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Schwarze Null: Hefte raus, Spardiktat!

Hannibal Hanschke / DPA GroKo-Deutschland bildet sich ein, dass Sparen die Antwort auf alles ist. Der Rest der Welt investiert unterdessen in die Digitalisierung. Ruanda zum Beispiel ist weiter als Berlin.
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#1 - 15.05.2019, 16:28 von Strinauftisch

Schlimmer noch

Für eine "Herdprämie" und das "Baukindergeld" scheint Geld da zu sein. Man müsste nicht mal die "schwarze 0" eliminieren (wobei es eigentlich selbst dem unbegabtesten 1.Semester der VWL klar sein sollte, dass eine Regierung keine Privathaushalt ist, auch wenn wir das Budget dieser so nennen), es wäre schon ein Anfang mal in die Zukunft zu investieren, statt die Vergangenheit zu subventionieren.

#2 - 15.05.2019, 16:28 von Bastian__

Das Geld intelligent ausgeben ist gefragt

es steht aus Steuereinnahmen bei Bund, Länder und Gemeinden mehr Geld zur Verfügung, als benötigt wird. Aber es wird an vielen Stellen nicht sinnvoll verwendet und da hilft auch die doppelte Menge an Geld wenig. z.B. Berlin investiert riesige Summen in einen Flughafen - wäre es sinnvoll eingesetzt worden, hätte Berlin schon jetzt einen Flughaben in Betrieb und das auch noch preiswerter. Oder der Verkauf der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften: billig verkauft und sich anschließend wundern, das die Investoren eine möglich hohe Rendite erwirtschaften wollen - einfach mal nachdenken und dann sinnvoll handeln.
Und warum soll bei der "Respekt-Rente" keine Prüfung auf Bedürftigkeit sinnvoll sein, wer das ganze Leben am Existenzminimum gelebt hat, für den ist solch ein Überprüfung ganz einfach, da nicht an Wert vorhanden ist - wie hätte diese Person auch ein Vermögen mit Häusern, Autos oder teuren Schmuck aufbauen können? Einfach die Freigrenzen bei solch einer Prüfung sinnvoll gestallten und allen ist geholfen. Oder ist der Sinn der "Respekt-Rente" auch Millionäre zu unterstützen?

#3 - 15.05.2019, 16:30 von irritation

Vorahnung

Eine tolle Bestandsaufnahme. Danke dafür. Und was nun? Die Situation ist dramatisch, die Investitionen in die Infrastruktur fehlen. Dumm nur wer glaub man können nun sinnvolle Maßnahmen einfach durch Zuschütten mit Geld lösen. Das führt zu zwei Problemen:
1) Sobald irgendwer für irgendetwas Geld bekommt (sinnvoll oder nicht) also Geld ausgegeben wird, kommen alle anderen und wollen auch Geld, weil es nun mal nicht sein kann - ja ungerecht ist - dass irgendwer Geld bekommt und sonstwer nicht. Grob geschätzt müssen für eine Geldeinheit die einen sinnvollen Zweck hat, 9 Geldeinheiten ausgegeben werden, um Neider, Lobbys und Populisten zu befrieden. Am Ende merken alternative Gruppierungen noch, das Investitionen in die Bereitschaft zur Digitalisierung auch 'volksfremden' zugute kommen könnten. (Skandal!)
2) Ein Problem solange mit Geld zuschütten, bis man es nicht mehr sieht, löst das Problem nicht. Der digitale Wandel wurde und wird verschlafen. Nun die Schlafmützen, die nachweislich das Problem nicht verstehen, mit Geld auszustatten, um es zu lösen, wird in ähnliche Desastern enden wie die Beauftragung von Regierenden einen Flughafenbau zu überwachen. Auch hier werden vermutlich 9 von 10 Geldeinheiten in falsche Maßnahmen investiert. Es geht hier um ein langangelegtes Programm, dass Infrastruktur und Ausbildung schafft. Ein Programm, dass viel länger läuft als eine Legislaturperiode. Soweit kann wirklich kein Politiker denken, wenn er sich an sein Anreizsystem (Ziel Wiederwahl) hält, das ihm der Wähler gibt. Selbst Frau Merkel, die vermutlich selbst nicht wiedergewählt werden will nutzt die Gunst der Stunde (die gewonnene Freiheit vom Zwang wiedergewählt zu müssen) nicht, um endlich die Zukunft zu gestalten.
Kurzum: Man muss das hundertfache der benötigten Summe in die Hand nehmen und verursacht damit nur noch mehr Chaos. Dann doch lieber Augen zu und durch - vielleicht ist das mit dem Internet auch einfach nur so ein Hype, der sich nicht durchsetzen wird.

#4 - 15.05.2019, 16:45 von helmut.alt

Dann geht doch nach Ruanda,

wenn dort alles besser ist. Dieses negative Aufbauschen von Einzelfällen in Deutschland, wie das Bild eines Schlaglochs in der Straße, ist eine Panikmache, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun hat. Man könnte fast sagen "Volksverhetzung".

