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Kim Dotcom im Kino: "Ich spiele die Hauptrolle. Lächerlich"

Hollywoods Erzfeind liefert selbst großes Kino: In Neuseeland läuft eine Doku über Aufstieg und Fall des umstrittenen Internetmillionärs Kim Dotcom. Ihm droht die Auslieferung in die USA.
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#1 - 27.07.2017, 20:44 von Cyman

Kim Schmitz ist und bleibt ein Hochstapler

Auch wenn ich nach einer Doku, welche ich vor einigen Jahren im TV sah, ein etwas anderes Bild der Person Kim Schmitz vermittelt bekommen habe, welches ihn fast als normalen und bemitleidenswerten Menschen darstellte, bleibt Kim S. für mich ein Hochstapler, der mit falscher Biographie und Betrügereien in allererster Linie reich und berühmt werden wollte.
Wenn man noch die Bilder im Kopf hat, wie er in früheren Tagen bei allen Party-Events der sogenannten High Society dabei war und im Mittelpunkt stehen wollte, protzend und zutiefst dekadent, der kann eigentlich keine Sympathie für diesen Menschen gehabt haben.
Auch seine Flucht nach Neuseeland und sein dortiger Rückzugsort sprechen nicht gerade die Sprache eines bemitleidenswerten Opfers - genauso wie die Tatsache, dass seine Ambitionen für sein MEGA-Projekt auch von Anfang an sehr großspurig waren.
Letztlich können wohl vor allem diejenigen Bewunderung für einen solchen Menschen äußern, welche gern falschen Vorbildern nacheifern und es mit der Moral nicht so genau nehmen.

#2 - 27.07.2017, 22:01 von tom_muster

Kimble wurde durch die Medien erschaffen, er war der Bösewicht, den sie brauchten. Daß Kimble kein Hacker -schon gar kein genialer- war, das sollte mittlerweile Allgemeingut sein. Allerdings war er ein guter Selbstvermarkter für einen dankbaren Boulevard. Die Leute mit dem Fachwissen hinter ihm heißen und hießen anders, M.O. mal besonders exemplarisch genannt (als reine Initialen sollte es ja machbar sein), ohne den und andere seines Schlages im Kimpire nicht viel gegangen wäre.

Mitleid, daß es ihn dann doch vielleicht erwischt, nach einem Leben voller Betrug? Hält sich auch aufgrund so mancher peinlicher Auftritte in Grenzen.

#3 - 28.07.2017, 23:17 von bartmannthereal

Kim Schmitz alias Kimble Kim Dotcom ist ein Heuchler und Hochstabler

Jeder der sich in Deutschland schon zu Zeiten von 'LetsBuyIt.com' oder Günther von Gravenreuth mit Kim Schmitz beschäftigt hat, weiß was dieser Typ gemacht hat, wie er denkt und wie er Leichtgläubige um sich sammelt.

Kim Schmitz hält in Wirklichkeit gar nichts von freier Meinungsäußerung, kurz bevor man ihm in Neuseeland festsetzte hat er gegen einen Journalisten in Deutschland prozessiert die seinen Werdegang dokumentierten.
( https://netzpolitik.org/2012/kim-schmitz-selbsternannter-freiheitskampfer-im-internet-will-berichterstattung-gerichtlich-unterdrucken/ )

Natürlich könnte man den Insiderbetrug bei 'LetsBuyIt.com', den gewerbsmäßigen Missbrauch von gestohlenen Calling Cards oder das Verkaufen von 'Raubkopien' über Mailboxen als Jugendsünden bezeichnen, allerdings hat er mit Megaupload genau seinen ursprüngliche Tätigkeit wieder aufgenommen.

Dass er es geschafft hat genügend Dumme zu finden, die seine Tätigkeit als 'mutige antikapitalistische Aktion' im Dienste der Freien Meinungsäußerung zu bejubeln kann nur mit einer gewissen Ignoranz bei seine neuen Freunden begründet werden.

Kim Schmitz ist bestimmt kein Robin Hood, in Wirklichkeit ist er ein Erzkapitalist der gut von den Leistungen anderer lebt ohne sie zu bezahlen, um den schönen Schein aufrecht zu erhalten schreckte er auch nicht von Strafprozessen gegen Kritiker zurück.

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Leider haben die Journalisten in Neuseeland nie versucht auf deutsche Quellen zuzugreifen und die Beiträge in englischsprachigen Wikipedia unterscheiden sich doch sehr von denen im deutschen Teil. Es ist schon erstaunlich wie massiv die Sprachgrenzen auch heute noch sind. Kim Schmitz hat es geschafft, dass sein Bild im Ausland ganz anders ist als hier.

