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Gescheitertes Abkommen: Europaparlament berät über Folgen des Brexit-Votums

DPA Die EU will nach dem deutlichen Nein des britischen Parlaments zum Austrittsvertrag über Konsequenzen sprechen. Auf Premierministerin May kommt ein Misstrauensvotum zu.
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#100 - 16.01.2019, 18:11 von lhagel

Wer von uns kann denn überhaupt überblicken,

ob das ein guter oder schlechter Deal ist(das gilt für beide Seiten). Wir hören eigentlich immer nur von der irisch-britischen Grenze. Ich habe noch nirgends gelesen, wo für die Briten die Schwachpunkte des Deals liegen.

Eins kann man aber wohl feststellen: Den Finanzmärkten und damit der Wirtschaft scheint es völlig schnurz zu sein, ob es einen geordneten Austritt(mit Deal) oder einen "Chaos"-Austritt(ohne Deal?) gibt.

#101 - 16.01.2019, 18:14 von shardan

@Nr.2

Nein es werden nicht alle verlieren. Sicherlich wird es in der EU eine Zeit lang nicht einfacher werden. Aber betrachten Sie mal die vergagnenen 10...20 Jahre. Wie oft haben die Briten wichtige Abstimmungen blockiert, bis ihnen wiederum neue Zugeständnisse, vulgo Extrawürste gebraten wurden? GB hat sich nie mit einer EU anfreunden können, GB hat die EU immer nur als einen Laden gesehen, bei dem man unbedingt noch einen Rabatt und noch einen herausschlagen muss. Die Frage etlicher Politiker, was GB denn nun bitteschön eigentlich will, ist naiv, denn es läuft genau darauf hinaus: Alle wirtschaftlichen Vorteile, möglichst nichts bezahlen, keine Anerkennung von EU-Recht, keine Freizügigkeit usw. Kommt die EU dem auch nur einen kleinen Schritt entgegen, hat sie ihr Todesurteil selbst unterschrieben. Dann werden weitere Länder gehen und dasselbe fordern - mindestens.

#102 - 16.01.2019, 18:24 von Knossos

@ Sendungsverfolger

Ja, ja; in Ihrer klinischen Welt war man Anfang Dezember ja nicht gehalten, wahrzunehmen, daß May in ihrem Parlament versuchte, Auflagen zu verbergen und worin sich dies begründete.

"Legislators in the House of Commons found the government in contempt of Parliament for refusing to publish in full the advice it had received from the country's top law officer about the terms of Britain's departure from the EU. ...
Labour Party Brexit spokesman Keir Starmer said the contempt finding was "unprecedented." The government said that in light of the vote it would publish the advice from Attorney General Geoffrey Cox on Wednesday." https://www.france24.com/en/20181204-british-parliament-finds-may-government-contempt-withholding-info-brexit-uk

Auch wird in Ihrem Mainstream gerechten Bewußtsein und der Medienlandschaft lang und breit abgehandelt, was die Briten davon abhält, dem EU-Knebelwerk zuzustimmen. Wird es doch, oder vielleicht doch nicht?

Ich jedenfalls habe in unseren Medien dazu noch keine einzige Zeile zu lesen bekommen. Sie unverkennbarer Weise ebenfalls nicht.
Das wäre dann ein Beispiel und Link für Sie und die Scheuklappen zurechtgeschneiderter, heiler Welt:
"Under this Agreement, save for a few minor exceptions, transition means that the UK will carry all the responsibilities of EU membership without the institutional rights and privileges enjoyed by EU Member States. Throughout the transition period, the UK will remain subject to EU law and the EU institutions and agencies that oversee its application and operation, without any institutional say over its development, application and content. This falls short of a genuine ‘standstill’ period."
https://publications.parliament.uk/pa/ld201719/ldselect/ldeucom/245/245.pdf

Das Dasein außerhalb des steril daherkommenden, schlichten, aussparenden und verdrehenden Zirkus, der seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute soviel unnötiges Elend und Zerstörung über die Welt gebracht, verschleiert und sie inzwischen in den Irrsinn manövriert hat, daß sie ökologisch kollabieren wird, ist derweil umfassender, spektakulärer und weitaus komplexer als das Disneyland unverfänglicher EU-Fassade, in der Sie leben.

