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Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen: Väter nach #MeToo

Illustration: Lina Moreno/ Foto: Getty Images "Sei kein Idiot": In der neuen Folge von "Drei Väter - ein Podcast" sprechen wir über die unterschiedliche Erziehung von Söhnen und Töchtern - außerdem erklärt Schauspielerin Maria Furtwängler Mädchen-Jungen-Klischees.
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#1 - 21.05.2019, 17:06 von vera gehlkiel

Sorry, Gents: "nach #metoo" ist zweifellos die bequemere Variante, allerdings muss es "während #metoo/open end" heißen. Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug. Jetzt kommt es drauf an, dass wir Frauen sie verändern...Und zwar aus der Perspektive heraus, die uns schon längst zugestanden haben würde...

#2 - 21.05.2019, 17:46 von mark.muc

@ 1 Vera Gehkiel

"Männer, welche die Welt vom Fernsehsehsessel oder aus dem Bürodrehstuhl heraus beschrieben haben, hatten wir, frei nach Karl Marx, nun mehr als genug." Liebe Frau Gehkiel, Männer haben durch Technologien, die sie erfanden, es den Menschen erst ermöglicht, sich von biologischen Mustern zu entfernen. Vor der Technologisierung, vor Einführung von Verhütungsmitteln, vor Eindämmung der Kindersterblichkeit, vor der Versorgung mit sauberem Trinkwasser, vor der Erfindung von Maschinen, welche Muskelkraft obsolet gemacht haben, war eine Angleichung der Lebensverhältnisse von Frauen und Männern schlicht nicht möglich und nicht immer ging es Frauen dabei in jeder Hinsicht schlechter als Männern. Auch den Buchdruck, und sogar das Fernsehen und das Internet erfanden Männer. Zumindest die Erfindung des Fernsehers fand nicht im Fernsehsessel statt. Oder sehen Sie das anders? Und zum sauberen Trinkwasser gehören auch Männer, die für uns durch die Abwasserkanäle waten. In diesen Kanälen schwimmt auch femininen Scheiße. Was soll Ihr unerträglicher Sexismus?

#3 - 21.05.2019, 17:54 von alsterherr

"[Männer] Machen einen Podcast" ... und wieder das alte Dilemma: NIEMAND hindert Frauen daran, auch Podcasts zu machen. Wenn Männer gerne Podcasts machen steht ihnen das genau so offen wie Frauen, niemand hindert Frauen daran ausser sie selbst und ihre Interessen. Das ist wie Frauen die Genderstudien studieren und sich dann aus diesem Studienfach heraus beschweren, daß so wenige Frauen Maschinenbau studieren ... eigene persönliche Wahl.

#4 - 21.05.2019, 17:54 von mark.muc

Tatort & Klischees

In den letzten 2 Wochen wurden die beiden folgenden Vorfälle bekannt: (a) Eine Altenpflegerin steht unter Verdacht systematisch männliche und weibliche Heiminsassen missbraucht zu haben. (b) Zwei Frauen schnitten einer schwangeren 19 jährigen das Baby aus dem Bauch und ließen die junge Frau verbluten. Wenn man etwas aufmerksam ist, findet man regelmässig solche Meldungen. Meist etwas versteckt und nicht als Aufmacher, wie etwa die vermeintliche Vergewaltigung die man Herrn Kachelmann vorwarf. Fast alle wissenschaftlichen Studien belegen, dass häusliche Gewalt von Frauen genauso ausgeht wie von Männern. Es passt aber nicht in unsere Klischees und diese werden z.B. auch stark vom Tatort unter Mithilfe von Frau Furtwängler weitergegeben.

#5 - 21.05.2019, 17:58 von FocusTurnier

Veränderungen

Zitat von vera gehlkiel
.Und zwar aus der Perspektive heraus, die uns schon längst zugestanden haben würde...
Es gibt Veränderungen in der Arbeitswelt nach #metoo, aber Ich weiß nicht, ob die so beabsichtigt waren:

https://nypost.com/2019/05/17/men-are-afraid-to-mentor-women-after-metoo-and-it-hurts-us-all-study/

https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-12-03/a-wall-street-rule-for-the-metoo-era-avoid-women-at-all-cost

Wie sieht es mit Veränderungen hinsichtlich der Familienpolitik zugunsten von Männern und Vätern aus? Wann bewegen sich da die Frauenministerinnen?

#6 - 21.05.2019, 18:16 von drogitobi

@mark.muc: Ursache und Wirkung durcheinander gebracht?

