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EuGH-Urteil: Kaum Chancen auf Schmerzensgeld im Brustimplantate-Skandal

DPA Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs macht Frauen wenig Hoffnung auf Schmerzensgeld im Skandal um minderwertige Brustimplantate. Der TÜV ist demnach nicht grundsätzlich verpflichtet, Medizinprodukte selbst zu prüfen.
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#1 - 16.02.2017, 10:29 von alaba27

Richtig

Es tut mir leid für die Geschädigten, aber bei Betrug ist der TÜV 'raus.

#2 - 16.02.2017, 10:45 von forscher56

Der eigentliche

... sind doch diese Zertifizierungen nach ISO 9000 bzw. 9001. Gab es in meiner Firma auch, die Maßnahmen zur Qualitätssicherung standen aber meistens nur auf dem Papier. Und darauf gab es Brief und Siegel.

#3 - 16.02.2017, 10:46 von herr_jaspers

So leid es mir tut,

die Prüfung eines QM-Systems beinhaltet nicht die Überprüfung der Produkte selbst.
Warum allerdings keine Produktprüfung oder kein Produktaudit zwingend in definierten Abständen in einem derart sensiblen Bereich durchgeführt wurden versteht wohl niemand, jedenfalls gibt der Artikel nichts darüber her.
Möglicherweise waren die Produktzeugnisse - so denn vorhanden - gefälscht, oder extra präparierte und 100%ig konforme "Vorzeigeprodukte" lagen bei Prüfungen vor; dies ist ja auch Standard bei Autotests bzw. Tests entsprechender Komponenten wie Reifen etc....neben Softwarenmanipulation natürlich, die in D ja ebenfalls nicht strafbar ist. Übrig bleibt die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Siegels, das keinerlei Rückschlüsse auf die erwartete und tatsächliche Qualität eines Produktes zuläßt.
Den nicht kompensierbaren Schaden hat der Verbraucher, und natürlich das Vertrauen in ein "System", das so etwas zulässt.
MfG herr_jaspers

#4 - 16.02.2017, 10:48 von Immanuel K.

Das Siegel des TÜVs ist nichts wert...

...das zumindestens sollte man aus diesem Vorgang öffentlich sagen dürfen - natürlich ist Vorsatz immer schwieriger zu entdecken, als Fahrlässigkeit. Wenn das Erlangen des TÜV-Siegels eine Prüfung beinhaltet, dann ist es vom TÜV allerdings grob fahrlässig, diese Prüfung nur angekündigt vorzunehmen. Wenn ich jemanden wiederholt prüfe, impliziert das, dass ich ihm nicht vertraue - wenn ich die Prüfungen aber nur angekündigt vornehme, dann sind sie eher Show - denn das passt nicht zusammen...

#5 - 16.02.2017, 10:53 von schensu

Lächerlich

Dann sollen die Prüfer das prüfen lassen und nicht für teuer Geld den Anschein eines hervorragenden Produktes erwecken!
Die Prüfsiegelverschleuderei, auch im dubiosen Finanzsektor, kostet die Organisationen noch ihren letzten Rest Reputation.
Der ohnehin alberne Zertifikatewahnsinn wird neben seiner Unglaubwürdigkeit auch noch gefährlich.
Wie schrieb der Spiegel: "Vorsicht TÜV - geprüft!"

#6 - 16.02.2017, 10:56 von Stefan_G

zu #1

Zitat von forscher56
... sind doch diese Zertifizierungen nach ISO 9000 bzw. 9001. Gab es in meiner Firma auch, die Maßnahmen zur Qualitätssicherung standen aber meistens nur auf dem Papier. Und darauf gab es Brief und Siegel.
Eben, der TÜV ist ein Dienstleister, der im Auftrag der Firmen Zertifizierungen durchführt. Er ist keine Kontrollbehörde, die unangemeldet prüft, ob der Hersteller sich an seine Qualitätsvorgaben hält.
Der Versuch des französischen Gerichts, den deutschen TÜV haftbar zu machen, war von vorneherein nur durch den Wunsch begründet, Geld abzugreifen, weil der französische Hersteller, der als Täter haftbar wäre, insolvent ist. Und wohl nebenbei auch um vom Versagen der französischen Aufsichtsbehörde abzulenken.

#7 - 16.02.2017, 10:58 von schensu

Lächerlich

Dann sollen die Prüfer das Prüfen lassen und nicht für teuer Geld den Anschein eines hervorragenden Produktes erwecken!
Die Prüfsiegelverschleuderei, auch im dubiosen Finanzsektor, kostet die Organisationen noch ihren letzten Rest Reputation.
Der ohnehin alberne Zertifikatewahnsinn wird neben seiner Unglaubwürdigkeit auch noch gefährlich.
Wie schrieb der Spiegel: "Vorsicht TÜV - geprüft!"

#8 - 16.02.2017, 11:14 von McMuffin

Gilt das jetzt für alle TÜV-Siegel?

Das Ganze könnte man ja noch ausweiten. Warum muss der TÜV bei der Hauptuntersuchung das Auto aufwändig überprüfen? Offenbar geht das ja nach EUGH auch anders, das spart Personalkosten und steigert die TÜV-Gewinne:

TÜV-Prüfer: "Ist bei Ihrem Auto alles in Ordnung?"
PKW-Halter: "Ja."
TÜV-Prüfer: "Dann haben Sie hier die Plakette, gute Fahrt."

#9 - 16.02.2017, 11:16 von UweAranas

Es ist kein Siegel ...

Herr Immanuel K.unterliegt hier dem Irrtum, dass es sich um ein Siegel handelt. Das ist nicht richtig. Das gesamte europäische Prüfsystem wurde vor Jahren dahingehend umgestellt, dass je nach Gefährdungspotential unterschiedliche Prüfmodule zum Tragen kommen. Teilweise kann auch der Hersteller aus mehreren Prüfmodulen wählen. Das fragliche Prüfmodul beinhaltete nun eben weder angekündigte Prüfungen noch eine Prüfung der Produkte selbst. Der TÜV hat hier genau das gemacht, was nach der Prüfverordnung zu tun war. Ob die Module hier die tatsächliche Gefährdungslage wiederspiegeln, ist eine andere Frage, aber die muss an Brüssel gerichtet werden. Als "Notified Body" ist es dem TÜV sogar untersagt, andere Prüfungen als die vom Modul vorgesehen durchzuführen. Das heisst z.B., wenn der Prüfer unangemeldet vor der Türe steht, muss ihn die Firma nicht hereinlassen. Anders als der Volksmund glaubt, hat der TÜV auch keine Polizeigewalt.

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