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Gipfel in Singapur: Kim Jong Uns großer Moment

AP Der Gewinner des Gipfels zwischen Donald Trump und Kim Jong Un steht jetzt schon fest: Nordkoreas Diktator, der mit warmen Gesten empfangen wurde - und kaum aufhören konnte zu lächeln.
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#1 - 12.06.2018, 08:17 von skylarkin

Das Treffen wird hier dermaßen schlecht gemacht, warum? Weil Trump beteiligt ist? Ja, Kim ist ein übler Diktator aber jede Vereinbarung, jedes Gespräch, und damit Hoffnung auf Veränderung sind besser als der bisherige Zustand. Wäre Obama so auf Kim zugegangen, man hätte ihn mit Loorbeeren überschüttet und ihn als weise und vorrausschauend bezeichnet.

#2 - 12.06.2018, 08:43 von gunpot

Wer es noch nicht verstanden hat,

Menschenrechte haben zwar den höchsten Stellenwert, im Moment ist die weit größere nukleare Gefahr zu bannen. Dabei hat der nordkoreanische Diktator schon 3 US-Gafangene freigelassen. Schon vergessen. Hinsichtlich der japanischen Gefangenen muss eben noch gearbeitet werden. Hat Trump schon einmal die Missachtung der Menschenrechte in China angesprochen? Warum soll er das jetzt tun und den Nuklearkonsens gefährden, der der gesamten Menschheit zugute kommt? Übrigens habe ich wieder einmal einen großsprecherischen Trump erlebt: Der Nordkoreaner äußerte sich zwar auch positiv, aber bedeutend zurückhaltender und diplomatischer als das Trumpeltier.

#3 - 12.06.2018, 08:46 von toll_er

Gewinner Kim?

Herrschaften, Kim hat da gewaltig an Sympathie abgeräumt, aber Trump hat jetzt dermaßen Rückenwind. Er wird sich doch in seiner bisherigen zum Teil irrationalen Politik nur bestätigt fühlen, so weitermachen und/oder die Daumenschrauben weiter anziehen. Und Europa wird zittern.

#4 - 12.06.2018, 08:55 von Valis

Gut gemacht Trump!

Man kann von Trump halten was man möchte, aber in puncto Kore ist er weiter gekommen als jeder andere Präsident. Man sollte Nordkorea auch eine Chance gebe. Es kann für Nordkorea und für die Menschen dort nur gut sein wenn sie sich dem Westen wieder annähern. Das Treffen jetzt schlecht zu reden ist absurd!

#5 - 12.06.2018, 08:56 von elgar

Zitat von skylarkin
Das Treffen wird hier dermaßen schlecht gemacht, warum? Weil Trump beteiligt ist? Ja, Kim ist ein übler Diktator aber jede Vereinbarung, jedes Gespräch, und damit Hoffnung auf Veränderung sind besser als der bisherige Zustand. Wäre Obama so auf Kim zugegangen, man hätte ihn mit Loorbeeren überschüttet und ihn als weise und vorrausschauend bezeichnet.
Ja, so ist es.
Wir haben gelernt, dass ein Annäherungsprozess wie dieser Jahre braucht, um wirksam zu werden (s. Atomwaffenvereinbarung mit dem Iran). Hier kennen wir noch nicht einmal die Absichten beider Staaten, noch wissen wir den Wortlaut einer eventuellen Vereinbarung. Bis jetzt ist das alles nur Marketing / Pre Selling. Kim ist ein Diktator und Mörder übelster Sorte, Trump ein Schaumschläger und Dilettant. Es ist wohl verständlich, dass bei dieser KOnstellation Zweifel angebracht sind. Von vorausschauend kann bei Trump keine Rede sein, der hat von seinen Aktivitäten die Nase voll, sobald er meint, genügend Material für seine Jubler beeinander zu haben. Bis jetzt hat er noch kein Thema ausdauernd und konstruktiv verfolgt bzw. irgendwelche Verbesserungen erreicht, die die Bezeichnung wert sind.
Die Show dient beiden und Kim reflektiert bestimmt auch auf materielle Vorteile, während Trump nur auf seinen Wählerscore guckt.
Wir werden sehen, was daraus wird. Für begründeten Optimismus fehlen m. E. noch die Voraussetzungen.

