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Austritt aus der EU: Nur gut ein Viertel der Briten für harten Brexit

DPA Nur noch acht Monate bis zum EU-Austritt, und kein Plan: 78 Prozent der Briten sind der Meinung, dass die Regierung schlecht verhandelt. Und jeder Zweite würde gern erneut abstimmen.
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#1 - 30.07.2018, 11:29 von nadworks

Brexit nicht zwingend

Ihr Bericht enthält einen entscheidenden Fehler. Trotz Artikel 50 Einreichung MUSS Grossbritannien die EU nicht zwingend im März verlassen. Als Mitglied der „People‘s Vote“ Bewegung weiß ich, das bei einem erneuten Referendum auch wieder „Verbleib in der EU“ auf dem Zettel stehen kann, falls ein bestimmter Deal oder No-Deal abgelehnt werden.

#2 - 30.07.2018, 11:39 von Riven

@ 1

Und ich als Jurist sage, dass der Austritt zwingend ist. Art. 50 EUV ist da recht eindeutig:

"Die Verträge finden auf den betroffenen Staat ab dem Tag des Inkrafttretens des Austrittsabkommens oder andernfalls zwei Jahre nach der in Absatz 2 genannten Mitteilung keine Anwendung mehr, es sei denn, der Europäische Rat beschließt im Einvernehmen mit dem betroffenen Mitgliedstaat einstimmig, diese Frist zu verlängern."

Und im Absatz 5: "Ein Staat, der aus der Union ausgetreten ist und erneut Mitglied werden möchte, muss dies nach dem Verfahren des Artikels 49 beantragen."

Die Briten WERDEN ausscheiden. Das ist das, was sie sich immer gewünscht haben. Viel Spaß in der Zukunft, sich gegen USA, China, Russland UND die EU global durchzusetzen.

#3 - 30.07.2018, 11:40 von ttvtt

komplexe Wirtschaftszusammenhänge

50 % wollen über die ausgehandelte Brexit-Übereinkunft in einem weiteren Referendum abzustimmen. Was soll so ein Referendum bringen? Die Übereinkunft wird so komplex sein, dass wohl die Tragweite nur von wirklichen Fachleuten verstanden wird. Und darüber soll dann die Hausfrau Klein-Britney und der Taxifahrer Brain-George abstimmen?

#4 - 30.07.2018, 11:42 von RedOrc

Radio Eriwan: Im Prinzip ja, aber..

Zitat von nadworks
Ihr Bericht enthält einen entscheidenden Fehler. Trotz Artikel 50 Einreichung MUSS Grossbritannien die EU nicht zwingend im März verlassen. Als Mitglied der „People‘s Vote“ Bewegung weiß ich, das bei einem erneuten Referendum auch wieder „Verbleib in der EU“ auf dem Zettel stehen kann, falls ein bestimmter Deal oder No-Deal abgelehnt werden.
Klar kann man ein Referendum abhalten, genau wie man auch ein Referendum gegen die Hitzewelle initiieren könnte - beides hätte ungefähr die gleichen Auswirkungen. Der Rücktritt vom Rücktritt (Brexit) ist zwar prinzipiell möglich, aber nur wenn alle anderen restlichen EU-Mitglieder dem zustimmen - und das hätte nur dann überhaupt einen Hauch von Chance wenn GB die ganzen Privilegien und Sonderlocken, die es im Laufe der Jahre so erhalten hat, aufgibt und den Euro einführt.

Wie wahrscheinlich ist das Szenario?

(Wurde im übrigen schon elendig oft durchgekaut)

#5 - 30.07.2018, 11:43 von stadtmusikant123

Es komt wie es kommt

Nun, 50 % wollen einen Brexit. Den werden sie auch bekommen.

Wie der Brexit ausfällt steht in den Sternen. Beeinflussen kann der "Mann auf der Straße" das Ergebnis nicht mehr. Rechtlich gibt das das Austrittsverfahren nicht her, und der Zeitablauf ebenfalls nicht. Und dann sind da noch all die anderen Mitgieder, die den Briten ihre Extra-Würste so uneingeschränkt gönnen.

Ausgelöst ist er, und rückgängig machen ist rechtlich und politisch mehr wie nur unwahrscheinlich.

Denn angenommen, die EU-Mitglieder würden einer Rücknahme des Brexit zustimmen, dann wären die , bei den anderen Mitgliedern so beliebten britischen Extra-Würste manifestiert, wer glaubt also an so was?

#6 - 30.07.2018, 11:45 von Lula Latein

BREXIT im Schlaf oder

im seeligen Commonwealth-Andenken. Wer im Schlaf den Zug verpaßt oder gar jemand umbringt, bleibt dort wo er gerne noch im Schlaf wäre, im Abseits.

#7 - 30.07.2018, 11:46 von ramuz

Sie übersehen...

Zitat von nadworks
Ihr Bericht enthält einen entscheidenden Fehler. Trotz Artikel 50 Einreichung MUSS Grossbritannien die EU nicht zwingend im März verlassen. Als Mitglied der „People‘s Vote“ Bewegung weiß ich, das bei einem erneuten Referendum auch wieder „Verbleib in der EU“ auf dem Zettel stehen kann, falls ein bestimmter Deal oder No-Deal abgelehnt werden.
... dabei, dass es nur eine sehr geringe Rolle spielt, was welche Briten auch immer möchten: dem dann eventuell nicht erfolgenden Austritt und dem dann evtl. erfolgenden Verbleib zu vollkommen neuen Bedingungen müssen ALLE Staaten der EU, zum Teil sogar deren Volk, zustimmen. Einstimmig. Eventuell dann eben ohne Gibraltar ( dann könnte Spanien zustimmen ), Jersey und Guernsey et alia ( dann würde FRankreich zustimmen, vielleicht) , aber dafür mit Niederlassungs- und Arbeitsfreiheit für polnische Klempner ( dann könnte sich's Polen überlegen).
Für wie hoch halten Sie die Chancen?? 1:50? 1:1000000? Weniger..?

Das UK hat über den Verbleib ganz sicher nicht mehr zu entscheiden, und the UK's people angesichts der Presse- und politischen Situation im UK schon mal überhaupt nicht. Too late, too little...

#8 - 30.07.2018, 11:50 von asdfred

Manchmal muss man Sachen einfach auch mal durchziehen damit man merkt was man für Mist gemacht hat. Zwar bitter für die Briten aber nur so sieht der Rest der Austrittswilligen mal die Konsequenzen.

#9 - 30.07.2018, 11:53 von hle

Pro Brexit

Aus meiner Erfahrung mit engl. Freunden ist immer noch die Mehrheit für den Brexit. Viele sehen zwar, dass ein harter Ausstieg nicht gut für die Wirtschaft ist, aber Wirtschaft ist eben nicht alles. Viele habe die Einstellung, dass das Leben nicht nur aus Wachstum bestehen sollte. Vielen ist eine Besinnung auf die nationalen Wurzeln und Tradition wichtiger, als Weltoffenheit und Globalisierung. Das kann man nun als Spätromatik abtun, es ist aber die Stimme des Volkes. Und allein die aktuellen politischen Debatten werden als Indiz gesehen, dass man wieder etwas Kotrolle über die eifene Zukunft gewonnen hat.

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