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EuGH-Urteil: Provider können zum Sperren von Tauschbörsen verpflichtet werden

DPA Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: The Pirate Bay verletzt mit seinem Angebot das Urheberrecht. Rechteinhaber haben nun eine neue Möglichkeit, gegen Filesharing-Websites vorzugehen.
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#30 - 15.06.2017, 09:52 von urmedanwalt

das Urteil ist sicher richtig

Auch wenn es mir als altem fighter für ein freies Internet nicht gefällt. Es gibt tausend Möglichkeiten, sich trotzdem urheberrechtlich geschützte Inhalte zu beschaffen. Die Argumente sind schon seit mehr als 10 Jahren bekannt und ausgelutscht. Natürlich sollen Urheber (wenns geht ohne die Verwertungsbürokratie) Geld für ihre Leistungen bekommen, aber in angemessener Höhe und nicht völlig abgehoben, wie das von den vor allem am Streitwert interessierten bekannten Akteuren propagiert wird.

#31 - 15.06.2017, 10:08 von hup

Von Schwimmbädern und WWJD

Zitat von Hagbard
Zuletzt: Die Frage, ob jemand, der anderer Leute Arbeit für sich nutzt, diese auch nutzen würde, wenn er dafür bezahlen müsste, ist unsinnig, wenn man daraus ableitet, dass derjenige, der nicht bereit oder in der Lage ist zu bezahlen, diese Leistung grundsätzlich kostenlos zu erhalten hat. Dann geh' ich nämlich morgen zum städtischen Schwimmbad, begehre kostenlosen Eintritt mit der Begründung, dass ich nicht ins Schwimmbad gehen würde, wenn ich zahlen müsste.
Das Schwimmbad hat reale Kosten dadurch dass sie schwimmen gehen, bzw. für die ständige Bereitstellung des Service. Durch die Kopie eines (bereits erstellten) digitalen Gutes in Tauschbörsen entstehen hingegen keine Kosten - der Content-Anbieter muss ja nicht seine Infrastruktur dafür bereitstellen, dass übernehmen die Anbieter der Tauschbörsen und die p2p Nutzer komplett.
Der "Schaden" kann nur in entgangenem Gewinn liegen, ein tatsächlicher Schaden (Minderung des Vermögens des "Raub"opfers durch eine zusätzliche Kopie) entsteht nicht. Dieser Schaden (keine Realisierung des theoretisch möglichen Gewinnmaximums) ist real - beträgt aber nur den Bruchteil der fiktiven Summe, die sich durch das naive Aufrechnen der Anzahl der "Raub"kopien multipliziert mit dem durchschnittlichen Kaufpreis ergibt, da zur geforderten Kaufsumme so oder so kein Konsum durch den "Raub"kopierer stattgefunden hätte.
Dieser Unterschied von einem analogen materiellem Gut oder Service zu einem digitalen Gut (aber nicht service) ist für viele Leute schwierig zu verstehen und der Grund für solche logisch falschen Analogie wie dem oben erwähnten Schwimmbad.
Hier ist noch eine Analogie zum Nachdenken für Sie: Als Jesus die Fische und das Brot vermehrt (kopiert) hat, damit alle satt wurden, war er da ein Raubkopierverbrecher, der die Schutzrechte des israelischen Fischerei- und Bauernverbandes ignoriert hat? Es hätte sich sicherlich ein pharisäischer Abmahnanwalt gefunden, der genau so argumentiert hätte. Könnte ja jeder kommen und einfach kostenlos Fische verteilen - Jesus war nichts als ein Volkswirtschaftsschädling der Bauern und Fischer um ihren Lohn brachte. Ohne Jesus hätte das Gewerbe geboomt!

#32 - 15.06.2017, 12:09 von cor

Zitat von chalchiuhtlicue
Sind sie wirklich so naiv, wie sie sich hier gerade geben? 1. Nicht jeder, der sich Filme illegal besorgt kann für den Kauf dieser Filme das Geld aufbringen oder würde es zahlen, sondern lieber verzichten. Soviel zu ihrer Milchmädchenrechnung.
Sie würden Ironie nicht mal erkennen, wenn man Sie direkt mit dem Gesicht drauf drückt, oder?

