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#1 - 21.10.2019, 06:37 von phoibe

Rückwärtsgewandtheit

Lichtgestalten sind männlich, Frauen sind unterhaltsames Beiwerk. Ist das nicht traurig?
Erst, wer seine Gedanken und Hoffnungen nicht mehr auf die Vergangenheit bezieht, sondern Großes, Tragendes, provokativ anderes für die Zukunft erdenken kann, wird eine bessere Zukunft bauen können.

#2 - 21.10.2019, 06:57 von so-long

Lichtgestalten

müssen immer im historischen Kontext gesehen werden. Der war vor 50 Jahren anders als heute und war zu Napoleon‘s Zeiten wiederum anders.

#3 - 21.10.2019, 07:48 von thequickeningishappening

# Willy Brandt

Eine Komponente fehlt in Der Aufzählung: ANSTAND ! Er war für mich Der Kanzler mit Dem groessten Anstand. Sein Vertrauen wurde missbraucht (Guillaume) und Er uebernahm Die volle Verantwortung ohne Wenn und Aber !

#4 - 21.10.2019, 08:40 von romeov

Ich hatte damals zwei Idole

...die Rolling Stones und Willy Brandt. Beide haben - auf ihre Art - in den Sechzigern diese bleierne, schwarzbraune und für Jugendliche unerträgliche Zeit in Deutschland, zum besseren gewendet.

#5 - 21.10.2019, 09:09 von kajoter

Richtigstellung:
Die Zeitspanne vor Brandt war eigentlich die Nazi-Barbarei und deren Attribute, die während der Adenauer-Ära nicht konsequent und systematisch aufgearbeitet wurden. Alt-Nazis saßen immer noch auf entscheidenden oder guten Posten im öffentlichen Leben und Obrigkeitshörigkeit war ein fast wie selbstverständlich eingeforderter Benehmenskodex. Abweichendes oder gar Rebellisches bedeutete praktisch Ausschluss aus der Gesellschaft.
Aber man sollte dem alten Adenauer bitte etwas mehr Gerechtigkeit zukommen lassen. Was hätte er denn tun sollen? Der alte Beamtenapparat von Polizisten bis hin zu Lehrern besaß noch viele Nazis und Mitläufer und der Großteil der jüngeren männlichen Generation war im Kreg geblieben, so dass man auf die älteren Semester bauen musste. Es wurden zum Teil längst pensionierte Menschen wieder reaktiviert, um Personallücken zu schließen. Und um Details, wie eine völlig abstruse Gesetzgebung (der "Schwulenparagraph", Verkuppelung von Liebespaaren etc.) musste man sich später kümmern, denn jetzt war erst mal Aufbauarbeit angesagt.
Adenauer, das war der Praktiker, der versuchte, mit der vorliegenden, undankbaren Situation klar zu kommen. Brandt war dagegen der Idealist und Visionär, der aber ohne Adenauers Aufbauarbeit kaum hätte existieren können.
Lichtgestalt?
Wer diesen Titel verleiht, kann ihn entweder nicht ernst meinen oder lebt im falschen Jahrhundert-.
Für mich ist Brandt vor allem eine Mahnung, immer kritisch und differenziert zu bleiben. Natürlich war er der richtige Politiker zur rechten Zeit und am richtigen Ort - was übrigens bei den o.a. Kriterien fehlt. Aber das, was die SPD und große Teile der Bevölkerung aus ihm machten, das war er sichlich nicht und ich vermute, dass ihn diese Heiligenverehrung eher belastete, statt schmeichelte.
Er traf ohne Zweifel gute Entscheidungen, vor allem die Ostpolitik. Er traf aber auch sehr schlechte Entscheidungen, vor allem den Extremistenerlass, der u.a. vielen aufbegehrenden jungen Menschen den späteren Einstieg in den öffentlichen Dienst verwehrte.
Aber ein Punkt wird bei ihm immer übersehen: Mit ihm blühte die Debattenkultur, die Lust, bzw. die Einsicht zur Notwendigkeit von politischen Diskursen auf. Er warf damit vor allem den Jüngeren einen Ball zu, den sie bereitwillig auffingen - um kurz darauf die Übermütigen mit besagtem Extremistenerlass zu bestrafen.
Ob Guillaume der tatsächliche und einzige Grund seines Rücktritts war, ist eine offene Frage und sie wird es wohl immer bleiben.
Den Rest seines Lebens verbrachte er danach als eine lebende Legende, sprich: mit der Bürde seines Images lebend. Vielleicht liegt darin der Grund, dass man aus diesem Mann nicht schlau wird, dass immer ein Hauch von Rätselhaftgkeit über ihm liegt.

#6 - 21.10.2019, 11:17 von alexmiha

"Doch seine Parteinahme für die Serben.."

Sehr geehrter Herr Kurbjuweit,
Sie haben einen Satz geschrieben in bezug auf Peter Handke der beginnt mit: "Doch seine Parteinahme für die Serben..".
Auf dieser Art und Weise, Sie disqualifizieren offen jemanden wegen seiner Parteinahme für ein Volk. Schlimmer ist das Sie damit bewusst oder unbewusst ein ganzes Volk disqualifizieren. Ihre Worte beinhalten die Anklage und Verurteilung gegen ein ganzes Volk und das ist sehr ungerecht und gefährlich wie wir alle aus der deutschen und europäischen Geschichte gut kennen.
Mit freundlichen Grüßen
Alex Miha