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AfD-Erfolge im Osten: Rechtsaußen besetzt

Getty Images Erfolgreich war die AfD bei der Europawahl nur im Osten - besonders in den drei Rechtsaußen-Landesverbänden Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Was bedeutet das für die Landtagswahlen im Herbst?
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#1 - 28.05.2019, 22:20 von hausfeen

Der Osten sucht Kontinuität.

Zwei autokratische Regime durchlebt. Die meisten kaum als Unterdrückte. Nach der Wende eine kurze Hochzeit an Demokratie.
Die PDS, dann die Linke wurde als Halt gesucht, entwickelte sich aber weg vom SED/Stasi-Nachfolger zu einer verwestlichen Partei echter Linker, demokratisch. Daher der Abfall von denen und die Zuwendung zu dem autokratischen Habitus der AfD.
Sorry, ihr im Osten. Euer Problem ist nicht die Rentenanpassung, sondern das demokratische Leben. Zum Glück nicht für alle. Und ich hoffe, die Mimikri mit den ewig Gestrigen wird nach und nach weniger. So wie in Leipzig. Daumen hoch Leibsch ...

#2 - 29.05.2019, 00:47 von wiseacre

Teilung

Auch nach fast 30 Jahren ist dieses Land immer noch gespalten und geteilt. Einer realen Mauer als Ausdruck dessen bedarf es dabei gar nicht. Aber weniger wirtschaftlich als politisch und mental. Und diese Teilung scheint sich noch zu vertiefen. Von Wiedervereinigung sind wir noch weit entfernt. Die ostdeutschen Länder driften in eine gefährliche politische Richtung. Und sobald die Rechten erstmal mit an den Schalthebeln der Macht sitzen wird sich diese Reise in die Vergangenheit noch beschleunigen.

#3 - 29.05.2019, 05:27 von raoul2

"Was bedeutet das für die Landtagswahlen?"

Es ist - trotz des Entsetzens über die hohen Werte in den Ost-Ländern - letztlich gar nicht so schlecht, diese Rechtsaußen zumindest bis zu den Herbst-Wahlen dazu zu zwingen, den Menschen zu zeigen, wie wenig sie tatsächlich an der Durchsetzung ihrer vollmundigen Versprechungen interessiert sind.

Das wird - so nicht nur meine Hoffnung - auch den bisher verblendeten WählerInnen aufzeigen, wie falsch sie diesmal bei der Europawahl ihr Kreuzchen gesetzt haben. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

#4 - 29.05.2019, 05:38 von KingTut

Zurechtgerückt

Einige Aussagen im Artikel gehören zurechtgerückt:
Dass viele Menschen in der AfD mit den Ansichten von Höcke ein Problem haben ist doch ein positives Zeichen.
Die Aussage, wonach die AfD nur im Osten erfolgreich sei, stimmt so nicht. Zwar liegt sie im Bundesdurchschnitt, trotz Zuwächsen, unter den Ergebnissen im Osten, aber auch im Westen gibt es Wahlbezirke, wo sie 15 % erreichte. Die FDP wäre froh um solche Ergebnisse.
Lasst uns aber auch nicht die stärkste Partei, die Nichtwähler, vergessen. Die Erfolge der AfD und dass viele Wertkonservative das Lager der Nichtwähler bereichern, ist der wankelmütigen Politik ohne klare Linie, die nirgendwo anecken will und alle zufriedenstellen will, anzulasten.
Dass sich Neonazis an einem Gedenkmarsch beteiligen, ist nicht gut, wie es auch nicht gut war, als sich während den Anfängen der Grünen Partei auch Gewaltbereite darunter befanden. Der spätere grüne Außenminister war sogar ein erwiesener Steinewerfer.
Beides ist zu verurteilen, egal unter welcher politischen Ausrichtung es geschieht.

#5 - 29.05.2019, 08:24 von k70-ingo

Zitat von KingTut
Einige Aussagen im Artikel gehören zurechtgerückt: Dass viele Menschen in der AfD mit den Ansichten von Höcke ein Problem haben ist doch ein positives Zeichen. Die Aussage, wonach die AfD nur im Osten erfolgreich sei, stimmt so nicht. Zwar liegt sie im Bundesdurchschnitt, trotz Zuwächsen, unter den Ergebnissen im Osten, aber auch im Westen gibt es Wahlbezirke, wo sie 15 % erreichte. Die FDP wäre froh um solche Ergebnisse. Lasst uns aber auch nicht die stärkste Partei, die Nichtwähler, vergessen. Die Erfolge der AfD und dass viele Wertkonservative das Lager der Nichtwähler bereichern, ist der wankelmütigen Politik ohne klare Linie, die nirgendwo anecken will und alle zufriedenstellen will, anzulasten. Dass sich Neonazis an einem Gedenkmarsch beteiligen, ist nicht gut, wie es auch nicht gut war, als sich während den Anfängen der Grünen Partei auch Gewaltbereite darunter befanden. Der spätere grüne Außenminister war sogar ein erwiesener Steinewerfer. Beides ist zu verurteilen, egal unter welcher politischen Ausrichtung es geschieht.
Nana, Geschichtsklitterung, Whataboutismus und Schönrednerei auf einmal.

