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Gipfel in Singapur: Worüber Trump und Kim sprechen - und worüber nicht

REUTERS/ KCNA US-Präsident Trump kann sich in Singapur selbst ein Denkmal setzen - wenn er Nordkoreas Diktator Kim zu einer vollständigen Aufgabe des Atomprogramms zwingt. Doch beide Seiten haben unterschiedliche Ziele.
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#1 - 11.06.2018, 09:17 von geschädigter5

Ich bin nicht der Meinung,

das DT für irgendeine Leistung n deFriedensnobelpreis verdient hätte. Dafür stiftet er viel zu viel Unruhe. Er will mit Kim auch nicht über Menschenrechte sprechen. Das alles würde den Friedensnobelpreis nur lächerlich machen. Wenn DT aber ohne ein Ergebnis zurück fliegen würde, wäre er praktisch politisch tot. Kein Mensch würde ihm mehr glauben.

#2 - 11.06.2018, 09:26 von Markus Frei

Irrsinn

Der Preis wird sein das die USA die Militärpräsenz in Südkorea drastisch reduzieren. Das wäre ein Desaster, die Südkoreaner würden sich verraten und verkauft fühlen da der Norden im konventionellen Bereich massiv überlegen ist. Auch würde dieses die Stellung der USA in der ganzen Region schwächen, die Chinesen wären hellauf Begeistert. Trump ist in einer unglaublich schwachen Position, er braucht diesen außenpolitischen Erfolg, fast schon um jeden Preis, das weis man auch in Peking (dieser Hampelmann Kim ist eh nur eine Marionette). Man könnte fast schon vermuten das Trump bei der ganzen Geschichte in eine Falle getappt ist, weil sollte der Preis höher sein wie ein paar Sanktionserleichterungen (und das wird er garantiert) werden die USA massiv an Einfluss in der ganzen Region verlieren, weil ein Verbündeter auf den man sich nicht verlassen kann ist nichts Wert.

#3 - 11.06.2018, 09:26 von Papazaca

Kann Trump Kim trauen? Kann Kim Trump trauen?

Verhandlungen und Verträge können nur funktionieren, wenn Vertrauen besteht. Trump hat gerade das IRAN-Abkommen gebrochen und mit Libyen gedroht. In Libyen hat Gaddafi erst sein Atomprogramm mittels Verhandlungen beendet und wurde dann mit Hilfe der USA weggeputscht.

Nordkorea hat bisher alle Abkommen verletzt und nicht eingehalten. Besser kann man nicht demonstrieren, das man Verträge nicht einhält. Und was kann die USA Nordkorea groß anbieten?

Wir haben also zwei Verhandlungspartner, die allen Grund haben, sich nicht zu vertrauen. Das einzige wirklich Mögliche ist ein Friedensvertrag. Den können dann beide, Kim und Trump, medienwirksam als großen Erfolg verkaufen. Alles andere ist momentan eher unwahrscheinlich, eine atomare Abrüstung für Korea setzt viel Zeit und die Mitarbeit alle Beteiligten wie China, Russland, Japan und Südkorea voraus.

Das ist aber nichts für Trump, der will schnelle Erfolge, am besten den Nobelpreis. Atomare Abrüstung in Korea aber erfordert viel Zeit, Detailarbeit und vor allem Diplomatie. Also alles das, was Trump nicht mag!

#4 - 11.06.2018, 09:29 von PaulchenGB

Kim ist schon jetzt ein Gewinner. Allein das Treffen mit Trump ist

ein Prestigegewinn. Welche Instruktionen KIM von China und Russland bekommen hat, wissen wir nicht. Es wird wohl um die US-Militär-Präsenz in der Region gehen. Ob und wie viele einsatzfähige Atomwaffen Kim überhaupt hat oder ob das Ganze ein Bluff ist, wissen wir auch nicht. Aber wir wissen und auch Kim, dass Trump nicht blufft, die "Gadaffi-Drohung" steht im Raum. Vollständige und unwiderrufbare Denuklearisierung steht auf Trumps Agenda. Er hat schon vorgebeugt mit der Aussage, dass das schrittweise vollzogen werden muss. Insofern ist davon auszugehen, dass Trump mit irgendeinem Deal nach Hause reisen kann.

#5 - 11.06.2018, 09:53 von Atheist_Crusader

Zitat von geschädigter5
Ich bin nicht der Meinung, das DT für irgendeine Leistung n deFriedensnobelpreis verdient hätte. Dafür stiftet er viel zu viel Unruhe. Er will mit Kim auch nicht über Menschenrechte sprechen. Das alles würde den Friedensnobelpreis nur lächerlich machen. Wenn DT aber ohne ein Ergebnis zurück fliegen würde, wäre er praktisch politisch tot. Kein Mensch würde ihm mehr glauben.
Er hat jede moralische Eignung für den Preis verspielt, als er mit dem Leben von Millionen von Koreanern spielte indem er mit Kim Yong-Un pubertäre Beleidigungen und Vernichtungsdrohungen über Twitter austauschte.
Selbst wenn der Gipfel so super erfolgreich sein, dass Nordkorea über Nacht zur pazifistischen Demokratie werden würde, kann das dieses Faktum nicht auslöschen.