#103 - 16.01.2019, 18:26 von Leserecho

#89 @barrakuda64

Zitat von barrakuda64
Das wäre so, als würde man die Schuld bei den Migranten suchen, dass sie nach Europa flüchten. Nein, es sind unsere unfähigen Politiker, die das alles zulassen! Genauso ist es mit AfD, Le Pen etc. - nur weil wir lauter Dilettanten in Brüssel, Berlin, Paris usw. sitzen haben, werden die nationalkonservativen Parteien stark. Übrigens, wann waren SIE zuletzt auf der Straße, um für etwas zu "kämpfen"? Oder sollen das die anderen machen und sie schreiben lieber nur darüber?
Offensichtlich haben Sie meinen Kommentar #2 nicht richtig gelesen oder nicht verstanden. Kein Wort „Migranten“ findet sich darin, keine Schuldzuweisung an diese. Wie kommen Sie nur darauf. dass eine Demonstration für Europa eine Schuldzuweisung an Migranten sei. Und dann noch Ihr ungebührlicher und hochmütiger Vorhalt an mich verbunden mit Ihrer Frage, wann ich zuletzt auf der Straße war, um für etwas zu kämpfen und mir vorzuhalten „0der sollen das die anderen machen und sie schreiben lieber nur darüber“. Ich habe mit meinen inzwischen über 70 Lebensjahren als immer noch aktiver Gewerkschafter schon „gekämpft“ und an unzähligen Demos teilgenommen, z.B. für die Lohnfortzahlung der Arbeiter im Krankheitsfall und viele andere Arbeitnehmerrechte, gegen Sozialabbau, für Tarifverträge, für Europa, gegen Aufrüstung, für Familienpolitik, Umwelt u.v.m., als Sie vermutlich noch nicht die Welt erblickten oder in den Windeln lagen, bevor Sie begannen, sich hochmütig und ungebührlich ohne jeden Beweis wie vorgenannt über andere auszulassen und sich zu erheben und damit zu zeigen, wes Geistes Kind Sie sind.

#104 - 16.01.2019, 18:46 von kuac

Zitat von Knossos
....Ich jedenfalls habe in unseren Medien dazu noch keine einzige Zeile zu lesen bekommen. Sie unverkennbarer Weise ebenfalls nicht. Das wäre dann ein Beispiel und Link für Sie und die Scheuklappen zurechtgeschneiderter, heiler Welt: "Under this Agreement, save for a few minor exceptions, transition means that the UK will carry all the responsibilities of EU membership without the institutional rights and privileges enjoyed by EU Member States. Throughout the transition period, the UK will remain subject to EU law and the EU institutions and agencies that oversee its application and operation, without any institutional say over its development, application and content. This falls short of a genuine ‘standstill’ period." ......
Und wo liegt das Problem? Das ist logischerweise der Deal -Vorschlag der EU. GB kann ihn ablehnen und den Weg gehen, den BoJo, Farage und 52% der aufgeklärten Briten sowieso wollten. Volle Autarkie, take back control.

#105 - 16.01.2019, 19:54 von InternetResearchAgency

Ach... die Frage ist noch offen? Moment...

