oder München verbringen zu können. Aber wenn es um Geld geht ist das zweitrangig.

#2 - 01.09.2018, 13:09 von tiefenrausch1968

Zitat von janfred
Es gibt ja bereits Fernunis. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass man viel mehr übers Internet studieren könnte. Was spricht dagegen, an einer Vorlesung übers Internet zu verfolgen? Alle drei Monate für Klausuren 3 Wochen an die Uni und dann in Studentenwohnheimen wohnen. Dafür bräuchte man natürlich flexible Anfangszeiten der Semester, damit die Wohnheime ausgelastet wären. Das Problem wäre somit eigentlich gelöst. Natürlich würden es einige Studenten sehr vermissen, die ganze Studienzeit in einer hippen Stadt wie Berlin oder München verbringen zu können. Aber wenn es um Geld geht ist das zweitrangig.
Genau. Und die Semesterabschlussfeier wird dann per WebCam übertragen, weil wir es in diesem reichen Land nicht hinbekommen, vernünftig Wohnraum bereitzustellen. Neben den inhaltlichen Fähigkeiten bekommt man im Studium auch Fertigkeiten in der Eigenständigkeit. Die werden übers Internet bis heute leider noch nicht übertragen, obwohl sie für die Generation Helikopter dringend vonnöten wären.

#3 - 01.09.2018, 13:16 von peer.seus

Den wesentlichen Preistreiber unterschlagen

Wenn die Untersuchung ergibt:

>>>
Laut der Untersuchung ist der Mietmarkt für Studenten so angespannt, weil ...

1. immer mehr Menschen studieren. Im Wintersemester stieg die Zahl der Studenten laut Statistischem Bundesamt auf 2,8 Millionen an. Vor zehn Jahren waren es etwa 800.000 weniger.

2. immer mehr Studenten einen Studienort wählen, der weit von ihrem Elternhaus entfernt ist. In den Fünfzigerjahren wohnte noch fast jeder dritte Student bei seinen Eltern, inzwischen ist es nur noch jeder fünfte.

3. der Anteil ausländischer Studenten gestiegen ist. Im Wintersemester 2017/2018 waren es rund 370.000 und damit 140.000 mehr als noch vor zehn Jahren.

4. die Zahl der Ein- und Zwei-Personen-Haushalte wächst und es insgesamt weniger WGs gibt.

#4 - 01.09.2018, 13:43 von gumbofroehn

Es ist nun mal kein Menschenrecht ...

... in einem hippen Szeneviertel in München, Hamburg oder Berlin seine Studentenbude zu haben. Ich habe selber in Ilmenau (auf der Karte als einer der günstigsten Orte verzeichnet) studiert und während des gesamten Studiums ein Wohnheimzimmer bewohnt. Es mag nicht die aufregendste Studienzeit gewesen sein, aber Party kann man danach als Berufseinsteiger in einer Metropole immer noch machen ...

#5 - 01.09.2018, 13:59 von Tim Merk

Falscher Ansatz

"Es gibt ja bereits Fernunis. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass man viel mehr übers Internet studieren könnte. Was spricht dagegen, an einer Vorlesung übers Internet zu verfolgen? Alle drei Monate für Klausuren 3 Wochen an die Uni und dann in Studentenwohnheimen wohnen. Dafür bräuchte man natürlich flexible Anfangszeiten der Semester, damit die Wohnheime ausgelastet wären. Das Problem wäre somit eigentlich gelöst. Natürlich würden es einige Studenten sehr vermissen, die ganze Studienzeit in einer hippen Stadt wie Berlin oder München verbringen zu können. Aber wenn es um Geld geht ist das zweitrangig"
Ich halte diesen Ansatz für nicht wirklich praktikabel. Der Sinn einer Uni ist ja nicht einfach irgendwas stupide auswendig zu lernen sondern sich Dinge selbstständig zu erarbeiten und zu lernen wie man eigenverantwortlich wissenschaftlich arbeitet. Wie soll an einer Fernuni der Austausch unter Studenten funktionieren, nur übers Internet? Diese reinen Zweckbeziehungen mit Fremden wären mit ziemlicher Sicherheit den tatsächlichen Bindungen unter Studenten unterlegen. Wo sollen die Studenten die notwendige Literatur herbekommen? Nur ein Bruchteil der Bestände der UBs ist digitalisiert. Außerdem ist eine Uni ja keine reine Zweckgemeinschaft, sondern auch ein Ort an dem man neue Bekannte, Freunde, Gleichgesinnte und Partner kennen lernt. Die 68er Bewegung zum Beispiel hätte nie funktioniert, wenn sich nicht viele gleichgesinnte Studenten persönlich getroffen und ausgetauscht hätten. Ich denke durchaus das man mit moderner Technik viel an Unis vereinfachen kann, aber an tatsächlicher Anwesenheit führt meiner Meinung nach kein Weg vorbei.

