Forum
Netzwelt

Chrome und Firefox: Wie Browser-Erweiterungen ihre Nutzer ausspionieren

imago images / imagebroker Harmlos wirkende Browser-Add-ons haben Steuer-, Geschäfts- und Patientendaten an die Firma Nacho Analytics gesendet. Die verkaufte dann den Zugang dazu. War das wirklich "zu 100 Prozent legal"?
zum Artikel
Im mobilen Forum können sie die Beiträge nur lesen.
Um zu kommentieren, verwenden Sie bitte die Kommentarfunktion im Artikel.
    Seite 1/2    
#1 - 19.07.2019, 13:40 von GoaSkin

dazu braucht es keine Addons mehr - und auch keinen speziellen Browser

Beim Besuch vieler Webseiten werden zum Teil Hunderte verwurstete Links zu irgendwelchen Tracking-Anbietern aufgerufen, die alle ihre Cookies setzen. Ruft man dann später andere Webseiten auf, die ebenfalls einen der Tracking-Anbieter nutzen, wird dabei wieder auf die selben Cookies zugegriffen, über die der Tracking-Anbieter dann den Betreiber der Webseite über die früheren Besuche anderer Webseiten informiert. Und soforn irgendwo ein Benutzerkonto im Spiel war, lässt sich auch schön die Adresse an einen Tracking-Anbieter übermitteln, der dann auf Basis des gesetzten Cookies jeden, der ihn nutzt, über die Postadresse des Webseitenbesuchers informieren kann. Und das lässt sich neben der Adresse auch mit beliebigen anderen Informationen machen. Der allgegenwärtige Benutzerkontenzwang hat schon seinen Grund. Der Gesetzgeber schreibt nur vor, dass die Seitenbetreiber irgendwelches juristische Gefasel über Cookies einblenden müssen; sonst hat er dem nichts entgegenzusetzen.

#2 - 19.07.2019, 13:53 von Thorkh@n

Das ist ja mal wieder ...

... eine so irreführende Clickbait-Überschrift. Weder Google noch Mozilla tragen Schuld an dem Vorgehen. Wenn Add-Ons erst nach Wochen die Spionagesoftware nachladen, hatten beide Firmen ja gar keine Chance, die Schweinereien zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Add-On-Seiten zu erkennen. Bitte ändern sie die Überschrift, so dass sich auf den korrekten Sachverhalt schließen lässt.

#3 - 19.07.2019, 13:54 von christine.rudi

So ist es doch IMMER

Lieber Spiegel: Wieso haben Sie früher nichts gemacht und machen immer noch nichts gegen Staatstrojaner? Wenn IRGENDETWAS auf dieser (kapitalistisch-oligarischen) Welt geschieht, geschieht es aus INTERESSE. Wenn man etwas (logisch) nicht versteht auf deser Welt, sollte man sich also erst einmal die Frage stellen: WER hat WELCHES Interesse. Wenn man mal wirklich nachdenkt (was fast keiner mehr tut), dann kommt man zu dem Ergebnis, daß es fast immerentweder pekuniäres Interesse an grossen Gewinnen oder machtpolitisches Interesse an mehr Informationen / Kontrolle über die Bürger ist. Also worüber beschweren Sie sich ? Es gibt ganz natürlich eine "kriminelle" (in Anführungszeichen !) Interessengemeinschaft zwischen Machterhalt der politisch Mächtigen (Oligarchie) = mehr Information über die Bürger, inklusive politische Gegner die dem Machterhalt gefährlich werden können und "Gewinnerhalt" der Unternehmen: eine "win-win"-Situation. Der Kollateralschaden ist da der Datenschutz. Wenn ein Unterneemen eine neues Datenkrake erfindet, unterstützt die Politik dies, weil sie mehr Informationen über die Bürger bekommt. Wenn die Regierung einen neuen Staatstrojaner entwicjkelt, geschieht dies mit Unterstützung der (Daten-)Industrie: "eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus". ... Das ist Oligarchie, eine kollusiven Zusammenwirkung zwischen Wirtschaft (Geld) und Macht (Wissen). Und jetzt übertragen sie das Ganze mal von Deutschland auf Europa und die Welt. Das Internet ist weltweit und es gibt NUR (wenn überhaupt) nationale Kontrolle ! Datenschutzbeauftragte werden "kleingehalten". Wenn ich Macht Hâtte / haben wollte würde ich es auch so machen. Die entscheidende Frage ist: warum wehrt sich niemand ? ... ... Die Leute scheinen es vorzuziehen, irgendwie noch einen Vorteil aus der Situation zu ziehen, anstatt ihre Perönlichkeits-Rechte zu verteidigen. 5Und man sage mir nicht, man KÖNNE sich nicht verteidigen: man WILL es nicht !

#4 - 19.07.2019, 14:01 von quark2@mailinator.com

Und was lernen wir daraus ? Aus meiner Sicht sollten Browser und AddOns komplett Open Source sein. Naja und die Möglichkeit von Updates, ohne das der Nutzer das einzeln abzunicken hat, ist halt auch kritisch. Aber im Kern ist das einfach zu komplex. Zu 99% wird mMn. die komplexe Webtechnologie nur zu Dingen genutzt, die der Anwender eigentlich nicht braucht, sondern dazu ihn zu überwachen, etc.. Es bräuchte als Alternative ein viel einfacheres und einfacher zu verstehendes Web, so wie man am Anfang die paar Zeilen HTML einer Seite problemlos selbst lesen und verstehen konnte. Schafft mir das Bling-Bling wieder vom Hals, ich brauche keine balistischen Einblendungen, usw.