Ich beantworte das kurz mal. Die Briten wollen doch nur:
1. Keine Kontrolle mehr durch den EuGH. Am liebsten auch nicht durch den EGMR.
2. Kein Geld mehr an die EU zahlen (aber auch nicht an das NHS).
3. Keine Freizügigkeit für EU-Bürger ins/im UK. Im Gegenzug: Freizügigkeit für britische Vaterlandsverräter auf dem Kontinent...? Egal, Verräter.
4. Blaue Reisepässe.
5. Eigene Freihandelsabkommen abschließen. Für billigen Zucker aus Belize (im Ernst: Davis kommt aus der Zuckerindustrie und die Brexit-Financiers Wigmore & Banks sind/waren Konsuln von Belize) und Genmais/Chlorhuhn aus den USA.
6. Weiterhin vollen Zugriff auf den EU-Binnenmarkt, für Waren, Geld & Dienstleistungen. Und für hintenrum importierte Güter unter Missachtung von EU-Vorschriften, z.B. Genmais/Chlorhuhn aus den USA und Babymilch mit Melamin sowie 'echten' Parmaschinken, Champagner und Schwarzwälder Schinken aus China... siehe auch 1.
7. Vollen Zugriff auf alle EU-Polizei- und Geheimdienstdatenbanken - aber ohne Kontrolle des EuGH (siehe 1.)
8. Blaue Reisepässe. Die Kontrolle zurück. Souveränität. Kolonien. Todesstrafe (siehe 1.). Flüchtlingsboote abschießen (siehe 1.). So Feelgood Old-England Retro-Kram.
9. Dass die EU endlich wie versprochen zerbricht!111!
10. Was? Grenze? Wie Irland? Wen interessiert so'n Scheiß wie Friedensprozess und Karfreitagsabkommen?
11. Endlich wieder die Rule waven!
12. Weg mit diesem dekadenten metrischen System, zurück zum Zwölfersystem & den alten Maßen.
Hab' ich was vergessen?

#106 - 16.01.2019, 22:32 von Willi S.

Die Briten haben nie einen Zweifel gelassen, was sie wolllen

die ewige Fragerei, was die Briten wollen, ist doch einfach nur gaga! Dir Briten haben das mehrfach klar beantworet. Sie wollen
a) den Brexit ohne wenn und aber (egal was die Konsequenz ist)
b) das sogenannte Cherry Picking gegenüber der EU
es bedarf keiner weiieren Nachfrage.

Wer immer auif ein Einbrechen der EU hofft, hat am Ende gar nicht unrecht.
Erster Schritt: Verlängerung es Austrittstermins - dafür stehen schon heute Merkel, Altmeyer und der Druck der deutschen Auto-Industrie
Nächste Schritte: Verwsässerung und letztlich Aufweichenung des Brexit Abkommens d.h. Durchsetzung der Britenposition: Warenhandel frei. Personen und Dienstleistungen aber reglementiert. Die europäische Position würde die Briten gegenüber allen anderen Handelspartnern sogar diskriminieren.

Also werden Altmeyer und Merkel auch noch den Briten zum Sieg über die EU verhelfen. Dafür bleibt Merkel im Amt bis 2021. Supi, Oder?

#107 - 17.01.2019, 08:50 von Knossos

Zitat von kuac
Und wo liegt das Problem? Das ist logischerweise der Deal -Vorschlag der EU. GB kann ihn ablehnen und den Weg gehen, den BoJo, Farage und 52% der aufgeklärten Briten sowieso wollten. Volle Autarkie, take back control.
Können Sie zu der -möglichst gerechtfertigten- Logik etwas detaillierter werden?

#108 - 17.01.2019, 13:05 von alternativestimme

Schmutzige Spielchen der EuroParlamentarier

Werte Europarlamentarieer,bitte agieren Sie nicht so albern,und besonders Sie Herr Weber.Sie wissen doch ganz genau was die Briten wollen?
Aber nur fuer die Leser soll es so aussehen alsob die Briten das nicht wissen.Sie spielen ihre politischen Spielchen,und sogar Alles oder Nichts.Nun es sieht so aus alsob es Nichts wird.Dann verstecken Sie sich natuerlich wieder hinter anderen Politikern,und haben Andere die Schuld vom Fiasko.Der brave EuroSteuerzahler muss es dann wieder ausbaden.

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