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Deutschland und die USA: Geht's noch?

DPA Ärger über Handel, Verteidigung, Energie - die transatlantische Entfremdung schreitet voran. Die Kanzlerin wirbt leidenschaftlich für mehr Zusammenarbeit - aber was ist ihr Plädoyer wert?
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#90 - 17.02.2019, 21:59 von berthold.kogge

Die Schwäche EU ist deren Zerstrittenheit

Wenn die EU einig wäre, könnte man auch Trump Paroli bieten, aber es gibt zu viele Nationalisten, die eben selbst davon träumen, Ihr Land zuerst.

Salvini - und nicht nur der, träumen von einem starken eigenem Land, in dem die dortigen Regierenden die absolute Souveränität über ihr Land haben.

Zu viele kapieren einfach nicht, dass z.B. ein Italien, wie starkt es sich selbst gerne wünscht, zu sein, gegenüber den USA, Russland und China viel schwächer wäre, als ein geeinigtes Europa.

Und die Präsidenten der USA, von Russland und China nutzen das aus, sehen mit Genuss zu, wie sich die EU, durch Egoismus von Politikerrn, die selbst nur noch durch ihre Nation stark sein wollen, und das eben auch nur erreichen können, wenn die EU schwächer wird, selbst zerlegt.

Wobei Trump im Geiste auch noch ihr Vorbild ist.

China greift immer unverhohlender global zur Macht. Nicht militärisch, aber durch wirtschaftlichen Druck - und schafft es auch schon, dass in der EU einge deren Staaten die Interessen von China vertreten, und Entscheidungen blockieren, wenn die EU mit einer Stimme gegen China sprechen müsste.

Dabei ist Trump genauso borniert, wie die. Eine wirkliche Achse, Waschington Brüssel, ohne Quertreiber in den eigenen Reihen, könnte eine gemeinsame Wirtschaftspolitik des Westens, gegen die Interessen von China bilden.

Aber wir zerstreiten uns nicht nur über den Atlantik hinweg, in dem Trump der Auffassung ist, derjenige zu sein, der Befehle erteilt und die EU hat zu springen, sondern auch innerhalb der EU zerreiben wir uns.

Wenn das so weiter geht, ist die EU in zehn Jahren nichts mehr wert, und jedes einzelne Land der EU, dass, gegen die EU, von nationaler Größe träumt, wird mit Bitterkeit merken, wie klein es doch, im Gegensatz zu den globalen Spielern ist.

#91 - 17.02.2019, 22:07 von urbuerger

Multiliberalität, der Schlachtruf der Konzerne!!!

Merkel und auch viele andere Politiker beklagen, dass es in Europa immer mehr Rechte oder Linke Populisten an die Macht schaffen und somit eine Spaltung der EU absehbar wird, aber unternehmen tut keiner etwas, obwohl es doch sehr Einfach wäre!

Last die Menschen der Länder an den Gewinnen des Multilateralismus teilhaben und hört auf Politik nur für die Wirtschaft, die Industrie und das Aktien Kapital zu machen, denn es reicht den meisten Menschen nicht durch ihre Arbeitskraft für volle Taschen bei den Konzernen und Unternehmer zu sorgen, während sie selbst kaum noch das tägliche Leben, Wohnen, Essen Bildung und Ausbildung und Ernährung für sich und ihre Familien leisten können!

Es wird nach so vielen Jahren der Versprechungen der Teilhabe am Wohlstand, auch dafür Sorge zu tragen, dass nicht so viele Menschen, selbst wenn sie einer Arbeit nachgehen, mit ständigen Abstiegsängsten leben müssen!
Die Gelbwesten in Frankreich machen den Anfang und werden früher oder später auch die Leute in den anderen Staaten mitziehen!
Es ist ja inzwischen europaweit schwer möglich geworden eine Wohnung zu finden, die ein durchschnittlich arbeitender Mensch noch von seinem Gehalt bezahlen kann, ohne Abstriche im Rest seines Lebens hinnehmen zu müssen!
Genauso sieht das bei der Kinderversorgung und der Rente aus! Nicht nur in Deutschland müssen Rentner Flaschensammeln gehen, um ihre Rente aufzubessern, sondern auch in diversen anderen Ländern der EU!
Während sich die vielgescholtenen Eliten keinerlei Sorgen um ihre Altersversorgung machen müssen und auch Kinder dieser Eliten keine Bildungsschwierigkeiten haben, werden die Arbeiter und Angestellten immer mehr zur Melkkuh des Systems!
Sei es bei der Steuer oder sonstiger Abgaben, um die sich auch die Eliten bequem drücken können, weil Schlupflöcher in der Steuererhebung konsequent absichtlich übersehen werden!

Auch kann man tagtäglich verfolgen, dass nicht mehr die gewählten Politiker das Heft in der Hand zum Regieren halten, sondern Lobbyverbände der Wirtschaft, der Industrie und des Aktien Kapitals!!!

#92 - 17.02.2019, 22:09 von Mara Cash

Trump als Verhandlungspartner

Merkel braucht sich seit ihren Belehrungen Richtung Washington nach Trump´s Amtseinführung und ihrer Politik der Schwäche in Europa nicht wundern, dass sie bei DT dauernd abblitzt.