#5 - 19.07.2019, 15:08 von shardan

Was dem Smartphone...

Was dem Smartphone seine spionierende App ist dem Browser sein AddOn. Nichts neues. Der Artikel ist kritikwürdig. Erstmal: wenn schon, dann bitte die Namen der Apps veröffentlichen. Ohne alle Namen zu nennen ist das einfach nur Schaumschlägerei. Zum zweiten - glaubt die Redaktion wirklich, davon seien nur Chrome und Firefox betroffen? Die meisten Apps gibt es für andere Browser genau so.

#6 - 19.07.2019, 15:22 von hman2

Zitat von shardan
Was dem Smartphone seine spionierende App ist dem Browser sein AddOn. Nichts neues. Der Artikel ist kritikwürdig. Erstmal: wenn schon, dann bitte die Namen der Apps veröffentlichen. Ohne alle Namen zu nennen ist das einfach nur Schaumschlägerei.
Die Namen SIND veröffentlicht und im Artikel. Wer lesen kann, ist im Vorteil...

#7 - 19.07.2019, 15:23 von MadamimadaM

Und dann?........

...... werden sie an den Meistbietenden verhökert.
War Mozilla nicht auch mal Open Source?
Und wem gehören die heute?

#8 - 19.07.2019, 15:48 von Abel Frühstück

Zitat von MadamimadaM
...... werden sie an den Meistbietenden verhökert. War Mozilla nicht auch mal Open Source? Und wem gehören die heute?
Mozilla hat damit doch nichts zu tun. Leider hat DER SPIEGEL eine irreführende Überschrift gesetzt. Der Artikel erklärt es aber ganz gut.

#9 - 19.07.2019, 15:59 von Referendumm

@GoaSkin #1. "dazu braucht es keine Addons mehr .."

Zitat von GoaSkin
Beim Besuch vieler Webseiten werden zum Teil Hunderte verwurstete Links zu irgendwelchen Tracking-Anbietern aufgerufen, die alle ihre Cookies setzen. Ruft man dann später andere Webseiten auf, die ebenfalls einen der Tracking-Anbieter nutzen, wird dabei wieder auf die selben Cookies zugegriffen,...
Sie haben leider so recht. Das Ganze geht allerdings noch VIEL weiter und tiefer. Die meisten Webseiten - schätze mal 99,9 % - nutzt bzw. hat den Dienst google analytics integriert – steht in der Regel im Impressum der jeweiligen Webseite. Was glauben denn die Webseitenbetreiber, was die weltweit größte Datenkrake, nämlich google (= Alphabet Inc.) damit alles anstellt? In Kombination mit Browserverlauf, hunderten oder gar tausenden Webseitenaufrufen von zig Millionen Webseiten weltweit etc. erfährt google / Alphabet Inc. Doch ALLES über JEDEN, der das Internet benutzt. Und wer glaubt, dass das eh nur alles anonym wäre, der ist auch der Ansicht, dass Zitronenfalter Zitronen falten.

Bereits vor 30 Jahren, als noch kein Mensch wusste, wie Internet geschrieben wird, war ich mal auf ner Fachmesse für Datenbanken etc. Schon vor 30 Jahren wussten die Anbieter, wer in etwa wie viel in dieser und jener Straße einer Stadt verdient, welche Religionszugehörigkeit etc. teilweise ließ sich das bis zu jedem Mehrfamilienhaus herunterbrechen. Was glauben denn die Leute, was heute los ist?

Das Erschreckende von allem ist, dass die Webseiteninhaber das Ganze in der Regel überhaupt nicht kapieren. Da programmiert der Webseitenschorch eine Add-on, oder was auch immer, was google / Alphabet Inc. zur Verfügung stellt, damit ein bissl Statistik rüberkommt und der Webseitenschorch vor dem Webseiteninhaber damit glänzen kann (er muss ja seine Kohle, die er mit dem Programmieren verbrennt, auch irgendwie rechtfertigen) und er präsentiert stolz die Statistikzahlen: Schau mal Chef, 10.000 User haben sich Produkt xyz angeschaut, aber „nur“ 1.000 das Produkt abc – schau her, was ich alles weiß.

Und währenddessen fließen zig tausende Daten an google / Alphabet Inc. - allein von einer einzigen Webseite, eines HiFi-Händlers aus Wien. Der Knüller ist, dass sich nicht nur google / Alphabet Inc. daran fleißig bedient, sondern diese Webseite, eines HiFi-Händlers aus Wien, hat selbstverständlich (ist ja total hip) einen Link auf facebook – am besten noch mit „likes“. Und schwuppdiwupp bedient sich auch facebook, die weltweit zweitgrößte Datenkrake, ebenso fein an diesen Daten und macht das gleiche wie google.

Und die Internetbenutzer? Sind entweder zu doof (ein Digitalführerschein wäre eigentlich nötig) und wissen gar nix, oder – noch schlimmer – denen ist es völlig egal. Und da kommen wir zum 2. Punkt (Teil 2).

    Seite 1/2