#4 - 28.07.2017, 07:05 von HGDOC

Erfinder der Cloud

Natürlich ist er ein Selbstdarsteller. Das ist ja grundsätzlich nicht verboten. Aber hätte ein Ami oder Aplle und Co dasselbe gemacht wäre Megaupload als bahnbrechende Erfindung hochgejubelt worden und man hätte sich aufgrund der Raubkopien rausgeredet, man könne ja nicht jeden Nutzer einzeln kontrollieren. Schon sehr früh hat Kim Schmitz die Möglichkeiten Cloud basierter Systeme erfunden und vermarktet. Dutzende renomierte Anbieter machen dich heute ungestarft dasselbe. Da hat sich Amerika und die von Amerika beeinflussten speichelleckenden Neuseeländer einfach an ihm festgebissen. Da sieht man mal was in der freien Wirtschaft passiert wenn USA was dagegen hat. Evtl. Wirtschaftsnobelpreis verleihen statt Knast? Aber ander Länder trauen sich eben nicht gegen die USA etwas zu sagen!

#5 - 28.07.2017, 07:11 von susuki

Ich bin sonst nicht allzu zynisch, aber der Knast wird rückblickend das beste sein, was ihm passieren konnte.

Datenträger (Musik, Film, Spiele) tauschen haben wir alle praktiziert.

Aber nicht kommerziel und global.

Ein derartiges Geschäftsmodell ist schlicht falsch. Betrug, Steuerhinterziehung und Geldwäsche schliesst sich dem zwangsläufig an.

#6 - 28.07.2017, 10:59 von olli0816

Kim Schmitz ist dunkelgrau mit kleinen weißen Sprenkeln

Als ich seine damalige Firma in München am Stiglmaierplatz besuchte und mir das Geschäftsprinzip des Unternehmens erklären liess, war ich durchaus beeindruckt. Dort arbeiteten Menschen, die im Auftrag von Unternehmen versuchten, sich in dessen Firmennetze zu hacken. Das Unternehmen wurde später vom TÜV gegen eine höhere Summe veräußert. Dort saßen Leute, die aufgrund ihrer technischen Fähigkeiten ich mir nicht zum Feind machen möchte. Auch der damalige Internetauftritt war seiner Zeit weit voraus, genauso die Ideen der Vernetzung (Quasi ein vorgezogene IoT, wo heute viele große Firmen viel Umsatz sehen).

Das waren die weißen Sprenkel. Schon damals ist mir aufgefallen, dass Herr Schmitz ein immens großes Geltungsbedürfnis hatte. Das Problem ist, dass er jede Grenze überschreitet und es ihm egal zu sein scheint, ob er mit seinen Aktionen z.T. illegal wird. Er hatte mit Megaupload nicht das erste Mal Probleme mit den Gesetzen und von daher ist er natürlich nicht der weiße Ritter, der die Welt rettet und für die absolute Meinungsfreiheit steht. Es geht ihm eher darum, dass er Aufsehen bekommt und seinen luxuriösen Lebensstil finanzieren kann. Insgesamt schätze ich ihn als sehr begabt ein, aber er kann seine Begabung nur sehr bedingt wegen seiner schlechten Eigenschaften ausleben.

Ob man ihn deswegen hollywoodreif mit Hubschrauber und Einsatzteam verhaften muß, sei mal dahingestellt. Er ist ja nicht sonderlich sportlich und wo soll er denn hinlaufen? Eine Privatarmee besitzt er auch nicht. Vollkommen überzogene Aktion, aber die passt andersherum auch wieder gut zu ihm. Noch ist er nicht ausgeliefert. Ich wünsche es ihm nicht. Die Amerikaner verstehen bei Geld keinen Spaß. Andersherum: was würde es bringen, ihn 30 Jahre ins Gefängnis zu sperren? Das fände ich auch überzogen, in Deutschland bekommt man bei Mord nur die Hälfte. Aber ein Denkzettel wäre schon angebracht, damit er auch die Grenzen kennen lernt. Nur habe ich die Befürchtung, dass er sie zwar kennen lernt, aber in Zukunft genauso wie in der Vergangenheit misachtet. Ich finde solche bunten Hunde sehr unterhaltsam und die Welt braucht solche Leute. Aber auch bunte Hunde sollte man an die Leine legen, wenn sie es zu toll treiben.

#7 - 26.10.2017, 21:26 von eule

Die "vermeintlichen" Copyright-Verletzungen des Kim Dotcom

"Ab dann steht die Frage im Kinosaal: Warum solch ein Helikoptereinsatz bei vermeintlicher Copyright-Verletzung?"
Ach??! Es geht also nur um "vermeintliche" Copyright-Verletzung? D.h.: Kim Dotcom hat überhaupt keine Copyright-Verletzung begangen? Das haben also nur ein paar Leute behauptet, die nicht so richtig durchblicken?
Eine kühne These von SPON! Gibt es dafür vielleicht auch Belege?