Wenn ich eine Münze werfe - bei Kopf wird Jemand von Krebs geheilt, bei Zahl wird Jemand Neues infiziert - und sie landet zufällig auf Kopf, dann kann ich mich nicht als der große Wunderheiler inszenieren. Dann bin ich trotz allem Erfolg nur ein Ar......h das mit dem Leben Anderer gespielt hat.

#6 - 11.06.2018, 09:56 von pacificatore

Friedensvertrag und folgende Konversion

Die Gunst der Stunde besteht sowohl für Kim wie auch für Trump.

Erst der Friedensvertrag, dann die nukleare Abrüstung. Mit Garantien der USA. Auf Vertrauen kommt es nicht an, weil die USA auch ratz, fatz einen Friedensvertrag brechen könnten. An diesem Punkt kommt Herr Putin ins Spiel. Die Japaner werden wegen ihrer Kriegsgreuel einfach nur ignoriert - und das gilt sowohl für Nord- wie für Südkorea. China macht den Joker. Wandel durch Handel in Richtung einer sog. Deng-Demokratie! Jedenfalls wird man die Fehler der deutschen Wiedervereinigung vermeiden!

#7 - 11.06.2018, 09:58 von gangnamstyle

Quatsch

Zitat von Markus Frei
Der Preis wird sein das die USA die Militärpräsenz in Südkorea drastisch reduzieren. Das wäre ein Desaster, die Südkoreaner würden sich verraten und verkauft fühlen da der Norden im konventionellen Bereich massiv überlegen ist.
Selten so einen Unsinn gelesen. Nordkorea mag nominell mehr Waffensysteme verfügen als Südkorea, das heißt aber nichts, weil viele Waffen im Norden aus den 1970er Jahre stammen und veraltet sind. Unter anderem um diesen Nachteil auszugleichen hat Nordkorea ABC-Waffen!
Nein, eine große Mehrheit in Südkorea wäre für den Abzug oder zumindest Reduzierung der US-Truppen, weil sie dann auch weniger für ihren Unterhalt ausgeben müssten. Für sie ist das friedliche Zusammenleben wichtiger als militärische Überlegenheit gegenüber Norden oder eine mögliche Wiedervereinigung.

#8 - 11.06.2018, 10:03 von kuac

Die Frage ist, was bietet Trump außer Drohung, um Kim zu bewegen? NK hat jahrzehntelang eigenes Volk hungern lassen und das Land isoliert. Und nun soll alles für die Katze gewesen sein? Daher, es ist entscheidend, was der größte Dealbreaker aller Zeiten im Gepäck hat, außer Drohung und wie er Kim überzeugen kann, dass er nicht blufft.

#9 - 11.06.2018, 10:17 von cyoulater

Richtig!

Zitat von Markus Frei
Der Preis wird sein das die USA die Militärpräsenz in Südkorea drastisch reduzieren. Das wäre ein Desaster, die Südkoreaner würden sich verraten und verkauft fühlen da der Norden im konventionellen Bereich massiv überlegen ist. Auch würde dieses die Stellung der USA in der ganzen Region schwächen, die Chinesen wären hellauf Begeistert. Trump ist in einer unglaublich schwachen Position, er braucht diesen außenpolitischen Erfolg, fast schon um jeden Preis, das weis man auch in Peking (dieser Hampelmann Kim ist eh nur eine Marionette). Man könnte fast schon vermuten das Trump bei der ganzen Geschichte in eine Falle getappt ist, weil sollte der Preis höher sein wie ein paar Sanktionserleichterungen (und das wird er garantiert) werden die USA massiv an Einfluss in der ganzen Region verlieren, weil ein Verbündeter auf den man sich nicht verlassen kann ist nichts Wert.
"phasenweise und synchrone" Abrüstung auf beiden Seiten, das ist das Zauberwort. Warum sollte sich Kim auch auf eine einseitige Abrüstung einlassen? Beharrt er hingegen auf einer synchronen Abrüstung, dann ist die ganze Sache gegessen, denn wie Sie ganz richtig darlegen, kann und wird sich die USA genau das mit Sicherheit in dieser Region nicht zusagen. Wenn der Gipfel an diesem Punkt scheitert, hat Herr Trump den Schwarzen Peter, denn Kim hat ja Entgegenkommen und die grundsätzliche Bereitschaft signalisiert. Trump wäre dann vollendet in die Falle getappt. Dass es so ausgeht, ist meine Erwartung.

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