#6 - 01.09.2018, 14:07 von Anna156464641156

Das stimmt allerdings

Zitat von gumbofroehn
... in einem hippen Szeneviertel in München, Hamburg oder Berlin seine Studentenbude zu haben. Ich habe selber in Ilmenau (auf der Karte als einer der günstigsten Orte verzeichnet) studiert und während des gesamten Studiums ein Wohnheimzimmer bewohnt. Es mag nicht die aufregendste Studienzeit gewesen sein, aber Party kann man danach als Berufseinsteiger in einer Metropole immer noch machen ...
Die Studierenden treiben selbst die Preise in die Höhe in dem sie extrem wählerisch in den Szeneviertel leben wollen. Besonders an Rhein und Ruhr finde ich es befremdlich, wieso man unbedingt nach Bilk oder Ehrenfeld zeihen muss. Man kann doch auch nach Leverkusen oder Neuss ziehen. Die Anbindungen mit S-Bahnen und Straßenbahnen sind dort auch hervorragend und die Fahrzeiten in die Innenstadt oder zur Uni sind relativ gleich. Aber es ist einfach nicht Hip genug. Also quetscht man sich lieber irgendwo anders zusammen und jammert dann über die Preise...

#7 - 01.09.2018, 14:40 von spon_12

Zitat von janfred
Es gibt ja bereits Fernunis. Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, dass man viel mehr übers Internet studieren könnte. Was spricht dagegen, an einer Vorlesung übers Internet zu verfolgen? Alle drei Monate für Klausuren 3 Wochen an die Uni und dann in Studentenwohnheimen wohnen. Dafür bräuchte man natürlich flexible Anfangszeiten der Semester, damit die Wohnheime ausgelastet wären. Das Problem wäre somit eigentlich gelöst. Natürlich würden es einige Studenten sehr vermissen, die ganze Studienzeit in einer hippen Stadt wie Berlin oder München verbringen zu können. Aber wenn es um Geld geht ist das zweitrangig.
Sehe ich absolut ähnlich! Es sollte in erster Linie um das Geld gehen. Wenn der Wohnraum dann so teuer ist, dass man sich nichts anderes mehr leisten kann, dann bleibt man eben zu Hause. Ist sowieso besser fürs Studium, denn jeder weiß doch, dass nicht eine gute Vernetzung und geknüpfte Kontakte einem im Leben weiter bringen, sondern das isolierte Lernen! Das fördert Konzentration, Kompetenz und Akzeptanz!
So gesehen sind die Mieten auch noch viel zu niedrig, denn wenn ich nach draußen gehe, sehe ich ständig auch Studenten auf der Straße!

#8 - 01.09.2018, 15:05 von odapiel

Preistreiber ist auch das SGB

Einzelpersonen, die Sozialhilfe oder ALGII oder eine andere Form der Grundsicherung beziehen, dürfen ausschließlich in Wohnungen kleiner als 45 rsp. 50 qm wohnen, die bestimmte Preisgrenzen nicht überschreiten dürfen.

Diese Wohnungen gibt es auf dem Markt aber nicht. Als Beispiel seien Wohnungen von 45 qm oder weniger genannt, die höchstens 295 Euro Grundmiete (Kaltmiete + kalte NK) kosten dürfen. Im Großraum Stuttgart aber auch zB im Gebiet Heidelberg. Dort mieten sie jeweils - mit sehr viel Glück - höchstens ein WG-Zimmer für dieses Geld.

Es streiten sich also sämtliche Grundsicherungsempfänger, die eine Wohnung suchen mit den Studenten um diese Minizimmer.

#9 - 01.09.2018, 15:12 von Mr T

Zitat von spon_12
Sehe ich absolut ähnlich! Es sollte in erster Linie um das Geld gehen. Wenn der Wohnraum dann so teuer ist, dass man sich nichts anderes mehr leisten kann, dann bleibt man eben zu Hause. Ist sowieso besser fürs Studium, denn jeder weiß doch, dass nicht eine gute Vernetzung und geknüpfte Kontakte einem im Leben weiter bringen, sondern das isolierte Lernen! Das fördert Konzentration, Kompetenz und Akzeptanz! So gesehen sind die Mieten auch noch viel zu niedrig, denn wenn ich nach draußen gehe, sehe ich ständig auch Studenten auf der Straße!
I h stimme zu. In Zeiten von AI ist es moeglich, online zu studieren und Diskussionen mit bots zu fuehren.

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