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Donald Trump in der Krise: Die Demontage

REUTERS Ein Duell, eine Falle, eine Enthüllung: Innerhalb weniger Tage wird Donald Trump gleich mehrfach demaskiert und demontiert. Über einen Mann, der fünf Wochen vor der US-Wahl plötzlich den Halt verloren zu haben scheint.
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#70 - 04.10.2016, 11:00 von Thomas McKean

Eine Stimme für Johnson ist eine Stimme für Trump

Zitat von CommonSense2006
Leider wissen weder hier noch drüben die Mehrheit der Menschen nicht, dass auc noch andere Kandidaten zur Wahl stehen, an erster Stelle Gary Johnson, der als libertärer Kandidat eine Menge interessanter Standpunkte vertritt. Aber über den wird eben kaum bis gar nicht berichtet und wenn, dann nur, wenn er mal einen Aussetzer hat (Wie den "Aleppo-Moment"), aber nicht über seine inhaltliche Ausrichtung.
Ein Kandidat ist nur etwas Wert wenn er auch eine Chance hat zu gewinnen. Das ist weder bei Gary Johnson noch bei Jill Stein der Fall.

..und wie Toll es wird einen charismatischen Außenseiter zu unterstützen zeigte sich schön an der Wahl 2000. da hat G.W. Bush nur Dank den vielen Stimmen für Ralph Nader gewonnen.
Ich bin sicher für die Nader Wähler war es ein tolles Gefühl zu wissen dass das Land in den Abgrund stürzt weil die Alternative den eigenen Ansprüchen nicht gut genug war..

..und wie stark die grünen Anliegen unter Bush berücksichtigt wurden Dank dem guten Abschneiden von Nader lässt sich in den Geschichtsbüchern nachlesen (oder eben nicht nachlesen da es ja nie passiert ist..)

..also Ja, ich bin sicher für Johnson gewählt zu haben ist ein beruhigendes Gefühl bei der Vereidigung von Trump.

#71 - 04.10.2016, 11:04 von supergrobi123

Auch in Deutschland muss man nur seine Gewinne versteuern.

Wenn Herr Trump in den letzten 18 Jahren unterm Strich keinen Gewinn gemacht hat, ist es rechtlich und moralisch völlig richtig, dass er auch nichts versteuern musste.

#72 - 04.10.2016, 11:08 von mr.northman

Abwarten

Natürlich wäre es absurd, wenn jemand wie Trump Präsident wird, auch mit den Stimmen derer, die er gerne über den Tisch zieht: Den kleinen Leuten. Zeigen tut das vor allen Dingen eins und das im ganzen Westen. Die Menschen haben die Nase voll von der ungleichen Verteilung der Ressourcen und Chancen, es geht auf die Nerven in BlaBla Shows wie bei Kerner Ratschläge und Weisheiten von Leuten zu hören, die mit dem normalen Leben längst nichts mehr zu tun haben. Wo Feiern, wie die zur Einheit quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit in edlem Ambiente stattfinden, vom gemeinem Volk zu bewundern im Fernsehen und bitte toll finden. Wo jede Kritik von den Herrschenden auf irgendeine Weise, derzeit gerne als rechts, verunglimpft und als ungehörig dargestellt wird. Wo die Unterschicht der Industrieländer sich mit den zugewanderten Unterschicht-Migranten um ein bisschen Wohlstand kloppen dürfen, während die Reichen sagen: Ist doch genug für alle da. Es geht in Wahrheit nicht um Trump, Le Pen und andere, es findet eine Revolte statt, aber ohne echtes Ziel, nur stören und Aufmerksamkeit erwecken. Wenn darauf nicht angemessen reagiert wird, kommen auf die nächste Generation extreme Gewalt und Umwälzungen zu. Brot und Spiele reichen hat nur eine Zeit aus, um für Ruhe zu sorgen.

#73 - 04.10.2016, 11:10 von alaba27

Welches Interesse

haben eigentlich ALLE deutschen Medien davon, Trump seit seiner Kandidatur so niederzumachen ? Anne Wil: "Wie bekloppt sind die Amerikaner, wenn sie Trump zum Präsidenten wählen ?" Haben wir nicht selbst genügend eigene Probleme ? Im Inland ? In der EU ?

#74 - 04.10.2016, 11:12 von Beat.Adler

Moral?

Zitat von supergrobi123
Wenn Herr Trump in den letzten 18 Jahren unterm Strich keinen Gewinn gemacht hat, ist es rechtlich und moralisch völlig richtig, dass er auch nichts versteuern musste.
Richtig, wenn.....

Donald Trump nicht von sich selbst behaupten wuerde der gerissenste und reichste und beste und tollste Immobilienmogul zu sein.

Das was er heraustrumpetet, stimmt schlicht mit den Fakten nicht ueberein.

Ein echt erfolgreicher Gescjaeftsmann, der sich fuer das Amt des USA Praesidenten bewirbt, zeigt voller Stolz seine Steuererklaerungen vor und weist daraufhin, dass er toller und guter Buerger ist, der natuerlich Steuern zahlt.
mfG Beat

#75 - 04.10.2016, 11:14 von nummer50

Bemerkenswert

Es ist schon bemerkenswert, wie der größte Teil der Medien versucht, eine bestimmte Meinung oder Tendenz dem Volk vorzugeben, bzw. schmackhaft zu machen. Es wird schon seinen Grund haben, warum Trump in den USA trotz allem gute Chancen auf den Sieg hat. Diese vorgegebenen "Meinungsmache" geht vielen auf den Senkeln, genau wie in Deutschland auch.