Wie hatten Frauen denn all das leisten sollen, wenn sie in den allermeisten Gesellschaften jahrtausendelang bis auf wenige Ausnahmen keinen Zugang zu höherer Bildung und Macht hatten. Wenn auf 100 männliche Philosophen, Forscher und Techniker vielleicht 1 Frau kam, braucht man kein Statistiker zu sein, um zu erkennen, wer wohl die meisten bahnbrechenden Erfindungen geleistet hat...

#7 - 21.05.2019, 18:18 von mark.muc

Witzig ist aber auch...

dass dieser Artikel implizit unterstellt, dass Väter der entscheidende Faktor in der Kindererziehung sind. Es ist doch sehr viel wahrscheinlicher dass Klischees deutlich häufiger und intensiver von den Müttern weitergegeben werden, da sich Männer (leider!) immer noch weniger an der Erziehung der Kinder beteiligen (können). Es gibt meines Wissens auch überhaupt kein wissenschaftliches Indiz dafür, dass die Klischees sich vorwiegend durch den Einfluss der Väter perpetuieren. Schön wäre es, wenn sich hier bei SPON mal jemand für die Stärkung der Väterrechte einsetzte. Natürlich kann man von Kindern viel lernen. Auch Väter können da lernen, aber bitteschön: Von Söhnen doch genau so stark wie von Töchtern. Wie kann man auf eine andere Idee kommen? Setzt diese Vorstellung nicht gerade voraus, dass es wichtige natürliche Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen gibt und das Männern hier etwas fehlt, was Mädchen qua Geburt mitbekommen haben? Wie so oft versteht sich der Feminist selber nicht und die männlichen Feministen sind da meist die verbohrtesten. Das alles ist aber hinfällig, wenn man mal begriffen hat, dass es sich bei dem heutigem Feminismus um eine Religion handelt.

#8 - 21.05.2019, 18:42 von mark.muc

Nicht verstanden

Zitat von drogitobi
Wie hatten Frauen denn all das leisten sollen, wenn sie in den allermeisten Gesellschaften jahrtausendelang bis auf wenige Ausnahmen keinen Zugang zu höherer Bildung und Macht hatten. Wenn auf 100 männliche Philosophen, Forscher und Techniker vielleicht 1 Frau kam, braucht man kein Statistiker zu sein, um zu erkennen, wer wohl die meisten bahnbrechenden Erfindungen geleistet hat...
Ich habe Frauen nichts vorgeworfen. Ich bin kein Sexist. Ich habe lediglich versucht zu begründen, dass in einer nicht technisierten Welt geschlechtsspezifische Muster nicht vermeidbar waren. Und Sie vergessen noch etwas, was immer gerne vergessen wird: Auch 99.9% der Männer hatten vor z.B. 500 Jahren keinen Zugang zu Bildung.
Somit habe ich keineswegs Ursache und Wirkung verwechselt, Sie bleiben aber in Ihrem Denken dem Geschlechterkrieg verhaftet und haben mich deshalb missverstanden. Auch habe ich das so ausgeführt, weil Vera Gehkiel Männer als passive Fernsehsesselhocker beschreibt. Zudem: Auch heute studiert kaum eine Frau Maschinenbau. Aber die Schuldigen haben wir ja schon: Die Väter.

#9 - 21.05.2019, 18:51 von spamos

Oha Männer sind wieder Schuld

Hallo,
Ich finde es gut, dass über das Thema gleich Berechtigung gesprochen wird. Ich komme aus den neuen Bundesländern und für mich ist Gleichberechtigung gelebte Realität. Leider werden Männer pauschal immer als Schuldige dargestellt. Das stört mich sehr. Auch glaube ich nicht dass eine Frauenquote in Vorständen irgendetwas bringt. Kleiner Test. Nennen sie 10 daxunternehmen und jeweils mindestens 1 Vorstandsmitglied (egal ob weiblich oder männlich). Ich vermute das Ergebnis wird sehr mau ausfallen.
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass der Preis ein Vorstandsmitglied zu sein, sehr hoch ist und viele nicht bereit sind diesen zu zahlen. Besonders ist Kindererziehung nur schwer damit vereinbar.
Mein Vorschlag, fragt euch doch mal wer die Kinder hauptsächlich erzieht. Den größten Teil haben Mütter und Erzieherinnen in Kitas und Grundschullehrerinnen. (Das sind die Tatsachen, die ja geändert werden sollen) Hier erfolgt die Prägung und ich glaube hier würde eine Quote von Männern viel mehr helfen. Da den Mädchen nicht suggeriert wird, was Frauenberufe sind. Und Jungen diese Berufe erst zugänglich gemacht werden.

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