Abgesehen davon, daß FDP und Nichtwähler hier kein Thema sind, wollen wir doch bitte bei den Tatsachen bleiben.
Im Westen liegt die AfD nur in wenigen Wahlbezirken im zweistelligen Bereich, während sie im Osten nirgendwo ein einstelliges Ergebnis geholt hat. Außerdem sind Zustimmungsraten von über 20, gar über 30%, im Westen völlig undenkbar - im Osten ist es aber flächendeckend der Fall.

#6 - 29.05.2019, 09:34 von aop

An k70-ingo

Ist natürlich immer schön, wenn man mit dem Finger Richtung Osten zeigen kann und sich somit nicht mit den Wahlergebnissen der Afd in der Heimat beschäftigen muß. Hätte die Afd im Westen 5% und im Osten 10%, wären diese 10% auch wieder ein Diskussionsgrund. Aber so kann man die 10% der Afd im Westen getrost vernachlässigen... Und sobald jemand einen Erklärungsversuch startet, kann man diesen mit Begriffen wie "Whataboutismus" als Totschlagargument auch sofort im Keim ersticken und muß sich keiner Diskussion stellen. Immer schön vom hohen Roß herunter ist genau das, was Leute in die Hände von Populisten treibt.

#7 - 29.05.2019, 09:57 von .patou

Zitat von aop
Ist natürlich immer schön, wenn man mit dem Finger Richtung Osten zeigen kann und sich somit nicht mit den Wahlergebnissen der Afd in der Heimat beschäftigen muß. Hätte die Afd im Westen 5% und im Osten 10%, wären diese 10% auch wieder ein Diskussionsgrund. Aber so kann man die 10% der Afd im Westen getrost vernachlässigen... Und sobald jemand einen Erklärungsversuch startet, kann man diesen mit Begriffen wie "Whataboutismus" als Totschlagargument auch sofort im Keim ersticken und muß sich keiner Diskussion stellen. Immer schön vom hohen Roß herunter ist genau das, was Leute in die Hände von Populisten treibt.
Es treibt die Leute in die Hände von Populisten, wenn man problematisiert, dass bei der Europawahl im Westen 8,8 % die AfD gewählt haben und im Osten 21,6 %? Denn so gering, wie Sie hier suggerieren, ist der Unterschied ja keineswegs.

Verkehren Sie hier nicht Ursache und Wirkung? Bzw. machen Sie es sich angesichts dieses Wahlergebnisses nicht etwas einfach, wenn Sie die Schuld dem Westen geben statt einfach mal eine gewisse Eigenverantwortung bei den Wählern der Rechtsextremen zu verorten?

#8 - 29.05.2019, 10:04 von mostly_harmless

Zitat von aop
Ist natürlich immer schön, wenn man mit dem Finger Richtung Osten zeigen kann und sich somit nicht mit den Wahlergebnissen der Afd in der Heimat beschäftigen muß. Hätte die Afd [...]
Ich finds spannend, dass Bürger aus dem Osten ihre Landsleute sogar dann verteidigen, wenn gerade die Neubraunen flächendeckend stärkste Partei geworden sind. Ich ganz persönlich halte das für den Kern des Problems. Nicht antidemokratische Haltungen der Landsleute werden kritisiert, sondern dass diese Haltungen von "Wessis" kritisert werden.
Genau das suggeriert den Rechtsextremisten ein Verständnis für ihre Positionen im "Rest" der Bevölkerung.
Und meine Vermutung ist: Die haben recht, es gibt ein Verständnis für rechtsextremistische Positionen bei den Leuten im Osten, die nicht rechtsextremistisch wählen. Ansonsten hätten auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Osten nicht massenhaft gemeinsam mit Rechtsextremisten und Neonazis demonstriert.

#9 - 29.05.2019, 11:12 von markolito1

@ mostly harmless

Ich als "Ostler" (krass 30 Jahre danach) kann dem nur beipflichten. Für mich ist es absolut unverständlich, wie man diese Partei wählen kann. Selbst bei aller Benachteiligung die wir erfahren haben, würde ich nie "rechte" wählen. Wer die Verbrechen der Vergangenheit verharmlost und gegen Schwächere angeht, hat meines Erachtens nicht aus der Geschichte gelernt.
Ja und es ist ein Problem des Ostens. Ich sehe das immer wieder im Umfeld. Es wird selbst von Menschen gehetzt denen es sehr gut geht. Immer wieder wird die Opferrolle rausgeholt und auf "die da" geschimpft ohne das eigene Handeln zu reflektieren.

Sorry ich bin schockiert. Es gibt genügend Alternativen zu wählen und wenn man seinen Stimmzettel ungültig macht. Aber aus Protest Afd oder NPD zu wählen entzieht sich meiner Logik. Das ist kein Protest.

Ich werde das nie verstehen das Menschen aus der grausamen Vergangenheit mit Millionen von Toten einfach nichts gelernt haben.

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