#76 - 04.10.2016, 11:16 von sf60

Verlustvortrag...

...nennt man das wohl im Steuerrecht, was Trump damals wohl gemacht hat. Jeder, aber wirklich jeder Unternehmer (auch in Deutschland!) hätte so gehandelt. Was, bitteschön, soll daran schlimm sein? Ich bin sicher: Trump wird dies als genialen Schachzug eines großen Unternehmers genüßlich ausschlachten und der Schuß wird für Hillary nach hinten losgehen!

#77 - 04.10.2016, 11:18 von river runner

Die Steuergesetzgebung ist das größere Problem

Vielen Dank für die Verlinkung des Artikels oben, dessen Schlussfolgerung lautet:

"What I distilled from just three pages of Trump tax documents—together with other reporting—provides Congress with ample reasons to investigate Trump’s finances, especially the way the tax code can be abused to cheat others and enjoy tax-free living. "

Die Forderung des Autors, der Congress solle die Betriebsprüfung losschicken stimme ich allerdings nicht zu: Wie aus dem Artikel hervorgeht (Zitate siehe unten) war es doch der Congress selbst, der vor allem für Immobilienunternehmer die Gesetze verabschiedet hat, die Trump genutzt hat. Dem Autor sollte auch der Unterschied zwischen Legislative und Exekutive klar sein: Aus vielen Artikeln über Trump geht hervor, dass er der permanenten amerikanischen Betriebsprüfung unterlegen hat, und dass die Steuerjahre bis einschließlich 2008 abschließend gepüft wurden, d.h. es war die amerikanische Finanzverwaltung, die aufgrund der Steuergesetze des Landes den Verlust von Trump aus 1995 und die anschließende Verlustverrechnung mindestes bis Jahr 2008 akzeptiert hat.

Es geht also nicht darum, dass "the tax code can be abused", sondern das schlimmere Problem ist der Gesetzgeber selbst, der diese Gesetze verabschiedet hat.

Die Diskussion über die Person Trump lenkt davon ab, weil es in Wirklichkeit um die günstige Besteuerung von Reichen im Vergleich zur Mittelschicht geht:

You don’t need “genius” to pull off Trump’s tax avoidance — you just need to be rich (2).

Auch der Begriff "Tax avoidance" und die Wortwahl im Artikel von SPON lenken von der wahren Problematik ab: Es geht um die Steuergesetzgebung in den USA.
Siehe:
(1) LOOPHOLE
Art of the Steal: This Is How Trump Lost $916M and Avoided Tax
…..already liberal tax breaks Congress gives big real-estate owners while sticking others with the bill. …...These mistakes created about $1 billion of “net operating losses,” or NOLs, under Section 1231 of the tax code. ….Thanks to his $916 million of NOLs, Trump could earn much over 18 years in salaries, profits, and interest, but pay no income taxes. …....Congress requires that real estate be depreciated for tax purposes over 39 years. …...Trump’s advisers found a way to convert real-estate depreciation into NOLs that were much more flexible and could be used faster. ….....generous tax benefits drive real-estate investment. …...
http://www.thedailybeast.com/articles/2016/10/03/art-of-the-steal-this-is-how-trump-lost-916m-and-avoided-tax.html

(2) You don’t need “genius” to pull off Trump’s tax avoidance — you just need to be rich
….There are a lot of complicated accounting shenanigans involved in commercial real estate taxation, but the particular move the Times is suggesting is very simple..........
http://www.vox.com/2016/10/3/13147364/trump-tax-genius

#78 - 04.10.2016, 11:19 von Revisor

Zitat von ackergold
Fakt ist: die Clinton hat ihre Steuerehrlichkeit bewiesen, Trump nicht. Und dass sein Konstrukt von 1995 geleakt wurde, lässt für die Folgejahre nicht gerade auf Steuerehrlichkeit schließen. Sonst könnte er ja veröffentlichen, so wie alle Präsidentschaftskandidaten seit 100 Jahren es getan haben. Er traut sich nicht, aber Feigheit kommt halt raus.
Jeder amerikanische Fachmann kann bestätigen, daß Trump sich völlig im Rahmen des Steuerrechts bewegt hat. Aufgrund derselben Paragraphen haben übrigens auch die Clintons und die New York Times ihre Steuerlast reduziert.

Die Regeln stammen natürlich auch nicht aus Trumps Feder, sondern wurden überwiegend zu Zeiten erlassen, als die demokratische Partei am Ruder war. Und ganz sicher wurden sie weder von Bill Clinton noch von Barack Obama in Frage gestellt.

Daß Sie nicht ausreichend wissen, wovon Sie reden, beweist besonders Ihr vorletzter Satz. Seine Steuererklärung veröffentlicht hat als erster Richard Nixon, und auch das erst, als er zur Wiederwahl anstand. Ein rechtliche Verpflichtung dazu bestand weder damals, noch tut sie es heute.

#79 - 04.10.2016, 11:20 von kuac

Zitat von zappa99
Ich mag ihn auch nicht. Aber wenn das amerikanische Steuersystem so etwas vorsieht (Verlustvorträge gibt es auch bei uns) dann ist es OK. Man kann niemandem vorwerfen, dass er nicht mehr Steuern zahlt als er muss. Das wäre verlogen, ich würde das auch nicht machen.
Dann sollte er auch den Mut haben, öffentlich dazu zu stehen und die Daten zu veröffentlichen.

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