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Abstimmung im Unterhaus: Wer was plant im Brexit-Chaos

AP Am Dienstag soll endlich über Theresa Mays Brexit-Deal abgestimmt werden. Das britische Unterhaus ist tief gespalten. Die Fraktionen im Überblick - und was sie in den nächsten Tagen vorhaben.
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#1 - 13.01.2019, 20:36 von Murmeltier

Seitdem verhandelt?

Zitat: Seitdem habe sie "hart verhandelt" und "unermüdlich" daran gearbeitet
Nun ja, nach Auslösen von Artikel 50 im März 2017 passierte erst mal gar nichts. Dann kamen überflüssige Neuwahlen, die man vergeigt hat. Minister Davis saß mit leeren Händen am Verhandlungstisch und feixte. Die Liste ließe sich fortsetzen ... Chequers war wohl das erste Mal, dass die Briten überhaupt etwas vorgelegt haben, das überhaupt die Grundlage für eventuell Verhandlungen sein konnte.

#2 - 13.01.2019, 20:47 von neanderspezi

Mrs Mays Dressurakt zur Annahme ihres Brexit-Deals

Die Herrschaften die sich in diesem britischen Unterhaus zusammengefunden haben, sind zumindest sehr leidensfähig. Wie viel Tranquilizer müssen da herumgereicht werden, um dem Einzelnen zu helfen möglichst unbeschädigt und aufrecht nach ausgestandener Sitzung wieder aus diesem Unterhaus herauszufinden. Die Dompteuse, die diese Gesellschaft des Leids unter Kontrolle zu halten versucht, muss mit verbalen Peitschenhieben als Treibstoff zu ihrem Brexit-Deal massiv den Takt vorgeben, um nicht am Widerstand der so Geprüften aus der Spur zu geraten und fluchtartig den Ort des Geschehens hinter sich lassen zu müssen. Wenn die Briten sehen könnten, was sich in ihrer politischen Zuchtanstalt wegen diesem Brexit-Krampf abspielt, würden sie sich nie mehr zu einem Referendum hergeben wollen.

#3 - 13.01.2019, 20:47 von haarer.15

Wie die Rohrspatzen ...

... so jedenfalls der Eindruck. Von Planung kann hier ja kaum noch die Rede sein. Ein aktionistischer Chaos-Club ist das mittlerweile - und GB taumelt pfeilgerade auf eine Staatskrise zu. Ich hab mit keinem dort Mitleid - das Dilemma ist schließlich selbst-gewählt.

#4 - 13.01.2019, 20:54 von Murmeltier

Dann mal los!

Schönes Zitat von Corbyn: "Ihm schwebt ein weitaus sanfterer Brexit vor, bei dem das Land in einer Zollunion mit der EU verbleiben würde." Dem Manne kann geholfen werden. Erst mal für Mays Abkommen stimmen, dann die nächsten Parlamentswahlen gewinnen (irgendwann in den nächsten Jahren) und über den Beitritt zur Zollunion verhandeln. Wäre ungefähr das Modell Türkei mit offener Grenze in Nordirland. Hätte man zwar schon vorher haben können, aber die Torys wollten es nicht. Und wenn er gerne verhandelt: Das kann er haben, die Briten werden die ganzen nächsten Jahrzehnte mit der EU verhandeln, nur um dann vermutlich ohnehin wieder eines Tages Mitglied zu sein und sich zu fragen, was ihnen dieser Zirkus gebracht hat.

#5 - 13.01.2019, 21:00 von juming

Leider nicht lernfähig

Was die Wirren der letzten Jahrhunderte in England von außen nicht anrichten konnten, dass schaffen die Brexianer jetzt selbst von innen. Ich kann dieses Gebrechen nicht mehr ertragen. Sich auf ein Referendum und sein Ergebnis zu beziehen, dass nur auf Lügen und Populismus beruht muss eine 2. Chance bekommen. Auch Politiker müssen sich immer wieder zu Wahl stellen und werden dann auch mal nicht wiedergewählt. Genau wie der Brexit.

#6 - 13.01.2019, 21:07 von menefregista

Mal etwas geringer das Getöse bitte !