#6 - 12.06.2018, 09:10 von matijas

am Ende

Zitat von skylarkin
Wäre Obama so auf Kim zugegangen, man hätte ihn mit Loorbeeren überschüttet und ihn als weise und vorrausschauend bezeichnet.
Damals war Kim noch nicht am Ende seines Lateins. Irgendwas ist schiefgegangen auf dem Atomgelände, die Aussichten sind mies. Kim ist auf einen Nichtangriffspakt mit den USA angewiesen. Außerdem spekuliert er auf wirtschaftlichen Aufschwung und macht dafür Konditionen, die an Unterwerfung grenzen. Das Land wird sich gnadenlos verschulden in Spekulation auf einen Aufschwung, und dann kommt der Systemwechsel.

Gut, wenn es keinen Krieg gibt. Aber keinen Grund, Kim als Sieger zu sehen. Auch wenn mancher das Trump gönnen würde, aber so ist die Lage nicht!

#7 - 12.06.2018, 09:41 von der-junge-scharwenka

Trumps Anteil und Chinas Verdient

Zunächst einmal: Dieses Treffen ist historisch, und zwar schon deshalb, weil es überhaupt stattfindet. Es gibt keinen Anlass, dieses Treffen kleinzureden oder "schlecht zu machen", wie ein Forist hier argwöhnte; das passiert erkennbar auch nicht. Eine völlig andere Frage ist, wie groß der Anteil Trumps an dem Zustandekommen ist. Zu einem Treffen gehören immer (mindestens) zwei, die den übereinstimmenden Willen haben müssen, miteinander zu reden. Trump redet sicher mit jedem, solange man ihn lässt; das ist nicht die zentrale Frage. Spannend wäre es zu wissen, wer oder was Kim Jong Un dazu bewegt hat, an diesem Gipfel teilzunehmen. Man kann viel spekulieren über Einsicht, Willen zum Wandel oder was auch immer. Solche Ansätze dürfte allerdings an den machtpolitischen Realitäten im Grunde vorbeigehen. Nordkorea ist im Kern ein Marionettenstaat Chinas. Ob man das so ausdrücken muss oder freundlichere Formulierungen finden will, sei dahingestellt; der Befund ist in der Sache aber richtig. China benötigt nach eigenem Verständnis zwischen sich und dem US-unterstützten Südkorea einen Pufferstaat. Das ist der einzige Grund dafür, dass Nordkorea nach wie vor existiert. Umgekehrt wäre Nordkorea ohne chinesische Unterstützung bereits mehrfach - 1950, 1990, 1997 - von der Landkarte verschwunden, und ohne China passiert in Nordkorea nach wie vor gar nichts. Das heißt: Letzen Endes wird es die chinesische Führung gewesen sein, die Nordkorea überzeugt, ermuntert, vielleicht sogar gedrängt hat, sich auf diesem Gipfel mit Trump zu treffen. So erklären sich die wiederholten Besuche Kims in Peking in den letzten Monaten, und wir werden mit ziemlicher Sicherheit in absehbarer Zeit einen erneuten Besuch dort sehen. Im Ergebnis dürfte der maßgebliche Verdienst am Zustandekommen dieses Gipfels bei einem Dritten liegen, der in Singapur körperlich gar nicht anwesend war. Über dessen Motivation nachzudenken wäre sicher sinnvoll.

#8 - 12.06.2018, 09:42 von Pickle_Rick

Zitat von Valis
Man kann von Trump halten was man möchte, aber in puncto Kore ist er weiter gekommen als jeder andere Präsident. Man sollte Nordkorea auch eine Chance gebe. Es kann für Nordkorea und für die Menschen dort nur gut sein wenn sie sich dem Westen wieder annähern. Das Treffen jetzt schlecht zu reden ist absurd!
Das ist allerdings nun wirklich nicht Trumps Verdienst. Die Tatsache, dass Nordkorea sich überhaupt bewegt, ist der Arbeit der vereinten Nationen geschuldet. Was momentan passiert ist das beste Beispiel dafür, dass ein Alleingang der USA heute einfach nicht mehr funktioniert. Man kann hier allerdings anerkennen, dass Trump sich zurückgehalten und die Sache nicht verbockt hat. Das ist doch auch schon mal was.

#9 - 12.06.2018, 09:43 von Tostan

Auf den Nachrichtenseiten seht es eher so aus als ob das nächste Royal Wedding zelebriert wird. Kim lächelt toll, Trump schüttelt prima Hände, toll was es zu essen gibt und wie schön alles ist. Haben sie nun Ja gesagt? Wo gehts hin in die Flitterwochen?

Und das alles für zwei Unterschriften auf einem Wisch voller vager Versprechungen.

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