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Großbritannien: May will Brexit-Verhandlungen selbst leiten

Getty Images Seit Monaten stecken die Verhandlungen zwischen London und Brüssel fest. Premierministerin May baut die Regierung um und will die Gespräche mit der EU selbst leiten. Brexit-Minister Raab bekomme eine "Stellvertreterrolle".
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#1 - 24.07.2018, 20:23 von lanzelot72

So schnell kann es gehen!

Raab ist also - kaum im Amt - schon wieder kaltgestellt. Theresa übernimmt höchstpersönlich. Gut so. Hätte Sie schon längst machen sollen, dann wäre uns (EU) und den Briten diese inkompetente und arbeitsscheue Peinlichkeit namens Davis erspart geblieben, die sich lediglich durch dämliches Grinsen in jede verfügbare Kamera hervortat. Ich frage mich gerade nur, wer dann ab jetzt die Amtsgeschäfte des Premierministers führt. May wird dafür ja keine Zeit mehr haben. Interesting times, indeed!

#2 - 24.07.2018, 20:36 von Miach

EU Schicksal

Ich kann nur hoffen das Brüssel auf alle 4 Freiheiten besteht. Dann und nur dann wird die EU weiterbestehen, ein Abkommen das Dienstleistungen aber ganz besonders Personenfreizügigkeit einschränkt wäre das Ende der EU.

#3 - 24.07.2018, 20:43 von theodtiger

vielleicht ein gutes Zeichen

Falls dies eine Reaktion auf Mr Raabs törichte Drohung war, die britischen Verbindlichkeiten bei der EU nicht zu begleichen, ist das ein gutes Zeichen. Frau May dürfte zudem mehr Verhandlungsflexibilität haben als einer ihrer Minister. Zumal die Zeit durch britisches Trödeln nun sehr knapp geworden ist. Da das UK dringend auf die Übergangsperiode angewiesen ist und auch ein Handelsabkommen will, sind die Drohungen von Mr Raab schlicht kontraproduktiv.

#4 - 24.07.2018, 20:48 von Lichtenbruch

Da hilft nur noch eines

Ein 2. Referendum muss her. Und wenn dann immer noch mehr als die Hälfte für den Brexit entscheidet - ok, dann ist es halt so.
Aber daran glaube ich nicht! Macht endlich Schluss mit diesem Mist!!

#5 - 24.07.2018, 20:58 von lanzelot72

@Miach (2)

Ehrlich gesagt: Nein! Ich persönlich hoffe auf ein Freihandelsabkommen in der Art von CETA. Damit gibt es keine Diskussion mehr über Grundfreiheiten und das UK hat den selben Status wie jedes andere Drittland mit einem Freihandelsvertrag. Keiner kann maulen und das UK kann gegenüber dem Rest der Welt machen (oder davon träumen) was es will. Mir ist bewußt, daß diese Lösung nicht das Zollproblem in Calais oder Zeebrugge oder sonstwo löst, und schon gar nicht an der Grenze auf der irischen Insel, da nach wie vor jeder LKW und jeder Container komplett abgefertigt werden muß, aber ... besser so. Ein CETA+++ wird es definitiv nicht geben können und diese irrsinnige Zollpartnerschaft war schon bei der Geburt tot. Aber vermutlich kommen gleich wieder die üblichen Verdächtigen um die Ecke, die den fundamentalen Unterschied zwischen Freihandelsabkommen, Zollunion und Binnenmarkt trotz hunderter Erläuterungen bis heute nicht verstanden haben. Und in der Zwischenzeit wird mein eigenes Leben als Grenzgänger komplett auf den Kopf gestellt. Aber um diese Gruppe kümmert sich ja eh niemand. Frust? Ja, schon. Angst? Ja, ein bißchen. Verortung? Auf beiden Seiten des Kanals. Noch. Schwierig!