Die Erfahrung zeigt, dass man mit salbungsvollen Worten Herrn Trump nicht beeindrucken oder gar zum Verhandeln bringen kann. Kim Jong-un hatte es offenbar deutlich besser drauf.

#93 - 17.02.2019, 22:10 von g.eliot

Globalisierung >< Globalisierung

Zitat von beat126
... und den finden viele nicht das Gelbe vom Ei - ich auch nicht. Globalismus ist praktiziertes "Verantwortung auf andere Abschieben". Die Leidtragenden sind immer die Schwächsten - ganz gleich um was es geht, Klima, Recht, Unterdrückung, Ausbeutung, etc. - eine andere Art des Kolonialismus. Man mag es als flammendes Plädoyer halten, was Merkel gesagt hat, aber wenn die USA Zölle auf Autos erheben - also das Gegenteil von Globalismus - ist Deutschland eine Null. Das Bruttoinlandprodukt pro Person der Schweiz als Beispiel ist praktisch gleich gross wie jene von Deutschland und Frankreich zusammengenommen.
Das sind doch volkswirtschaftlich völlig zusammenhanglose Dinge, die Sie da aufführen. Bzgl. BIP pro Person hätten Sie auch Luxemburg und Monaco nennen können. Und dann hätten Sie vielleicht anfangen können, nachzudenken, warum es ausgerechnet jene Länder sind.

Ihre Ausführungen über Pluralismus - "Globalismus" sind aus der Sicht der Makroökonomie oberflächliches Geschwurbel, das Sie vermutlich aus den Argumenten der Trumpisten aufgeschnappt haben, welche Turmps Neoimperialismus mit den Argumenten der Globalisierungsgener wie Attac verwechseln (wollen, um unkundige Zeitgenossen irre zu führen). Daher auch das neue rechte Schlagwort aus den USA: "Globalismus" statt Globaliserung.
Zu Ihrer Info: In den amerikanischen rechtsextremistischen Kreisen meint man heute mit "Globalismus" die Weltherrschaft der Juden. Für den Fall, dass Sie sich da noch nicht richtig auskennen.

#94 - 17.02.2019, 22:13 von ulrich-lr.

Trau, schau wem

Zitat von Knacker54
Wir brauchen jetzt dringend ein starkes und einiges Europa. Das geht auch ohne die Briten. Ich denke, das ist den meisten Europäern auch klar. Letztendlich werden sich nicht mal die sog. Visegrád-Länder dem entziehen können - die geographische Nähe zum ehemaligen großen Bruder sollte da ein gewisser Ansporn sein. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass die Honks jenseits des Atlantiks den Oberhonk nochmal wählen - es ist also nichts mit Aussitzen: Jetzt ist der Zeitpunkt zum HANDELN, Frau Merkel. Macron weiß Bescheid....
Ja, da hat D einen richtig guten europäischen Freund in Gestalt von Frankreich gefunden.

Die Tinte unter dem Vertrag von Aachen war noch gar nicht ganz trocken, da haut die französische Regierung Deutschland vor der ganzen EU - ohne Vorwarnung - voll in Pfanne, um plötzlich doch noch Nordstream 2 zu verhindern oder das Gas wenigstens um mehrere Milliarden jährlich teurer zu machen. Hat ja auch super geklappt. Die FAZ jubilierte schon, dass damit der Preis erhöht wird. Wie schön.

Anschließend darf dann die Bevölkerung als Endverbraucher, auf die die Kostenerhöhung natürlich direkt und indirekt vollständig umgelegt wird, diesen tollen Freundschaftsdienst aus eigener Tasche bezahlen.

Das Schärfte daran: Paris hat von dieser Aktion null Vorteil - außer dem Gefühl, es dem deutschen Nachbarn mal so richtig gezeigt zu haben.

Das ist nur einer der tollen Freunde, mit denen wir die Welt retten wollen. Gute Nacht.

#95 - 17.02.2019, 22:14 von Kleimiammors

Trump befiehl - wir folgen ?

Spätestens seit seiner Amtseinführung befinden sich die USA im nationalen Notstand.

#96 - 17.02.2019, 22:18 von NauMax

Zitat von beat126
... und den finden viele nicht das Gelbe vom Ei - ich auch nicht. Globalismus ist praktiziertes "Verantwortung auf andere Abschieben". Die Leidtragenden sind immer die Schwächsten - ganz gleich um was es geht, Klima, Recht, Unterdrückung, Ausbeutung, etc. - eine andere Art des Kolonialismus. Man mag es als flammendes Plädoyer halten, was Merkel gesagt hat, aber wenn die USA Zölle auf Autos erheben - also das Gegenteil von Globalismus - ist Deutschland eine Null. Das Bruttoinlandprodukt pro Person der Schweiz als Beispiel ist praktisch gleich gross wie jene von Deutschland und Frankreich zusammengenommen.
Nein, Globalismus bedeutet internationale Zusammenarbeit, multilaterale Partnerschaften und gemeinsames Wirken zum Vorteil aller. Dem gegenüber steht der Nationalismus, der in erster Linie mit markigem verbales Getöse aufwartet und dessen Vertreter sich für internationale Probleme selbst dann nicht zuständig fühlen, wenn sie diese selbst verursacht haben.