#33 - 15.06.2017, 12:23 von managerbraut

Immer wieder werden Urheberrechtsurteile des EuGH zum

Filesharing oder davo zum Streaming in den Medien verfälscht dargerstellt als wären mit diesen Urteilen das leidige Thema illegaler Urhebergeschützter Internet-Dowmloads abgestellt und für alle Zeiten unmöglich geworden, vorbei.
Zumindest bemühen sich Deutsche Medien Journalisten sich darum in Artikeln - Magazinen den Usern - Konsumenten - Bürgern für dumm verkaufend dies zu suggerieren und Medien,- Abmahnanwälte als Gastautoren sich ebenso hervorhebend zu suggerieren, das die Branche nun auf jeden illegalen Download jagd machen wird.
Das ist der größte volksverdummende Blödsinn!
Ohne das die IT-Welt global Microsofts Windows nicht hundert Millionen male rund um den Globus in allen Ländern raubkopiert hätten, wäre heute ein Bill Gates - Microsoft nicht Multi-Milliardär und Microsoft nicht der weltgrößte Softwareriese.
Hacker - Raubkopierer - Streaming - Filesharing hat durchaus einen nicht zu unterschätzenden positiven wirtschaftlichen Faktor, was über andere Kanäle hunderte Millionen Dollar an PR - Werbung kosten täte um für ein Produkt eine weite Verbreitung zu erreichen.
Was die Rechteverwerter mit deren Abmahnanwälten bis heute nicht erreicht haben, nämlich Filesharing,- Streaming-Server mit allen möglichen technischen Tricks - Möglichkeiten unzugänglich im Netz unerreichbar sperren, zur Abschaltung zwingen zu können, hat bis heute wenig bis nichts gebracht und wird auch in Zukunft weiterhin wirkungslos bleiben!

#34 - 15.06.2017, 13:27 von pterodactylus

Via google

findet man torrents noch gezielter, wenn man dieses veraltete Format, bei dem man selbst hochladen muss, denn noch nutzt. Insofern alles Augenwischerei.

#35 - 15.06.2017, 14:22 von Tolotos

Schön wäre es, wenn die Politik gegen Steueroasen ähnlich motiviert wie gegen Tauschbörsen vorgehen würde.

Den Unterschied macht wohl die Richtung des Geldflusses. Von Steueroasen profitieren Spitzenverdiener zulasten der anderen, während Tauschbörsen vor allem Ärmere zulasten von Gut- und Spitzenverdienern begünstigen.

Ein wohl nicht unerheblicher Grund für diese Einseitigkeit dürfte wohl auch sein, dass den Lobbyisten der Besserverdiener auch dort alle Türen offen stehen, wo der demokratische Einfluss auf die politische Willensbildung, der auch Ärmeren offen steht, keinen Zugang hat!

#36 - 16.06.2017, 18:49 von Hagbard

Zitat von hup
Das Schwimmbad hat reale Kosten dadurch dass sie schwimmen gehen, bzw. für die ständige Bereitstellung des Service. Durch die Kopie eines (bereits erstellten) digitalen Gutes in Tauschbörsen entstehen hingegen keine Kosten - der Content-Anbieter muss ja nicht seine Infrastruktur dafür bereitstellen, dass übernehmen die Anbieter der Tauschbörsen und die p2p Nutzer komplett. Der "Schaden" kann nur in entgangenem Gewinn liegen, ein tatsächlicher Schaden (Minderung des Vermögens des "Raub"opfers durch eine zusätzliche Kopie) entsteht nicht. Dieser Schaden (keine Realisierung des theoretisch möglichen Gewinnmaximums) ist real - beträgt aber nur den Bruchteil der fiktiven Summe, die sich durch das naive Aufrechnen der Anzahl der "Raub"kopien multipliziert mit dem durchschnittlichen Kaufpreis ergibt, da zur geforderten Kaufsumme so oder so kein Konsum durch den "Raub"kopierer stattgefunden hätte. Dieser Unterschied von einem analogen materiellem Gut oder Service zu einem digitalen Gut (aber nicht service) ist für viele Leute schwierig zu verstehen und der Grund für solche logisch falschen Analogie wie dem oben erwähnten Schwimmbad.
Selbstverständlich hinkt der Vergleich mit dem Schwimmbad. Er war eher als Metapher gedacht. Ich dachte nicht, dass ich das extra klarstellen müsste.

