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Bundestag entscheidet über Sterbehilfe: "Erschüttert über so viel Verantwortungslosig

DPA Der Bundestag stimmt am Mittag über eine Neuregelung der Sterbehilfe ab. Einige Abgeordnete wollen die Reform verhindern, Ärztekammerpräsident Montgomery warnt vor "kindischem Trotz".
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#1 - 06.11.2015, 08:21 von jrgen.reimers

sterben ist unausweichlich

das ist vorbestimmt. Ich kann meinem Leben ein Ende setzen, zu einem Zeitpunkt, den ICH bestimmen kann, ansonsten ist das sterben vorprogrammiert!
Wann ICH aus dem Leben scheiden will, darüber hat kein einziger Mensch, Machthaber zu bestimmen!
Es gibt genug Haus - Arzneien die man zu einem tödlichen Cocktail selber zusammen mischen kann und dann gibt es auch noch den "Strick", die "Kugel" oder die "Rasierklinge", also "Null Problem"!
Die Politiker sollen sich darüber unterhalten, dass es keine Geschäftemacherei wird, aus der "ach so tollen", "würdevollen Sterbebegleitung" ...
ungefähr so, wie die die Begleitung der 54 Soldaten in Afghanistan, die wurden in den Tod geschickt (!), ohne würdevolle Begleitung und ohne "Wiedergutmachung", in finanzieller Hinsicht!

#2 - 06.11.2015, 08:22 von Atheist_Crusader

Wenn es ein Recht auf Leben gibt, dann gibt es auch ein Recht auf den eigenen Tod.

Kein Mensch sollte gezwungen zu sein, gegen seinen Willen weiterzuleben, nur damit der Gesetzgeber auf seinem hohen moralischen Ross sitzen kann.

Wenn sich Jemand umbringen will, dann ist mir lieber, dass er das sauber und ordentlich tun kann, und sich nicht irgendwo von einem Hochhaus oder vor einen Zug schmeißt und dabei auch noch andere Menschen traumatisiert.

Lasst sterben, wer sterben will.

#3 - 06.11.2015, 08:25 von pommbaer84

trotz?

Das die meisten Abgeordneten nur aus trotz und persönlichem Vorteil handeln ist doch nichts neues. Deshalb läuft da ja soviel verkehrt..

#4 - 06.11.2015, 08:27 von monolithos

Alle Entwürfe verfassungswidrig

Vielleicht sollte man die Sterbehilfe Sterbehelfern und nicht Ärzten überlassen. Damit umschifft man auch die Klippe des in diesem Fall anscheinend sehr problematischen Standesrechts der Ärzte. Zudem darf hinterfragt werden, inwieweit dies noch auf der Höhe der Zeit ist, wenn es vor dem Gesetz Erlaubtes verhindert. Jede Lösung, die ein selbstbestimmtes Sterben in Würde verhindert, mit welchen juristischen Spitzfindigkeiten auch immer, sehe ich im Widerspruch zu Art. 1 GG "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.". Daher kann eigentlich nur die 1:1-Übernahme der Schweizer Regelung, auf deren Grundlage z.B. auch Dignitas arbeitet, infrage kommen.

#5 - 06.11.2015, 08:28 von tolate

Klare Entscheidungen sind gefragt.

Die Märkte der Gesellschaft haben vor langer Zeit schon das Thema entdeckt. Der jetzige Vesuch der Regulierung durch Gesetz zeigt einmal mehr, wie wenig die bereits gemachten Erfahrungen mit ärztlich assistiertem Suizid und Tötung auf Verlangen durch freiwilligen ärztlichen Einsatz in staatlich geförderten Einrichtungen und nach staatlich überwachtem Prozedere gemacht worden sind. Diese lassen nur einen Schluss zu: Aus der Straflosigkeit der Selbsttötung folgt mitnichten zwingend die Straflosigkeit der Beihilfe, gleichgültig, ob diese kommerziell, im Rahmen einer persönlichen Beziehung oder einer geregelten ärztlichen Mithilfe geschieht. Beihilfe zum Suizid ist als das Gegenteil der Unterstützung von Menschen in ihrer jeweiligen Situation zu sehen, wer das eine will, kann und muss das andere sanktionieren, wie auch immer. Sonst werden die Märkte wie gewohnt auch daraus Kapital schlagen wollen, und die Verwirrung wird nicht weniger. Das ist ja nun nicht wirklich überraschend.


“

#6 - 06.11.2015, 08:32 von Kleinunternehmer

Es tut mir für den Gesetzgeber Leid ...

... aber selbstverständlich würde ich meiner Frau diesen letzten Wunsch erfüllen, zur Not auch aktiv.

Wir haben schon oft und lange darüber gesprochen und wir werden uns gegenseitig helfen, wenn der andere es nicht mehr kann.

Was interessiert mich ein Urteil von Leute, die meine Frau und ihre Wünsche weder kannten noch die schwere Aufgabe hatten, diesen letzten umzusetzen?

Irgendwelche Gesetze sind mir in der Situation *vollkommen* egal. Da zählt nur der Wunsch meiner Frau.

Irgendein Urteil würde ich nur schulterzuckend zur Kenntnis nehmen.

#7 - 06.11.2015, 08:39 von olli118

Volkes Wille

Die Mehrheit der Deutschen befürwortet Sterbehilfe. Ich frage mich, warum man in einer solchen Angelegenheit, die das individuellste Recht eines Menschen betrifft - das auf ein würdevolles Sterben - nicht dem Willen der Wähler folgen kann. Dass es klare Richtlinien geben muss, versteht sich von alleine. Aber diese Entscheidung sollte jedem Menschen selber überlassen sein. Wer es ernst meint mit dem selbstbestimmten Tod, wird sich auch von einer verschärften Gesetzgebung nicht schrecken lassen. Das wird nur dazu führen, dass der Sterbetourismus zunimmt, was es für alle - Patienten wie Angehörige - noch schmerzvoller macht. Da hilft auch mehr Geld für Palliativmedizin nichts. Da ist sich ja sogar die Politik einig, dass das trotz finanzieller Aufstockung noch immer extrem unzureichend ist.

#8 - 06.11.2015, 08:39 von dr._seltsam

Die Entschiedung ist eine

...einfache:: Wenn die Wahl ist, einen Menschen unter unwürdigen Bedingungen am Leben zu erhalten oder ihn würdig aus dem (selbst bestimmten!) Leben scheiden zu lassen, dann ist die Würde des Menschen unantastbar. Es ist m. E. n. ein ziemlich unwürdiges politisches Possenspiel mit eben dieser Würde des Menschen solche Rituale zu betreiben, wie im Bericht beschrieben. Insofern halte ich von geschäftlich betriebener Sterbehilfe absolut nichts. Denn es ist ebenso unwürdig mit dem Leid anderer Geschäfte zu machen. Es soll niemand mit dem Gesetz und/oder Berufsverbot bedroht werden, nur weil er die Würde eines ihm anvertrauten Menschen achtet! Daran sollte sich der ganze Politzirkus mal ein Beispiel nehmen!

#9 - 06.11.2015, 08:43 von keery

Nicht darauf abzielen...

Worauf ein Gesetz bei seinem Entwurf abzielt ist doch ziemlich egal. Am Ende zählt doch nur, wie es angewendet werden wird UND KANN. Und wenn es zwar nicht darauf abzielt, Ärzte zu kriminalisieren, aber trotzdem genau diese Angriffsfläche bietet, dann geht es eben am Ziel vorbei.

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