#5 - 15.05.2019, 16:48 von dachbodenstradivari

Uns geht es (zu) gut

Menschen tun sich schwer mit Veränderungen, erst recht, wenn es einem doch eigentlich gut geht. Veränderung ist ein Aufbruch ins Ungewisse, warum also etwas Neues beginnen, wenn man auch einfach weiter machen kann wie bisher? Wir haben eine große Koalition aus Merkels "weiter so" und einer sterbenden SPD, der Partei des "zögerlichen sowohl als auch", wie Sie kürzlich so schön formulierten. Was soll dabei herauskommen?
Man möchte, dass alles bleibt, wie es ist. Aber die Dinge ändern sich und Deutschland verpasst mit seiner selbstzufriedenen Bräsigkeit den Anschluss. Die drohende Klimakatastrophe: Wird schon nicht so schlimm werden. Die notwendige Verkehrswende: Kostet Arbeitsplätze in der Autoindustrie. Digitalisierung: Digitali-was? Die Liste ließe sich fast unendlich fortsetzen, wo versucht wird, offensichtliche Herausforderungen der Zukunft einfach auszusitzen und zu hoffen, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Altersarmut, Fachkräftemangel, Pflegenotstand, ... Wenn man erst dann beginnt, gegenzusteuern, wenn die Probleme so groß sind, dass gar nichts mehr geht, ist es zu spät.

#6 - 15.05.2019, 16:50 von phaos

Wenn der Luxus der Gegenwart auf den Schulden der Vergangenheit beruht

Wenn der Luxus der Gegenwart (dh. also unsere Infrastruktur, unsere Schulen, alles was in Deutschland Wert hat und nun langsam dank mangelnder Investitionen verfällt) darauf beruht, dass wir in der Vergangenheit Schulden gemacht haben, dann muss vll. einsehen, dass wir unsere Fortschrittlichkeit ein Stückweit zu Unrecht erkauft haben... Wenn Deutschland Digitalisierung und Brücken und Schulen in Topzustand haben will, dann müssen auch entsprechende Gegenleistungen erwirtschaftet werden, die das Geld herein bringen, um all das zu finanzieren. Nur Schulden zu machen, um den Lebensstand von heute zu halten, kann doch auch nicht richtig sein, auch wenn es schmerzhaft ist?

#7 - 15.05.2019, 16:52 von schlob

Nicht investieren ist nur dann sinnvoll,wenn es keine sinnvollen Inves

Nicht investieren ist nur dann sinnvoll,wenn es keine sinnvollen Investitionen gibt,die mehr Zinsen bringen als sie kosten.-Das ist bei NULL zinsen schon einigermaßen schwierig.-
Wir werden von mittelmäßigen Leuten regiert,deren vornehmliche Fähigkeit darin besteht,einer Versammlung nach dem Munde zu reden.Kann man das-kann man jedes Amt erklimmen-auch wenn man sonst strohdoof ist.-
Und wenn die dann mit großér Zustimmung gewählt werden,glauben die im Ernst,sie können was.

#8 - 15.05.2019, 16:56 von Actionscript

Schreiben sie weiter...

..solche kritischen Artikel Herr Lobo, um auf das Problem aufmerksam zu machen und regen sie andere Journalisten auch dazu an. Das ist eine Möglichkeit. Denn es scheinen nicht alle ihrer Meinung zu sein. Bei Umfragen, die hier im Spiegel veröffentlicht wurden, waren ja viele Bürger abgesehen von der Asylpolitik offensichtlich zufrieden. Und darauf basiert die Politik. Jetzt kommen die Probleme auf, Wohnen, schlechte Schulen, Lehrermangel, Nichterfüllung der Klimaziele, um nur einige zu nennen. Doch die Vorhersage, dass die nächsten Jahre weniger Steuern bringen, lässt die Alarmglocken klingeln und den Geldfluss noch weiter zum Erlahmen bringen. Leider sehe ich das Sprichwort "nur aus Schaden wird man klug" Realität werden.

#9 - 15.05.2019, 16:57 von koppuwe

Wem nützt es ....

Es ist natürlich katastrophal wenn keine Schulden mehr gemacht würden. Für wen? Für die die Ihr Geld damit verdienen, dass Sie Geld verleihen. Andere erarbeiten die Zinsen von denen der Geldadel lebt, ohne einen Finger zu krümmen. Der größte Schuldner ist der Staat (Steuerzahler), wenn dieser aber immer weniger Schulden macht, dann wissen die Kollegen mit dem Geld nicht mehr wohin damit. Jetzt ist aber Schluss: Bundeswehr muss mit Geld zugeschmissen werden, .... muss mit Geld zugeschmissen werden, .… muss mit Geld zugeschmissen werden. So lange werden wir mit Hiobsbotschaften bombardiert, bis die Politik einknickt und die Schulden wieder kräftig steigen! Danach lachen nur wenige, die Herren des Geldes die dann wieder unser Geld als Zinsen schöpfen … Ich bin gespannt welche Sau als nächstes durch die Medien getrieben wird, die mit noch zu leihendem Geld gefüttert werden soll.

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