Die Deutschen KFZ-Hersteller bauen mittlerweile einen Großteil der Autos für den Amerikanischen Markt bereits in den USA, weil die Verschiffung von Einzelteilen mit Montage vor Ort einfacher zu organisieren ist. Außerdem ist man dann nicht von einem Idioten im Weißen Haus erpressbar, weil die Autos damit als US-Erzeugnisse gelten. Trumpel kann natürlich immer noch Zölle auf importiere Autoteile verhängen - aber die werden dann auch die heimischen Hersteller trefen und letztendlich alle Autos teurer machen.

Im übrigen tendiert das BIP pro Kopf bei kleineren Staaten dazu, sehr hoch zu sein. Dies muss aber nicht immer direkt mit dem allgemeinen Wohlstandsniveau zusammenhängen. Die Schweiz hat pro Kopf eine immense Konzentration an weltweit aktiven Großkonzernen und Finanzdienstleistern, die auch Geschäften nachgehen, die vielerorts als semi-legal gelten. Ein substantieller Teil des Schweizer Wohlstands basiert aber sehr wohl darauf, trotz fehlender EU-Mitgliedschaft Mitglied des Schengen-Raums zu sein. Die Schweiz hier als Argument gegen die EU anzuführen ist geradezu dämlich.

#97 - 17.02.2019, 22:19 von heissSPOrN

Wenn Autoimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohen - was machen dann die Internetkonzerne und deren Dienste wie Google, Facebook, Twitter etc. mit der nationalen Sicherheit anderer Länder, zB Europa, wenn sie es zulassen (oder gar aktiv betreiben, wer weiss das schon?), dass Wahlen und der politische Diskurs massiv beeinflusst, verfälscht und damit manipuliert wird?

#98 - 17.02.2019, 22:24 von birdie

Es ist höchste Zeit, dass sich die führenden Kräfte ...

-der EU an einem runden Tisch treffen und über das Chaos, das der Potus anrichtet, offen miteinander sprechen. Am Ende einer solchen Gesprächsrunde sollte dann folgendes Ergebnis stehen: (1) die teilnehmendes Staatschefs beschliessen, eine gemeinsame Expertengruppe zusammen zu stellen, in der TOP Diplomaten, TOP Juristen und TOP Wirtschaftler vertreten sind. Die Bevölkerungszahl je Land erhält %-ual anteilig viel Sitze in der Expertengruppe. (2) Der Auftrag an die Expertengruppe lautet, mit mehrheitlicher Abstimmung mindestens 3 Szenarien zu entwickeln und in Zahlen darzustellen mit denen die Ausgangssituation sowie unterschiedliche Strategien incl. Folgeprozessen dargestellt werden. (3) Sobald diese bewerteten Szenarien vorliegen, beraten die Staatschefs erneut darüber, welcher Lösunsansatz die meiste Zustimmung erhält. Dabei hat jeder Staatschef ein %-uales Stimmgewicht entsprechend der Bevölkerungszahl seines Landes. (4) Staatschefs, die ausschliesslich nationale Interessen verfolgen, werden durch Mehrheitsbeschluss vom runden Tisch ausgescvhlossen. Über Sanktionen gegen kooperationsunwillige Staaten wird später entschieden. ---- Mit einer solchen Disziplinierungsmassnahme ist zu erreichen, dass eine klare Haltung der EU gegenüber dem wild gewordenen Potus zu erreichen ist.

#99 - 17.02.2019, 22:25 von NauMax

Zitat von hpampel
Es ist ja auch nicht mehr nachvollziehbar. Da bezahlen die USA Milliarden für die Sicherheit Deutschlands als Schutz vor Russland, und DE schließt einseitige Lieferverträge mit Russland und stärken Putins Regime. Darüber hinaus fluten die Deutschen noch den US Markt mit Produkten, hergestellt mittels Lohndumping. Damit haben sie schon den Westen der EU gehen sich aufgebracht. Aber was soll’s, Kritik an US Kritik wird eh nicht gedruckt.
Der Gashandel mit Russland läuft schon seit dem Kalten Krieg - und ganz Westeuropa kauft bei denen. Das Gute daran ist, dass es eine bilaterale Abhängigkeit ist: Stellen die Russen das Gas ab, bezahlen wir nicht mehr und zapfen unsere Reserven an, die bei Rationierung bis zu 9 Monmate halten können. Da würde den Russen eher das Geld ausgehen. Würden wir Gas von den USA beziehen, könnten die uns damit tatsächlich erpressen, denn anders als die Russen brauchen sie unser Geld nicht, um ihren Staat über Wasser zu halten. Und nur mal so: Lohndumping in der Auto- und Maschinenbauindustrie?! Haben Sie mal die dort geltenden Tarife nachgeschlagen? Ungelernte Bandarbeiter verdienen da deutlich mehr als spezialisierte Fachkräfte in vergleichbaren Branchen.

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