Wie auch immer:
Die Diskussion um Aufwand und Kosten ist im Grunde überflüssig.
Wenn jemand ein Produkt auf den Markt bringt und dafür einen bestimmten Preis aufruft, ist es die freie Entscheidung des Konsumenten, dieses Angebot anzunehmen oder nicht.
Für die Preisbildung spielen die tatsächlichen Gestehungskosten keine Rolle (jedenfalls nicht im Außenverhältnis).
Wem ein legaler Download für 99 Cent zu teuer ist, hat damit sicher nicht das Recht zur kostenlosen Nutzung.

#37 - 20.06.2017, 18:05 von Hamberliner

Re: Überfällig

Zitat von C. V. Neuves
Wenn solche Maßnahmen tatsächlich ergriffen werden sollten, dann haben User keine Möglichkeit mehr Raubkopien von von Filmen und Musik zu bekommen.
Auszuprobieren wer das ernst nimmt ist kein gern gesehener Intelligenztest, sondern ein ungebetener.
Punkt 9 der Netiquette erfüllt man z.B. mit einem SNCR unten drunter.

#38 - 22.06.2017, 15:34 von g_bec

Öhm.

Zitat von chalchiuhtlicue
Sind sie wirklich so naiv, wie sie sich hier gerade geben? 1. Nicht jeder, der sich Filme illegal besorgt kann für den Kauf dieser Filme das Geld aufbringen oder würde es zahlen, sondern lieber verzichten. Soviel zu ihrer Milchmädchenrechnung. 2. Sperren gegen audländische Angebote gehen nur über DNS-Sperren, die aber sehr leicht zu umgehen sind (z.B. via außereuropäische DNS-Server). 3. Die Geschichte zeigt, dass es keine technischen Maßnahmen ohne mögliche Gegenmaßnahmen gibt. Und die Seite der Missbrauch treibenden war bislang die cleverere und flexiblere. 4. Sobald die Bürger mehr Geld in ihren Taschen haben und Angebote fair sind, sind sie auch bereit, Geld dafür auszugeben. Aber es ist ja wichtiger, Geld von unten nach oben umzuverteilen als für soziale Gerechtigkeit zu sorgen. Zur Erinnerung: Die ärmeren 50% der deutschen Haushalte besitzen gerade mal 2,5% des gesammten Privatvermögens in der BRD. Dass da nicht viel Geld für den Kauf von CDs/DVDs/etc. da ist, sollte klar sein.
Also vielleicht sollte der/diejenige, der/die den von Ihnen beschriebenen Aufwand betreibt, um eingerichtete Sperren zum Filme ansehen(!) zu umgehen, vielleicht sein dafür vorhandenes Wissen und Können dazu nutzen, die Eintrittsgelder für ein Kino oder die monatliche Streaminggebühr auf ehrlichem Wege zu verdienen statt stundenlang "unproduktiv" vor dem Rechner zu sitzen? Oder einen Film weniger sehen und die jetzt verfügbare Zeit zum Abeiten nutzen?
"Die haben kein Geld und müssen deshalb illegal downloaden" ist so gar kein Argument. Ich kann mir auch keinen Swimmingpool leisten, darf ich dann ungefragt den meines Nachbarn nutzen bzw. im Schwimmbad über den Zaun klettern und schwarz mit der Straßenbahn dorthin fahren?

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