#6 - 24.07.2018, 21:33 von obersterhofnarr

Gut ins Knie geschossen

May hat zu lange gezaudert und Rücksicht auf die Hardliner genommen, bzw. glaubt immer noch an irgendwelche Wunder, insbesondere was die Handelsverträge mit anderen Staaten und die Produktionswirtschaft anbelangt.
Beides ist aber naive Tagträumerei. Die relevanten Industrien werden sofort den Abzug planen, wenn die Produktion in GB ins Stocken kommt und Dank Trump wird China umso mehr darauf schauen seine Schäfchen ins trockene zu bringen. Denn weder China noch Indien sind die unindustriealisierten Opferstaaten des 18. Jahrhunderts. Klar, bekommt das UK ein Freihandelsabkommen hin mit Nullzöllen, blöd nur das China und Indien mehr Zeug ins UK verramschen können, als GB je nach Chn/Ind liefern wird. (Zumal Airbus und die Autoindustrie nicht mehr wirklich britisch sind).
An Mays Stelle würde ich das Ganze bis zum Ende der Amtszeit von Trump verschieben, denn das Risiko für einen fetten Impact in die heimische Wirtschaft ist viel zu groß. Aber ich wohne nicht in GB zum Glück.

#7 - 24.07.2018, 21:34 von stadtmusikant123

xxx

Zitat von parrotadvice4u
May mit Olly Robbins, sind beide Remainers. Beide wollen so nah wie möglich, bei der EU bleiben. Alle Brexiters wurden mehr oder weniger von May "Kaltgestellt". Es wäre gut, wenn die Leute die hier posten, auch Britische Medien, wie Daily Politics etc. ansehen würden, um ein besseres Bild zu erhalten...!
Ändert alles nichts, dass May keine Mehrheit im Parlament für Ihren vermeintlichen "Soft-Way" hat.

Von daher wird interessant sein, was sie durchbringen will.

#8 - 24.07.2018, 21:41 von lanzelot72

@parrotadvice4u (5)

Natürlich wäre das gut! Und es passiert ja auch! Zumindest teilweise, zugegeben. Man sollte grundsätzlich immer das lesen, was einem NICHT gefällt. Das erweitert den Horizont und sorgt für Verständnis für die andere Seite. Sie sollten also auch einmal damit anfangen. Dann würden Sie nämlich erkennen, daß Millionen von Menschen nicht so perfekt in Watte gepackt sind (heißt: dauerhaftes Aufenthalts- und Niederlassungsrecht auf beiden Seiten des Ärmelkanals) wie sie selber. Sie selber gehören zu einer kleinen privilegierten Minderheit, die letztlich nicht von den Auswirkungen des Brexit betroffen ist. Es wäre gut (Ihre Worte!), wenn Sie das endlich einmal akzeptieren würden. Freuen Sie sich, genießen Sie Ihren Status! Aber bitte hören Sie auf, direkt Betroffene zu belehren. Danke!

#9 - 24.07.2018, 21:56 von theodtiger

Kriterien und Ziele

Zitat von parrotadvice4u
May mit Olly Robbins, sind beide Remainers. Beide wollen so nah wie möglich, bei der EU bleiben. Alle Brexiters wurden mehr oder weniger von May "Kaltgestellt". Es wäre gut, wenn die Leute die hier posten, auch Britische Medien, wie Daily Politics etc. ansehen würden, um ein besseres Bild zu erhalten...!
Ob etwas gut oder schlecht ist, hängt von Zielen und Kriterien ab. Für mich ist ein Abkommen mit dem UK gut, wenn es die Rechte der Menschen wahrt, die sich im Vertrauen auf die EU Mitgliedschaft des UK dort niedergelassen haben, das Wahlversprechen der Brexiteers erfüllt, dass es keine harte Grenze zwischen der Republik und Nordirland gibt und wenn das UK seine Verbindlicheiten begleicht. Selbstverständlich darf ein solches Abkommen oder die Vereinbarungen zu den zukünftigen Beziehungen die EU in keiner Weise beschädigen (was das UK ja immer noch versucht). Vielleicht ist Frau May da einsichtsfähiger, was die Möglichkeiten des UK anbelangt, vielleicht auch nicht.
Was uns "parrotadvice4u" da rät, erscheint etwas seinem Namen zu entsprechen (PapageienRatfürdich). Nachplappern der sehr einseitigen britischen Debatte, wo denn die leckersten Rosinen zu finden sind und wie man sich die am besten sichert, dürfte kaum zu mehr relevanten Einsichten verhelfen. Ich habe jahrelang die britischen Medien verfolgt und mich immer gewundert, wie verzerrt und einseitig man die EU und ihre Politiken sehen kann. Danach wundert man sich eigentlich über gar nichts mehr.

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