" Doch schon jetzt ist erkennbar, dass Großbritannien nach dem Brexit gegenüber Europa schlechter dastehen wird als heute. "
Da wäre ich mir nicht so sicher, dass UK schlechter dasteht als die EU, wenn mal die Eurozone auseinanderbrechen sollte. Vergisst mal alle zusammen nicht, dass Deutschland pro Jahr etwa 37 Milliarden Euro Zinslast im Jahreshaushalt bei 1 % Zinsen stemmen muss. Was ist, wenn die Target-Salden fällig werden und Deutschland doppelt sowiel Schulden aufgetürmt bekommt und NOCH dazu 3 x mal so hohe Zinsen den Übersee-Investoren zahlen muss ! Da sind die aktuellen 11 Milliarden Überschuss im Bundes-Haushalt nur ein Porto-Geld im Vergleich zu dem, was bewältigt werden muss. Kann nicht sein ? Dann erklären Sie uns doch bitte, wieso nicht, evtl. wieso UK in diesem Falle nicht besser als die EU dasteht !
Hier ein Link zu der Zinslastentwicklung ;
https://www.haushaltssteuerung.de/zinsuhr-zinsausgaben-deutschland.html

#7 - 13.01.2019, 21:11 von beat126

Ich würde wetten ...

... wenn in vielleicht 2 Jahren Grossbritannien zum messbar grossen Gewinner seiner Politik würde, würde es in Deutschland trotzdem vehement verneint. Das hat damit zu tun, dass in Deutschland der Einzelne keine bis überhaupt keine Verantwortung seines eigenen politischen Schicksals trägt. Und müsste er es tun, würde er sich für die Seite entscheiden, wo sich bereits die Mehrheit versammelt hat. Man nennt es Herdentrieb.

#8 - 13.01.2019, 21:42 von Corona17

Konservative = Stümper

Im UK mit der Regierung May als auch in den USA mit der Trump-Regierung lässt sich die tiefe Krise der Konservativen erkennen, denen der gemeinsame politische Kompass abhanden gekommen ist. Es geht längst nicht mehr um das Wohl des Landes oder der Bevölkerung, ja nicht einmal um das Wohl der eigenen Partei. Kein Projekt ist zu aberwitzig, sei es eine Grenzmauer oder ein unbestimmtes Brexit-Referendum, als dass es nicht als Vehikel der persönlichen Karriere dienen könnte. So ergibt sich immer mehr ein Bild des politischen Stümpertums des Konservatismus mit viralem Ansteckungspotenzial.

#9 - 13.01.2019, 21:45 von Sendungsverfolger

Wenn

Zitat von menefregista
" Doch schon jetzt ist erkennbar, dass Großbritannien nach dem Brexit gegenüber Europa schlechter dastehen wird als heute. " Da wäre ich mir nicht so sicher, dass UK schlechter dasteht als die EU, wenn mal die Eurozone auseinanderbrechen sollte. Vergisst mal alle zusammen nicht, dass Deutschland pro Jahr etwa 37 Milliarden Euro Zinslast im Jahreshaushalt bei 1 % Zinsen stemmen muss. Was ist, wenn die Target-Salden fällig werden und Deutschland doppelt sowiel Schulden aufgetürmt bekommt und NOCH dazu 3 x mal so hohe Zinsen den Übersee-Investoren zahlen muss ! Da sind die aktuellen 11 Milliarden Überschuss im Bundes-Haushalt nur ein Porto-Geld im Vergleich zu dem, was bewältigt werden muss. Kann nicht sein ? Dann erklären Sie uns doch bitte, wieso nicht, evtl. wieso UK in diesem Falle nicht besser als die EU dasteht ! Hier ein Link zu der Zinslastentwicklung ; https://www.haushaltssteuerung.de/zinsuhr-zinsausgaben-deutschland.html
WENN mal die Eurozone auseinander bricht, würde das UK VIELLEICHT besser dastehen, als der Rest von Europa. Aber 1. müsste die Eurozone zusammenbrechen und 2. geht man dabei davon aus, dass das UK auf heutigen Stand bleiben würde.

Außerdem müsste Deutschland ebenso dann erst Target-Salden ausgleichen, wenn eben der Zusammenbruch da wäre und auch dann zu marktüblichen Zinsen (warum sollte es nur noch "Übersee"-Banken geben?) Kredite aufnehmen - was vorher auch gemacht wurde, insbesondere nach der Wende, oder was meinen Sie, wo die hohe Verschuldung herkommt.

Schlimmer wäre ein markttechnischer EU-Zusammenbruch. Aber ich denke, dann wäre auch das obige nur Makulatur. Dann wäre nämlich die Weltwirtschaft insgesamt betroffen.

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