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Ende des INF-Vertrags: Die Atomwaffen-Angst ist zurück

DPA Der INF-Abrüstungsvertrag ist gestorben - und mit ihm alte Gewissheiten der nuklearen Abschreckung zwischen Ost und West. Steht Europa vor einer Rückkehr der Atomraketen?
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#1 - 02.08.2019, 10:48 von Laemat

Es wird Zeit

Dass sich Europa emanzipiert auch unabhängig von Trump kann die EU nicht nur wirtschaftlichen Wohlstand zum Ziel haben sondern auch eine friedliche Zukunft. Irgendwie fällt mir auch schwer einen Vorteil in einem Krieg zu sehen. Selbst wenn eine Seite gewinnt vertieft das nur die Gräben. In klein sieht man es doch in der Ostukraine, wem hilft dieser Krieg? Wessen Lebenssituation hat sich denn seit den letzten 10 Jahren verbesssert.

#2 - 02.08.2019, 10:59 von Holztransistor

Die 9M729 senkt nicht die Schwelle für einen Einsatz von Nuklearwaffen. Denn egal was das Trägersystem ist oder was es können soll - nämlich im Ziel ankommen ohne abgeschossen zu werden. Die Antwort darauf wäre ebenfalls nuklear und das kann niemand wollen. Die Amerikaner glauben hingegen mit dem Einsatz von nuklearen Sprengköpfen davon zu kommen, wenn diese nur klein genug seien. Die B61-12 wurde zu diesem Zweck entwickelt. Aber auch hier gilt: Wer diese Schwelle überschreitet riskiert einen globalen nuklearen Krieg.

#3 - 02.08.2019, 11:01 von regnib

Wenn unseren Politikern daran gelegen sein sollte, dass auch auf deutschen Straßen und Plätzen endlich wieder mal so richtig was los ist, müssten sie nur eine Debatte über die Stationierung atomar bestückter US-MIttelstreckenraketen zulassen . . .

#4 - 02.08.2019, 11:02 von TomSchmi

Wen wundert Moskaus Verhalten?

Die NATO und die USA stationieren seit Jahren Waffensysteme in den neuen EU- und NATO-Ländern westlich von Russland und rückt dem “russischen Bären” damit empfindlich auf die Pelle. Auch im Nahen Osten sind die Amerikaner fleißig dabei, Waffensysteme zu liefern (siehe Saudi Arabien). Statt diese Länder als friedliche Pufferzone zwischen den sich nicht grünen Staaten zu nutzen, wurde hier massiv aufgerüstet. Was passiert, wenn Russland gleiches mit gleichem vergilt, sah man an Kuba und jetzt Venezuela. Da wird sofort sanktioniert oder gar einmarschiert.
Könnte es sein, dass hier mal wieder die Keule der Doppelmoral geschwungen wird?
Wäre ich Putin, und ich distanziere mich von ganz vielen seiner Aktionen, würde ich das gleiche tun und mich gegen den westlichen Waffengürtel rund um mein Land wehren. Ja, mit einer tieffliegenden Waffe, damit man wieder auf Augenhöhe steht.
Also, ran an den Runden Tisch und INF wiederbeleben, ganz schnell! Dass Waffen Politik und im wahrsten Sinne des Wortes unser Leben bestimmen ist das Allerletzte!

#5 - 02.08.2019, 11:03 von olli118

Ich hoffe, China knickt nicht ein

Erpressern nachzugeben war noch nie eine gute Idee. Das öffnet nur Tür und Tor für mehr. Für Trump ist nie genug. China - wie auch die EU - müssen sich ihrer eigenen Stärke besinnen und stark bleiben. Kurzfristige Wirtschaftseinbussen werden besser zu verkraften sein als sich langfristig von diesem Despoten knebeln zu lassen.

#6 - 02.08.2019, 11:04 von yvowald@freenet.de

NATO hätte längst aufgelöst werden müssen

Daß sich die Russische Föderation durch die USA, insbesondere die weiter bestehende NATO bedroht fühlt, ist nachvollziehbar.
Die Aufwändungen für Militär und Rüstung der NATO betragen das Zehnfache etwa der Russischen Föderation.
Wen erstaunt es da, wenn Russland jetzt neue Abwehrraketen installieren will?
Die finanziell, materiell und militärisch klar überlegende NATO hat seit Jahrzehnten nichts unternommen, um mit der Russischen Föderation zu einer friedlichen Koexistenz zu gelangen - im Gegenteil.
Die Hintermänner des Militär-Industrie-Komplexes insbesondere in den USA haben alles daran gesetzt, eine neue Aufrüstungsspirale in Gang zu setzen. Das scheint ihnen inzwischen gelungen zu sein. Eine Schande für die westliche Welt. Die NATO hätte sofort nach der Auflösung des Warschauer Vertrages ebenfalls ihre Existenz beenden müssen. Jetzt besteht die einseitige Bedrohungssituation für Russland, und das ist gar nicht gut.

#7 - 02.08.2019, 11:05 von MartinWeber

Russland scheut sich nicht vor einer militärischen Eskalation

Russland ist bereit auch militärisch zu eskalieren und hält sich nicht an unsere Politik des allgemeinen Gutmenschentums. Unsere Antwort darauf ist fast Null und hätten wir die westlichen Verbündeten nicht wäre die Lage aussichtslos. Dass deren Bereitschaft unsere Interessen zu vertreten seine Grenzen hat sieht man in Syrien, dort ist man dem russischen Druck schon gewichen. Die Menschheit ist noch längst nicht in dem von uns herbeigewünschten Stadium des ewigen Friedens angekommen. Wenn wir unsere eigenen Interessen nicht verteidigen werden es die Verbündeten nicht auf ewig für uns übernehmen. Unsere vorbildliche moralische Haltung wird uns womöglich irgendwann einmal nicht mehr weiterhelfen.

#8 - 02.08.2019, 11:05 von mikesch0815

Der INF betrifft ohnehin keine seegestützten Abschußbasen

..und davon schwimmen nun wirklich genug diversen Meeren. Die Bedrohung durch solche Raketen war auch vor dem Ende des INF gegeben.

#9 - 02.08.2019, 11:06 von ChristophEnneking

"Der offizielle Grund für das Ende des INF-Vertrags - Russlands neuer atomwaffenfähiger Marschflugkörper 9M729 ..."
Der einzige offizielle Grund für das Ende ist die Aufkündigung durch die USA im Herbst 2018. Ohne dabei eine Begründung an die Weltgemeinschaft in der Form mitzuliefern, wie es ursprünglich vereinbart war.
Ich empfehle dazu einen Beitrag vom Vater des Vertragswerks:
https://www.themoscowtimes.com/2019/02/14/mikhail-gorbachev-a-nuclear-arms-race-will-produce-no-winners-op-ed-a64491

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